päischer Kriegführung übernommen unv Der französischen Nation aufgezwungen
seit Langem gegen Den Grafen Beust und jetzt eröffnet auch DaS einflußreichste
Die einmal gewonnenen Positionen widerstandsfähig einzurichten, zu behaupten unt
genannte Blatt beweisen, Daß Der Reichskanzler angesichts Der sich vorbereitenDen Gefahren Der Situation nicht gewachsen sei. Gras Beust ist, sagt Das Blatt, ein Mann halber Maßregeln uno halber Entschlüsse. Ein homöopathischer Politiker befriedigt Niemanden, schafft nichts und wag noch mehr, er verlängert D e Krisis. UnD Deshalb glaubt der „EzaS", daß eine Reichskanzlerkrisis nächstens erfolgen müsse, — eine Erwartung, Der jeDoch die Zufriedenheit der Deutschen Oesterreicher mit Der gegenwärtigen Haltung des Herrn v. Beust entschieden widerspricht.
Mit zunehmender polnische Blatt in Galizien, Der „KzaS", eine Reihe von Artikeln, in denen die Alle Welt suhlt, Neutralitäts- und Friedenspolitik Des Reichskanzler« als eine „homöopathische"
tausendfach an Den Seitenabhängen Der Schlucht brechen kann. Dort wird das Lärmen und Toben unserer riesigen Sprecher für Den Laien zum wahren Chaos, während es sich für Den Sachkundigen in Das Zusammenströmen zahlreicher Einzeltöne auflöst, Deren jeden einzelnen er genau zu unterscheiden weiß; Den leichten bayerischen Vierpfünder und Den leichten preußischen Sechspsünder, Den gezogenen langen Vierundzwanzigpfünder und den kurzen Funfzigpfünder, DaS französische Kanonenboot vom schweren Marinegeschütz, und wie Die Kaliber sonst noch alle heißen mögen. — Was nun das Bombardement selbst betrifft, so ist es fast ganz unmöglich, Über Die erzielten Erfolge täglich Neues zu berichten, da Der Laie eben nicht im Stande ist, Die täglichen Veränderungen wahrnehmen zu können. Die Lösung der Hauptaufgabe für Den Augenblick schreitet ruhig und stetig fort: sie fällt bekanntlich der Artillerie vorläufig zu und besteht Darin, die FortS möglichst in Schutthaufen zu verwandeln; Das U beige hat später die Infanterie zu lösen. Seit vorg stern Nachmittag schweigen Jssy und Vanvres wieder unv diesmal hoffentlich für die Dauer, Denn sie sind in allem Anscheine bereits vollständig von den französischen Truppen verlassen, (?) so Daß Die Erwiderung auf unser Bombardement nicht mehr aus diesen FortS selbst, sondern aus den ricsenhasten Befestigungen erfolgt, welche Trochu zwischen und namentlich hinter ihnen hat an- legen lassen. Der Mont Valerien verhielt sich ebenfalls gestern von Mittag an ruhig; za welchem Zwecke, ist noch nicht ersichtlich, da sich wohl nicht annehmen läßt, daß er schon für Die Dauer seinen großen Mund hält. — Gestern hatte ich Gelegenheit, Die Wirkung einer unserer fünfzigpfundigen Bombenkanonen za beobachten. DaS Geschoß schien aus Der Richtung herzukommen, in welcher meiner Berechnung nach Meudon liegen muß, schlug in Die Enceinte von Pariselbst ein und riß sie an Dieser Stelle so auseinander, Daß die Steine garbengleich in die Hohe flogen und beim Niederfallen ein weites SprengselD bedeckten, das möglicherweise heute von Den neugierigen Parisern eifrig besucht werden durfte, bis sie sich an solche Schauspiele gewöhnt haben werden.
Die Belagerung von Belfort gehört zu Den schwierigsten Aufgaben, welche während Des Festungskrieges in Dem gegenwärtigen Felozuge theils bereits gelöst wurden, theils noch zu lösen sind. Es wäre irrig, bei Der Beurteilung Dieser Belagerung Den gleichen Maßstab anlegen zu wollen, welcher für Die Belagerun; bei in Der Ebene gelegener Festungen Anwendung findet. Der förmliche Angriff vermittelst Der Parallalen, wie z. B. vor Straßburg, kann bei Belfort nicht zur Durchsührung gelangen, Da Das hügelige, bewalvete unD sehr koupirte Terrain, welches Den südlichsten festen Platz des Elsasses bis in Dessen nächste Nähe um-
giebt, Die Belagerung allein schon zu einer höchst schwierigen gestaltet. Von einem regelmäßigen Vorgehen mit irgend welchen Angriffsarbeiten kann bei Belfort keine Rede sein, vielmehr wird eS für Den Belagerer wesentlich Darauf ankommen,
gefochten wurde. '
Wir sagen nicht zu viel, wenn wir hier zur Charakteristik dieses in seiner Weise beispiellosen Krieges hervorheben, Daß derselbe bis heute nahe an zwei Millionen Streiter und sonstige Armee-Angehörige in gegenseitig sich vernichtende Thätigkeit gesetzt Hst. Wir wollen solche aus Den ersten Blick Der Annahme widerstrebende Behauptung mit Zahlen belegen, an Denen leider Der Menschen- freund wenig zu ändern haben Dürfte.
Im Beginn dieses Krieges und bis zur Kapitulation von Sedan zählten beide gegnerische Armeen — Die Bemannungen Der Flotten einbegriffen, aber von Der Küstenmacht in ganz Norddeutschland abgesehen — zusammen eine volle Million Streitbare und sonstige im Felde stehende Armee-Angehörige. Hiervon fielen und wurden Durch Verwundungen, bleibendes Siechtdum, Tod in den Hospitälern ic. Dem Dienst entzogen mindestens 250,000 Mann (hier sind jene Verwundeten selbstverständlich nicht eingerechnet, welche nach ihrer Genesung als dienstfähig wieder zu Den Fahnen traten). Frankreich verlor ferner bis heute an 370,000 Mann Kriegsgefangene, Die sich zum überwiegenD größten Theil auf deutschem Boden befinden.
Trotz dieser ungeheuren Verluste während einer so kurzen Spanne Z it hat ober Frankreich heute, inclusive Der Vertheidiger von Paris, mindestens 700,000 Mann unter Waffen, und Die Deutschen Armeen, welche nunmehr Tag für Tag Verstärkungen erhalten, Dürften Dermalen einen, gering angeschlagen, gleich Warfen VerpflegSstand au Mannschaft auf französischem Boden stehen hab n. Det Leser wöge hiernach selbst urtheilen, ob unsere obigen Angaben nicht eher zu ge- ring als etwa übcrtrirb n waren. Der russische Krieg 1812 hat mehr und unter furchtbareren Umständen Menschenopfer gekostet als Der gegenwärtige, aber Dort lagen Die Ursachen in einem beispiellos harten Winter, in Mangel aller Art während des Ruckzuges der „gründe armee“ und in Den räumlichen Verhältnissen, die bei einem Vertheidigungskrieg stets Rußlands Stärke bilden werden.
Auch Der gegenwärtige deutsch-französische Krieg, Der im heißesten Sommer begonnen, setzt sich nunmehr in einer Wintercampagne fort. Diese erscheint bei Der vorherrschend ungewöhnlich strengen Jahreszeit nur Darum weniger unerträglich, als Der vorerwähnte Feldzug 1812, weil Dieser Krieg in einem an Hülfs- Mitteln aller Art reichen Culturland geführt wird. Aber auch Die Schienenwege gestatten, Daß beiden Armeen eben diese Hülfsmittel leichter zugänglich sind, wie Denn auch die deutsche Die genügendste Verbindung mit Der Heimath sich erhalten kann, Die nicht nur einer gesicherteren Verpflegung, sondern auch Dem Sanitätsdienst im ausgedehntesten Maße zugute kommt. Es wird außerdem durch solche Verbindung Der Nachschub von Ersatzmannschaften und KriegSbedürfniffcn aller Art in einem Umfang ermöglicht, aus Dem sich allein viele Erscheinungen dieses Krieges erklären lassen, so namentlich die Möglichkeit einer Beschießung Des größten Waf- fcnplatzes Der Welt, wie sie seit Dem 27. Decbr. v. I. einzeleitet wurde, am 5. Januar aber im eigentlichen Sinne des Wortes begonnen hat.
Was zu solch riesigem Unternehmen gehört, Davon hat Der Leser schon einen Begriff bekommen Durch die colossalen Schwierigkeiten, welche bei Beförderung eines Belagerungsparkes von 600—800 schweren Geschützen und Mörsern zu besiegen waren, Deren Munitionsbedarf wiederum — weil für längere Zeit bemessen — noch dazu in solcher Jahreszeit nur Darum beigestellt werden kann, weil Der Belagerer in Der günstigen Lage ist, Die von ihm Schritt für Schritt eroberten und bewachten Schienenwege benutzen zu können. Die Geschichte dieses in vieler Beziehung so lehrreichen Krieger wird einst eines ihrer wichtigsten Ca- pitel Der Darlegung des hervorragenden Nutzens unv allseitigen Einflusses zu widmen haben, welchen Die Eisenbahnen auf Dem Gang Desselben, von seinem Beginne an bis zum Schluffe, geäußert haben. Die Ueberwindung Des Raumes oder, was Dasselbe ist, gie größtmögliche Verwerthung Der Zeit, verringerte Kosten Der Kriegführung und erbostere Garantieen für den Erfolg werden in Diesem Kapitel wichtige Factorcn abgeben, Damit aber auch eben so viele beherzigenswerthe Lehren für alle Die Staaten, welche Versäumtes nachzuholen haben.
nahen, welche Den Abschluß Dieses nun bald sechs Monate währenden Krieges hcrbcisühren Dürften. Von Der Gesammtkrast zweier an und für sich mächtigen Nat onen geführt, hat Die Geschichte aller Zeiten keinen zweiten Krieg aufzuweisen, in welchem in so kurzem Zeitraum so zahlreiche und verlustvolle Schlachten und Gefechte geschlagen, so viele feste Plätze belagert und genommen wurden; in welchem ferner größere Massen an Menschen und Kriegsmaterial aller Art zur V.rwendung kamen und mit größerer Erbitterung auf beiden Seiten
„ „ , ,._y _,A- dieselben so weit als möglich nach und nach vorzuschieben, um von ihnen aus die
zieht, ist kein plötzlicher Einfall, keine Rakete, die einen Augenblick aufflammt und Zerstörung desjenigen Theiles der Festung zu bewirken, welcher bei einem etwaigen verpufft^ Wie der Nachtrag zu unserem Rothbuche darthut, waren die dazu füh- Sturm die meisten Chancen des Gelingens bieten könnte. An eine Aushungerung renden Schritte wohl überlegt und durch Eröffnungen von beiden Seiten eingeleitet. Belforts, an welche die Analogie von Metz erinnern Dürfte, ist kaum zu denken. Es ist daher auch^ nicht Daran zu denken, daß eine rasche Wandlung der Absichten da nach vielfachen Quellen der im Platze angehäufte Proviant- unv Munitions- an Den höchsten Stellen in Versailles und Wien fintreten könne, vielmehr nehmen Vorrath, mit Ausnahme von frischem Fleisch und Salz, noch für mehrere Monate
haben. Den geworden. Sie können es demselben nicht verzeihen, daß er Die Monarchie
Ew.......ersuche ich ergeben)!, Dem Herrn Minister Der auswärtigen nicht an Das waghalsige Abenteuer eines Krieges an Der Seite Frankreichs ver-
Angelegeriheiten eine Abschrift dieses Erlasses und feiner Anlagen zu übergeben, wickelt hat, und daß er die Gelegenheit zu einem Waffengange mit Rußland wegen v. Bismarck. der Pontusfrage ungenutzt ließ. Die radicalen Blätter polemisirten deshalb schon
Wie der „Pesther Lloyd" erfährt, wird Der norddeutsche Gesandte in Wien, General v. Schweinitz, sich Demnächst nach Versailles begeben. Offenbar hängt Diese Reise mit dem freundschaftlichen Meinungsaustausche der letzten Zeit zusammen. Das „Dresdener Journal", welches häufig aus Wien Korrespondenzen erhält, Die von der österreichischen Reichskanzlei inspirirt scheinen, bemerkt in einer solchen über Die Besserung der Beziehungen: „Die Annäherung, welche sich voll
auf ohne irgend welches Bestreben, ihre Wirkungen in Den Schranken Der Ge-jdie Bemühungen, zu einer festen Verständigung zu gelangen, von beiden Seiten siltung und Des Völkerrechts zu halten; sie will Den Frieden nicht, Denn sie be- ruhigen Fortgang. Oesterreich und Ungarn hat Dem neuen deutschen Reiche bei raubt sich durch ihre Sprache und ihre Haltung Der Möglichkeit, ihn, selbst wenn dessen Geburt zwei wichtige Pathengeschenke gemacht: seine stricte Neutralität und sie wollte, Der von ihr erzeugten Stimmung Der Massen gegenüber, zur Annahme den 4. Artikel Des Prager Friedens. Jetzt ist es an Der andern Seite, und Be- iu bringen. Sic hat Kräfte entfesselt, welche sie nicht zu beherrschen und nicht weise zu geben, daß auch unsere Wohlfahrt Dem deutschen Kaiserreiche nicht gleichinnerhalb der Schranken Des Völkerrechts und Der europäischen Kriegssitte zu halten gültig sei, und dazu wird Die bevorstehende Londoner Konferenz Gelegenheit bieten, vermag. Wenn wir Dieser Erscheinung gegenüber zur Handhabung des Kriegs- Was für Oesterreich unv Ungarn vortheilhast ist, thut Deutschland keinen Abbruch, rechtes in einer Strenge genöthigt sind, welche wir bedauern, und welche weder Im Gegentheil ist ja Die Donau auch ein deutscher Strom, und freie Schifffahrt in Dem deutschen Volkscharacter, noch, nach Ausweis der Kriege von 1864 und auf Demselben und in's Meer ist auch ein deutsches Interesse. Es wird überhaupt 1866, in unserer Tradition liegt, so fällt Die Verantwortung Dafür auf Die Per- keinem Theile schwer fallen, für Das einzutreten, was ihm nicht schadet und Dem fonen,' welche ohne Berus und ohne Berechtigung die Fortsetzung Des Napoleoni- andern nützlich ist. Auf dieser Basis kann Die Dauernde Eintracht und Die Ge- schen Krieges gegen Deutschland unter Lossagung von Den Traditionen eurs- meinfamfeit im Handeln ruhen."
bischer Kricaführung übernommen und der französischen Nation aufgezwungen Die Polen Galiziens sind mit Der Politik des Grafen Beust sehr unzufrie-
Die „Wiener Abdp." schreibt in ihrer KriegSchronik:
Spannung sind Die Blicke auf Den Kriegsschauplatz gerichtet. _ „
Dofe Dort Die großen und, hoffen wir, letzten Entscheidungen schnellen Schrittes getadelt wird, Die mit halben Maßregeln und halben Entschlüssen sich über nahen welche Den Abschluß Dieses nun bald sechs Monate währenden Krieges momentane Verlegenheiten hinweg Helse. In seinem Artikel vom 15. will DaS
Kriegsnachrichten.
Der „ElberselDer Ztg." wird aus Sceaux vom 13. Januar geschrieben: „Glühend flüssiger Lava gleich wälzen sich Die dunkelrothen Feuerströme aus Den schwarzen Schlünden unserer ehernen Mahner auf P rris, dessen Anblick uns durch dunkelgraue, Dichte Rauchwolken entzogen wird, Den entsetzlichen öerfünDern riesiger Feuersbrünste", wirD wohl Derselbe Herr schreiben, dessen Ohren scharf genug waren, um ihn beim Bombardement Des Mont Avron aus seiner Nachtruhe in Versailles auffahren zu laffen und ihn an eine Stelle hinauszutreiben, wo fr trotz des ziemlich starken Nebels Den in gerader Richtung beinahe vier Deutsche Meilen entfernten Pulverdampf aufsteigen sehen konnte. Doch „Klappern gehört zum Handwerk!" und deßhalb will ich davon schweigen, Daß meine Sinn?Swerkzeuge leider schwach genug sind, um eigentlich erst mit Dem 11. sagen zu können, Daß daS Bombardement wirklich einigermaßen den Vorstellungen entspricht, welche man sich nach Romanschilderungen davon gewöhnlich zu entwerfen pflegt. An jenem Tage erklirrten zu ersten Male wirklich die Fenster in den Orten, welche in gleicher Entfernung von Versailles von unseren Geschützen liegen, und erzitterten Thuren unter Dem Donner Der Kanonen. Donner der Kanonen! In Der That, Das ist die treffendste Bezeichnung für Den Ton, welchen das Losfeuern Der Geschütze verursacht, namentlich Dort, wo die EmplacemMlS sich am Eingänge eines Der zahlreich hier vorhandenen Thälec befinden, und wo Die heftig vibrirenve Luft sich
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