Diese Reduktion hat sich bei der politischen Gesao-mttage be
Gießen, 26. Juni.
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mentarische Thätigkeit derjenigen Elemente, welche die vom ‘ begrüßte Herstellung der deutschen Reicher principiell «nfechten Jedenfalls würde da» deutsche Reich auf einem sehr schwachen Fundamente stehen, wenn er fich vorzugsweise aus die Sympathien der katholischen Eentrnmrparter
Ludwig III. von Gotte« Gnaden Großherzog von Hesen und bei Rhein,c. Nach jetzt erfolgter Wiederkehr der Friedens gereicht es Uns zu hoher Genug, thuung, der freiwilligen Opfer zu gedenken, welche die Bevölkerung de« Groß, herroathums ohne Unterschied de« Stande« und Geschlecht«, «ährend de« Kriege«, erfüllt von patriotischer Begeisterung und reinster Menschenliebe, für »ie Pflege der verwundeten und kranken Soldaten, in so rühmlicher Weise gebracht hat.
Schon bei dem Beginn de« jetzt beendete» Kriege« hatten der unter de» überall fördernden Protektorate Ihrer Großherzoglich Königlichen Hoheiten de« Prinzen und der Prinzessin Carl von Hessen stehende Hilftverein für die Kranken- yflege und Unterstützung der Soldaten im Felde und in enger Verbindung mit diesem der von Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Ludwig »on Hessen selbst. thätig präsidirte Alice-Frauenverei» ihre zweckmäßig organistrte Wirksamkeit, unter Beihilfe »on Zweigvereinen, welche sich in vielen Orten bildeten, im ganze» Laude in'« Leben treten lasse». Beruf«pflegerinne», geistlichen wie weltlichen Stande«, und freiwillige Pflegerinnen boten al«bald ihre Dienste an und widmeten sich der ! Pflege der verwundeten und kranken Krieger mit bewundernrwerther «»«dauer und . Aufopferung. Sanitätteorp«, in verschiedenen Städten de« Lande« gebildet, zogen nach dem Kriegsschauplatz- au« und leisteten dort, mit Bestehung großer Beschwer- den und Gefahren, die ersprießlichsten Dienste. Andere, Männer und Frauen, machten sich die Labung und Stärkung sowohl der zum Kampfe au«ziehenden al« der davon verwundet oder krank zurückkehrenden Soldaten, die Ueberbringung von Liebesgaben an die in Feindesland stehenden Truppen, die Anfertigung der nöthi- gen Gegenstände für die Lazarethe, die Sorge für dir Familien der im Felde stehenden Soldaten persönlich zur Aufgabe, während freiwillige Gaben für alle dies« edlen Zwecke in reichstem Maße «on allen Seiten, selbst au« dem ferne» Au«lande, gespendet wurden. Diese großartige Hilfe hat nicht allein vielen brave» Kriegern da« Leben erhalte» und die Gesundheit wieder gegeben, sondern auch den Baterlandtvertheidigern die tröstliche Ueberzeugung gewahrt, daß auch die in der Heimath Zurückgebliebenen keine Opfer scheuten, um für ihr Wohl »itzuwirke» und für ihre Angehörigen zu sorgen, und hat die« Bewußtsein sicher mit dazu beigetragen, den freudigen Muth der tapferen «rmee zu erhalten und zu beleben und ihr die Kraft zur Ausdauer in »em nun siegreich beendigten Kriege zu
verleihen.
In voller Anerkennung dieses edlen und patriotischen Wirken- fühlen Wir Un« gedrungen, Allen, welche sich hierbei in der einen oder anderen Weise be- theiligt haben, Unser» Dank hierfür öffentlich auszudrücken.
Darmstadt, den 22. Juni 1871. Ludwig.
w Darmstadt, 25. Juni. Die heutige „Darmstädter Zeitung" theilt die mit Preutzen abgeschlossene Militärconveution mit. Die Convention wurde am 13. Juni d. I. unterzeichnet. Mit Au-nahme der Formation, bezüglich welcher man in Berlin den diesseits geäußerten Wünschen Concessionen machte, stimmt der In» halt des Actenstücke- mit früheren von uns gemachte» Mittheilunge» überein. Die vier hessischen Infanterie-Regimenter, welche mit den Nummern 115, 116, 117 unt> H8 in den Verband der Neichsarmee eingereiht eintreten, werden beibehalten. Das 1., 3. und 4. hessische Regiment erhalten drei, da- 2. zwei Bataillone in preußischer EtatSstärke. Es ergiebt dieses eine Friedensstärke von 5874 Mann Infanterie. Die zwei Cavallerie-Regimenter zu 5 Escadron- werden 1404 Mani^ fein. Bon den vier Landwehr-Regimentern wird eines sechs, zwei fünf, zwei vier und eines drei Compagnien haben. Die Nummern der Landwehr-Regtmenter sind übereinstimmend mir-denen der Linien - Regimenter. Die Felbartillerie besteht
u " n' cc ---. Die Garde - Unter-
Bismarck ankleben. „ / ,, r A , ..
Was wir aber am meisten bedauern, ist, daß das Schrelben unseres letten; den allmächtigen Staatsmannes vielleicht ganz den entgegengesetzten Erfolg haben wird, den fich derselbe davon versprochen haben mag. Die katholische Porter wird mit erhöhtem Nachdruck über Unterdrückung klagen, sie wird alle Hebel ansetzen, um Unzufriedenheit und Mißtrauen gegen die Politik des Reichskanzlers unter der katholischen Bevölkerung zu erregen, und im Reichstag wird sie in Zukunft jeden- falls an Autorität und Einfluß dadurch nicht verlieren, daß ihre Haltung dte Billigung des Fürsten Bismarck nicht fand.
Einwohnerschaft:
Hochgeehrtester Herr Bürgermeister!
Ich ersuche Sie, dem verebrlichen Gemeinderath, sowie sämmtlichen Bewohnern Darmstadt- für die freundliche Aufnahme, welche den Truppen der Groß- herzoglichen Division bei deren Rückkehr aus dem Feldzug zu Thetl wurde, im Namen der Letzteren meinen Dank zu sagen.
Ich war aus das Freudigste bewegt über die herzliche Theilnahme, die alle Bewohner der Residenzstadt für die Truppen an den Tag legten, ich war auf das Angenehmste überrascht von dem festlichen Gewände der Straßen und Häuser — der 21. Juni 1871 wird mir und meinen Untergebenen stets ein Tag der schönsten
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welche ihr parlamentarisches Vorgehen in Rom gesunken Hat, an Frankenberg gerichteten Schreiben sagt:
Erinnerung bleiben.
Darmstadt, den 23. Juni 1871.
Ludwig, Prinz von Hessen.
'l Darmstadt, 24. Juni. Da« Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 21 ent- hält folgende Cabineitordre, betreffend die freiwillige Hilflthatigkeit im Groß-
Festbericht lassen wir morgen foigen.
Darmstadt, 24. Juni. Die Großh. Burgermelsterei bringt folgende Dank- saguug Sr. Großh. Hoheit de« Prinzen Ludwig zur Kenntniß der Darmstadter
Als ein Bewei« dafür, wie wenig einerseits die Franzosen während de« Kriege« die Genfer Convention geachtet, wie muthig anvererseitt unsere Aerzte in Erfüllung ihrer Pflicht sich dem Feuer be« Feinde« »»«gesetzt haben, kann die officiclle Statistik, über die Verluste an preußischen Aerzte» dienen, nach welcher vieselden di- Zahl von 101 erreichen. E« sind von diesen 6 gefallen, 3 «n ihren Wunden erlegen, 63 wurden durch Schußwaffen verwundet, 25 starben an Krank- beiten (darunter 4 an der Rubr, 8 am Typhus und 1 am Typhus und a» der Ruhr), 2 sind in Folge von Unglücksfällen gestorben.
Nichtsdestoweniger sind wir im höchsten Grade erstaunt darüber, daß Fürst i Bismarck die politische Haltung einer parlamentarischen Fraction de« Relchtages i zum Gegenstand internationaler Verhandlungen gemacht und auf diesem Wege aus ■ die Fraktion einen Druck auszuübm »ersucht hat, der un« da« Gefühl gibt, al« I sollten wir von Neuem erleben, was un« die Geschichte schon so oft gezeigt, daß, nämlich große Männer nach mühsam errungenen groß.» Erfolgen ihre Macht miß- brauchen. Fürst Bismarck mochte dem deutschen Kaiser rathen, dem «eit.»ater wegen de« muthmaßlichen Zusammenhänge« der römischen Curie mit den Bestrebun- aea der deutschen CentruarSfraction die moralische Unterstützung zu entziehen, die derselbe bi«her von Berlin au« erhoben, denn darüber wirb doch wohl Niemand im Zweifel sein, daß Cardinal Antonelli nur au« Furcht vor Preußen die Haltung der Ce»trum«fraction mißbilligte. Die römische Curie einzuschuchtern, wäre, wenn e« beabsichtigt gewesen, vollkommen erlaubt; aber eine Fraktion de« deutswen Reichstag« wegen ihrer, jcdenfall« in den Grenzen der Verfassung sich bewegenden, Haltung von oben herab öffentlich zurechtzuweisen, da« steht im unversöhnlichsten Widerspruche mit allen, auch den bescheidensten Auffassungen von den gegenseitigen Beziehungen der gesetzzebenken Gewalten in einem constltntionellen Staate. UediN- gen- darf doch auch nicht verleugnet werden, daß die katholische Fraction, welche auch immer ihre Motive gewesen sein mögen, durch ihre Abstimmungen i« Der letzte» Session in Bezug auf die inneren Fragen der freiheitsichen Entwtcklung manchen Dienst geleistet hat; sie leidet wenigsten« bezüglich der Freiheit der Presse nicht an den kleinlichen Borurtheilen, welche Sr. Durchlaucht dem großen Fürsten
Zur Kenntniß und Warnung für alle Mannschaften de« Beurlaubtenstande« läßt der Kaiser und König einen unter« 25. April d. I. ergangenen allerhöchsten Erlaß jetzt zur öffentlichen Kenntniß bringen, in welchem e« heißt: „Ich habe au« einem «orgel-gten kriegsrechtlichen Erkenntnisse ersehen, daß am 23. Juli v. I. von Reservisten au« dem Bezirke de« 2. Bataillon« (Schlimm) 2. Posen'schen Landwehrregiment-, welche zur Completirung de« 2. Posen'schen Infanterieregiment« Rr. 19 bestimmt waren, auf dem Marsche von Schlimm nach Czengin und im letzteren Orte selbst grobe Exceffe und Verbreche» gegen die Ditciplin verübt wor- den sind. E« ist dabei zur ausdrücklichen Verweigerung de« Gehorsam«, thät- kicher Widersetzung, Bedrohung von Vorgesetzten und sogar zur Plünderung, unter Gewaltthätigkeiten an Einwohnern de« eigenen Lande«, gekommen und von meß- reren Reser»isten geradezu Anreiz zum militärischen Aufruhr gegeben worben. In Folge der hieraus stattgehabten kriegsrechtlichen Untersuchung sind durch Erkenntniß vom 20. Januar d. I. nachstehende Mannschaften verurtheilt worden, und zwar:,, - ■■ , ..-,oe ™
(hier folgen zehn Hamen, von Venen »irr „all Anstifter de« Aufruhr« zur Tode«-lau« einer reitende» und fünf Fußbatterien mit ovo Wnn.
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j"i,e Unt-istützung von dies« Partei erhalten würde, die letztere ihm bei allen > die .» a « War., Geleaenheiten zu leihe« vorgab. Es ist vollkommen richtig, was Fürst Bismarck 25. April 18 $ in fernem, in Folge de« Proteste« 6er Centrumssraction gegen die Mißbilligung, Wabre» .
welche ihr parlamentarische« Vorgehen in Rom gefunden hat, an d»> t von ™ TageHe'r"dH Wochen werden nur'noch 120,000
Frankenberg S-^teten Schreiben I"' - »Der Varlamcntarflch . f ß d ^F ti^ ^d^ Reduktion hat sich bei der politischen Gesawmtlage be-
de« Centrums siel thatsachl.ch in derselbe» Achtung in« G.w.ch , p 1 ® 1 Grunde bewerkstelligen lassen, «eil Frankreich über die Bestim-
mentarische Thäi.gke.t derren-ge» Elemente, welche d.vom Papste mit vympaihte ,onv.r Friedens binau« Deutschland ernstlich zu befried.gen strebte.
AprilfTInna des deutschen RncheS vnnelpieu «nfechten unv neg ren. mungen vrv u , während des
+ Das oben erwähnte Schreiben des Fürflen Bismarck an den Reichstags- < abaeordaeten Grafen v.' Frankenberg (freiconservativ) lautet wörtlich: '
„Berlin, den 19. Juni 1871. Ew. Hochgeboren beehre ich mich, aus die von Ihnen unterm 12. d. M. an mich gerichtete gefällige Zuschnst zu erwidern, daß die von Ihnen angeführte Thatsache einer Unterredung des Grafen Tauff- kirchen mit dem Cardinal-StaatSsecretär und einer von Letzterem dabei auSgespro- chene» Mißbilligung des Vergehens der sogenannte» Fraction de- CentrumS begründet ist. Diese Mißbilligung ist mir nicht unerwartet gewesen, da die Kundgebungen, welche Sr. Majestät dem Kaiser nach Herstellung de- deutschen Reiche- von Sr. Heiligkeit dem Papste -ugegaagen waren, jederzeit de» unzweideutigsten Ausdruck der Genugthuung und de- Vertrauen- enthalten hatten. Ich hatte des- halb gehofft, daß die Fraktion, welche sich im Reichstage unter dem Namen be« Gentrum« bildete, in gleichem Sinne zunächst die Befestigung der neuen Institutionen und die Pflege de« inneren Frieden«, auf dem sie beruht, sich zur Aufgabe stellen «erde. Diese Voraussetzung traf nicht zu; der parlamentarische Einfluß der Fraction be« Centrum« fiel, welche« auch die Ansichten der Führer der letzteren sein mögen, thatsächlich in derselben Richtung in’« Gewicht, wie die parlamentarische Thätigkeit der Elemente, welche die von Sr. Heiligkeit dem Papste mit Sympathie begrüßte Herstellung de« deutschen Reiches principiell «nfechten und »egiren. Ich habe von dieser Wahrnehmung die Gesandtschaft de« deutschen Reiche« in Rom unterrichtet, damit sie Gelegenheit habe, fich zu überzeugen, ob die Haltung dieser Partei, welche sich selbst al« den speciellen Verteidiger de« römischen Stuhl« bezeichnet, den Intentionen Sr. Heiligkeit be« Papste« entspreche. Der Cardinal- Staatssekretär hat dem Grafen Tauffkirchen darüber keinen Zweifel gelassen, daß ' die Haltung der Partei an der höchsten geistlichen Stelle der katholischen Kirche nicht gebilligt werde. Den Wortlaut der Aeußerungen Sr. Eminenz bin ich nicht ; berechtigt, ohne specielle Eklaubniß des Herrn Cardinals, wiederzugeben; ich darf s aber hinzufügen, daß Aeußerungen von Vertretern anderer Machte in Rom mir * die Bestätigung geben, daß der Cardinal Antonelli von seiner gegen den Grasen ' Tauffkirchen an«gesprochenen Mißbilligung der Haltung der Centrumspartei auch ~ den persönlichen Gesinnungen Sr. Heiligkeit Ausdruck gegeben habe.
gez. v. Bismarck."
Gießen , 26. Juni. Der Einzug unsere« 2. Infanterie. Regiment« sand heute unter großem Andrang von hiesigem und fremden Publikum unter Ausschluß »on jeglicher Störung statt. Abend« große Illumination. Emen ausführlichen folgen. . .
i°''d^^re ch7'b7a^!d!e'i^al^WaEng"zur Kenntniß der Betheiligte» bringen will. Berlin, den
' — "pi-u 1871. Wilhelm."
.„uup.maunu, Während Mitte Mai noch 500,000 Mann deutscher Truppen auf kindlichem
den Grasen von Gebiete standen, sind jetzt nur noch 140,000 Mann jenseits der französischen Grenze
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