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oder wo überhaupt drei Mitglieder beisammen sind, „nur Deutsch" zu sprechen und keine französischen und andern Sprachen entlehnte Brocken zu gebrauchen. Jedes nicht-deutsch gesprochene Wort wird mit 1 fr. gebüßt. Das so eingehende Geld wird für arme und verwundete Landwehrmänner verwendet und hat der seit einigen Monaten bestehende Verein in diesen Tagen zweien Landwehrmännern den bisherigen Ertrag zugehen lassen. Auch hat er sich schon theilweise in die ent- legendsten Orte verzweigt.
Freiburg, 12. August. Alban Stolz, der bekannte ultramontane Schriftsteller, cyaraklensirt die Gegner der Unfehlbarkeitslehre also: „Es sind hauptsächlich solche Herren, welche die Welt lieben und ganz für die Welt leben; stellt sich ja sogar eia Theater-Aufseher in München an die Spitze dieser Neuprotestanten. Dazu kommen noch alle abgelöschten Katholiken, alle die in gemischter Ehe leben und ihre Kinder protestantisch erziehen lassen, alle Freimaurer, alle Ehebrecher und Säufer und Gotteslästerer, alle Liebhaber der Badischen Landeszeitung, Freiburger Zeitung, der Neuen Freien Presse und ähnlicher Blätter, und wenn man alle Lheilnchmcr an der höllischen Mordbrennerei in Paris hätte abstimmen lassen über das unfrhlbare Lehramt des Papstes, sie hätten alle mit den Münchener Hochlehrern und Gemeinderäthen wie Ein Mann gestimmt." Die Anhänger der Unfehlbarkeit — meint die „Köln. Ztg."—sind natürlich wahre Muster aller Tugenden und fahren fort, mtt jedem möglichen Schmutze die Katholiken zu besudeln, die nicht Römlinge fein wollen.
Straßburg, 17. Aug. An Stelle des Grafen Luxburg hat gestern der RegicrungSprästdent v. Ernsthausen die Functionen eines commiffarischen Präftcten des Niederrheins übernommen.
Paris, 16. August: Der „Presse" zufolge haben die Mitglieder des rechten Centrums bei dem Herzoge v. Aumale angefragt, ob derselbe geneigt sei, die Würde eines Präsidenten der Exekutivgewalt zu übernehmen. Der Herzog hat obgelehnt. Derselbe bezeichnete das Anerbieten als unpolitisch und geeignet, Spaltungen in der konservativen Partei heroorzurufen.
Paris, 17. August. Die gesammte Pariser Presse spricht sich bitter über die Gasteiner Entreoueen aus. Am allerschärfsten geht das Siecke ins Geschirr: Der Judaskuß von 1871 werde sicherlich nicht aufrichtiger sein, als der Gasteiner Judakuß »jn 1865. Die leichtvergkßlichen Deutsch - Oesterreichcr übersehen das Folgejahr 1866 und schwelgen lieber in der Illusion, die gesummte Welt müsse sich vor der geeinigten deutschen Race beugen. BiSmarck'S Politik beute diesen Joeengang aus, um vorläufig die moralische Union und die Gemeinsamkeit der Interessen der Deutschen mit den Deutsch-Oesterreichern herzustellen.
Nach dem Paris-Journal beschloß die General-Postverwaltung die Einführung der Correspondenzkarten zur Hälfte der bisherigen Portotaxen.
London, 17. Aug. Bei Wolverhampton fand ein Eisenbahnunfall statt, -ei welchem 30 Personen verwundet wurden.
Dublin, 17. Aug. Eine französische Deputation ist hier eingetroffen und enthusiastlsch empfangen worden. Zu Ehren der Deputation waren mehrere Triumphbogen errichtet, auch wurde derselben eine BewillkommnungSadreffe überreicht. Mehrere Redner betonten die Bande der Freundschaft, welche Frankreich und Irland vereinigten.
v Vermischtes.
k Frankfurt. Dir gelungene Photographie: Friedenöschlußsitzung im Schwan- Hotel ju Frankfurt a. M, von I. Pohl ebendaselbst, gestel Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm so gut, daß er die Widmung derselben annahm und dem Photographen eigenhändig elneN Brillantring überreichte. 1
Frischbscker ?u Gießen.
Sonntag den 20. August. Carl Plank in der Wolkengasse, Daniel Rühl am Nathhaus und Carl Löber am Lindenplatz.
Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst.
I Morgens: Pfarrer Dr. Seel.
Am 20. August: ' i (Feier des heiligen Abendmahls.)
) Nachmittags: Schulinspector Vigelius.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 20. bis 27. August besorgt Pfarrer Dr. Seel.
BorsehDachrichten.
17. August 1871.
Preuss. 41/g% Oblig. 99% Fraukf. 31/2% Obi. 83 Nass. 41/2% Obi. 98'/i Kurhess. 4% „ 91>/g Gr. Hess. 5% Obi. 103
» n 4% n 953/4
» » 31/20/0 „ -
Bayer. 5% „ 101 </4
n 41/2% 1jährige 99 ‘/8 n 4% 1jährige 931/4
Würtemb. *1/2% Obi. 98 V2 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 981/4 Oesterr. Silberrente 59 Hz
„ Papierrente 50i/g
„ 5% M. steuerf. —
Amerik. Bonds 1881r 1013/g
ft n 1882r 967/g
n „ 1885r 963/4
r. n 1887r 973/4
Spanier, neuest. 30/0 32 Vg
A eilen.
Frankf. Bank 139 */8
Frankf. Vereins-Kasse 108 Darmst. Bankact. 390 Wien Bankactien 746 Galizien 2433/4
Aetlen.
Oest. Creditact. 2803/a
50/g östr. F. St. E. B. 379 Lombard. Bahn 1743/4 Ludwigsh.-Bexbaoh 1893/4 Maxbahn 135
Bayer. Ostbahn 133 */2 Hess. Ludwigsb.-Act. 1561,2 Rhein-Nahebahn-Act. — Oberhessen „ 797/g
PrloritAten.
3O/o oster.Stsb.-Prior. 58i/2 3°/0 öst. s. Lombard 74V4 30/0 Livorneser 351/3 50/g Toscaner 543/4
50/g Elisabeth.-Prior. 791/4 do. II. Emiss. 84*/g
Anlehenalooee.
Korh. 40 Thlr. Loose 671/4 Nassau 25 ft. 41
4O/o bayr. Präm.-Anl. 112i/2 Ansbacher 7 fl. 115/Q 40/0 badische Loose 1103/g Badische fl. 35 Loose 71 '/2 Oeatr. fl. 250 v. 1854 771/2 1858r Prioritätsloose 1763/4 1860r Loose 863/g 1864r n 137 Braunschweiger 181/4 Stadt Florenz 831/2
Wechsel.
Amsterdam k. S. 99V8 Augsburg k. 8. 993/4 Berlin k. S. 105 Bremen k. S. 96 Brüssel k. 8. 923/4 Hamburg k. 8. 87 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 117% Lyon k. S. —
Paris k. 8. 93
Wien k. 8. 967/s
ditto m. 8. —
ditto 1. 8. —
Disconto 31/2% G._______
Geldsorten.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 38—40 „ doppelte 9 40—42
Holl. fl. lOSt. 9 55—57 Ducaten . . 5 36—38 20 Frankenst. 9 191/2—201/2 Engi. Sover. 11 48—50 Russ. Imper. 9 38—40 Dollar in Gold 2 25-26
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Jaeger sche Buch-, Papier - und Landkarten-/)andlung.
Frankftlrt a. M., Domplatz Nr. 8.
Allgemeiner Anzeiger
'Besondere Bekanntmachungen.
Frequenz und Einnahme auf den Oberhessischen Eisenbahnen. Linie: Gießen - Gelnhausen.
Theilstrecke: Gießen - Salzschlirf. Fulda..
Vorbehaltlich definitiver Feststellung.
Gießen, lm August 1871. Der VcrwaltungSrath. (3469)
GC
Personen-Verkehr.
Güter-Verkehr, incl.
Materialbeförderung.
Neben- erträg- niss.
Gesammt- Ertrag.
Total vom 1. Januar bis 31. Juli.
Anzahl.
Jl)iuiiut6»
Vtbonne- ment«
Erttag.
Ctr.
Erttag.
'S
30,281
13
st- 15,593
kr.
15
163,413
st- kr.
9,885 37
st. kr.
474 40
st- kr. 25,953 32
1 fl. kr. 183,749 57
Betr.: Das Ableben des Georg Zecher und dessen Ehefrau , fleb. Schmandt, von Grünberg.
Oeffeutliche Aufforderung.
3474) Forderungen jeder Art an die verstorbenen Georg Zecher's Eheleute, an den verstorbenen Johannes Zecher, sowie an die Johannes Zecher's Ehefrau von Grünberg, sind sogewiß binnen vier Wochen a dato bei unterzeichnetem Gerichte geltend zu machen, als sonst bei Regelung des rubricirten Nachlasses auf dieselben keine Rücksicht genommen wird.
Grünberg, am 3. August 1871.
Großherzogliches Landgericht Grünberg Erdinann, Dr. Trapp, Landrichter. Landgcr.-Assessor
Versteifet ungen.
3481) Montag den 21. August d. I , Nachmittags 5 Uhr,
soll die Erndte von zwei Triebvierteln, bestehend in Hafer, an Ort und Stelle auf dem Halme versteigert werden.
Zusammenkunft an der Z örb'schen Ziegelhütte.
Gießen, den 17. August 1871.
Grobherzogliches Ortsgericht Gießen- Semmler, Ortsgerichtsmann.
3473) Montag den 21. l. Mts.
Vormittags 11 Uhr, sollen im hiesigen Bürgerhospitale
Weißbinderarbeit, veranschl- zu 38 fl. 50 kr.
Tapezierarbcit, „ „ 6 „ 4 „
öffentlich versteigert werden.
Gießen, den 16. August 1871.
Der Armenkasse-Rechner: Wittich.
Feilgebotenes.
Eiiiniiichrlllgk.
3293) I/cstragon., ä la ravisotte, feinste Weinessige empfehlen
I. A- Busch Söhne.
Ilnuyadi Jänos-Bilten|iielle in Ofen.
3470) Dieses rühmlichst bekannte Mineralwasser enthält alle in solchen Bitterquellen vorkommenden heilwirkenden Bestandteile in so glücklichen Verhältnissen und so ungewöhnlicher Menge, dass ihm unter allen gleichartigen Wassern sowohl in Bezug des Geschmackes als der Wirkungen unbedingt der Vorrang gebührt, Herr Baron Justus v. Liebig, Präsident der kön. bairischen Academie der Wissenschaften in München, begleitet seine Analyse mit folgenden Gutachten :
„Der Gehalt des Ilunyadi - Jänos - Bitterwassers an Bittersalz und Glaubersalz „übertrifft den aller anderen bekannten Bitterquellen , und es ist nicht zu bezweifeln, dass dessen Wirksamkeit damit im Vcrhältniss steht "
J. v. Liebig.
Das Hunyadi-Janos-Bitterwasser ist zu haben:
in Giessen bei Herrn Julius Wallnch.
Andreas Saxlehner in Pesth,
Eigentümer der
Hunyafli Jnhon-Hittrrquelle..
Englische glasirte Thouröhren für Canal- und Wasserleitungen
stets einige Tausend Fuß vorräthig 3", 4", 6", 9", 12", 15", 18", 24" Durchmesser
Verbindungs-Bogen und Syphonröhren. „ (2692)
Große Eschenh.-Gasse *41. f. F. Audreue amft.it
Musiklvcrke und Spieldosen
von 2 bis 24 Stücke spielend, mit und ohne Glocken und Trommel, Castagnetten, Himmelsstimmen, Mandolinen zu en-gros-Preisen, empfiehlt
(2587) Georg Schäfer, Uhrenhandlung.
1444) Röder'sche Patent Kochbrrde, sowie verschiedene onbcrc Sorten von Herden in schöner Auswahl, empfehlen __Flick t Kröll.
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