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Am 27. August:
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Lig^e für völkerrechtswidrig, habe sie aufgelöst der Gerichte vor.
Das brasilianische Kaiserpaar ist gestern hier
An Stelle des außerordentlichen Professors
Dr. Uni-
behalte sich das Einschreiten Berlin, 24. August.
getroffen.
München, 22. Aug.
Friedrich, dessen Wahl zum
G o t t c S d i e n st.
/ Morgens: Pfarrer Landmann.
\ Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 27. August bis. 2. September besorgt Pfarrer Landmann.
darauf, nachdem alle gegen 5 Stimmen sich gegen Beitritt zu dem Beschluß der ersten Kammer ausgesprochen hatten, mit allen gegen 6 Stimmen bejaht. In
Stimme weniger als Dr. Friedrich erhalten hatte, ernannt worden.
Ostende, 23. Aug. Das deutsche Kronprinzenpaar ist hier eingetroffen Abends weiter gereist.
Versailles, 23. Aug. Im Gerichtssaal des Kriegsgerichts circulirt gedruckte Lertheidigungsschrift Ferre'S, welche die Negierung angreift und Eommune vertheidigt.
Graz, 22. Aug. Gestern wurde von einem Beamten des Stadtraths in gerichtlichem Auftrag bei sieben Kaufleuten eine strenge Durchsuchung ihrer Laden oorgenommen und alle Waffen, die sich vorfanden, als: Degenstöcke, Revolver und Terzerole, confiscirl. Der Fall erregt größtes Aufsehen, weil die Kaufleute diese Gegenstände seit Jahren auf dem Lager hatten und ohne Anstand seitens der Behörden damit Handel trieben. Die Untersuchung ist bereits beim Bezirksgerichte anhängig.
Kirchliche Anzeige
der evangelischen Gemeinde z n Glesien.
lebhafter Debatte wurde sodann Nummer 2 der Tagesordnung, die Vorlage großh. Ministeriums des Innern, die Gewährung von Beihülfen an Angehörige der Reserve und der Landwehr betreffend, berathen. Der Ausschuß beantragt: „Die Kammer wolle zu dem VertheilungSmodus, wie ihn großh. Staatsregierung vor- geschlagen, zu Nr. 1, 2, 3 ihre Zustimmung ertheilen, jedoch die Bitte beizufügen, zu 2 a. in den in diesem Berichte angedeuteten Fällen Unterstützung eintreten zu lassen und zu 21). in der angegebenen Weise unverzinsliche Darlehen zu geben." Abg. Edinger: Das bittere Gefühl, das wohl fast bei Jedem durch die Dotationsfrage erregt worden fei, werde durch die Vertheilung der Unterstützung zu der rubricirten Beihülfe noch verschärft. Lohnarbeiter sollten ausgeschlossen sein. Auch Lohnarbeiter könnten sich etwas ersparen, und dieses wenige Ersparte sei jedenfalls während des Krieges aufgezehrt worden. Er beantragte, daß sie wie alle anderen berücksichtigt würden. RegierungS-Commiffär Lehmann erklärt, daß dieser Ausschluß der Lohnarbeiter nicht existire. Abg. Dernburg tadelt mit harten Worten die Verzögerung der Untcrstützungsvertheilungen. In zwei Monaten sei noch nichts geschehen. Er stelle in Gemeinschaft mit den Abgg. Metz, K. I. Hoffmann, v. Wedekind und Edinger den Antrag, „daß die Kammer ihre Bereitwilligkeit auöspreche, auf Vorlage eine weitere Summe für Beihülfe an Angehörige der
Frischbäcker j u Girsien.
Sonntag den 27. August. Louis Kämmerer auf dem Selterswcg, Jacob Nonstadt in der Neustadt und C-ristian Jughardt in der Wallthorstraße.
Reserve und Landwehr zur Verfügung zu stellen." Reg.-Commissär Lehmann weist den Vorwurf der Verzögerung zurück; wenn eine solche vorhanden fei, so habe Dernburg selbst die Schuld, weil auf seine Anregung die Sache vor der Kammer verhandelt worden sei. Eine Mehrbewilligung sei wahrscheinlich nicht nöthig, da die Vertheilung der Gelder nach der Einwohnerzahl erfolgte und wir eine viel geringere Anzahl von Landwehr besitzen, als Preußen. Abg. Hallwachs: Die erste Pflicht der Kammer fei, sich bereit zu erklären, jedes Deficit zu bewilligen, dak für diese Sache entstanden. Er will in erster Linie fchenkweise, in zweiter leih- weise, aber unverzinste, und erst in dritter Linie verzinste leihweise Unterstützung. Abg. Schäfer: Die Regierung solle gleich bezahlen in dringenden Fällen. Geschenke jedoch solle man unnöthig nicht machen; sie demüthigten. Abg. Metz: Die Regierung solle nicht ängstlich sein mit Ausgaben in dieser Richtung; er bewillige gern jedes Deficit, ohne eine mäkelnde Kritik. Aber dennoch schließe er sich der Ansicht an, die das schenkweise Geben im Princip als unpraktisch verwerfe. Abg. Kemps erklärt sich für den Antrag Dernburg. RegierungScommissär Lehmann erklärt, daß Das, was an der Regierungsvorlage Anlaß zu Bedenklichkeiten gebe, jeder Zeit gestrichen werden könne. Nach einigen Worten des Berichterstatters Abg. Löw wurde der Ausschußantrag mit allen gegen eine Stimme angenommen, der von Dernburg und Eons, mit großer Majorität. Drei Vorstellungen an die Kammer wurden darauf abgewiefen und der Antrag des Abg. Vollhard auf Steuer- freiheit von Soldaten in mobilem Verhältniß für ein Vermögen von unter 1500 fl. ohne jede Debatte einstimmig genehmigt.
Berlin, 21. Aug. Der „Volkszeitung" entnehmen wir Folgendes: „Wer je Gelegenheit gehabt hat, feinen Hunger während feiner Soldatenzeit in der Cafernenmenage stillen zu müssen, wird sich wohl erinnern, daß Herrlichkeiten da gerade nicht geboten werden, sondern daß lediglich der Hunger es ist, Der die Einnahme der gereichten Speisen erzwingt. In mehreren Casernen ist jedoch selbst Der Hunger jetzt nicht mehr im Stande, die Leute zum Essen zu bewegen, weil die Speisen zu schlecht zubereitet sind und die dazu verwendeten Stoffe Alles zu wünschen übrig lassen. Unsere Soldaten haben sich während des Kriegs, wo sie sich durchweg eigenhändig ihr Mittagbrod zubereiten mußten, wahrscheinlich nicht verwöhnt, die Klagen über die schlechte Kost müssen daher wohl wahr sein und wir selbst hatten Gelegenheit, zu sehen, daß Leute ihre letzten Pfennige in Brod oder Salzkuchen anlegten, um nur nicht die Easernenmenage genießen zu Dürfen. Dazu kommt Die übergroße Sparsamkeit in jenen Küchen: jeDen Mittwoch unD jeden 31. des Monats erhalten die Leute kein Fleisch! Noch jetzt werden fortwährend große Einkäufe von alten Kartoffeln gemacht. Sollen solche Zustände wohl geeignet fein, den Gesundheitszustand unserer Garnison zu heben?"
t Berlin, 23. August. Die Arbeitseinstellungen in Berlin nehmen mit ihrer größeren Ausdehnung immer mehr Den Charakter eines Klaffenkampfes an, nicht mehr Die Erringung eines höheren Lohnsatzes oder einer kürzeren Arbeitszeit steht allein auf Dem Panier Der Gesellen, sondern das „Tod dem Capital" wird von den Strikcnden in allen möglichen Tonarten variirt und nimmt um so mehr Beachtung in Anspruch, als die Arbeiter aller Berufszweige durch Die aufopfernde Unterstützung Der Arbeitseinstellungen mit Den Endzielen Derselben sich einverstanDen erklären. Diese Erkenntniß verfehlt Denn auch ihre Rückwirkung auf Die Arbeit- geber nicht, und überall, wo die Arbeitnehmer in corpore mit weitgehenden Anforderungen hervortreten, finden sie sich gegenüber eine geschloffene Phalanx Der Arbeitgeber, was bisher nie Der Fall war. Es striken zur Zeit ca. 3000 Maurer,
500 Maschinenbauer und etwa 6000 Tischler, zusammen also rund 10,000 grob- ertoerber, Die ihre Familien mit einer unzureichenDen Unterstützung (IO.—2 Xblr. pro Woche), sowie mit Der Verpfändung und dem Verkauf aller entbehrlichen Gegenstände erhalten müssen; die Zahl Der sinkenden Tischler dürfte sich in den nächsten Tagen noch um Die Hälfte vermehren. Daß Die Maurer in Der angegebenen Stärke sich noch vom Bauplatze fern halten, ist kein besondere« Zeichen ihrer Klugheit; ihre Sache ist vollständig verloren nach beinahe sechswöchigem Kampfe, und die Meister, die bei den Baukontrakten das bereitwilligste Entgegenkommen finden, bemühen sich eifrig, Gesellen von auswärts zur Fertig- stellung der nothwendigsten Arbeiten heranzuziehen, wobei sie von einzelnen Eisen- bahndtrektionen Durch Gewährung ermäßigter Fahrpreise für Die zureisenden Ge- Mn unterstützt werden. Der Strike Der Maurer hat ausschließlich Den Gesellen empfindlichen Schaden zugefügt, Denn was Meister und Bauherren etwa Durch verspätete Benutzung Der Neubauten einbüßen, gewinnen sie Doppelt an Dem Bezug Der Ziegelsteine, Deren Preis biß über Die Hälfte herabgegangen ist. — Noch schlimmer sind Die ca. 1000 Maschinenbauer Daran, welche vor vierzehn Tagen die Arbeit in Der hiesigen NordDeutschen Wagenfabrik einstellten; ein Theil Der größeren Fabrikbesitzer hat einen Kartei abgeschlossen, keinen strikenden Arbeiter zu beschäftigen, so Daß Den Leuten nichts weiter übrig bleibt, als ausländischen Agenten in die Hände zu fallen, von Denen bereits 400—500 nach England engagirt sind. — Was endlich Die seit Montag strikenden Tischler anlangt, so wird auch Diese Arbeitseinstellung voraussichtlich nicht so glatt und schnell verlaufen, wie Die Agitatoren Den Leuten glauben machen wollen; Die meisten Der Meister sinD eben außer Stande, Die exorbitante Forderung von 25 Procent Lohnerhöhung und Reduktion Der jetzt 11 stündigen Arbeitszeit auf 9y2 Stunden ohne weiteres zu bewilligen, und beschlossen sie deßhalb gestern in zahlreicher Versammlung, Die Forderung pure abzulehnen. — Nur einer Berufsklasse, Den Barbieren, wird ohne Zweifel Die vom 1. September ab in Aussicht genommene Erhöhung des Barbierlohnes von sechs Pfennigen auf einen Silbergroschen an- lancslos bewilligt werden, weil eben Diese Forderung eine durchaus gerechte ist und in anständigster Weise vorgebracht wird.
Berlin, 24. Aug. Der Deutsche Geschäftsträger in Paris, Graf Waldersee, ».fragte Den französischen Minister Des Auswärtigen vorgestern wegen Der .Ligue De Oclivrance d'Alsace et Lorraine". Minister v. Remusat antwortete, Die zösische Regierung halte Die
. _ Senator der theologischen Facultät an hiesiger .....
versität bekanntlich vom König nicht bestätigt worden, ist Der Gegencandidat, ordentlicher Professor Dr. Reichl, welcher übrigens bei der Wahl nur um
Allgemeiner Anzeiger»
Besondere Bekanntmachungen.
Gläubiger - Aufforderung.
3586) Forderungen an den geringen Nachlaß des verstorbenen Lorenz Jung von Staufenberg sind, soweit dies noch nicht geschehen, bis zum 15. September dieses Jahres bei Vermeidung der Nichtberücksichtigung bei dessen Vertheilung dahier anzumelden.
Gießen, den 20. August 1871.
Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, Hellmann, Landrichter. Landger.-Assessor.
Betr.: Das Ableben des Georg Zecher und dessen Ehefrau, geb. Schmandt, von Grimberg.
Oeffeiitliche Aufforderunq.
3471) Forderungen jeder Art an die verstorbenen Georg Zecher's Eheleute, an ken verstorbenen Johannes Zecher, so- vte an die Johannes Zecher's Ehefrau
von Grünberg, sind sogewiß binnen vier Wochen a dato bei unterzeichnetem "Gerichte geltend zu machen, als sonst bei Regelung des rubricirten Nachlasses auf dieselben keine Rücksicht genommen wird.
Grünberg, am 3. August 1871.
Großherzogliches Landgericht Grünberg. Erdmann, Dr. Trapp, Landrichter. Landger.-Assessor.
Versteigerungen.
Versteigerung von Utensilien. 3570) Künftigen Mittwoch, den 30. d. Mts., Vormittags von 9 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr, und den folgenden Tag, werden in den Baracken an der Klein-Lindener Chaussee dahier nachverzeichnete meistens noch gut erhaltene Utensilien, als:
Bettteppiche, Betttücher, Handtücher, Bettdecken, Pfühle, Seegrasmatraßen, Strohsäcke, eiserne Bettstellen, Oefen, Kochheerde, eiserne und kupferne Kessel, Tische,! Bänke, eiserne Stühle, Steinkohlenge-
3572) Montag den 28. August, Morgens 9 Uhr, sollen zwei an der Gailischen Wollenspinnerei gelegene Aecker mit Hafer versteigert werden.
Heuchelheim, den 24. August 1871.
Conrad Waldsch inidt.
ArbeitSversteiflenmq zu Rodhetm.
3577) Dienstag den 29. August, Morgens um 7 Uhr,
sollen auf hiesigem Rathhause nachstehende
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24. August
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10
Kiesdecken, Schmiedearbeit, Rodheim, den
Der Bürgermeister: Bende r.
säße, schwarzwälder Uhren, Laternen, Lei- zur Erbauung einer Brücke über den Bietern, Fenster-Rouleau, Weißzeugschränke '
berbach vorkommenden Arbeiten und Lieferungen, unter den int Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich in
Accord gegeben werden, als:
Maurerarbeit, veranschl. zu
Steinbrechen. Fahren und Aufsetzen derselben, veranschl. zu
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69 1871.
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Lieferung von eisernen Trag ballen, veranschlagt zu . .
u. a. in.
geyen gleich baare Zahlung öffentlich ver- stergert.
Die Großh. Bürgermeister der Umgegend! werden ersucht, diese Versteigerung im Interesse ihrer Gemeinden bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 21. August 1871.
Großherzogliche Garnison-Verwaltung.
Kalbfleisch, Stabsquartiermeister.
Planirarbeit, veranschl. zu
Zimmerarbeit, „ „
Chaussirarbeit, „ „
Thlr. Sgr.
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3578) Durch das Schuldenwesen deS Georg 91 in b o r n in Lebrbach soll
Freitag den 1. September l. I., des Vormittags 9 Uhr, die sog. Retschenhäuser-Müble mit 2 Mabl und 1 Schlaggang (an der Staatsstraße


