Ausgabe 
12.10.1871
 
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(Durch ein einer Hamburger Firma am 15. September Durch

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Frankfurt, 8. October. Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildunq hat in Suoivestoeutschland, mit Frankfurt als Mittelpunkt, Vertreter ausgestellt und zum Tyeil auch bereits Zweigvereine gegründet: in Frankfurt, Affenheim, Bebrich, Biedenkopf, Darmstadt, Deidesheim, Hanau, Frankenthal, Gießen, Her­born, Hersfeld, Kaiserslautern, Kirchheimbolano, Landau, Mainz, Marburg,

Mittherlungen gemacht, aus denen hervorgehen soll, daß der Exkaiser für sich das Recht in Anspruch nimmt, einen Ausruf an daS französische Volk zu erlassen.

Der regelmäßige Dienst zwischen Frankreich und Jtalten durch den Mont Cenis wird laut officieller Mittheilung am 16. d. M. beginnen, da die Abteilung der Bahn zwischen St. Michel und Modane jetzt vollendet wird.

Der Abzug der Deutschen, die noch im Oisedepartement standen, hat be­gonnen. In Dijon und Reims wurden in Folge von Angriffen, welche gegen zwei deutsche Soldaten verübt wurden, wieder strenge Maßregeln getroffen: in Dijon muffen um 8 Uhr Abend- alle Bewohner zu Hause sein, und j der spätere Verkehr ist untersagt; in Reim- werden Alle, welche die Befehle der deutschen Be­hörden nicht streng befolgen, vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die deshalb

in Reims erschienene Proklamation lautet:

Da zu verschiedenen Malen die deutschen Truppen von den Bewohnern der innerhalb de- Occupativn-kieisc- gelegenen Landstrichen mit Waffen angegriffen I wurten, welche Tod verursachen können, und da öfter die von dem deutschen (Som- Mandanten zur Sicherheit der Truppen erlaffenen Bestimmungen nicht befolgt wor- den sind, so wird da- Publikum durch die gegenwärtige Ordonnanz in Kenntniß gksktzt, daß alle Die, welche gegen Befehle oder Verbote handeln, die im Intereffe der Sicherheit der Soldaten erlaffen wurden, oder die Andere dazu aufgeforverl haben, gegen dieselbe zu handeln, sich darauf gefaßt machen müssen, vor ein Kriegs- gericht gestellt und mit einer G fängnißstrafe bis zu einem Jahre belegt zu wer­den. Im Hauptquartier, am 1. October 1871. Der Obercommandant, General- ftabsches v. Stosch, Generallieutenant.

Aus Algier, 2. October, wird der Corr. Havas geschrieben:Die Auf- regung in der Provinz Constantine ist noch nicht ganz unterdrückt, wie es die Depeschen der letzten Tage hoffen ließen; die Gränze von Tunis ist besonder- un­ruhig und man nimmt dort eine drohende Haltung an, und täglich hört man von wortbrüchigen KaikS oder Scheiks, welche mit ihren Contingenten die Masse der Insurgenten vergrößern. Die MitterungSverhältniffe, welche seit dem Juni herr­schen und besonders so drückend im September waren, Haven nicht nur die An­strengungen unserer Truppen paralysirt, sondern ihnen auch bedeutende Verluste deigebracht. Trvtzdem ist das Gros der Insurrektion besiegt und wir befinden uns nur Fraktionen von Stämmen gegenüber, welche die aufgelegten Bedingungen nicht annehmen wollen. Man fürchtet allgemein, daß das Sequester, dessen man sich in zu großem Maßstabe bedient, für die Zukunft Schwierigkeiten und Ge­fahren schaffen wird; man fürchtet, daß alle ihres Besitzes beraubten Männer eben so viel Bandenchefs abgeben werden, deren man nicht so leicht Herr wird. Im Jahre 1847 war man gezwungen, diese Maßregel aufzugrben, weil man bemerkte, daß sie zum Vandalismus führe.

Die neuesten Nachrichten au-Newyork über die städtischen Kaffenschwindeleien daselbst bestätigen die Erwartung, daß der geschickte Schritt, den der Siebziger- ausschuß ergr ffen, indem er Herrn Andrew'H. Green zum V.cecomptroller ernannte, Die D rnichluag desRings" vollenden wird. DieNewyorker Times" meldet, daß Comptroller Conolly nichts verschwiegen hat, und daß in Kurzem einer wenn nicht mehrere der infamen Spitzbuben, die sie denuncirt und blosgestellt hat, in einer Lage sin werden, um den Beistand der besten Adaocaten dringend nöthig zu brauch n. Das genannte Blatt fügt hinzu: Ein solches Spitzbubennest ist nie zuvor in dieser Welt ausgetrieben worden, und wir hoffen ernstltch, daß ehe die Woche vorüber ist, das StaatSgefängniß feine Thüren öffnen wird, um die Schwindler aufzunehmen. Jnzwiichen bat es sich herau-gestellt, daß inmitten aller der Unter- schleife viele der laufenden Verpachtungen der Stadt unbefriedigt geblieben sind; das Departement der öffentlichen Parke hat soeben eine Forderung von nahezu 200,000 Lstr. eingereicht.

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Die Verunglückungen auf den Bergwerken im preußtschen Staate wahrend des Jahres 1870 haben gegen das Vorjahr nicht unerheblich zugenommen. Sie sind von 427 auf 469 gestiegen. Zu dieser Steigerung hat vorzugsweise Die Explosion der schlagenden Wetter auf der Zeche N u Iserlohn am 12. December i870, bei welcher allein 35 Bergleute als Opfer fielen, beigetragen. Die meisten Verunglückungen entstanden durch Steinsall, wobei 184 Bergleute ihren Tod san­den. Durch schlagende Wetter verunglückten 60 Bergleute, durch Sturz 147, bei der Ein- und Ausfahrt in und aus den Werken 32, bei der Schießarbeit 14 ic. Die meisten Verunglückungen kamen vor bei Dem Steinkohlen-Bergbau 339, demnächst bei Dem Erz-Bergbau 79, bei Den andern Mineral-Gewinnungen

10, bei dem Braunkohlen-Bergbau 41 rc.

Berlin, 9. October. Pouyer-Quertier ist mit Gefolge morgen um 5 Uhr bei Fürst B-smarck zum Diner geladen.

Muylhausen, 6. Oktober. Heute Vormittag vereinigten sich, wre DieN. Mühlh. Ztg." melDet, unter Dem Vorsitz Des Präsidenten, Die StaatSprocuratoreii, das Richterpersonal und Die Sekretäre des hiesigen kaiserlichen LanDgerichtS in tem Sitzungssaal des ehemaligen Tribunal de commerce; es galt Dem deutschen Kaiser Den EiD Der Treue zu leisten. Nachdem Der Oberprocurator Die Verord- nung De« Fürsten Reichskanzler« betreffs Der Eidesleistung der kaiserlich deutschen Beamten in Elsaß - Lothringen, sowie Den Wortlaut Der EiDessorrnel mitgctheilt hatte, leistete zuerst Der Landesgerichtspräsident, hierauf Der Oberprocurator, sodann Die Räthe, Der Procurator, und endlich Die Sekretäre, jeder einzeln, Den Eid. Die erste Sitzung De« Landgerichts findet, wie schon erwähnt wurde, morgen statt.

Baden-Baden, d. Oktober. Nach derA. Z." hat wirklich eine städtisch Deputation beim Kaiser Die Bitte um Verlängerung De« Spielpachts vorgebracht, ist aber abweisend beschieden worden.

Wien, 10. Oktober. Anläßlich Der gestrigen Inauguration Des Rector magnificus fand Seitens Der SluDenten auf Der Aula eine Demonstration gegen Den anwesenden Unterrichtsminister statt, während Hochrufe auf Den Reichskanzler Grafen Brust erschallten. Der Unterrichtsminister verließ Den Saal.

Brüssel, 9. Oktober. In Folge einer Strike Der Gaslaternenanzunder fordert Der Bürgermeister Durch Maueranschläge Die Einwohner auf, selbst anjii- zünden. Man befürchtet, daß die Heizer die Arbeit cbenfallr einstellen.

Brüssel, 10. Oktober. DieJidependance" schreibt: Die Generalrat^' wählen in Frankreich sind ein wahres Waterloo jür Den BonapartismuS. ©tint Candidaten sind überall unterlegen; Schneider befindet sich unter Den wenigen Ll' wählten. , n ,x

Paris, 10. Oct. DerAgence Havas" wird über Den Ausfall Der M' neralraihswahlen aus Versailles gemeldet: Von Den bis jetzt bekannt getooiDeiio Wahlen fallen vier Fünftel auf Die Candidaten Der conferpatio-liberalen Paltet und Der Regierungsfreundlichen Republikaner. Die hervorragenderen GanDioatiirii Der Bonapartisten haben feinen Erfolg gehabt. Gavini unD Galloni d'Jstl«, welche von Den Imperialisten in Corsica aufgestellt worben waren, sind unterleg Conti kommt zur engeren Wahl. Legitimisten sind sehr wenig durchgekomE Die Ernennung Victor Lefranc'S zu« Minister des Innern an Stelle DcS ter- storbenen Lambrecht wird immer wahrfcheinftcher.

Nom, 3. October. Nach einer Nachweisung DerGermania" bat Der Petirl' Pfennig seit 10 Jahren folg nde Summen eingetragen: 1861 14,184,000 pN., 1862 9,402,000, 1863 7,046,000, 1864 5,832 000, 1865 6,415,000, lb6 5,939,000, 1867 11,312,000, 1868 11,000,000 FrS., zusammen 71,161,000 i Francs. , .

Nom, 7. October. Heute Morgen haben Agenten Der Regierung von M Klöstern ungeachtet Des Einspruchs Der Insassen und Der geistlichen BlhorDen «l

WXV«8 »« .-.-gr-phisch-n C°rr.spon°mz mttEhi.. .-»3^.«^ Wochen nirgends ein ernstlicher Widerstand gegen einen militärischen Handstreich land beginnen. (Durch ein einer Hamburger F-rma am 15. Sep^mber Durch wirD acleisto werden können. General Douay, welcher mit dem Kaiser Napoleon Die Lime derGreat-Northern-Tklegraph-Company zugegangenes Telegramm von eine halbe Stunde lang sprach, hat Herrn ThierS über Die Absichten desselben Nangasaki sJapanl ist Die interessante Thatsache Der Eröffnung dieser Lime con-

^Die Besorgniß vor einem militärischen Staatsstreich zu Gunsten des Bona­partismuS greift in Frankreich immer mehr um stH'^ch dasJournal des De- bat«" ist demselben zugänglich geworden, und die Note tm officiillen Blatt, in zvelcher die imperialistischen Demonstrationen im Lager von satorv dementirt wur­den, war keineswegs geeignet, dieselbe zu verscheuchen. Da« Dementi, welches sich auf eine Untersuchung Der Militärbehörde stützt, stellt cs nämlich vollständig in Abrede, daß in Satory Kundgebungen zu Gunsten des Exkaisers stattgefunden haben. Nun ist es aber ganz sicher, daß solche vorgekommen sind, und wenn man Alles ableugnet, so gibt man der Befürchtung Raum, daß Die Sache noch viel schlimmer war, als man bisher behauptete. Jedenfalls ist es für Frankreich sehr traurig, daß nach Dem ungeheuren Unheil, das Der BonapartismuS über dasselbe gebracht, dieser noch immer gefürchtet werden muß, und es nur wenige Franzosen 4tbt (und Darin liegt gerade seine Stärke), Die nicht wenigstens an Die Möglich' feit einer französischen Restauration glauben. Die Schuld trifft Die Versailler Versammlung und Regierung. Der ersteren fehlt cs an Einsicht und der letzteren an Energie. Dazu kommt dann noch, daß Herr ThierS zu pfi'fig ist und Alles durch kleine Jntriguen zu Stande bringen will, statt wie ein Mann vor die Ver­sammlung zu treten und ihr zu erklären, daß, wenn sie auf ihrem Weg bleibt, er sich zurückzieht. Die Bonapartisten, die mit großer Geschicklichkeit manövriren und intriguiren, reiben sich vergnügt die Hände. Die angeordnete allgemeine Entwaff­nung selbst geht ziemlich rasch vorwärts, und nachdem man den großen Städten, wie Lyon, Marseille, St. Etienne, Bordeaux, Touton, Nimes rc. Die Wasftn ge­nommen, werden jetzt Die wegen ihrer republikanischen Gesinnungen verrufenen Departements, wie Cher, Nievre und Allier, lahm f

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zFiuiuum, vhvvh. Gestern fand hier die Einweihung Der gegründeten Freimaurer-Loge statt, zu welcher sich 50 bis 60 Mitglieder auswärtiger Logen aus den Nachbarstädten G-eßen, Kaffrl, Offenbach rc. eingefunden hatten.

t Berlin, 9. Oktober. Die Dertheilung Der Beihilfen an entlassene Reser- viften und Landwehrleute aus Dem 4-MillionenfondS, welchen der Reichstag unter Betonung Der Dringlichkeit als interimistische Abschlagrzahlung aufgestellt hat, geht äußerst langsam vor sich und veif-hlt deshalb vollstänDig Den Zweck. Au- einzelnen Provinzen sind Denn auch Den StaatSbehörDen Anträge wegen Bewilli­gung eines NachschuffeS zu Den überwiesenen FonDS zugegangen. Den Provinzial- behorden ist Darauf eröffnet worden, daß man auf Derartige Anträge nicht ein- gehen könne, bevor nicht die Anzeigen aus sämmtlichen L^ndestheilen über Den Umfang des UntkrstützungsbeDürfniffeS vorliegen. Gleichzeitig sind Nachweisungen über Die Zahl Der Anmeldungen und Unterstützungsbeträge eingefordert worden. Dieselben sollen so beschleunigt werden, daß im Reichstage, soweit es nothwendig, bei Gelegenheit Der Berathung Der zu erroartenDen Vorlage, betreffend Die Der- ©enDung Der französischen KriegScontribution, Nachschüffe gefordert werden können.

Das submarine Telegraphen - (Sabel zwischen Rußland , China und Japan. Das russische Telegraphendepartement meldet, das, nachdem die große Nordische Telegrayhengesellschast Die (Sabel von Hong-Kong bis Shanghai und von Da bis Nangasaki gelegt hat, am 18. August auch die Versenkung des CabelS zwischen Nangasaki, Walviwostock und somit die Errichtung deS submarinen Tclegraphen zwischen Rußland, China unD Japan glücklich vollzogen worden ist. Von Seiten der Regierung ist die Linie von Szretent bis Cbabarowka schon im vorigen Jahre erbaut worden; gegenwärtig werden Die Arbeiten zum Bau Der Linie von Cha- barowka nach Waloiwostock beendigt, und Die Gesellschaft hat noch das Stations- gebäuDe bei Der Vereinigung des (Sabels mit Dem russischen Telegraphen zu er- i bauen. Mit Beendigung dieser Arbeiten uno Organisation des Dienstes wird Die

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er0n^^Önbott, 9. Dctober. Das Bcfineen ver Königin bessert sich antauemt. Lotd-Kanzler Hatherlcy hat sich noch Schloß Balworal begeben, um GlatsM- daselbst zu ersetzen. Feldmarschall Burgoyne ist gestorben.

Ncwyvrk, 9. Oktober. Nachrichten auS Chicago zufolge ist durch eine gW

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Me'l'ninaen, Neustadt a. H., Oberursel, Oppenheim, Osthoftn, Speycr, W esbaDe"n!der hauptsächlichste GeschästSstaDtiheil, vernichtet. Diele bffcnlliche Gebäude, und WarmS. Anmeloungra zum Beitritt nimmt Franz Wirth in Frankfurt, bei!Höfe, Hotels ersten Ranges, Da- Telegraphenbureau, dte Redactionöloca e

Besondere Vek $ie Annahme fine 4294) Das zur Hei. Mge Anzünden un Feuers soll an eine ir vertraute Person verget her um diese Stelle b Laaen bei uns anzunie Iemerkl wirb, daß leistet werdenden Veri Drlich etwa an 25 T mi6- Gietzcn, den 9.

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