J. 1869.
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versehen, Njnd ler’> zu he- niaD sich bezüg- ^r8 zu wenden. Fre*'100,000.
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1 Niy. daß ich b besorgen werbe. Ntide-Geschaft ■ Heilgchülse.
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Vnis vl.cteljährig 1 fl. 12 ft.
Kitt Bringerlohn. Durch di« Bost bezogen vierteljährig < si. 27 fr.
Gießener AWger.
Erscheint täglich, mtt Äu^» nähme Montags.
Expedition: Canzlciberg Ltt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sieben.
Nr. 271.Dimstag deo 21. Rovimbcr 18TL
Amtlicher T b e i l.
Betreffend: Slu^fü^irung des Gesetzes wegen der Kriegsleistungen und deren VergüMng. 1 November 1871.
Das Grosther)ogliche Kreisamt Giesten
SN die Grofjherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf die Ihnen mitgetheilten Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 28. December 1870 ju Nr. Bl. d. I. 12080, und 17. Zuli 1871, zu Nr. M. d. I. 7524, fordern wir Sie auf, die Liquidationen über die Leistungen der Gemeinden während des Kriegs (mit Ausnahme der Kriegsfuhren) in doppelter Ausfertigung und unter Anschluß der dazugehöriaen Be- lege längstens bis zum 1. December l. Z. an uns einzuftnden.
In Verhinderung des Kreisraths:
Kekuls, Kreisaffessor.
Gefundene Gegen st ander
Gigarrm^tmä'^on0 3uVento™meffCr' "" !|j‘“fer6aren ,uit L-derriemen, ein Portemonnaie mit fünf Kupferkreuzern, eine Bajonetscheide, zwei kleinere Schlüssel und ein Wer b™“* bie’e Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben ober
(Siefcen, den 20. November 1871. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.
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Politischer
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* Die Internationale
Jöt es erreicht, daß sie allerorts zum Gegenstand ernstester politischer Erwägungen geworden ist, und wenn auch Herr Gladstone in feiner jüngsten Rede die Hoffnung ausspricht, daß England von ihr nichts zu fürchten habe, so wird doch auch diese Hoffnung ihre Gründe ausgesucht haben, wie ihre Bestätigung durch die Zukunft erst abzuwarten ist.
Von Madrid bis Moskau aber und von Sicilien bis nach den skandinavischen Neichen, überall wo die Spuren ihrer wühlerischen Thätigkeit sichtbar werden, wendet sich die öffentliche Aufmerksamkeit mit wachsender Besorgniß ihr zu und hat dessen Ursache; denn in eben dem Maße, als Staatsgewalten der Verpflichtung nahe treten, Staat und Gesellschaft gegen eine überall drohende Gefahr zu schützen, treten die Leiter des vorbereiteten Klosterkampfes nur um so dreister mit ihren Plänen hervor.
Wir denken nicht blos an Spanien, wo die Internationale die parlamentarische Kraftprobe zwischen Zorillanern und Sagastanern gemacht, und die Verbannung der Internationalen durch einen allerdings mit Energie zurückgewiesenen Bäckerstrike beantwortet wurde, welcher die Provinzialhauptstädte mit Aushungerung bedrohte; aber wir weisen darauf hin, daß der Generalrath zu London es für unbedenklich gefunden hat, die Beschlüsse der letzten Delegirtenversammlung durch die Pariser „Constitution" in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen; Beschlüsse, welche auf die Organisation des GesellschastSkriegeS abzielen, der sich zunächst in den Strikeepidemien characterisirt.
Auch im deutschen Reichstage ist, aus Anlaß des Auftretens des Abgeord. Bebel, die Gefahr, welche die Gesellschaft bedroht, zur Sprache gekommen, aber nicht blos in einer sehr beiläufigen Weise, welche gestattete, sich mit der richtig gewürdigten Gefahr auch durch eine leichtfertige Illusion abzufinden.
Richtig würdigte Abgeord. Lasker das Treiben der Socialdemokraten, indem er deren Beschwerden auf ihre Unfähigkeit, sich irgend einem Gesetze zu fügen, zurücksührte; leichtfertig, wenn er die Gesellfchaft dadurch gesichert glaubt, daß deren Ordnung unter den Schutz der Majorität gestellt sei. e
Der gesellschaftliche Krieg hat ja bereits mit den Strikes begonnen, deren planmäßige Anzettelung und Ausbreitung zu erkennen nahe genug liegt, während die Confumtion bereits so schwer unter ihren Wirkungen zu leiben hat, daß dle Möglichkeit schwerer Katastrophen immer näher rückt.
Und je deutlicher die Absicht bet diesen StrikeS zu Tage tritt, lokale und individuelle Beschwerden als Mittel zu gebrauchen, um das Soltdaritätsbewußtsein der Arbeiterklassen zu erhöhen, um so weniger kann es in's Gewicht fallen, ob die Strikes an dem einen oder dem anderen Orte zu Ungunsten der Strtkenden auö- fallen. Die Absichten der Internationale leiden weder in dem einen noch in dem andern Falle, denn ein erfolgreicher Strike reizt zu weitergehenden Forderungen und ein mißglückter, welcher mit Erschöpfung der Subsistenzmittel endet — macht die Arbeiter gerade zu Proletariern, wie die Internationale will, da sie sich zur Leiterin des Proletariats aller Länder aufgeworfen hat, um zur allgemeinen Herrschaft des Proletariats zu gelangen.
Ob die Socialdemokratie in der Majorität oder nicht, verschlägt sehr wenig, Venn ihr organtsirter Angriff keine organisirte Gegenwehr findet. Eine solche kann aber allerdings nur der Staat leisten, und vergeblich hat die Gestllschaft dis jetzt darauf gewartet, ob und in welcher Weise der Staat den auch ihm angesagten Kampf aufnehmen werde, nachdem über die Pflicht einer solchen Aufnahme »och im Spätsommer dieses Jahres Verständigungen stattgesunden haben, während
solche früher schon und zwar gleich nach Bewältigung der Pariser Commune auch von anderer Seite her in Anregung gebracht worden waren.
Fast würde man glauben, daß sich die Auffassungen der leitenden Staatsmänner von der Gefährlichkeit der internationalen Verschwörungen oder von der Möglichkeit staatlicher Gegenwehr geändert hatten, wäre man nicht durch eine Rede, welche Staatsminister v. Friesen am 6. d. M. auf einem Feste der Dresdener Bürgerschützengesellschaft gehalten hat, vom Gegentheil überzeugt worden.
Der Minister hob hervor, daß ein ruhiges Abwarten nicht mehr gestattet sei, wenn Bestrebungen auftauchen/ um die Grundpfeiler der Gesellschaft zu erschüt- tern, wenn die Axt gelegt werden sollte an dos Fundament, auf dem der gesammte Wohlstand, ja die Civilisation der modernen Welt beruht. Da dürfe keine Verschiedenheit der Ansichten herrschen, weder zwischen der Regierung noch Volk, noch zwischen den einzelnen Parteien des letzteren. Da müßten Alle fest zusammenstehen, um die Regierung zu unterstützen.
Freilich beschränkte auch Herr v. Friesen die Aufgabe des Staates auf die Zurückweisung des gewaltsamen Angriffs und sprach die Hoffnung aus, daß cs zu einem solchen nicht kommen werde, sofern nur jeder Einzelne, so viel an ihm ist, seine Pflicht erfülle, d. h. durch liberales Eingehen auf die Interessen und Bedürfnisse der Arbeiter deren Vorurtheile gegen die Besitzenden zerstreue und durch Festigkeit, Beharrlichkeit gegen ungerechte Zumuthungen, um das Vertrauen der Arbeiter zu ihren Verführern zu zerstören. In beiden Fällen würde der energische Rückhalt staatlichen Schutzes nicht fehlen!
Wir wollen hoffen, daß Herr v. Friesen in seinen humanen Hoffnungen nicht getäuscht werde; die bis jetzt gemachten Erfahrungen kommen ihm nicht zu Gute; denn wenn sich erst einmal die Leidenschaft in einen Streit gemischt hat, folgt diese ihrer eigenen Logik, welche nicht die Logik des Verstandes ist. Weiß man doch, daß die Gräuel der Commune nicht bloß nicht abschreckend auf die Social- demokraten gewirkt, sondern vielmehr das dämonische Gelüst genährt haben, welches große Verbrechen in Folge gerade ihrer Ungeheuerlichkeit auf verschrobene Geister ausüben.
Daß die Gewalt der Gewalt begegnen werde, der polizeilichen oder militärischen — dessen darf man allerdings gewiß sein; die Frage ist nur, ob der Staat Mittel finden werde, die organisirte Verführung durch Einrichtungen organisatorischer Natur wirksam zu durchkreuzen?
Die Mtlitär-Ersatz-Instruction für den norddeutschen Bund vom 26. März 1868 ist nun auch in Baden eingeführt worden. Sämmtliche Ersatzangelkgenheiten leitet das preußische Kriegsministrrlum im Verein mit dem badischen Ministerium des Innern. Nach einigen Zusätzen sind von der Wehrpflicht u. A. ausgenommen die Standesherrlichen Familien des GroßherzogthumS Baden: die der Fürsten von Fürstenberg, Fürsten zu Leintngen, Fürsten von der Layen, Fürsten von Löwenstein- Wcrtheim-Rofenberg, Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, Grafen von Leiningen-Billighetm, Grafen von Lciningcn-Neudenau.
t Kennzeichen der falschen und ächten Darlehenökassenscheine ä 25 Thaler nach amtlichen Mittheilungen: 1) die Falsifikate sind auf lithographischem Wege, die ächten Scheine durch Buchdruck hergcstellt; 2) der Unterdrück in blauer Farbe mit weißen Linien ist auf den Falsifikaten blasser, verschwommener und nicht so regelmäßig wie aus den ächten Scheinen; 3) sämmtlicher Schwarzdruck aus den Falsifikaten ist fetter und intensiver schwarz, als aus den ächten Scheinen, mit


