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Bremen, 25. Juli. Die hiesige in der Neustadt gelegene große Kaserne
brannte heute früh zum größten Theil nieder.
Straßburg, 22. Juli. Die neue deutsche Universität in Straßburg ist ihrer Gründung um einen bedeutenden Schritt näher gerückt: das wichtigste der wissenschaftlichen acavemischen Institute, die Bibliothek, ist wenigstens dem Namen nach bereits constituirt. Der um Beschaffung einer Bibliothek für Straßburg hochverdiente Dr. Barack, bisher Hofbibliothekar in Donaueschingen, hat nämlich d d. 12. Juli an die Kreise, welche sich für die Sache interessiren, ein Circularschreiben
Geldsorten.
Pr. Cassen-Soh. 1 45-4571
Sachs. „ —
Div. Cassen-A. —
Pr. Friedrdor 9 58—59
Pistolen . . 9 39—41
n doppelte 9 40—42 Holl.fi. lOSt. 9 55—57 Dacaten . . 5 34—36
20 Frankenst. 9 20—21 Engi. Sover. 11 51—53 Rass. Imper. 9 39—41 Dollar in Gold 2 24^—25'/-
Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bet W. Klee, am Markt.
gerichtet, aus welchem wir folgende Stelle entnehmen: „Das kaiserliche Generalgouvernement im Elsaß und in Deutschlothrinzen hat die Zeit für gekommen erklärt, um den Schwerpunkt der ferneren Arbeit für den gedeihlichen Fortgang des Unternehmens — Neugrünvunz der Bibliothek — nach Straßburg zu verlegen. Dem Rufe des kaiserlichen Generalgouvernements, mich baldthunlichst dorthin zu begeben und die Leitung der jetzt dort erforderlichen bibliothekarischen Arbeiten zu übernehmen, folg'nd, ersuche ich rc., vom Empfange dieser Mittheilung an alle Zusendungen „An die Kaiserliche Universitätsbibliothek in Straßburg (Schloß)" gefälligst adressiren zu wollen." Freilich ist die Stellung des Dr. Barack vor der Hand eine kommissarische, indeß unterliegt es keinem Zweifel, daß dieselbe seiner Zeit eine definitive wird. Somit wird denn die neue Bibliothek in Straßburg vor dem Unheil von vornherein bewahrt bleiben, an welchem noch so viele deutsche Universitätsbibliotheken laboriren und theilweise hinsiechen, daß nämlich an der Spitze des Institutes ein Gelehrter steht, der ohne Einsicht in den Geschäftsgang nur nebenher Bibliotheksdirector, in erster Linie aber akademischer Docent ist.
(Köln. Ztg.)
Versailles, 25. Juli. Man spricht vom Herzog v. Broglie als Nachfolger Favre's. — Prinz Napoleon ist aus Havre ausgewiesen worden. Die Regierung erlaubt weder dem Kaiser noch der Kaiserin oder einem der beiden Prinzen den Aufenthalt in Frankreich.
Paris, 21. Juli. Morgen, Samstag, beginnt der Abzug der Deutschen aus Rouen, vorerst nach Beauvais. Natürlich herrscht großer Jabel in der Stadt. Bon verschiedenen Seiten bemüht man sich, die Ligue anti-prussienne wieder ins Leben zu rufen. Dieses findet jedoch nur wenig Anklang. Die „Liberte" hält dafür, „daß rin Unternehmen dieser Art wie alle preußmfeindlich?n Kundgebungen sich streng in den Gränzen der Ermahnung durch das Beispiel halten muffe. Patriotische Manifestationen lassen sich nicht anbefehlen, und diejenige, von welcher hier die Rede ist, wird nur von Bestand und Dauer sein, wenn sie freiwillig ins W-'rk gesetzt wird." Der „National" findet, daß einige Städte, wie Havre, ihre Preußenfeindlichkeit übertreiben. Havre jedenfalls werde am meisten verlieren, wenn er seine Beziehungen zu Deutschland abbricht, da dieses dann seine für Amerika bestimmten Maaren über einen anderen Hafen gehen lassen werde. B n- cennes und Umgegend sind fortwährend in höchster Erregung, da man immer neue Explosionen fürchtet. Viele Bewohner der Umgegend, selbst von Nogent und Montrtuil, haben Vie Flucht ergriff n. Die letzten Explosionen fanden heute Morgen statt. Sie richteten große Verheerungen in dem Theile von Vincennes an, der an das Fort gränzt. In St. Mand6 wurde gestern ein Haus von den Bomben gänzlich zerstört.
erhalte«.
München, 25. Juli. Staatsrath Daxenberger ist mit der provisorischen Leitung des Ministeriums des Aeußern und des Ministeriums des königlichen Hauses beauftragt worden.
München, 25. Juli. Der Redakteur des „Volksboien" wurde wegen Amts- ehrmbeleidigung des Polizeidirectors und des Justizministers vom oberbayertschen Schwurgericht zu einmonatlicher G^sängnißstrafe verurtheilt.
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N'llsoersammlung, denn die Gesichtspunkte, unter welchen diese volkSwirthschastliche rr a4e beleuchtet wurde, trugen so wenig Neues zur Schau, daß sie eben nur durch br, pie wiederholte Auffo oerung ihre Existenz rechtfertigten, die Maurer in ihren Be- ürebangen moralisch und materiell zu unterstüzen. In die niedliche Form einer Resolution gefaßt, läßt sich das Resultat dieser Untersuchungen über den Normal- Arbeitslag dahin zusammenfassen: „Die Versammlung erklärt, daß die Forderung einer zehnstündigen Arbeitszeit, wie sie die Maurer aufgestellt, eine höchst mäßige ist und daß es deshalb heilige Pflicht aller Arbeiter Deutschlands, die zum Klassen* hewußtseiu gelangt sind, ist, mindestens für diese Forderung mit aller Energ'e mit ö(n sinkenden Maurern ciuzutreten. Außerdem sagen die Versammelten den M rurern tbatkräftige Hilfe zu." — Dann wurde in eine Diskussion über die Berliner Wohnungsnoth eingetreten, die in der Versammlung einen sehr sterilen Boden sand. Geredet wurde zwar viel, ja es wurde sehr scharf gesprochen und den Berliner HauSwirthen, denen die kleine Lektion wohl zu gönnen ist, müssen die Ohren geklungen haben bei den Donnerworten, die so mancher oratorische Hercules von rem Souffleurkasten des Louisenstävtischen Theaters aus an die trotz Sonnen* sch'in und Frühlingsluft tapfer im Tabaksduft und im Schweiße ihres Angesichts ausharrenden Arbeiterschaaren richtete. Das Anathema sit! welches immer wieder a^zen die Berliner HauSwirthe, diese kleinen Tyrannen, welche durch die sociali* siische Loupe betrachtet zu reißenden Ungeheuern wurden, geschleudert wurde, war furchtbar. Im Uebrigen kam man zu der bekannten Thatsache überein, daß die Berliner Wohnungsnoth zum nächsten Qmrtalsumzuge riesige Dimensionen an- vehmen werde und der Leiter de? neuerstandenen „Socialdemokraten" entdeckte, daß diese Misere eine Folge von oer Bodenrente sei. Wie aber dieser traurigen Culam'tät abzuhelfen sei, davon war leider nie Vie Frage und Der gänzliche Mangel an praktischen Mitteln zeigte recht Deutlich,, daß Berlin seine Rettung aus dieser Noth in anverrn Faktoren wirv suchen müssen, als in Der socialdemokratischen Wricheit, obgleich diese feierlichst offenbarte, „vaß man die Berliner Hausbesitzer »richt mit Worten schlagen könne, sonvern wie Simson mit einem Eselskinnbacken Lareinhauen müsse." Die Hoffnung Der Socialdemokraten gipfelt auch in Bezug auf die Wohnungsnoth und dem zukünftigen Communistenstaat. Für Vie Gegenwart verpönte man, von „dieser reactionären Regierung" irgend ein Almosen anzunehmen, wie es etwa die Herstellung provisorischer Arbriterwohnuugen aus Staatsmitteln fein könnte, während man anderseits ven Vorschlag, daß Vie Arbeiter zusammentreten und sich selbst Wchnunzen bauen sollten, als unausführbar zurück- wi'es. Aus viesem Dilemma errettete folgende Resolution: „Die Versammlung erklärt, vaß Vie Wohnungsnoth und die hohen Miethen Folge der Ausbeutung der Arbeiter durch Vie Bodenrente sind, welche in die Taschen weniger Grunv* besttzer fließt, und Vaß Vieser Ungerechtigkeit nur in Der soclalistischen Gesellschaft dadurch abgeholfen werden kann, daß Grunv und Boden Gemeingut des Volkes Verven. Ferner erklärt die Versammlung, vaß, um der allzuschroffen Ausbeutung einzelner Hausbesitzer einen Damm entgegenzusetzen, es n'öthig erscheint, solche in dem Sprechsaal des Arbeiter - Blattes „Neuer Socialdemokrat" an den Pranger zu stellen." Der kreisende Berg hatte auch hier eine Maus geboren.
Während endlich um 3 Uhr die im dunklen Saale zusammengepferchten Schaaren nach dreifachen Hochs auf den Präsidenten und Die Proletarier aller Länder und mit dem stolzen Bewußtsein im Herzen „Erilis sicut deus, scientes lonum et malum“, Die socialistische Lection aufhoben, tagte in einem anderen Thüle der Stadt die dritte Volksversammlung, einberufen von vem Strike-Comitc der hiesigen Cigarrenmacher, in welcher mit anerkennungswerther Mäßigung und Objektivität über den Stand des Strikes der Cigarrenarb'iter in Deutschland refmrt wurde. Hier in Berlin haben die Fabrikanten Die Lohnaufbesserung Don> 1 bis fi/2 Thlr. pro Woche fast anstandslos bewilligt; im hartnäckigen Wver- sianve dagegen befinden sich zur Zeit noch Die Fabrikanten in Hanau und Waldheim, sowie in Magdeburg und Halberstadt, in allen 4 Orten stehen denn auch die Fabriken bis auf den letzten Arbeiter verödet. Selbst die beschäftigten Frauen haben sich Dem Strike angeschlossen; Die Unterstützungen, welche allein von Berlin aus dorthin gingen, betragen über 12,000 Toir. Als Die heftigsten Widersacher her Bewegung wurden Vie Fabrikanten Lindau und Winterfeld in Magdeburg bezeichnet. Die zum Schluß acclamirte Resolution erklärt Den Strike Der Cigarren- arbeiter im Hessischen und Sächsischen für gerechtfertigt und Die Interessen aller Arbeiter für folioarisch. — So endete die letzte Der Volksversammlungen, welche Die saure Guikenzeit und die sonntägliche Ruhe Berlins gewissermaßen belebten. Ob diese Geistesnahrung Den Arbeitern große Congestionen bereiten wird? Ich glaube kaum. Denn im Großen und Ganzen haben diese socialdemokratiichen Versammlungen immer dieselbe Physiognomie, Die den alten Gölhe'schen Satz bewahrheiten: Man muß sich nur nicht gar zu ängstlich quälen, Denn Da, wo Die Begriffe fehlen, Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
München, 21. Juli. Graf Bray hat heute Die nachgesuchte Entlassung al- Ministerpräsident, Minister des Aeußern und Minister des königlichen Hauses
Actlen.
Oest. Creditaot. 2705/g 5% öatr. F. St. E. B. 4003/4 Lombard. Bahn 172l/i Ludwigsh.-Bexbach 1821/2 Maxbahn 127
Bayer. Ostbahn I2OV2 Hess. Ludwigsb.-Aot. 156 Rhein-Nahebahn-Act. 38>/z Oberhessen „ 753/i
Prioritäten.
30/0 öster. Stsb.-Prior. 575/8 3°/0 öst. s. Lombard 73 Vz 3% Livorneser 325/8 50/0 Tosoaner 521/2 5% Elisabeth.-Prior. 78
do. II. Emiss. 77___________
Äiilehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 66 Nassau 25 fl. 39
4% bayr. Präm.-Anl. 10971 Ansbacher 7 fl. 113/< 40/0 badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 66 V2 Oestr. fl. 250 v. 1854 77 y2 1858r Prioritätsloose 168 1860r Loose 863/8 1864r „ 128
Braunschweiger 18J/8 Stadt Florenz 823/ö
Borsennachrlchten- 25. Juli 1871.
Preuss. 472% Oblig. 9874 Frankf. 37a% Obi. 82% Nass. 472% Obi. 963/a Kurhess. 4% „ 89 Gr. Hess. 5% Obi. 102
„ n 4% n 95
„ » 37-0/0 , -
Bayer. 5% „ 100’/8
„ 472 0/0 1jährige 983/4
„ 40/o 1jährige 93
Würtemb. 47a% Obi. 97
Baden 472% Obi. c. E. L. 97%
Oesterr. Silberrente 5672
„ Papierrente 48 [/2
„ 5% M. steuert. —
Amerik. Bonds 1881r 99%
» n 1882r 96%
n « 1885r 96%
n n 1887r 9674
Spanier, neuest. 3% 31%
Actlen.
Frankf. Bank 137
Frankf. Vereins-Kasse 10772
Darmst. Bankact. 36672
Wien Bankactien 730
Galizien 237%
Wechsel.
Amsterdam
k. S. 99%
Augsburg
k. s. 993/4
Berlin
k. S. 105
Bremen
k. S. 9674
Brüssel
k. 8. 9374
Hamburg
k. S. 8772
Leipzig
k. S. 105
London
k. s. 1173/4
Lyon
k. s. —
Paris
k. S. 937g
Wien
k. 8. 957z
ditto
m. S. —
ditto
1. 8. —
Disconto
37?/o 0.
Besondere Bekanntmachungen.
Oeffentliche Aufforderung.
3016) Die Wittwe des Weißbinders Heinrich Demuth in Gießen hat mit der Mehrheit seiner gerichtsbekannten Gläubiger behufs Abwendung förmlichen Concurses ein Arrangement abgeschlossen, und werden nunmehr die unbefannten Gläubiger derselben unter Verstattung der Acteneinsicht hiermit aufgefordert, binnen 3 Wochen ihre Forderungen auzumeldeu, und bei Meldung Ausschlusses etwaige Einwendungen dahier vorzubringen.
Gießen, den 13. Juli 1871.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. M n l) (, Stammler, Stadtrichter. Stadtgcr.-Assessor.
3133) Bei der Stadt Gießen sollen drei Spritzenmeister angenommen werden. Bewerber um diese Stellen haben sich binnen 8 Tagen auf unserem Büreau anzumelden.
Gießen, den 25. Juli 1871.
Großh. Bürgermeisterei Gießen. Vogt.
3122) Samstag den 29. Juli L I-, Nachmittags 2 Uhr,
soll die Erndte von den Grundstücken, welche
Herr Stallmeister von Gremp gepachtet hatte, auf dem Halme an die Meistbietenden versteigert werden- Die Erndte besteht in Korn, Gerste und Hafer und ivird mit der Versteigerung am langen Steeg der! Anfang gemacht-
Gießen, den 25. Juli 1871.
GroßherzogUchc > Ortsgcricht Gießen- Wort mann-
3138) Montag den 31. Juli d- I-, Vormittags 10 Ubr,
soll in dem früheren Pfandhau.locale dahier ein Occonomiewagen meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 26. Juli 1871-
Grotzhcrzogliches Ortsgericht Gießen.
S e m m l e r, Ortsgcrichtsmann-
3146) Freitag den 28. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause deS Herrn Earl Euler in der Neustadt die zum Nachlaß der Ph. Berger's Wittwe gehörigen Mobilien, bestehend in Möbel, Weißzeug, Bettwerk u. dergl., öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Gießen, den 25. Juli 1871.
Grobherzogliches Ortsgericht Gießen- In g Hardt.
3137) Montag den 31. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr,
sollen in dem Hause der Peter Pistor's Erben auf dem Tiefenweg Mobilien, bestehend in Commodcn, Tischen, Stühlen, Bettladen, einem Kletdcrschrank, einem Küchen-


