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’L niH 4- Mainz, 20. Jan. Der Gouverneur Prinz Woldemar von Holstein ist in Vieser Nacht gestorben.
Darmstadt, 19. Jan. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Emtchließung vom 17. d. M. geruht: im 2. Infanterieregiment die Vicefeldwebel Julius Carl Homberger aus Gießen, Ludwig CmmeliuS aus Aölau im Königreich Preußen und Emil Friedrich Pistor aus Gießen zu Lieutenants der
am Aenbe veS diesseitigen Tru 3n derselben tr Mßerdem hatte sere Hände zest 6 Geschähe irai
Diesseitizel
nicht zu verachtender Bundesgmosse! (F. P.)
v Straßburg, 17. Jan. Das Journal „Helvetie", bekanntlich in Bern von Schneegans herauSgegeben, ist für vaS Generalgouvernement Elsaß verboten.
kommen sein. .
Berlin, 18. Jan. Man erfährt aus Luxemburg: Sammtllche Dörfer an der französischen Grenze werden militärisch besetzt und nach Belgien und Frankreich hin wurde die Grenze durch Fahnen bezeichnet; selbst Civilisten ohne Legitimation, wenn anzunehmen, daß sie in die französische Armee treten wollen, wer- den internirt. Der französische Nevacteur des deutschfeindlichen Blattes Omnibus wurde ausgewiesen.
Plymouth, 17. Jan. Die deutsche Dampffregatte „Augusta kaperte die französische Brigg „St. Malo" mit Kornfracht für Bordeaux und schickte sie be- Hufs Provianteinnahme gestern hierher.
Brüssel, 17. Jan. Das französische amtliche Blatt vom 14. schreibt, daß das Nacht-Bombardement hauptsächlich gegen die Quartiere Mouffetard, Pantheon, Montrouge und Fort Jssy, Morgens und Nachmittags mit gleicher Starke aus der ganzen Südfront fortvaLerte. Eine Granate fiel Mittags nahe beim Odeon, andere gegen Saint Sulpice. Die Forts antworteten kräftigst.
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Telegraphische Depeschen.
2\ Brüssel, 19. Jan. Der in Lille erscheinende „Propagateur du Nord" von gestern bringt folgenden Ballonbrief aus Paris vom 15. Januar: „Das Quartier St. Antoine ist noch nicht von den Projectilen erreicht worden. Von einem großen Theil der Quartiere von St. Germain, Sr. Jacques, Quartier Latin des linken Seine-UferS wird wahrscheinlich kein Stein auf dem andern bleiben, wenn das Bombardement noch in der Stärke, wie in den letzten fünf Tagen eine Zeit lang fortdauert. Die Bewohner der bedrohten Quartiere werden mit Quartier- billetcn zu den Bewohnern der Quartiere geschickt, welche man nicht für erreichbar hält. Man schätzt die Bewohnerzahl der nicht haltbaren Quartiere auf eine Million. 100,000 Menschen sind bereits nach dem Quartier des Gobelins übergesiedelt. Dieses überfüllte Quartier hatte gestern schon den Vorgeschmack der Hungersnoth. Man schlug sich vor den Thüren der Bäcker, welche nicht genug Brod liefern konnten. Man behauptet, es fehle nicht an Mehl, sondern an Backöfen. Am 13. versuchten die „Communeaux" ihr Haupt zu erheben, aber die Nationalgardc zeigte sich in solcher Masse, daß jeoe Aussicht auf Erfolg einer Erneute fehlte. Das Bombardement hat noch keinen niederschlagcnven Eindruck auf die Bevölkerung gemacht. Man ist indriquirt darüber, unthätig bleiben zu müssen, und wünscht um jeden Preis zu kämpfen. Aber Trochu, welcher vermuth- lich die Armeen der Provinz erwartet, bietet allen Mahnungen Trotz und bleibt seinem Plane treu. Allein in einer der nächsten Nächte soll, wenn das Wetter günstig ist, wieder ein großer Ausfall stattfinden. Oft kommen gute, aber keine offiziellen Nachrichten. Wir glauben nichts mehr. Paris dürfte sich höchstens noch einen Monat halten, länger nicht. Das schlechte Wetter, schlechte Nahrungsmittel, sowie Unmäßigkeit im Trinken haben viele Krankheiten erzeugt. Durch einen am 8. ds. gestiegenen angeblich lenkbaren Ballon kam ein Hoffnungsstrahl, wieder genügend mit der Außenwelt in Verbindung treten zu können. Es war dies Abreise und Experiment zugleich. Das Problem scheint gelöst (?), da der
ohne Aufenthalt befördert hatten." _ _ _ .
Die Straßb Ztg." schreibt aus Mühlhausen, 11. Jan. „Gestern Abend traf wiederum ein Zug mit ungefähr 500 Gefangenen von Belfort hier ein, um gegen 5 Ubr nach Straßburg weiter zu gehen. Auch wurde eine Anzahl verwundeter Franzosen in das hiesige Lazareth gebracht und ein gleichfalls verwundeter Capitän auf einer Bahre in seine Wohnung getragen. Heute Abend brachte oie Eisenbahn wieder 60 Gefang-ne, die vielleicht bei dem gleichen Anlässe in die Hände der Deutschen gefallen sind. Dieselben konnten in der Nahe des Bahnhofes auSsteigcn und wurden in einem Wartesaal gespeist und mit Kleidern versehen Eö waren Linientrupp-n und Mobilgarden; auch befanden sich Civil- Personen und ein Weib dabei. Nach der Aussage dieser Leute wäre in Belfort kein einziges Haus mehr unbeschädigt und die Einwohner hielten sich sa-umklich tn den Kellern und Casematten auf. Die Todtcn zu beerdigen, sei keine Moglichreit mehr gegeben; sie würden daher sämmtlich in Kellern aufocwahr.. In wie weit diese Aussagen mit der Wirklichkeit übercinstimmen, muß ich dahin gestellt sein lassen: ich war stets der Meinung, das Städtchen Belfort müsse, wenn ernstlich beschossen, gänzlich in Trümmer fallen. Der Eindruck, den die Bekleidung dieser Truppen auf mich machte, war ein sehr ungünstiger; dieselbe widerspricht den täglich wiederholten Versicherungen, daß man in Belfort an gar nichts Mangel leide, sogar nicht an Steinkohlen, die wir hier so schmerzlich entbehren. — 12. Januar. Gestern Abend wurden hier zwei katholische Priester als Gefangene eingebracht, welche die Nacht auf der Wache zubringcn mußten. Du Ursache ihrer Verhaftung soll darin liegen, daß man in den von ihnen bedienten Kircyen 200 Gewehre gefunden habe. Diese Herren sollen per Bahn von Bollville ge-
Reserve zu ernennen.
Darmstadt, 19. Jan. Für Interessenten dürste die von Seifen des Großherzoglichen Kriegsministeriums der Großherzoglichen Handelskammer dahier mit- getheilte Notiz nicht ohne Werth sein, daß in den eroberten französischen Festungen demnächst bedeutende Quantitäten altes Eisen zur Veräußerung kommen werden.
München, 17. Jan. Der König hatte gestern Abends eine nahezu vierstündige Conierenz mit den k. Staatsministern v. Bray, v. Pfretzschner und v. Schlör. — Se. Maj. hat dem „Heros und Nestor der deutschen Dichter", Franz Grillparzer in Wien, zu dessen 80ster Geburtstagsfeier ein äußerst huldvolles Gratulations-Telegramm g. schickt. --Im Laufe der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeoidneten trafen an die renitenten Abgeordneten ununterbrochen Telegramme
Den 14,
Bordeaux, 17- 3an- Gambe,ta hat sich auf Wunsch Chanzy's zur West. Armee begeben. Hi-h-r wird gemeldet, Preußen bedrohen TourS. Telegraphen- und Eisenbahn-Berbindung zwischen Tours unv Le Man» sind unterbrochen.
Lille 18 Jan. St. Quentin wuroe vurch den Obersten Jsard, der von Camdrai mit einem Theilc der Garnison auSgerückt war, wieder eingenommen. General Faivherbe setzt seinen Marsch nach Eorbie fort.
Lava! 16 Jan. Trotz des schlechten Wetters wird der Ruckzug IN guter Ordnung fortgesetzt, ein Gras Moltke (?) wurde gefangen genommen.
Liavrc 17 Jan. Die Preußen führten gestern den Maire und Notable von Bolb-c mit sich fori; sie verlangen 100,000 Frs. für di- Auslosung.
Khtrbourn, 17. Jan. Die Truppen, welche am öonntag zur Verstärkung Chanzy's abgegangcn, konnten wegen Unterbrechung der Eisenbahn-Verbindung md,t Brüssel,^19. ^Jam (Telegramm.) In Tournay sind 20 Kisten voll Chasse-
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von auswärtigen Gemeinde-Verwaltungen und Corporatkoneu ein, worin dieselben beschworen werden, den Verträgen zuzustimmen. (A. Z.)
Versailles, 14. Jan. lieber den Olt, an welchem der deutsche Kaiser ge. krönt werden soll, wollen manche Zeitungen bereits zuverlässige Nachrichten haben. Diese Nachrichten haben denselben Anspruch auf Zuverlässigkeit, wie diejenigen, welche vor Kurzem über die Gründe, warum Paris nicht bombardirt wurde, verbreitet wurden. Die Frage, ob eine Kaiserkrönung Überhaupt stattfinden wird, steht bei dem jetzigen Stand dec Dinge ganz im Hintergründe, und wird erst nach wrederhergestelltem Frieden in entscheidenden Kreisen auf die Tagesordnung kom- men. Selbstverständlich kann also davon nicht die Rede sein, daß die eine oder die andere Stadt zur Krönungsstadt bereits ausersehen sei. Zur Zeit der Anwesenheit der Kaiserdeputation des Reichstages hier wuroe diese grage allerdings in pour parlers angeregt und erörtert. Namentlich hat bei einer solchen Ge- l(gz.-iihe.t der Baron Rothschild aus Frankfurt mit vielem Geschick und großer Fähigkeit zu Gunsten Frankfurts plaidirt. Uns will es scheinen, daß Se. Ma- jestät der Kaiser überhaupt geneigt sein dürfte, daS Gepränge einer Krönung auch nach wiederhergeflelltem Frieden, wenigstens in der ersten Zeit, zu vermeiden, daß aber, wenn später eine Krönung überhaupt stattfindet, tiefe in einer der historischen Krönungsstädtc, Frankfurt oder Aachen, stattfinden wird. Ursprünglich war Frankfurt der Ort, an welchem Der deutsche König und römische Kaiser gewählt und Aachen, in welchem er gekrönt wurde. Seit 1558 vereinigte Frankfurt die Eigenschaften der kaiserlich-königlichen Wahl- und Krönungsstelle bis zur Auf- lösung des deutschen Reiches, ist also zur Zeit der durch unvordenkliche Verjährung constituirte KrönungSort. Es war, anderen Bestrebungen gegenüber, vollständig angczeigt, daß der Magistrat Frankfurts zur Wahrung resp. Erhaltung dieses Rechtes Schritte gethan hat. Es wird darauf ankommen, daß diese Ansprüche
’)Dt8 ® Alencoil wird vom 18. gemeldet: Die Armee des Großherzogs von Mecklenburg marschirt über Mayenne auf Rennes.
Einem Feldpostbriefe aus Gorlml vom 8. Januar entnimmt vie
Stett Rtq " folgende Mittheilung: Am 6. Januar kamen hier zwei Foa>lcr'fche Strasten-Locomotivin mit kolossalen Ladungen von Bomben und Granaten von Nanleuil für Marne für die Bielagerunzsartillcrie an. Da jedoch die Hauptbrucke über die Seine gesprengt war und die gesprengten Bogen von den »reuß.schen Pionieren nur durch Balken- und Bohlenbelag mit einander hatten verbunden werden können, so nahmen die Jngenieuroffiziere Anstand, Vie 400 Sh. schweren Maschinen passircn zu lassen. Nach genauer Untersuchung^ der Brücke ^erklärte
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Ballon bei Nordostwind nach Westen flog.
Brüssel, 20. Jan. Das „Echo du Parlament" schreibt: „AuS der aufmerksamen L-ctüre der Eorrespondenzen au« Versailles dürfte zu entnehmen sein, daß man mit den Fortschritten des Bombardements nicht vollständig zufrieden ist. Die Forts, welche man zum Schweigen gebracht glaubte, eröffnen zeitweise wieder ihr Feurr und die Marinekanonen, mit denen sie armirt sind, haben eine größere Tragweite, als die preußischen Kanonen. Die Schanzwerke der Deutschen zerstörend (?), machen sie es ihnen zur Unmöglichkeit, die Approchearbeiten aus- zuführen. Das Resultat ist, daß die Belagerer nicht dazu gelangen, eine Zone der Stadt zu erreichen, wo die Wirkungen des Bombardements sich ernstlich fühlbar marbcn können. Man ist deutscherseits auch sehr über die ausgezeichnete Der- proviantirung der Stadt unv vie bewunvernswerthe Widerstandskraft der so schwer geprüften Bevölkerung überrascht und constatirt täglich mit Erstaunen, daß sich kein Vic Sapitulatlon kunvgebenves Symptom zeigt.
△ Bordeaux, 18. Jan. Die bestätigte Wegnahme eines französischen Schiffes Vurch die „Augusta" und dessen Mitfchleppcn bis Plymouth hat hier tiefere Sensation erregt, als alle Unfälle der Westarmee. Die gesammte Presse verlangt energisch Vie Verfolgung Fourichon's, der auf Gambetta's Bitte nur noch vcffcn Heimkehr von der Westarmee hierzu abwartet. Die Hanbelskreise sehe» . schon durch diese eine Prise die Möglichkeit, daß die ganze Marine gefährdet werde.
△ London, 19. Jan. „Daily News" sagt: „Europa hat ein Interesst, DCn Krieg beendigt zu sehen, Deutschland mehr als irgend eine andere Nation. : In einem solchen Krieg ist der Vortheil auf der Seite der unterliegenden Na- , (ion (?). Paris kann fallen, eine Armee nach der andern geschlagen werden, । aber Vie Republik wirv keine Nachgiebigkeit zeigen." (?)
+ London, 20. Jan. Lavalette kam aus Brüssel in Versailler an. Der Sorresponvent des Daily-Telegraph versichert, Paris habe Unterhandlungen be-
7.7 7 . Ob rinacnieur der Straßenloeomotiven (Herr Richarv Toepffer aus Rechtes Schritte gethan hat. 0-z wird varau, antommen, vag o,e,e kbdvch "r D g , , . . ° Notbbrücke für solide genug halte, um mit zu der Zeit, wenn die Krönungsfrage auf die Tagesordnung, resp. zur Entscheidung
St"-'«), daß er d. C nstruett No Drucke für 1-1°' enug ya^.e, kommt, mtt eben dem Geschick und der Zähigkeit in den entscheidenden Kressen den Maschineni ung fahre ' p^-ren zu ko , g gewinnen. Von Vielen vertreten werden, wie das vurch Frankfurts Vertretung bereits bei fuhren Ser-
1«XttSund fanden sich eine anlaffungen mit Erfolg geschehen ist. Süddeutschland, - der Factor der Kaiser flro6e Zab^von Militärs und Bewohnern Eorbeils dazu ein, um die Ausführung unv Krönung möglich gemacht hat, - vur te ihr dabei zur Seite steyen, von Statten gehen oder vielleicht auch mißglücken zu sehen. Nachdem jedoch nickt ,u verachtender Bundesgenosse! (F. P.) beide Maschinen glücklich hinübergekampft waren, erscholl vom Ufer her ein tausendstimmiges Bravo der dort angesammelten Zuschauer. Da es mehr als zweifcl- Lft „wesen, ob die Maschinen die Brücke würden passiren können, so hatte das Obercommando der Belagerungsartillerie 55 Pferde und 28 Fahrer nach Sorbett geschickt, welche dazu nöthig waren, um die von einer Straßenlocomotive heran- ae chleypten 6—700 Str. Munition über die Seine und von dort nach Villa Eoublay zu schaffen. Es wäre also hier ein Aufwand von 110 Pferden und 56 Fahrern nöthig gewesen, um die Lasten fortzuschaffen, welche die beivcn Straßen- locomotiven auf halb ruinirten bergigen Landstraßen von Nanteutl nach Sorbcil


