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Marsaille, 16. Oct. Das Panzergeschwader ist in See gegangen. Wie

der Rest sei von den das Land durchstreifenden Turkomanen und Afghanenhorden

ergriffen und in die Sklaverei geführt worden.

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Bunde-rath vorgeschlagene Münzresorm und erklärte sich mit 23 gegen 10 Stim­men für das Frankensystcm.

München, 15. Oktober. Ein heute von der Kanzel verlesener Hirtenbrief des Erzbischofs bezeichnet die Einräumung der Kirche am Gastetgberg von Seiten des Magistrats an die Altkatholiken alsMißbrauch der bürgerlichen Gewalt" und alsschwere Rechtsverletzung an der katholischen Kirche", warnt die Gläubigen vor jeglicher Betheiligung an jenen Handlungen, dieGottesdienst" heißen, in der That aber schwere Beleidigungen Gottes seien. Der Erzbischof werde nicht auf»

röhrt hat.

Wir empfehlen den ilber unsere Bahnen hina mungsorte deutlich i

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geradezu Verwahrung ein.

Darmstadt. Den neuesten Mittheilungen der Centralstelle für die Landes- statistik entnehmen wir folgende Notizen: Im Jahre 1869 kamen im Großhcrzog- thum auf 1000 Einwohner 39,02 Geborene. Von den einzelnen Kreisen lieferten den größten Procentsatz: der Kreis Lindenfels mit 47,85, Heppenheim mit 47,19 und Mainz 45,86 Geborene auf je 1000 Einwohner, während der Kreis Fried­berg nur 31,15, Vilbel 31,50 aufzuweisen. Die Zahl der unehelichen Ge­burten betrug im Jahre 1869 10,42 pCt., im Jahre 1866 noch 17 pCt., welche Abnahme wohl der erleichterten Niederlassung und Verehelichung zuzuschreiben ist. Nach den Kreisen vertheilt, zeigt Mainz (mit der Entbindungsanstalt) den größten Procentsatz, nämlich 19,47 pCt. auf; ihm folgt Wimpfen mit 18,13, Lauterbach mit 16,86, Erbach mit 15,61, Lindenfels mit 14,66. Die wenigsten unehelichen Geburten haben aufzuweisen: Alzey mit 5,91, Oppenheim mit 5,40 und Bingen mit 2,41 pCt. In Darmstadt betrug der Procentsatz 11 pCt. Die Gesammt, zahl der Geburten betrug 32,116, barunter befanden sich 402 Zwillinge, 6 Drillinge und 1 VierlingS-Geburt (Kreis Grünberg). Auf 1000 Einwohner kamen im Großherzogthum 28,17 Todesfälle. Die größte Sterblichkeit zeigt Heppenheim mit 35,79, Mainz mit 34,29, Lauterbach mit 30,58, Worms mit 30,42 und Darmstadt mit 30,16 auf. Das günstigste Verhältniß findet sich in Friedberg mit 23,52, Alzey mit 23,83 und Schotten mit 24,39. Im Großherzogthum kamen 10,52 Heirathen auf je 1000 Einwohner; hinsichtlich der Kreise stellt sich das Verhältniß: Mainz mit nur 7,48, Wimpfen 7,58, Oppenheim 7,81 und Darm­stadt 11,29. Den höchsten Procentsatz haben aufzuweifen: Lindenfels mit 13,60 und Heppenheim mit 14,94.

Berlin, 17. Oct. In der heutigen Sitzung dcö Reichstags ergibt sich be Namensaufruf die Anwesenheit von nur 175 Mitgliedern, mithin ist das Haus nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung heute Abend 8 Uhr.

Baden-Baden, 14. Oct. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat, in dankbarer Erinnerung an die von Amerika im letzten Kriege bewiesene Theilnahme, für die Abgebrannten von Chicago 1000 Thaler bewilligt und hiervon dem Berliner Comite telegraphische Mittheilung machen lassen.

Stuttgart, 17. Oct. Die Versammlung württembergifcher Gewerbevereine zu Canstalt, bei der 33 Vereine vertreten waren, verwarf einstimmig die vom

Aetleit.

5% östr. F.St. E. B. 382% Lombard. Bahn 1907z Ludwigsh. -Bexbach 1927b

Maxbahn 138%

Bayer. Ostbahn 141

Hess. Ludwigsb.-Act. 163% Rhein-Nahebahn-Act. 40 %

Vermischtes.

In Chicago betrug nach dem Jahres- und Handelsbericht für da« Jahr 1869 dcS Con» sulS des norddeutschen Bundes und des Großherzogthums Baden die Einwohnerzahl der Stadt damals ca. 300,000 , darunter 90100,000 Deutsche. Im Jahre 1836 stand an der Stelle, wo später Chicago erbaut wurde, noch fein HauS. 1850 zählte die Stadt 28,000, 1853 schon 60,000, 1860 über 109,000, 1864 fast 170,000 Einwohner. Chicago ist die bedeutendste Stadt nicht nur des Staates Illinois, sondern dcS ganzen Nordwestens der Vereinigten Staaten. Di« Amerikaner nennen sie Garden City, die Gartenstadt, und wirklich schien sie, von einer Anhöh« überblickt, fast in einem Gehölz mitten in der Prairie zu liegen. Als bloße Handels- und Ge- schäftsstadt hatte Chicago viel mehr freundliche Elemente in sich als manche alte Handelsstadt in Europa. Der Erporthandel von Chicago besteht vorzugsweise in Landwirthschastsproducten, Ge­treide, Holz, Schlachtvieh, Schweinen ic. und wird an Werthbetrag den Jmporthandel übersteigen, der 1869 mit 415,662,000 Dollar gegen 397,552 Dollar deklarirt war. Durch Dampfschiss- linien aus den 5 großen Seen, Canälen und Eisenbahnen steht Chicago mit der ganzen Union i» Verbindung. Schon in den fünfziger Jahren betrug die Zahl der täglich ankommenden und ab­gehenden Gisenbahnzüge über hundert.

gerüchtweise verlautet, sind in Corstca unbedeutende Unruhen zu befürchten. Vor­sichtshalber ist ein Jägerbataillon nach Ajaccio ubgegavgen.

London, 17. Oct. DieTimes" bespricht in ihrem heutigen Leitartikel die deutsche Thronrede in sehr anerkennender Weise und hält es für undenkbar, daß Deutschland unter Preußens Führung in innere Zwistigkeiten zurücksallen könne. DieTimes" stimmt zugleich der Münzreform und der vom Kaiser Frankreich gegenüber bekundeten hochherzigen Politik zu.

Stockholm, 15. October. Der Minister des Auswärtigen, Graf Wacht­meister , wurde gestern Abend auf der Straße vom Schlage getroffen und blieb sofort tobt.

Triest, 13. Oct. Hier wurden 18 Hausdurchsuchungen vom Landesgerichte, angeblich wegen Hochverraths-Jnzichten, angeordnet; auch in Istrien fanden Haus- durchsuchungen statt.

Newyork, 11. October. (Per Kabel.) Den letzten Nachrichten aus Chi' cago zufolge wird die Zahl der bet dem Brande um's Leben gekommenen Per­sonen auf 500 geschätzt. Im südlichen Theile der Stadt ist weder ein Geschäfts­haus, noch eine Bank, eine Versicherungsgesellschaft, ein Expreß-Bureau, ein Hotel oder ein ZeitungsrcdactionSlocal stehen geblieben. Der ganze GeschäftStheil an der Nordseite, sowie ein Theil des westlichen Quartiers sind eingeäschert. Im Ganzen sind 12,000 Häuser, sowie die Gasanstalten und Wasserwerke zerstört. Die Einwohner sind wie Thiere zusammengepfercht, und viele sterben vor Kälte und Hunger. Der Bürgermeister Mason constatirt, daß 100,000 Personen obdach­los sind und Mangel an Allem leiden. Personen, die gestern reich waren, sind heute PauperS. Zelte und Lebensmittel werden ausgetheilt. Schleunige Hilfe thut Noth.

Einer Depesche derTimes" aus Philadelphia zufolge bedeckt der abge­brannte Distrikt nahezu neun Quadratmerlen. Die Stadt befindet sich im Be- lagerungszustande; anfänglich wurden viele Diebe und Brandstifter arrctirt, aber jetzt waltet Ordnung vor. Mit den arretirten Personen wurde im Allgemeinen summarisch verfahren. Von allen Seiten strömt Hilfe herbei. Aus Philadelphia und Newyork sind Unterstützungszüge angekommen. Die amerikanischen Subskrip­tionen belaufen sich bis jetzt auf etwa 3 Millionen Dollars. Die Bevölkerung von Chicago zeigt eine beispielslose Energie. Die Zeitungen erscheinen wieder, die Geschäfte werden wieder ausgenommen, und die Läden öffnen sich. Der Wieder­aufbau der Stadt hat begonnen.

Newyork, 13. Oktober. Die Stadt Manistre in Michigan ist durch eine Feuersbrunst gänzlich zerstört worden. Zweihundert Häuser und sechs Mühlen brannten nieder, wodurch ein Schaden von 1,250,000 Dollars angerichtet wurde. In Wisconsin find am Ufer des Grünbuchtfluffes ebenfalls vier Dörfer nieder­gebrannt. Leider ist das Unglück mit erheblichem Lebensverluft verknüpft. Die Einwohner wurden von den Flammen umzingelt, in einer Scheune allein ver­brannten 150 Flüchtige lebendig. Hunderte von Menschen wurden in den Fluß getrieben, und es heißt, daß im Ganzen 500 Menschen umgekommen sind.

Newyork, 13. October. 240 Leichen wurden bereits in Chicago ausge­funden. Die Unterstützungs-Beiträge in der Union betragen schon drei Millionen Dollars.

Darmstadt, 14. October. Die heute erschienene Nr. 33 des Großh. Hess. ; Regierungsblattes enthält:

1) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, die Einführung von Postmandaten sowie die Besorgung von < Schreiben mit Behändigungsscheinen durch die Postanstalten betreffend.

2) Zusammenstellung der Ergebnisse der StaatsschuldentilgungSkasse-Rech- nung für 1868. Die Einnahme ist 5,383,514 fl. 303/4 fr., die Ausgabe be- trägt 4,643,788 fl. 10y2 fr., cs ist Vorrath Ende 1868 739,726 fl. 20i/4 fr. Die definitiv überwiesene Staatsschuld zu Ende 1868 beträgt 15,797,637 fl. 36Vi fr. Die Vergleichung der Aktiven und Passiven der Großherzoglichen StaatS- schuldentilgungskasse zu Ende 1868 ergiebt einen Betrag der Aktiven von 14,681,466 fl. 19 fr., der Passiven von 15,947,258 fl. 15% fr. Verglichen ist Stand der Passiven oder eigentliche Staatsschuld zu Ende 1868 1,265,791 fl. 563/4 fr.

3) Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Post - Angelegen­heiten, das Personengeld auf dem Postcurse zwischen Friedberg und Lauterbach betreffend.

4) Bekanntmachung, den Holzpreistarlf pro 1872/74 in den Großherzog' lichen Domanialwaldungen betreffend.

5) Bekanntmachung, die Erhebung einer Umlage in der Gemeinde Staffel betreffend.

6) Erhebung in den Frriherrnstand. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben allergnätigst geruht: am 23. Juni den Friedrich von Breidenbach zu Stuttgart für sich und seine zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Ge­schlechts in den Freiherrnstand des Großherzogthums zu erheben.

7) Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

8) NamenSveränderungcn. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnävigst geruht: am 11. September dem Johannes Paul Schneider aus Wöll­stein zu gestatten, daß er in Zukunft statt des bisherigen den Familiennamen Rühl, und am 29. September ter Franz Freundlieb Ehefrau, Minna, geb. Rasel zu Alsfeld zu gestatten, daß dieselbe in Zukunft statt des bisherigen den Familien­namen Rasch führe.

9) Ertheilung eines Erfindungspatentes. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnävigst geruht: am 5. September dem Schmiedmeister Johannes Bicking von Hangen-Weisheim, im.Kreise Worms, auf dessen Nach­suchen ein Elfindungspatent auf die durch Modell naher erläuterte Wende-Vor- richtung für Ruchadlo-Pflüge, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon be­kannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums zu ertheilen.

10) Militärdienstnachrichten.

Darmstadt, 16. Oct. Die fünf Handelskammern des Großherzogthums Hessen haben sich in einer gemeinschaftlichen Eingabe an die Regierung für das Goldgulden-System ausgesprochen und befürworten entschieden die Ausprägung des Zehngulbenstücks in der genauen Größe des 25-FrancsstückeS, also nach dem Fuße von 1 Gold zu 15,Zi Silber, nicht 15,43. Gegen Thaler und Mark legen sie

Geliteorten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859

Pistolen . . 9 4042

doppelte 9 4042 Holl. fl. 10 St. 9 52-54 Ducaten . . 5 3436 20 Frankens t. 9 1819 Engi. Sover. 11 4648 Russ. Imper. 9 4244

Dollar in Gold 2 247-257,

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in Hroteftiren La mA 1 AVa «hinsichtlich der Veröffentlichung der Kirchenbuchsau^züge der kath. Gemeinde. Es scheint fast, alt

L * 1.(r . ?r bisher vergeblich ®$Ufo an geeigneten eine solche nicht mehr in Gießen, da über dieselbe in einem halben Jahre keine Veröffent'

Orten gegen die Eingriffe in die Rechte der Kirche nachdrücklich und wiederholt'lichungen erfolgt find.

selbe meldet, daß in Mesched, der Hauptstadt der Provinz Choraffan, einer Stadt'- nachgesucht habe; nie könnten Laien oder weltliche Behörden Kirchenvorstände sein, von 120,000 Einwohnern, 80,000 (also zwei Drittel der Bevölkerung) durch! Der Hirtenbrief fordert zum Gebet für die censurirten, des Sakrilegs schuldigen Hunger und Krankheit umgekommen sind, 20,000 haben die Flucht ergriffen und Priester auf.

Prloritüteu.

3% öster. Stsb.-Prior. 57% 3% öst. s. Lombard 7771 3% Livorneser 34%

5% Toscaner 54%

5% Elisabeth.-Prior. 80% do. II. Emisa. 807«

Anlehendoose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 677r Nassau 25 fl. 40%

4% bayr. Präm.- Anl. 112 % Ansbaoher 7 fl. 12

4% badische Loose 111 Badische fl. 35 Loose 68%

3% Oldenburg, ä 40Thlr. 36% Oestr. fl. 250 v. 1854 1858r Prioritatsloose 180 1860r Loose 83% 1864r 1347z

Braunschweiger 18% Stadt Florenz 82

Briefkasten.

Borsennachrichtea. 17. Octobcr 1871.

Preuss. 4%% Oblig. 99%

Frankf. 372% Obi. 83%

Nass. 4%o/o Obi. 9778

Kurhess. 4% n 92

Gr. Hess. 5% Obi. 1037.

» » 4% n 9678

» n 372% , 91%

n 472 o/o 1jährige 1007g

4% 1jährige 95

Würtemb. 4%o/o Obi. 997g Baden 4%% Obi. o. E. L. 997s Oesterr. Silberrente 57

Papierrente 47% Amerik. Bonds 1881r 997z

. 1882r 957g

1885r 96

1887r 96

Spanier, neuest. 3% 33

Aetien.

Frankf. Bank 133

Frankf. Vereins-Kasse 110

Darmst. Bankaot. 419 Wien Bankactien 755 Galizien 255 Oest. Creditact. 283%

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