Kil. Käse; für 912,009 Fr. Sutter, für 63,000 Fr. Eier, für 71,000 Fr.
Kuh- unv Hammelfleisch, 66,000 Kil. Schweinefleisch und Charcuterie; 13,0091 für
In diesen feierlichen Augenblicken allgemeiner Aufregung beschlossen die in großer Versammlung vereinigten Nizzarden einstimm-g gegenwärtige Adresse, um Ihnen ihre Gesinnung und Herzensgefühle öffentlich auszusprechen. General! Traurig ist die Gegenwart, noch trauriger die Zukunft, und Sie wissen so gut wie wir, wie betrübt und niedergeschlagen Ihre Vaterstadt über eine Regierung ist, welche die Bürgschaft aller Rechte und Freiheiten fein sollte. Wir, General, begeben uns unter den Schutz Ihres großen Namens, da das Unglück des gemein- fchaftlichen Vaterlandes, wenn nicht aufhören, und doch einen Augenblick der Ruhe gönnen sollte. General! Wir sind nicht erst von heut'Ihre Freunde; wir zählen Ihre Freunde unter unseren Kindern, unter der glühenden Jugend, welche mehr als einmal Ihnen auf das Feld der Ehre folgte, angethan mrt dem rothen Hemde und all unsere Greise sind Verehrer Ihres Namens, Ihrer Haltung. Und wir erinnern Sie daran, General, damit Sie uns nicht mit denen zusammenwerfen, welche gestern noch Ihre größten Gegner, heut' Ihren Namen benützen, um ihr Vaterland besser unterdrücken zu können, aber dabei sich vorbehalten, morgen die Principien der Republik zu verleugnen und zum alten Despotismus zurück- zukehren. Das grausame Geschick einer erbärmlichen Politik hinderte und zahlreich ' Ihren Schritten zu folgen, an Ihrer Seite zu kämpfen; Sie verstehen uns, General, und unser Schweigen vermag mehr als unsere Beredtsamkeit, Ihnen unser Inneres zu enthüllen, Ihnen all unseren Schmerz zu zeigen, vaß wir blöd Zu- schauer bleiben mußten eined so fürchterlichen Kampfes, auf dessen Schlachtfeldern Sie Ihrer Ruhmesstrahlenkrone neue Lorbeeren zugefügt haben. General! Die Nizzarden haben einstimmig, noch ehe die Municipalcommifsion Ihnen das Mandat gab, Sie als ihren Vertreter für die neue Nationalversammlung in's Aage gefaßt. Sie kennen unsere Gefühle; aber wir wenden und gleichwohl an Ihr Herz, damit Sie, angesichts des Unglücks Ihres Vaterlandes, mitten in r~ jung den Schmerzensschrei Nizza's ertönen lassen. Ein Mann des Krieges, benutzen Sie jede Gelegenheit, gegen den Krieg zu protestiren, und wenn Sie groß waren in den Schlachten Amerika's und Italiens, waren Ste eC nicht minder als Vorsitzender des Friedenscongressed in Genf. Wie Sie auch über den gegenwär- Ligen Krieg denken mögen, wir bitten Sie, der Nationalversammlung anzuzetgen, vaß Nizza im Namen der Menschlichkeit und im Interesse der Republik selber den Frieden wünsche; wir bitten Sie, Ihre Collegen an unser heiliges Nationalitätsrecht zu erinnern, dem Sie Ihr ganzes rühm- und entbehrungsvolles Leben ge-
Gießen. Von befreundeter Hand geht und folgender Aufruf von Sacra- mento zu, welchen wir nicht verfehlen, unfern Lesern mitzutheilen:
An die Deutschen in Sacramento und Umgegend.
Landsleute! Noch einmal werdet Ihr aufgefordert — und diesmal bringen- der denn je, — dem Hülferuf ded alten Vaterlanded Gehör zu schenken und einen Theil Eures Überflusses der Noth des kämpfenden Vaterlandes zu opfern. ,
Seit unserer ersten, in der Erregung des Augenblickes der Kriegserklärung und der ersten Schlachten gemachten Sammlung, ist Schlag auf Schlag, -sieg
Fische, die in Der Halle verkauft wurden.
Von Den LonDoner Blättern bringt Der „Daily Telegraph" Angaben aus Berlin über die deutschen Friedenöbedingungen, Deren Bestätigung abzuwarten fein wird. Es würden Demnach verlangt werden Abtretung des Elsaß und sechdzig deutscher Quadratmeilen von Lothringen mit Einschluß von Metz; eine (Kontribution von anderthalb Milliarden Tdaler für Kriegslasten; etwa 30 Millionen für gekaperte Kriegsschiffe; einige 40 Millionen für Die aus Frankreich ausgewiesenen Untertanen, und einige Millionen Rente für eine beschränkte Reihe von Jahren für Die deutschen Invaliden und die Hinterbliebenen Der Gefallenen.
Die „Straßburger Zeitung" vom 15. Febr. theilt mit: „Soeben geht die Nachricht ein, daß Belfort sich ergeben hat. Die Besatzung erhält freien Abzug. Die Stadt wird morgen von unfern Truppen besetzt." Ed ist auffällig, daß diese wichtige Nachricht durch den Telegraphen nicht weiter befördert worden ist. Da noch immer keine officielle Bestätigung vorliegt, dieselbe jedenfalls auch erst nach vollendetem Abschluß des Capitulationdvertraged erfolgen kann, scheint gestern Seitens Ded französischen Commandanten Die Einleitung von Verhandlungen betreffs Uebergabe Der Festung begonnen worDen zu fein. Heute Dürfte Dann Der Capitulationdvertrag abgeschlossen werden und tm Laufe des heutigen TagS noch
widmet haben.
Der Brief Ded Fürsten Karl hat auf Die Rumänen einen geradezu verblüffenden Eindruck gemacht. Die größten Schreier sind plötzlich verstummt, und wissen vorläufig nicht, was sie im gegebenen Falle thun sollen. Zwar ist das Schreiben bereits in den nichtöffentlichen Sitzungen der Kammerabtheilungen zur Sprache gekommen, ohne aber ein Ergebniß ober einen Entschluß herbeizuführen. Selbst Die Zeitungen wissen nicht, was sie sagen sollen. Die beiden bedeutendsten, „Romanul" und „Pressa", schweigen über Den Brief bis jetzt gänzlich. „Terra" — Das Blatt Des wüthenvsten Gegners Des Fürsten — hat ed für zweckmäßig erachtet, fürs erste nicht mehr zu erscheinen. Die „Trompetta" giebt sich Den Anschein, als ob sie Den Brief für apokryph halte, und nur Die „Gazetta De Sera" fordert von Der Regierung eine Erklärung im Amtsblatt: ob Der Brief echt fei, oder nicht. Im Allgemeinen bat Der Brief eine gute Wirkung hervorgebracht. Vielen sind Die Augen aufgegangen über Die grenzenlose Verwirrung und Die ungeheuren Nachtheile, welche eine Abdankung Des Fürsten Karl für das Land zur Folge haben würde; und selbst Die Republikaner, welche ihre Hoffnung auf die französische Republik gesetzt hatten, um in gewohnter Weise Frankreich nachzuahmen, begreifen, daß sie mit ihren Berechnungen schmählich in Die Brüche gerathen sind. — Wad Die Londoner Conferenz in Der rumänischen Frage beschließen wird, muß abgewartet werden. Um dies mit Ruhe und einiger Würde thun zu können, würde die Regierung am liebsten Die Kammer nach Hause schicken; aber das geht nicht an, weil Das Bedürfniß nach einer Anleihe für Den Staat nachgerade zu einer brennenden Frage geworden ist und die Regierung ohne Zustimmung der Kammer keine Anleihe machen Darf, ohne dieselbe auch keinen Credit finden würde. — An Stelle des zurückgetretenen Agenten Stege wurde Th. Rosetti zum rumänischen Eisenbahncommissär in Berlin ernannt. (A. Z )
erlangen." (Lebhafter Beifall )
Die „France" sagt: Wir wissen nicht, ob Herr Gambetta — dec gewesene Held — in Wirklichkeit abgefttzt ist. Aber wir zögern keinen Augenblick — nach Den Informationen Der Regierung —, ihn von Rechts wegen für abgesetzt zu „klären. Wir verbinden natürlich mit dieser Absetzung Die der Herren Cremieux, GlaiS-Bizoin und Fourichon, Unterzeichner des revolutionären DecretS von Bordeaux. Es Darf so leiDenschaftlichen Menschen, welche Die VvlkSsouveränctät be- leiDigen, inDem sie Dieselbe lähmen, nicht mehr erlaubt sein, Die Depositoren irgend eines TbeileS Der öffentlichen Gewalt zu bleiben.
Die Adresse Der italienischen Partei in Nizza an Garibaldi, welche Anlaß zu Den Tumulten gab, von welchen Der Telegraph bereits berichtete, lautet nach Der „A. A. Z." :
General!
Kriegsnachrichten.
WährenD der Belagerung Der Stadt Paris erhielten Die N UionalgarDisten bekanntlich V/j Frcs. Den Tag und 75 Cent. Entschädigung für Die Frauen; Jene FrcS. Löhnung berechnen sich vom 25. September 1870 bis 1. Januar 1871 auf 43 Millionen. Die JnDependance Beige fügt hinzu: „Dies konnte man recht wohl Die Nationalwerkstätten Der Verthcidigung nennen." Der Temps gibt eine Liste Der Verluste, welche Die Civilbevölkerung von Paris während des 22tägigen Bombardements erlitt. Ist diese Liste vollständig, so hat Paris verloren 31 Kinder, 23 Frauen und 53 Männer, also 107 Personen, welche auf Der Stelle todt blieben, unD 276 Verwundete, welche bald nach Der Verwuydung starben (36 KinDec, 92 Frauen und 148 Männer). Im Ganzen wurden ge- toDtet oder schwer verwundet: 67 Kinder, 115 Frauen und 201 Männer, also 383 Personen vom Civil. Der wenigst blutige Tag des Bombardements war Der vom 22. auf Den 23.; Die blutigsten Die vom 9. auf Den 10., vom 13. auf Den 14. unD vom 15. auf Den 16. Ian., an welchen Die Zahl Der Opfer 30 überstieg. Die erste Bombe schlug in Die Enceinte von Paris ein am Nachmittag Des 5. Jan. hinter Dem Fort VanvreS, Der erste Civilist warD in Der Rue Fermat 14 hinter Dem Kirchhofe Montparnaffe getbDtet; das erste Kind am Tage vom 5. auf Den 6.; an Diesem Tage wurDen außerdem gctÖDtct eine Frau und Drei Männer und verwundet 3 Frauen und 1 Mann. In Betreff Der Verpflegung von Paris ist zu bemerken, daß im Durchschnitt während Der Drei Jahre 1867—1869 in runDcn Zahlen Der tägliche Bedarf war: 357,000 Kil. Rind-,
auf Sieg, Uebergabe auf Uebergabe gefolgt.
Das deutsche Schwert, zum ersten Male feit Jahrhunderten von einem ge« nialen Arme gelenkt, bricht mit wuchtigen Hieben Die wälsche Phalanx an allen Ecken und Enden, und siegedgekcönt, ohne nur ein einziges Mal in der Siegeslaufbahn gehemmt zu fein, Donnert jetzt Das mächtige Heer, über Dem stolz Die Deutsche Fahne weht, an Den Thoren Der Hauptstadt Ded Erbfeindes.
Fast siegedberaufcht, sind wir nur zu geneigt, über Dem Jubel und dem Ruhm unseres Erfolges die schreckliche Noth zu vergessen, Die unausbleiblich in Den Fußtapfen Ded Kriegdgotted, sowohl auf Seiten Der Besiegten, als auch der Sieger folgt. Die Opfer waren schrecklich: Wörth, Forbach, Gravelotte, Mars la Tour, Seoan unD Metz haben Ströme Des edelsten deutschen Blutes gekostet. Und wer weiß, wie Viele, Viele noch mit ihrem Gebein der Besiegten Erde Düngen müssen, ehe ein Durch die Folgen feiner eigenen Arroganz fast wahnsinnig gewor- Dened Volk Den vernichtenden und nutzlosen Kampf aufgiebt und sich der unab- weislichen Nothwcndigkeit fügt. Aber Die Wittwen und Waisen unserer gefallenen Helden sind da, sind in Noth, sind hungrig, ohne Kleidung, ohne Feuer, ohne schützende Heimath, ohne Beschützer und Ernährer, Den strengen Winter mit Kalte, Schnee und Eis vor sich, und ihnen muß geholfen, ihrem Elend und ihrer Noth gesteuert werden! Uno sollen wir in fernen Landen, Die wir unbeDingt Die ersten Früchte Deutscher Einheit, deutschen Ruhmes und Deutscher Nationalität ernten werden __ sollen wir, Die wir reich mit Allem, wad Dad Herz begehrt, gesegnet
sind, Die wir sicher vor den Schrecken Ded Krieged und seinen Nöthen sind, sollen wir kalt und ruhig zusehen und die Hände in den Schooß legen, wahrend un ere Brüder für und kämpfen? Nein! und abermals Nein! Es ist unsere heilige Pflicht, zu geben, zu lindern und zu helfen und mit unserem Uederflusse heilenden Balsam auf die schrecklichen und tiefen Wunden des Krieges zu legen.
Deßhalb gebt Alle, fühlt, daß endlich der große, langersehnte Augenblick gekommen, Daß Ihr mit Stolz auf Euere Nationalität, Euer Vaterland weisen könnt, und zeigt durch reichliche Spenden Euere Dankbarkeit Denen gegenüber. Die mit Ihrem Herzblute Die Wiedergeburt Deutschlands besiegelten. Gebt mit oem freudigen Bewußtsein, auch Euer Scherflein zu dem germanischen Riesenbaue beigetragen zu haben, Damit auch Ihr, obgleich ferne von Der alten $etmatb, nn Geiste Theil habt an Der großartigen Zukunft, Die Dem einigen fraftigen Deutschland, Dem Herzen und Lenker Europa'S, bevorsteht. Gebt des Wunsches des sterbenden Kriegers halber, Der, zum letzten Male Dad brechende Auge öffnend, mit sinkender Stimme Pen Namen Der verl
die officielle Mittheilung Darüber aud Verfailled kommen.
Bordeaux, 13. Febr. Die Nationaloersammlung ist beute Nachmittag 2 Uhr eröffnet worden. Der PräsiDent teilte mit, Daß Die Kammer, wie im Jahre 1849, in 15 Bureaux eingekeilt toürDe, Die Prüfung Der Vollmachten solle erfolgen, sooald Die Umstände es erlaubten. Der PräsiDent verlas sodann ein Schreioea Garibaldi's, worin letzterer sagt: „Als letzten Der Republik erwiesenen Dienst ging ich nach Bordeaux, wo die Vertreter des Landes tagen, allein ich verzichte auf Dad Mandat, welches verschiedene Departements mir antrugen." Hierauf ergreift JuleS Favre das Wort, um Namens feiner Collegen in Paris und Bordeaux zu erklären, daß Die Regierung Der nationalen VertheiDi- gung Die Gewalt in Die Hände Der Volksvertretung niederlege. „Als wir Die Last Der Regierung, fuhr Der Redner fort, auf und nahmen, hatten wir keine andere Absicht, als Die Gewalt, Die wir unter Den damaligen Umständen übernommen hatten, in Die Hände Der Nationalversammlung zurückzulegen. Wir hoffen, Dad Land, belehrt Durch Dad Unglück, roerDe gelernt haben, seine Klagen zurück- zudrängen, und Die Bedingungen für eine normale Existenz wieder finden. Wir treten nunmehr völlig zurück, überlassen Alled Ihrer Entscheidung und erwarten au jyr uumu mit Vertrauen Die Bildung einer neuen gesetzmäßigen Gewalt." Redner kündigte Der Nationalversamm-lfodann an, Daß Die Minister, um Den Gesetzen Achtung zu verschaffen, so lange auf ihren Posten verbleiben würden, bis Die neue Regierung gebildet worden wäre, und bat um die Erlaubmß, auf seinen Posten zurückkehren zu Dürfen, um seine schwierige unD heikle Aufgabe zu erfüllen. Jules Favre schloß folgendermaßen: „Ich erwarte Ihr Urtheil mit Vertrauen und hoffe Denjenigen, mit welchen wir unterhandeln, mittheilen zu können, daß Dad Land im Stande sei, feine Pflicht zu erfüllen. Der Feind soll wiss.n, Daß wir für Die Ehre Frankreichs sorgen; er wird auch wissen, daß ed ganz Frankreich ist, welches sich gemäß Der Bestimmungen Der Convention nunmehr zu entscheiden hat. Die Verlängerung Ded Waffenstillstandes ist wahrscheinlich nothwendig. Verlieren wir keinen Augenblick. Denken wir an Die Bedrängnisse unseres vom Feinde besetzten Landes. Ich hoffe, Die Regierung kann auf Ihren Beistand zählen, um Den nöthigen Aufschub zu
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