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eine Wirklichkeit sein. Die Grundlagen der Restauration des Thrones Recarid'S ruhen auf den Lorbeeren von Onate, Manaria, Urbasa, Ceberio, Mas de Roig, ArbuciaS, Tibisa und ReuS. Der Weg zum Siege ist mit Märtyrerblut getränkt: Uribarri 'Zlyastay, Garcia und Francesch haben auf ihm ihre unsterblichen Namen eingeschrieben. Heute, wie damals, aber nur noch vertrauensvoller, wiederhole ich mit dem Stolze des Königs einer heldenmüthigen Nation: Freiwillige, die ihr edelsinnig zum Opfer herbeieilt, die Blicke gen Himmel und auf meine Fahne ge- richtet ich bewundere Euch! Soldaten von Pania und Bailen, die ihr blind genug'seid, als Söldner dem Fremdlinge zu dienen, auch Euren Muth bewundere ich. Mein Ruf geht an Euch Alle, denn Alle seid Ihr Spanier: das Werk der Befreiung hat kaum begonnen und schon blickt die Welt auf uns, die Revolution zittert und alle Guten sind voll Freude. Ja, der Tag ist nahe, da meine sehn- lichsten Wünsche in Erfüllung gehen werben. Und da ich, wie ich Euch schon in meinem Manifeste vom 30. Juni 1869 geschriebm habe, die Decentralisation will, so erkläre ich Euch beute öffentlich und feierlich, ihr unerschrockenen Cata- lonier, Arragonier und Dalencier: Bor anderthalb Jahrhunderten hat mein erlauchter Ahnherr Philipp V. Eure FueroS aus dem Buche der Freiheiten des Vaterlandes streichen zu sollen geglaubt. WaS er Euch als König nahm, als König gebe ich e< Euch wieder; denn wenn Ihr dem Gründer meiner Dynastie feindlich wäret, so seid Ihr heute das Bollwerk seines legitimen Abkömmlings. Ich gebe Euch Eure Fueros wieder, weil ich der Vorkämpfer jeder Gerechtigkeit bin. Ich werde Euch einberufen, damit wir sie durch gemeinschaftliches Einver- nehmen den Bedürfnissen unserer Zeit anpaffen, und Spanien wird noch einmal erkennen, daß auf der Fahne, welche die Worte: „Gott, Vaterland und König" trägt, auch alle rechtmäßigen Freiheiten geschrieben stehen. — An der spanischen Grenze, 16. Juli 1872. Euer König. Carlos.
Jede Bemerkung zu diesem grotesken Aktenstücke würde den erheiternden Eindruck desselben nur abschwächen.
England.
London, 31. Juli. Die amtliche „Gazette" meldet die Ernennung ErSkine's, des seitherigen Gesandten in Griechenland, zum Gesandten in Stockholm.
Rußland.
Petersburg, 23. Juli. Wik der „Ruski Mir" berichtet, wurde den zu den Petersburger Manöver» deiegirten deutschen Officieren während ihres Besuches in Moskau von dem General-Gouverneur des Moskauer Gouvernements, Fürst Dolgorucki, ein glänzendes Diner gegeben, zu dem nur 22 Personen Einladung erhalten hatten. Unter den Gästen befanden sich der Commaudant von Moskau General von Gildensiubbe, der Minister der öffentlichen Aufklärung Graf Tolstoy, der den deutschen Ofßcieren als Begleiter beigegebenr General Schabliin, der Adjutant des Kriegsministers Fürst Trubeckoj und andere hochgestellte Militär- und Civilpersonen. Der Saal, in welchem das Diner stattfand, war auf- prächtigste mit exotischen Pflanzen decorirt. Nach Aufhebung dcr Tafel begaben sich die Gäste in einen Nebensaal, wo ihnen der Kaffee gereicht wurde und wo ihnen ein Zigeunerchor von mehr als 50 Sängern russische Volkslieder vorsang. Zu den lebhaftesten Gesprächen der Festgenoffen lieferten den Hauptstoff die großen historischen Erinnerungen der alten Waffenbrüderschaft der preußischen und russischen Armeen.
Amerika.
Newyork, 30. Juli. Die Zeitungen veröffentlichen ein Schreiben de-
Senators Sumner, worin dieser die Candidatur Greeley'- unterstützt.
Newyork, 30. Juli. Das Petroleumdepot zu Hunterspoint, gegenüber Newyork, welches mit Oe! angefüllt war, ist durch Feuer zerstört worden. Der Verlust wird auf eine Million Doll, geschätzt.
trüget, der das Gefängniß zu Kassel kaum verlassen hatte, wurde hier mit 3 Tagen Haft bestraft. Sehen die Einwohner nicht bald ein, daß es absolut nöthig ist, die arbeitsfähigen aber arbeitsscheuen bettelnden Strolche abzuweisen?
(E i n g e s a n d t )
Gießen. Die Gesellschaft (Sparverein) Concordia veranstaltete am verflossenen Sonntag eine Waldparthie mit Musik nach dem Ludwigsbrunnen. Außer der Tour am HimmelfahrtS- morgen ist bis jetzt in Gießen von derartigen Vergnügungen noch nichts bekannt. Um so lobenS- werther erscheint eben das Arrangement einer solchen Parthie, als der Verein eben doch nicht sehr stark ist. Dieselbe verlief denn auch in der schönsten Ordnung und ungezwungensten Heiterkeit ohne jegliche Storung. Der Verein bedachte, um eben seinen Freunden die Theilnahme zu ermöglichen, dieselben mit Einladungen. Durch die Vorsorge des WirthS, welcher einen sehr guten Schoppen und gute Speisen verabreichte, wurde die Gemülhltchkeit bedeutend erhöht. Nur war es zu bedauern, daß von den Mitgliedern der „Concordia" selbst sich so wenig an dem Ausflug betheiligten. Unter Musik und Tanz verging dann der Nachmittag bis zum Abend, wo denn die ganze Gesellschaft unter Vortritt der Musik den Hetmmarsch aus dem Walde antrat. Zum Schluß möchten wir anderen Vereinen auch solche Parthien wie die der „Concordia" anempfehlen, denn eS kann bei der jetzigen tropischen Hitze wohl nichts Schöneres geben, als im Schatten des Waldes zu lagern, einen kühlen Schoppen zu trinken und den Klängen der Musik zu lauschen. Dem Vereine „Concordia" gebührt aber der Dank aller anwesenden NichtoereinS- mitglieder.
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 31. Juli. Bei gut von statten gehender Ultimo-Regulirung verkehrte heute die Börse in Folge des kolossalen Erfolgs der französischen Anleihe bei gehobenes Stimmung und nahmen die Umsätze auch in den Nebenwerthen wieder einmal lebhafteren Character an. Das Hauptgeschäft war natürlich wieder in französischer Rente, die tn großen Beträgen hin- und herging und mit 88%—3/< bezahlt wurde. SubscriptionSresultate erreichten heute 4 Fr. Prämie. Nächst französischer Rente waren eS Creditactien, auf welche sich die Speculation warf, und wurden selbe bis 3533/4 getrieben, während Staatsbahn bei 35372 und Lombarden bei 219 stagnirten. Oesterreichische Nationalbank wurde über Notiz gern gekauft, wie denn momentan Bankwerthe wieder in der Gunst der Speculation stehen. Große KaufordreS lagen heute für BaSler Bankverein vor, der als Zeichnungsstelle für die französische Anleihe eine schöne Provision verdient haben soll. Die hiesigen Institute beliebt, Darmstädter und ProvinzialdiSconto ebenso, Meininger höher, junge Meininger fest. Oesterreichische Bahnen find noch immer vernachlässigt, obwohl sich heute einige Käufer für Elisabeth, Nordwest, Naab-Grazer und Böhmen einstellten. Beliebter sind Prioritäten, die fast in allen Gattungen heute in Umsatz waren und als relativ sichere Capitalsanlage gern gekauft werden. Von deutschen Bahnen zogen alte bayerische Ostbahn wieder etwas an; Pfälzer Sorten fest. Auch der Loosenmarkt war belebter als in der letzteren Zeit; Köln-Mindener, Ungarn, Finnländer, österreichische 1860er wechselten ihre Besitzer und namentlich die kleineren Gattungen werden stark hin- und hergeschoben. Von Staatspapieren zeichnete sich österreichische Papierrente durch große Festigkeit aus. Süddeutsche Fonds am Markt, aber theuer. Von Wechseln Wien beliebt Auf amerikanischem Gebiet herrscht vollständige Windstille.
Wechsel.
813/ö
Oberhessen
Amerik. Bonds
Local-Notiz.
Lochstavpler Wilhelm Ewald von Darmstadt doch, unter Vorzeigung einer falschen Wettelschnst, bei hiesigen wohlhabenden Leuten für eine angeblich hier krank liegende- gar nicht existirende - Wittwe D. -. sehr ansehnliche Gaben emzusammeln. Der Be-
Allgem et Wer Anzeiger
tu
98/s41,6
1882t 967- 1885t 97% 1887t 97
QD
Flur Nr. 33/241/3
ßörsennachrichtea.
31. Juli 1872.
meistbietend versteigert werden- Gießen, den 30. Juli 1872.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann.
Gießen, 31. Juli. Obwohl das hiesige Publikum vor vagabundirenden Betrügern Ichon oft genug gewarnt worden ist, gelang es vor einigen Tagen dem oft bestraften V* , y .vR i« ~ i Sv vvxv. hrtrh unipr 9t nrietn iinn PtrtPT sllssmen
Besondere Bekanntmachung.^ Oeffentliche Aufforderung.
Betr.: Das Vermögen des abwesenden < Wilhelm Leo auS Gießen.
3517) Das Vermögen des schon seit langer Zeit mit unbekanntem Aufenthalte abwesenden Wilhelm Leo, eines Sohnes des dahier verstorbenen Musik-Directors Leo, wurde seither curatorisch verwaltet rmd beträgt nach der zuletzt abgehörten Rechnung dermalen 3586 fl- 14% kr. Da seit der Geburt deS Abwesenden em Zeitraum von 70 Jahren verflossen ist, so kann das Vermögen, vorerst gegen Caution, an die Erben abgegeben werden. Man fordert deshalb den abwesenden Wilhelm Leo, dessen Leibes- ober Testaments-Erben, sowie überhaupt alle Diejenigen, welche Ansprüche an jenes Vermögen machen zu können glauben, hiermit auf, sich binnen sechs Monaten dahier anzumelden und als Berechtigte gehörig zu legitimiren, geyenfalls nach Ablauf dieser Frist das Vermögen an den dahier wohnenden Bruder des Ab- wesenoen, den pensionirten Einnehmer Leo, welcher sich bereits gemeldet hat, verabfolgt werden wird.
Gießen, den 21. Juli 1872.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
-vt. Muhl, Stadtrtchter.
Hermann Kehrend antiquarische Buch- und Kunsthandlung in Bonn.
Aetien.
.5% öatr. F. St. E. B. 354 Lombard. Bahn 22072 Ludwigsh.-Bexbaeh 200
Maxbahn —
Bayer. Ostbahn 138% Rhein-Nahebahn-Xet. 45% Hess. Ludwigeb.-Aot. 181
lUKlftr.
68 Hofraithe am Nahrungsberg,
624 Grabgarten daselbst, giebt
547i kr. Rente,
Aetlen.
Frankf. Bank 1417s
Frankf. Vereins-Kasse 1417/ö
Darmst. Bankaot. 4857z
Wien Bankactien 898
Oest. Oreditaot. 3547z
Galizien 257
F e i l g e b o t c n e s.
Dünger-Fabrik Ludwigshafen am Rhein
— Goldene Medaille Metz 1868 —
Geldaorten.
fl. kr.
Pr.Friedrdor 9 57 72—58</, Pistolen . . 9 40—42
„ doppelte 9 40—41 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 21 —22 Engi. Sover. 11 48—50 Ross. Imper. 9 41—43 Dollar in Gold 2 247z—251/,
| Versteigerungen.
3592) Donnerstag den 12. September d.J., Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Rathhaus die dem Friedrich Graf und Ehefrau dahier gehörige
Spanier, neuest. 3% 29 - " ' 1881t 997a
3593) Montag den 5. August d. I., Nachmittags 2 Uhr,
sollen in dem Hause des Herrn Kaufmann Loos auf der Mäusburg die zu dem Nachlaß des Universitäts - Bibliothek - Dieners Vogel gehörigen Mobilien, bestehend in:
Sopha, Secretair, Kleiderschrank, Tischen, Stühlen, Uhren, Beltladen, Bettwerk. Weißzeug und sonstigem Hausgeräthe, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 1. August 1872.
von Gliche!. Lederle Sf <omp., Controlfabrik mehrerer landwirthschaftltcher Vereine, empfiehlt zur Herbstsaison in anerkannt vorzüglicher Qualität unter billigster Preisnotirung:
Knochenmehle, Kalisalze,
Superphosphate, Weinberg- u. Wiesen-Dünger,
Ammoniak-Superphosphat, Hopfen- und Tabak-Dünger.
Analysen, Preislisten und Gebrauchsanweisungen gratis.
Von Plätzen, woselbst noch keine Verkaufsstellen stch befinden, find uns Offerten stets angenehm.
In Auftrag:
Semmler, Ortsgerichtsmann.j(3484)
Preuss. 47z% Oblig. 102% Frankf. 3Va% Obi. 87% Nass. 47» % Obi. 99% Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess, 5% Ob). 1013/4 » „ 40/0 „ 9872
» „ 37.% » 92%
Bayer. 5% „ 100%
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Amsterdam
k. 8. 97%
Augsburg
k. 8. 993/4
Berlin
k. 8. 104%
Bremen
k. 8. 1757g
Brüssel
k. 8. 92%
Hamburg
k. 8. 877g
Leipzig
k. 8. 105
London
k. 8. 118%
Lyon
k. .8. -
Paris
k. 8. 927,
Wien
k. 8. 105%
ditto
m. 8. 105%
ditto
1. 8. 105%
Disconto
4%


