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Mitteln errichtet und unterhalten, bekamen kaum halb so viel Schlafgäste als sie

Jahres ab die leichte Brodportion für die Soldaten um 3 Loth und die sawere um 4 Loth täglich zu erhöhen sind, so daß sich die leichte von 1 Pfund 12Loth auf IVr Pfund = 750 Gramm erhöht und die schwere von 1 Pfund 26 MH auf 2 Pfund 1000 Gramm. Außerdem darf zur künftigen Brodbackung ein Theil Weizen und drei Theile Roggen verwandt werden, und sind bei einer gleich, zeitigen und feineren Vermahlung, als bisher- üblich, an Kleie beim Weizenmehl 8 pCt. und beim Roggen 12 pCt. zu entziehen. Dieses gilt zunächst für viejini- gen Corpsbezirke, in Venen die Truppen bisher ähnliches Brod empfingen und sind in sämmtlichcn Corpsbezirken hierüber Probeversuche anzustellen, und hierbei ge­stattet worden, daß statt des Brodes von Weizen- und Roggenmehl, sofern die landesüblichen Gewohnheiten ein Bedürfniß dazu anerkennen lassen, ein Brod aus reinem Roggenmehl mit 15 pCt. Kleieabzug gebacken und verabreicht wn- den kann.

DieKreuzzeitung" bringt wieder ein prachtvolles Kunststück diplomatischer

Dementirungsarbeit. Sie will nämlich von competenter Seite die Mitlheilung erhalten haben, der Major v. Plötz, der Erfinder des geflügelten Wortes von dem größeren Kapital an Ehrgefühl bet Offizieren, habe nicht wegen dieser seiner Aus­sage im Reichstage, sondern wegen seiner bei Königgrätz erhaltenen schweren Der- wundung den Abschied nachgesucht und erhalten. Dagegen wäre nichts zu sagen, dieKreuzzeitung" fügt aber hinzu: Im Uebrigen ab^r wird Herr v. Plötz als wohlhabender Mann durch feine Pensionirung in eine Lage gesetzt, die er lange gewünscht hat, und es entsteht nun die Frage: ist Herr v. Plötz erst jetzt plötzlich ein wohlhabender Mann geworden, oder hat sich die wünfchenswerthe Lage erst fühlbar gemacht, nachdem das geflügelte Wort dem Zaum feiner Zähne entfloh? Wir glauben das Letztere annehmen zu dürfen, und dieKreuzzeitung"

wohl wußten, daß Vie Inhaber Vieser Mäntel Offiziere waren, ein willkommenes Ziel für ihre Kugeln Varboten.

Wenn es auch fest steht, daß die Herrschaft des ThalerS zu Ende ist, so ist die Angelegenheit, betreffenv die Regelung ter Münzfrage, doch noch nicht so spruchreif, um in Form einer Vorlage an den Bunvesrath gelangen zu können. Man hat sich noch nicht einmal über die Benennung der Münzeinheit entschieden und schwankt noch zwischen Krone, Mark, Schilling und Gulden.

Die Frage ver Aichung der Schankgefässe und Schankgläser wird demnächst vom Bundesrathe endgiltig entschieden werden.

f Gutem Vtrnehmen näch hat der König von Dänemark bei der Begegnung mit dem deutschen Kaiser in Baden-Baven der Ueberzeugung AuSvruck gegeben, daß nicht blos Dänemark, sondern vie skandinavischen Staaten überhaupt zu dem deutschen Reiche in Vie freundschaftlichste Stellung treten werven. Als Serbin- dungsglied zwischen Deutschland einerseits und Norwegen-Schweden andererseits ist die Stellung Dänemarks gegenüber Deutschland selbstverständlich von ganz be- sonderer Bedeutung und da mit der veränderten Politik der deutschen Regierung der nortschleswigschen Agitation der Boden vollständig entzogen tst, so ist anzu- nehmen, daß der oben gedachte persönliche Wunsch des Königs von Dänemark in seinem Reiche nirgends auf Widerstand stößt.

Nach Berichten aus Clermont vom 29. September lagen an diesem Tage noch 800 Bayern in der Stadt. Senlis, Compiegne, Ereil und Crepy waren ebenfalls noch besetzt. Es ist unbekannt, aus welchen Gründen die Occupation Vieser Städte, die nach dem französischen olficiellen Blatte am 25. September auf­gehört haben sollte, noch fortdauert. Die Versailler Regierung hat bis jetzt keine Aufschlüsse darüber gegeben. In Dijon, wo in Folge von Angriffen gegen deutsche Militärs Die verschärfte Belagerung erklärt und die allgemeine Entwaffnung ange­ordnet wurde, sind mehrere Personen wegen Verheimlichung von Waffen, Auf­läufen und Plünderung gegen deutsches Militär zu verschiedenen Gefängnißstraftn verurtheilt worden, die sie in Deutschland absitzen muffen. Ein gewisse Glllot und ein Gerbermeister erhielten ein Jchr, ein gewisser Vallot sechs Monate, der Advocat Vallot und ein Kaffeehaus-Kellner Vrei Monate. Dieselben wurden schon

entgehen!

Berlin, 4. Oktober. DerProvinzial. Korrespondenz" zufolge wird die Reichstagssession, deren Dauer nicht sehr ausgedehnt sein könne, etwa in ver Millt Ves lausenden Monats eröffnet werden. Die wichtigste Vorlage wird der Reichs« Haushaltsetat bilden, wobei der Reichstag zum ersten Mule über die Ausgaben für das Reichsheer zu beschließen hat. Sollte die Reichsregierung dem Reichs« tage noch keine vollständige genaue Aufstellung Ves Etats für das Reichsheer vor«

t Berlin, 2. Oktober. Der vlelgefürchtete Quartalsumzug hat mit dem heutigen Tage begonnen, allein das Schreckliche, was man in seinem Gefolge erwartete, ist bis jetzt nicht eingetreten. Der Umzug geht allem Anschein nach in gewohnter Ordnung von Statten, und wenn auch wohl einige Familien mehr wie sonst momentan ohne Obdach bleiben werben, so wird dies voraussichtlich auch diesmal nur einige Tage dauern. So viel steht fest, Vas ven Hauswirthen an- gedrohte Vehmgencht hat nicht stattgesunden, und der Crawall, aus den sich unsere Petroleumpartei spitzte, mußte ausgesetzt werden, weil es heute unausgesetzt regnete. U-ber den Umfang ver eintretenden Obdachlosigkeit denken wir morgen nach

erwarteten. Das Männerasyl beherbergte 124 Personen, darunter 16 Familien« väter mit 29 Kindern; Vie Frequenz im Frauenasyl betrug 73 Personen, varunter 26 Frauen mit 19 Kindern. Auffällig ist die Erscheinung, vaß vaS Gros der übrigen Asylanten, Männer sowohl wie Frauen, aus Aftermiethero, sogen. Schlaf« burschen, bestand, die augenblicklich keine Wohnung finden konnten. Am schlimm« sten mußten unter der sogen. Wohnungsnoth unsere'Schutzleute leiben, weiche seit Dem letzten Sonnabend auf der Hauptmacht-'rin Polizei-Präsidial-Gebäude con« signirt sind und dort vergeblich aus ihre Verwendung bei einem etwa ausbrechen« den Crawall warten.

Der Kaiser hat den Cultusminister ermächtigt, die preußischen Bibliotheken und Universitäten zur Abgabe von Doubletten an die Bibliothek in Straßburg anzuweisen.

t Berlin, 3. October. Die unter dem Vorsitze des preußischen Justiz« Ministers hier tagende Commission zur Berathung des Entwurfs zur deutschen Civilprozeßorvnung bürste bis zu Ende dieses Jahres ihre Arbeit vollendet Haden und ver Entwurf dem deutschen Reichstage in der Frühjahrs - Session vorgelegt werden. Schon jetzt gilt als feststehend, baß keine Schöffengerichte und keine Civil« jury eingeführt wird. Dagegen ist auf eine ausgedehntere Anwendung Ves Gr« schworenen-Gerichts-Verfahrens Bedacht genommen, wie denn auch der wiederholte vergebliche Nothschrei der Presse nach Geschworenen gebührende Berücksichtigung erfahren hat. Hieran würbe sich bann ber Erlaß eines EinführungSgefttzeS knüpfen, daS insbesondere ven Uebergang aus vem bisherigen in VaS neue Der« fahren regelt, ferner ein Gerichtsverfassungsgesetz, ein Gebührengesetz, eine Notariats« ordnung. Der ausgearbeitete Entwurf einer deutschen ConcurSordnung, die eia vereinfachtes Verfahren und VerkehrSerleichterungen bezweckt, geht seiner Vollendung entgegen. Ebensoweit dürfte im Anschluß an das deutsche Strafgesetzbuch die pro« jectirte Strafprozeßordnung gediehen sein. Auch das Militärstrafgesctzbuch schlich lich soll eine andere Gestalt erhalten.

Berlin wird noch manche unerfreuliche Reminiscenzen an die theilweise be­endeten Strikes zu knüpfen haben. Vor einigen Tagen war hier ein Bauunier« nehmer aus Metz anwesend, welcher für circa eine Million Thaler Tischlerarbeiten, Die zu den in Elsaß - Lothringen aufzuführenden Regierungsbauten, Easernen » erforderlich sind, an hiesige Tischlermeister vergeben wollte. Trotz Der Geneigtheit Der hiesigen Tischlermeister, derartige Lieferungen zu übernehmen, hat ver Offerent hier nichts ausrichten können; die hiesigen Reflectanten trugen Bedenken zu con« trahiren, weil sie bei dem noch nicht beendigten Strike der Tischsergesellen nicht wissen, ob sie über die erforderlichen Arbeitskräfte zu verfügen Haden würden. In diesem einzigen Falle also schon wird Berlin durch einen Strike eine runde Million

Widerspricht dem nicht.

Seit fast acht Tagen leitartikelt dieKreuzzeitung" über die Schädlichkeit der Civilehe, unD noch in ihrer letzten Nummer versucht sie haarscharf zu be­treffen, daß durch d'e Civilehe das Volk von seinem Golt, von seinem Kaiser und von seiner Familie abwendig gemacht wird. In dieser selben letzten Nummer bringt die fromme Kreuzschwester eine kleine unscheinbare Notiz, wonach weder von der bayerischen Regierung Der Erlaß eines ReichSgesetzcs über Die Civilehe beantragt ist, noch ein solcher Entwurf im Justizministerium ausgearbeitet wiiD. Ist das wahr, und dieKreuzzeitung" kann es ja wissen, wozu dann Das ganze Gekeife? Selbst im Reichstage wird Die Civilehe bei Den vereinigten Conftr- vativen, Freiconservatioen und Ultramontanen auf erheblichen Widerstand stoßen, wirb Die Vorlage aber Dem preußischen Landtage gemacht, so kommt sie aus dem Herrenhause gewiß nicht lebendig heraus. DieKreuzzeitung" hätte also wohl eher Ursache, Hosiana zu singen.

DasFrankfurter Journal" stellte dieser Tage die vielfach verbreitete Nach- richt in Abrede, Die in FulDa versammelt gewesenen Bischöfe hätten eine gemein schaftliche Adresse an Den Kaiser gerichtet. DieKreuzzeitung" will jeDoch aus guter Quelle wissen, Daß die Nachricht trotzdem begründet sei.

Auch Die scheinbar unbedeutendsten Einzelheiten in unserer HeereSorganisation werden durch die Erfahrungen des letzten Krieges theilweise alterirt werden. Dem

amtlichen Quellen mittheilen zu können

Die Daubttz'sche Staatsbürger - Zeitung brachte heute die Notiz, bezüglich ver Aufhebung Der evangelischen und katholischen Abtheilung im Cultusministeriuln habe ver Kaiser mit Umgebung des CultuSministerS Den betreffenden Vortrag des Unterstaatssec.etailS Lehnert entgegengenommen und darnach den bezüglichen Be­schluß gefaßt. DieNordd. Allg. Ztg." bemerkt dazu:Es bedarf Lum der Versicherung, vaß viese Darstellung aus der Lust gegriffen ist, da für Jeden, Der sich ver tatsächlichen Vorgänge zur Zeit des bezüglichen BrschluffeS ver Staais- regierung erinnert, jene Angaben sich als vurchaus unrichtig kennzeichnen. H<n, vunkel ist Der Rede Sinn!

f Berlin, 3. October. Die Befürchtungen über Die angebliche Wohnungs- noth in Berlin fei Dem heute als beendet anzusehenden Umzugstermine haben sich als vollständig grundlos erwiesen; im Gegentheil scheinen vie schon wochenlang vorher ausgestreuten Gerüchte von einem fühlbaren Mangel an Wohnungsgelaffen von einem zu erwartenden Crawall u. s. w. eher günstig auf das obwaltende Ver- hältniß eingewirkt zu haben, indem einerseits die Wirthe von übertriebenen Mieths- forderungen abstanden, anderseits vie nicht unbeschwcrliche Jagd nach einer neuen Wohnung noch schärfer betrieben wurde. Thatsache ist, daß bei Dem diesmaligen Wohnungswechsel kaum so viel Familien momentan obdachlos biteben , wie am letztvergangenen 1. April. In das städtische Arbeitshaus waren bis heute Mittag etwa 20 obdachlose Familien ausgenommen worden; Der Polizeigewahrsam, d-.r für aewöhttlich ca. 60 Oboachlosc beherbergt, zählte in letzter Nacht nur 42 In-

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Karl erfolgte aber nicht, bis Herr Peixotto ein direkt an den Fürsten vom Staats- ecretär der Vereinigten Staaten adressirtes Beglaubigungsschreiben prasentiren onnte. Dieser Gebrauch ist von allen Mächten stillschweigend sanctiomrt worden, und wenn Rumänien auch nicht das Recht bitte, diesen Gebrauch als Norm hm- mstellen und darauf zu bestehen, so pflegte es, wie dies schon vorgekommen ist, Den betreffenden Vertreter zu bitten, viesem Gebrauche nachzukommen. Nun hat Fürst Bismarck die fernere Anerkennung Dieser Sitte verweigert unD seinem nun- mehrigen Vertreter blos einelettre dintroduction mitgegeben. Das Circular, wodurch Die Consuln ihren anderen Collegen hier ihre Ernennung zu notlficiren pflegten, erfolgte gewöhnlich, ohne DcS Berats Erwähnung zu thun; der neue Vertreter des deutschen Reiches aber spricht hiervon in seiner Note an Die Consuln, wie er auch von derlettre dintroduction spricht.

Vernehmen nach werden nun auch die Regenmäntel unserer Offiziere, deren sich . ... - - -

Dieselben fast allgemein bedienten und mit denen sie auch in'S Gefecht gingen, in fassen, und Die beiden Asyle für Obdachlose,^ von ^hiesigen ^auS Privat«

künftigen Feldzügen in dieser Art nicht mehr zum Gebrauch gelangen. Es hat ' ' ......... r"***

sich nämlich herausgestellt, daß diese blanken Regenmäntel auffallend deutlich in Der Linie der Soldaten hervorstachen und für Die französischen Schützen, die sehr

Versailles, Ml über cie im ktt jje Ausnahme uuszespi Miet fint

London, 2. Octo- Me gehalten um de irl wirv grmeidt!, 0^ topf geraden, bei wel 16 Drei Banner verhaft

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nach Deutschland obgeführt. Jedenfalls ist es zu bedauern, daß die National­versammlung durch ihr Votum vom 16. September die Erledigung der elsaß- lothringer ZollangelegenheitrN saft zu einer Unmöglichkeit gemacht hat, da jene Deport, menis anderenfalls bereits vollständig geräumt sein würden.

Auch Bucharest vom 22. September wiro DerN. Fr. Pr." gemelvet: Daß die deulsche Regierung den Directen politischen Verkehr mit der hiesigen Negierung abgebrochen hat, kann als ein Factum hingestelll werden. Der Exkaiser Franko reich- Halts zuerst den Gebrauch eingeführt, seinen Agenten o'fficiell und direct beim Fürsten Rumäniens mittels eines ministeriellen Schreibens zu beglaubigen, so zwar, vaß der betreffende Agent den vom Sultan ihm übergebenen Berat in Der Tasche behielt und nur seine direkten Akkreditive dem Fürsten überreichte. Dem Beispiele Frankreichs soigien Italien, hierauf kamen Preußen und nach und .o. __________,.......o_ o.....

nach die anveren Staat-n. So z. B. hatte Amerika seinen jetzigen Vertreter!legen können, so mürbe doch vie Feststellung der Gesammthöhe der nächstjährigen Peixotto nur bei ver Pforte accrevitirt, der feierliche Empfang seitens des Fürsten! Ausgaben für das Heer zu erfolgen haben. Zn erwarten seien noch Vorlagen

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