Declaration, die sich für den directen Ausgleich zwischen König und Volk aus- fpricht.
Die neuesten Nachrichten aus Wien sprechen für die Annahme, daß der Reichskanzler Graf Beust auf seinem Platze bleibt, indem man wiederholt versichert, Graf Beust habe neuerdings von maßgebender Seite die Erklärung erhalten, daß die Ernennung des neuen Ministeriums ohne sein Dorwissen durchaus nicht ein Mißtrauensvotum gegen ihn involvire. Deshalb ist es auch glaubhaft, daß die Meldungen, nach welchen Graf Beust bereits zum österreichischen Botschafter, sei eS in Konstantinopel, sei es in London, bestimmt und daß Herr v. Meysenbug der Nachfolger des Grafen Beust in der Reichskanzlei wäre, vorläufig unbegründet sind. Allerdings nur vorläufig, denn das ist ziemlich wahrscheinlich, daß, wenn erst das czechische Regime sich einigermaßen einzuleben Zeit gewonnen haben wird, auch die Stunde für den Grafen Beust geschlagen hat. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir eine andere Annahme, nach welcher Graf Revertera der künftige österreichische Minister des Aeußern wäre. Auch die Nachricht, wonach Graf Taaffe an Stelle des verstorbenen Grafen Kuefstein Oberhofmarschall werden und ihm zugleich das Ministerium des kaiserlichen Hauses übertragen würde, sei in Kürze als eines der vielen umlaufenden Gerüchte erwähnt, für welches keinerlei Bestä- tigung vorliegt, denn nach anderen Nachrichten ist Graf Taaffe zum Statthalter in Linz bestimmt. In einigen Wiener Abendblättern wird ferner berichtet, daß der frühere Unterstaatssecrctär Helfert, ultramontanen Angedenkens, dem angeblich das Verdienst, für die neue Ministercombination am kräftigsten gewirkt zu haben, zugeschrieben wird, designirt sei, Statthalter von Böhmen zu werden. Richtig ist, daß Baron Helfert am 8. vom Kaiser empfangen wurde; richtig auch, baß Fürst Mensdorf-Dietrichstein, der jetzige Statthalter von Böhmen, sehr schwer krank dar- niederliegt, und möglich auch das Unwahrscheinlichste. Aber schwerlich ist es glaubhaft, daß man einen Helfert schon jetzt als Statthalter nach Böhmen schicken wird. Wer weiß auch, ob er baö Amt annähme, bevor nicht die heilige Wenzelskrone mit dem böhmisch mährisch-schlestschen Generallandtage hergestellt ist. Die Nachricht, wonach bei der stattgehabten Bildung des jetzigen Ministeriums Oberhofmeister Fürst Hohenlohe sehr wesentlich betheiligt gewesen sei, wird von der „Oesterreich. Corresponoenz" mit der Versicherung, Fürst Hohenlohe beschränke sich strenge auf den ihm zugewiesenen WirkungSkretS und stehe jeder politischen Combination ferne, als eine völlig irrige bezeichnet. Der „Ungarische Lloyd", der übrigens auch die Gerückte von der Entlassung des Grafen Beust für völlig grundlos erklärt und den Beginn von Verhandlungen zur Bildung einer konservativen Partei in Ungarn unter Lonyay'S Leitung signalisirt, erklärt, es sei ausgemacht, „daß nach Durch- führung der ultramontan-slavischen Reaktion in Cisleithanien ein neues Ministerium, an d.ssen Spitze Helfert und Thun stehen sollen, das gleiche Experiment in Ungarn versuchen wird."
Das Resultat der französischen Wahlen liegt noch nicht so weit vor, daß über dieselben ein umfassendes Urtheil gefällt werden könnte.
Aus Paris wird telegraphirt: Die Regierung ordnete an, baß Faidherbe und Chanzy Generale hierhersen?en, um über ben Zustand der Nord- und Westarmee zu berichten. Die Rapporte derselben werden der Nationalversammlung vorgelegt werden. General Farre, der Abgesandte FaiDherbe's, ist bereits hier eingetroffen.
Ueber die Pontusangelegenheit wird aus Wien gemeldet: Die Meerengenfrage ist, vorbehältlich ihrer formellen Erledigung auf der Conferenz durch allseitige Vereinbarung derart geregelt, daß die „Convention des Detroits", welche einen Annex zum Pariser Vertrage und einen integrirenden Theil desselben bildet, einfach aufgehoben wirb, und daß es mithin der Pforte, vie kraft jener Convention allen fremden Kriegsschiffen „in Friedenszeiten" die Dardanellen und den Bosporus zu sperren gehalten war und nur einer beschränkten Zahl kleinerer Kriegsfahrzeuge für den Dienst der Gesandtschaften und für ben Stationsdienst an den Donau- Mündungen durch besonderen Ferman die Einfahrt zu gesotten das Recht hatte, in Zukunft unbenommen bleibt, zu jeder Zeit selbst den kleinsten Kriegsschiffen die Einfahrt zu verweigern und selbst den größten Schiffen, gleichviel in welcher Zahl, dieselbe zu erlauben.
Kriegsnachrichten.
Paris, 7. Febr. Der als Fortsetzung ves „Combat" von Felix Pyat her- ausgegebene „Vengeur" sagt: „Die provisorische Regierung hatte nicht das Recht zu unterhandeln. Sie war die Regierung der Natlonalvertheidigung und nicht die Commission für die Uebergabe von Paris. Sie hatte sich am 4. September gebildet, nicht um die Stadt zu übergeben, sondern um zu kämpfen. Sie war am 3. November wieder gewählt worden, nicht um uns den Händen des Feindes auszuliefern, sondern um uns zu vertheidigen. Indem sie die Convention unterzeichnete, wozu sie keine rechtmäßige Vollmacht hatte, wie sie behauptet, bat sie
ihr Mandat mißbraucht. Es war ihre Pflicht, sich an das Volk zu wenden, was sie indessen nicht gethan hat. Die Ucbergabe verbindet also Niemand, als die
Unterzeichner. Das Volk hat nichts ratisicirt. Und das Volk ist ber Souverän.
Nicht Tcochu, nicht Favre oder ein anderes Mitglied der Negierung. Die Convention ist also null und nichtig und das Volk kann sie, gemäß seines Willens, halten ober nicht."
Paris, 7. Febr. In einer Clubsitzung würbe erklärt, baß die Regierung des 4. S.-plember vor den Schranken der Nationalversammlung sich wegen des Waffenstillstands verantworten solle. Außerdem äußerte ein Redner, daß die Guillotine allein Frankreich retten könne und die Mitglieder ber Regieruna Feia- linge seien. Enthusiastischer Beifall (!).
Bordeaux, 7. Febr. Die Mangelhaftigkeit des Briefverkehrs mit Paris nur durch offene Briefe und die dem Hineingelangen von Zeitungen nach Paris in den Weg gelegten Schwierigkeiten machen eine Beeinflußung der öffentlichen Siim- mung tn Paris und der dortigen Wahlen unmöglich; nach dem Wahltage sollen ledoch nach Versicherung von Jules Simon diese Verkehrsbeschränkungen weg- fallen.
Lyon, 5. Febr., Abends. Der Präfect hat über 10,000 Elsässer und Loth- nnger welche in 3 Regimenter mit Cavallerie formirt sind, Revue abgehalten, ene wurden von einer zahlreichen Menge mit Beifall begrüßt.
12. Febr. Das Militär-Verdienst-Kreuz wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog folgenden Angehörigen des II. Großh. Hess. Jnf.-Rgts. verliehen: H
Dem Oberst und Commandeur Kraus,
w Major und Bataillons-Commandeur Hoffmann,
„ Hauptmann und Compagniechef Leiß,
Dem Lieutenant Scharch,
„ „ Hartmann,
o „ Sartorius, „ „ der Reserve Hesse,
„ „ „ „ Wägner,
,/ „ „ Goldman n,
u „ „ „ Pi stör,
„ tt „ „ Em melius.
u. In der Leibcompagnie.
Dem Vice-Feldwebel Ludwig Haußmann.
„ Corpora! Friedrich Wolf, „ Musketier Melchior Weller.
b. In der zweiten Compagnie.
Dem Corpora! Philipp Scheld, „ „ Friedrich Hoffmann,
„ Gefreiten Johannes Jacob.
o. In der dritten Compagnie.
Dem Corpora! Gerson Wei hl, „ Musketier Ludwig Damm, „ „ FriedrichHoffmann.
d. In der vierten Compagnie.
Dem Corporal Heinrich Joseph Ohmeis, » Gefreiten Friedrich Rühling, „ Musketier Heinrich Schmidt.
6. In bcr fünften Compagnie. Dem Corporal Michael Koc$,
„ Musketier Heinrich Kühn.
f. In der sechsten Compagnie.
Dem Corpora! Karl Rodemer, „ Gefreiren Johann Ferd. Petith. g. In der siebenten Compagnie.
Dem Corporal Franz Knell, „ Gefreiten Christian Weeg, „ Musketier Eberh. Engel.
h. In Der achten Compagnie.
Dem Sergeanten Ludwig Heberer, „ Corporal Reinhard Mitze, „ Musketier Peter Lotz.
„ Stabs-Arzt Dr. med. Carl Wernher, „ Lazareth-Geh. in der 4. Comp. Ernst Kl eh.
Berlin, 7. Febr. Zu Vorarbeiten für eine gründliche Erörterung ber Fkage wegen Entschäbigung der Kriegskosten wurde hier vor mehreren Wochen eine aus Beamten der verschiebenen Ministerien bestehende Commission eingesetzt. Den Vorsitz in derselben führte der Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rath Wehrmann, erster vortragen- Der Rath im Slaatsministenum. Diese Commission hat nicht blos die rein staat- ichen Kriegskosten berechnet; auch die von ben Kreisen und Gemeinden, sowie von Korporationen und Privaten erhobenen Entschädigungsansprüche sind unter Mitberücksichtigung bezüglicher Zeitungsangaben von ihr zusammengestellt worben. Ihre Aufstellungen Haber bann in Versailles vie Grundlage für eine Berechnung Der preußischen Kriegskosten gebildet. Aus Grund ähnlicher Nachweise sind Dort in vie allgemeine Rechnung auch die Kosten und Entschävigungsansprüche aller übrigen deutschen Staaten angenommen.
Aus ber Mitte des Hanbelsstandes ist in neuerer Zeit mehrfach die gefetz- !iche Regelung eines die Abwendung des Concursverfahrens mittels Vergleich- bezweckenden Vorverfahrens etwa nach vem Vorgänge Der in Den freien und Hanse- stäDten bestehenden derartigen Einrichtungen, für Den Geltungsbereich Der ConcurS- ordnung von 1855 befürwortet worden. Wie der HanDelsmirnster nun den be- theiligten Handelsvorständen durch ein Schreiben mittheilt, hat die Vorbereitung einer deutschen ConcurSordnung dem Justiöminister Veranlassung gegeben, einen Entwurf für ein solches Vergleichsverfahren aufstellen zu lassen. Ueber Den Ent- wurf werden Gutachten Der Handelsvorstände eingefordert und es geht derselbe von folgenden GesichtSpuncten aus: Ein Vergleichsverfahren behufs Abwendung des Concurses unter Belassung des Schuldners in feinen Verfügungsbefugnissen ist zu gestatten, w^nn das Vermögen des GemeinschuldnerS an und für sich zur Bezahlung feiner Schulden völlig oder nahezu ausreichen würde und die augenblickliche Zahlungsunfähigkeit ohne Schuld des Gemeinschuldners durch unvorhergesehene Zeitverhältniffe oder ^andere besonvere Unglücksfälle eingetreten ist, wenn durch die Persönlichkeit Des Schuldners und andere Go.rantien die Gefahr einer Vermögensoerringerung unwahrscheinlich gemacht ist und wenn das von Dem Schuldner angegebene Vergleichsverfahren auf GrunDlage einer zuverlässigen Buchführung durchführbar und schon die Einleitung desselben die gegründete Aussicht auf Erfolg gegeben hat. Demgemäß konnte ein derartiger Vergleich nur bei Inhabern lau- ender kaufmännischer Geschäfte stattfinden, Denn nur bei Diesen würden Die Vortheile einer Abwendung des Concurses von Gewicht sein. Das Gesetz wird, wenn es so zu Stande kommt, Den Vorthei! haben, Daß Falliten im ersten und rechten Augenblicke ihren Vermögensverlust freimüthig bekennen und nicht aus Furcht vor Den Nachtheilen des Concurses ihre unD ihrer Gläubiger Lage Durch vergebliche Anstrengungen hinziehenb verschlimmern oder gar auf Kosten Der Gläubiger eine Naubwirthschaft fortsetzen.
Aus Versailles scheibt man Der „Köln. Ztg.": „Am 4. Februar Nachmittags langte Die erste Sendung von Lebensmitteln, welche Die Stadt London der Stadt Paris zum Geschenk machte, auf Dem Pariser Nordbahnhofe an. Der Oberst Stuart Wortlay und Herr George Moore begleiteten Den Wagenzug, dessen Inhalt in 20 Theile für Die 20 Arrondissements getheilt wurde. Man hielt darauf, daß nicht nur Die Claffe Der wirklichen Armen, sondern auch hauptsächlich Die der Verarmten und verschämten Armen aus Den mittleren StänDen der Gesellschaft bei Der Vertheilung bedacht würde, weshalb man vie ausgegebenen Fleischkarten zur Basis der Austheilung nahm. Die erste Sendung, der eine zweite und dritte binnen Kurzem folgen soll, bestand meist aus condensirter Milch, Käse, Speck, Liebig'schem Fleischextract, Biscuits aus feinstem Mehl, Suppen aus Conferven rc. Aus Lille langten gestern ebenfalls 6000 Gentner Mehl und ein Waggon mit Steinkohlen an, während von Dieppe aus 37,000 Kilo Mehl, 23,000 Kilo Käse, Butter uno Biscuits, 30,000 Kilo Salz, Reiß und Kaffee, 21,000 Kilo frische Fische, 4000 Kilo Kartoffeln, 16,000 Kilo Hafer und 300 Hammel eintrafen."
Chatenay, 4. Febr. Heute feierte Der Commanvant des zweiten bayerischen Corps General Der Infanterie v. Hartmann seinen 76. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit wurde Dem tapferen General—der nun ohne Feldzüge im 60. Jahrc^
Sittlin f« Mandant bltei Kranfstich; ante w WchHW titigen.
+ Stnuii fcnablt Worten.
A Mei Mimen gesiegt Brüse! in Lille znl begeben. D t'Mgtn.
A Smlie mgelang!: De gesichert: Lictoi jwrt, Sihoelcher, fraisne, Henri \ Nhiers, Roger, Boulevard Heb
+ Sriijic pr llntersiützN ickerviesen. -
über joieint Se>
A
u
Jniolgr Mattern Der 5 stehenden SM sio reichlich ein. MdsMtn toc Soldaten Cyrr»! Mt werden fa Mje Sendung ljfr ab und fair
^""iger TQtMam M«n, als । EWrn für von tfl,
Je(t9r, ?:l »»« Sei ^'7» hui , üien nja^i
T4»" M h fe* ■ ’s»»:


