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und beschwören sie, im Unglück ruhig und einig zu bleiben. Das ist sowohl die Ehre, wie die Kraft derjenigen, welche das Glück im Stiche ließ, und muß ihnen auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.

4- Paris, 27. Febr. (Officielle Bekanntmachung der Regierung.) Die feindliche Armee wird in Paris keinerlei Requisitionen vornehmen und in Staats- gebäuden einquarttrt werden. Die französischen Truppen werden das linke Seine- ufer besetzen. Kein Franzose darf bewaffnet oder uniformirt die von den Deut­schen occupirten Stadttheile betreten.

4- Pans, 27. Febr. Das Journal des Debats sagt, der Waffenstillstand seiblS dadin ausgedehnt, wo die Rational.Versammlung in Bordeaux die FriedenS-Praliminanen bestätigt haben würde" ; bei den Verhandlungen seien Thiers und Favremehrere Male auf dem Punkte gewesen, Alles abzubrechen und den Krieg wieder aufzunehmen"; auch der Fünfzehner-Ausschuß habe diese Aufregung mit empfunden; jetzt sei (unter den bereits bekannten Bedingungen) abgeschlossen worden; ..die Preußen würden am Mittwoch in Paris einrückcn und 30,000 Mann stark bis zur Place de Concorde marfchiren"; Thiers, die Mi­nister und der Ausschuß würden am Montag Abend nach Bordeaux abreisen.

4- Paris, 27. Febr. Das officielle Blatt zeigt an, in Folge der republi­kanischen Manifestation auf dem Bastilleplatze ergriffen die Meuterer einen Agenten der Polizei und warfen ihn in die Seine, wo er ertrank. Der Beamte, welcher denselben zu reiten suchte, mußte die Flucht ergreifen und sich in einer Caserne sicherstellen, um einem gleichen Loose zu entgehen.

Bordeaux, 27. Febr., Mittags. Die Liberte autoristri mitzutheilen, daß mehrere republikanische Deputirte unmittelbar nach Votirung ccs Vertrags die Jnanklagezustandsctzung Trochu's und mehrerer anderer Mitglieder der früheren Regierung verlangen werden. Die Liberte versichert, die republikanische Linke beschloß, die Abstimmung mittelst Namensnennung, welche auf dem Bureau pro- tocollirt wird, zu verlangen, sobald dic Regierung den Friedensvertrag der Ver­sammlung mitgetheilt habe. Rente 53.40. fest. Es herrscht vollständige Ruhe. Der Friede wird fast für gewiß gehalten.

A Bordeaux, 27. Febr. In einem an Grevy gerichteten Schreiben zeigt der Abgeordnete Turquet an, baß er heute in der Nationalversammlung den Dringlichkeitsantrag auf Prüfung der Wahlmandate der Prinzen aus dem Hause Orleans stellen und für ihre Zulassung in die Versammlung stimmen werde.

A Bordeaux, 28. Febr., 8 Uhr Morgens. Die 15 Mitglieder der den Friedenöunterhändlern beigegebenen Commission sind mit Thiers und Favre heute Nacht angekommen. Der Moniteur ofsiciell veröffentlicht die heutige Tagesordnung der Assemblee: Um 1 Uhr Vereinigung im Bureau, dann Berichterstattung der Fünfzehner-Commission. Es findet hierauf eine öffentliche Sitzung statt, im Fall daß die Regierung eine Mittheilung zu machen hätte.

4- Brüssel, 27. Febr. Der Etoile Beige meldet aus Paris vom 27.: Wahrend der Nacht wurde Generalmarsch geschlagen und die Nationalgarde hat sich in Masse nach der Avenue des Thernes begeben, um sich dem Einmärsche der Preußen zu widersetzen, welche bei ihrer Absicht, einzumarschiren, beharren. Man darf sich auf traurige Ereignisse gefaßt machen. Die Preußen werden wahrscheinlich Mittwoch einrücken. (?)

DasEcho du Parlement" berichtet von einer Arbeitseinstellung in den Kohlenwerken der Bois de Boussu.

4- London, 27. Febr. Im Unterhause interpellirt Otway: Welches sind die FriedenSbevlngungkn? Versucht-e England franzosenfreundlich einzuwirken? Werden britische Militärcommiffare den Germaneneinzug begleiten? Gladstone sagt auf die Anfrage: Herr Bernstorff kündigte die Unterzeichnung der Friedens» Präliminarien an, hatte aber officiell keine Kenntniß von den Bedingungen. Die Regierung ist nickt uneingedenk ihres Versprechens für die Mäßigung derselben zu wirken. Sie könne gegenwärtig nicht mehr sagen. Die allgemeine Regel ver­biete die Anwesenheit der Attaches bei der Feier militärischer Erfolge, und die Regierung wies daher Hozier und Walker an, Die Deutsche Armee bei irgend einem Triumpheinzuge in Paris nicht zu begleiten.

London, 28. Febr. Die Times meldet aus Paris vom 27. d. M.: Die Aufregung ist unbeschreiblich, die Straßen sind mit Bewaffneten gefüllt, welche den Preußen und allen Verräthern Rache schwören. Die Bedingungen haben wie ein Donnerschlag gewirkt. Die Gemäßigten sind betäubt. Das preußische Stabsquartier wird im Elysee sein, wo ein Frühstück stattfindet. Der Kaiser wird an dem nämlichen Tage wieder nach Versailles zurückkehren. Thiers reist heute Abend nach Bordcaur. Die Ratification des Vertrags wird Donnerstag erwartet. AurelleS de Paladine ist zum Commandanten der Pariser Nationalgarde ernannt. Gestern Abend ging das Gerücht, daß Die Preußen morgen um 10 Uhr einziehen würden. Auf Den BoulevarDS wogte eine dicht gedrängte Volksmaffe. TaufenDe von Nationalgarden zogen nach dem Triumphbogen. General Vinoy, welcher wußte, daß Die Preußen heute nicht kommen würden, ließ Die Menge gewähren. Heute Morgen um 9 Uhr marschirten bedeutende Militärmassen über die Boule­vards nach den Elyseeischen Feldern. Die Nationalgarden sind verschwunden; Bclleville ist stark bewaffnet, aber ruhig. Die noch unter Waffen stehenden regu­lären Truppen werden beim Einzug der Preußen am Dienstag ausmarschiren, um Die Nationalgarde in Ordnung zu halten und sich Dann zurückziehen. Eine Colli- sion zwischen Truppen und Nationalgarden könnte möglich sein, wenn Erstere sich nicht weigern, Feuer zu geben.

Literarisches.

Die Verfassung des deutschen Reiches. Nördlingen. Beck. (15 fr.)

Wir können uns nicht versagen, auf die obige schöne handliche und billige Aus­gabe der deutschen Reichsverfassung hinzuwcisen, welche soeben bei Beck in Nördlingen erschien und sicher einem in diesem Augenblick weitverbreiteten Bedürfniß entgegenkommt. Dieselbe gewährt die Möglichkeit, sich mit der Reichsverfassung auf die leichteste und sicherste Weise bekannt zu machen, da in ihr die zahlreichen Sonderbestimmungen für Bayern und Württemberg mit dem Texte der Verfassung in einheitlichen Zu­sammenhang gebracht sind.

In gleicher hübscher Ausstattung ist in demselben Verlage das R eich sw a hl- gesetz mit Reglement erschienen.

Börsennachricbteii.

28. Februar 1871.

Actien.

Oest. Creditact. 240/$ 5% östr. F. St. E. B. 3631,2 Lombard. Bahn 1713/s Ludwigsh.-Bexbach 165 Maxbahn 1091/4 Bayer. Ostbahn 1243/4 Hess. Ludwigsb.-Aot. 136* b Alsenzbahn-Actien 851/4 Oberhessen 673/ö

Prioritäten.

30/o Öster. Stsb.-Prior. 56'/g 3% öst. s. Lombard 73 30/0 Livorneser 311/2 - 5°/q Toscaner 50

5°,o Elisabeth.-Prior. 77

do. II. Emiss. 821/2

Anlehensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 64% Nassau 25 fl. 381/2

40/g bayr. Präm.-Anl. 1083/b Ansbacher 7 fl. 12

40/g badische Loose 108 Badische fl. 35 Loose 61 Oestr. fl. 250 v. 1854 701/4 1858r Prioritätsloose 156*, 4 1860r Loose 77* k 1864r 1183/4

Braunschweiger 16' a Stadt Madrid 217 b

Wechsel.

Amsterdam k. S. 1001/4

Augsburg k. S. 997/g

Berlin k. 8. 105

Bremen k. 8. 97

Cöln k. 8. 104%

Hamburg k. 8. 881/4

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. 1 !93/g

Lyon k. 8.

Paris k. 8. 933/4

Wien k. 8. 953/4

ditto m. 8.

ditto 1. 8.

Disconto 31 2% G.

Geldsorteo.

Pr. Cassen-Soh. 1 447/8-451 r

Sachs. Ä

Div. Cassen-A.

Pr. Friedrdor 9 57i/258* 2

Pistolen . . 9 42 44

doppelte 9 4850 Holl. fl. lOSt. 9 5456 Ducaten . . 5 3537 20 Frankenst. 9 25*,226* Engi. Sover. 11 5559 Russ. Imper. 9 4345 Dollar in Gold 2 2728

Preuss. 4l/2°/o Oblig. 94 Frankf. 31/2 % Obi. 80%

Nass. 4i/2u 0 Obi. 93 Kurhess. 4% 82*/2 Gr. Hess. 5% Obi. 101/s

n 40, G n 931/4

n n 31/2% -

Bayer. 5» 0

4i/z0/0 1jährige 94' 4

40/g 1jährige 873/b Würtemb. 4V2 °/o Obi. 933,s Baden 4/20/0 Obi. 0. E. L. 93 Oesterr. Silberrente 55%

Papierrente 4»3/g

n 5°/q M. steuert. Amerik. Bonds 1881r 98i/2

n 1882r 96

n 1885r 951/2

1887r 95*2

Spanier, neuest. 3% 301/g

Arden.

Frankf. Bank 13 2%

Frankf. Vereins-Kasse 104%

Darmst. Bankact. 327

Wien Bankactien 690 Galizier. 2361/2

Allgemeiner Anzeiger.

Versteigerungen.

491) Donnerstag den 30. März d. I., Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigem Rathhanse die den Fried­rich Furckel's Eheleuten gehörige

Flur Nr. aJtlftr. Z

V974 12 Hofraithe auf dem Asterweg,

gibt 463/t fr- Rente, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 14. Februar 1871.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen. _______(Semmlei~, Ortsgerichtsmann.

Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförstern Hohensolms.

635) Montag den 6. März c. soll im DistrietScheuernwald" undEichelsberg" nachstehendes Brennholz versteigert werden:

93 Stecken Buchen-Scheidholz, 1. Classe,

73 Buchen-, Eichen- und Tannen-

Prügelholz,

154V2 dergl. Stockholz,

6500 Wellen dergl Reisholz,

4850 Buchen-Forstreister.

Alsdann wird Dienstag den 7. März c. daselbst nachstehendes Bau-, Werk- und Nutzholz versteigert:

228 Eichen-Stämme von 6 bis 16 Zoll Durchmesser und 20 bis 60 Fuß Länge = 5982 Cubikfuß,

272 Fichten- und Lärchen-Stämme von 6 bis 16 Zoll Durchmesser und 50 bis 100 Fuß Länge 10216 Cubikfuß,

461 Stück Eichen- und Fichten - Stangen, zu Wagner- und Grubenholz geeignet.

Die Zusammenkunft und der Anfang ist jedesmal des Morgens 9 Uhr im Distriet Scheuernwald" auf der alten Wetzlarer Straße. Hohensolms, am 24. Febr 1871.

Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Därmer, Förster.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.

634) Montag den 6. März 1871, von Vormittags 9 Uhr an,

soll in dem Gießener Stadtwalde, Schutz­bezirk Fernewald, Distrieten Bruderwinter u Unterwald, nachverzeichnetes Holz öffent­lich versteigert werden, als:

80 Stecken Nadel-Prügelholz,

221/z Stockholz,

1152 Wellen Neisholz,

347 Nadel-Stämme mit 5544 Cubikfuß,

173 Stangen 1132

Die Zusammenkunft ist auf dem Wege von Annerod nach Steinbach, an der Strangswiese.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli d. I. gestattet-

Die Großh. Bürgermeistereien der um­liegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 28. Februar 1871.

Großherzoglicke Bürgermeisterei Gießen- Vogt.

Feilgebotenes.

681) Sehr guten Limburger Käse, Prima-Qualität, das Pfund zu 18 fr-, empfiehlt Gg. Sch mehl, am Brand.

658) Anima*, eingemachte, Ana- niiN-Syriip (zu Bowlen), sowie III- encliof-, Cardinal- und Jflalweln- ensenz, PunMclie**enz, Malaga, Madeira empfiehlt hiermit bestens

Ed. Lind, Kirchenplatz.

679) Eine große Quantität Dickwur- zcln verkauft W- Jacobi WiUwe,

Schöne Aussicht.

68i) Theodor Francksche

Altljr r-B unli 011 ü,

Vaihinqen a/E.,

ein noch nicht übertroffenes Mittel gegen Husten, Brustschmerzen, Heiserkeit, HalSbcschwerden rc, empfiehlt in Onginalpacketen ä 14 und 7 fr.

Earl Hoffmann.

§ Mein und Bukskin Lager, zu billigen und fcflen greifen, empfehle bestens.

Ludwig Lang,

Marktstraße 25, vis-ä-vis dem Kaufmann Herrn Emil Pistor.

61) Häckselmaschinen, Dickwurzmühlen, Oelkuchen- brecher der verschiedensten neuesten Constructton, stets vorräthig bei Georg Nenzel (Maschinenfabrik.)

585) Ein Pferd, Wallach, fehlerfrei,! 4jährig, geritten und gefahren, steht -um Verkaufe bei H. Becker, Neue Anlage.

665) Täglich frische Milch bei H. E- Jughardt, Marktplatz

629) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Haus.

659) Ein einspänniger Pferdewageu, fast noch neu, sowie eine große Quantität Erdgewächfe, habe zu verkaufen.

Georg Reuß, Sattler in Lich.

660) In Salzböden steht ein 2jäbrigcr schöner Fassclochse (Vogelsberger Race), zu verkaufen. Näheres bet Schultheis Wag- n er daselbst.

666) Ein noch in gutem Zustande be­findlicher Sied-Kesscl ist billig zu verkau­fen bei Ernst Jughardt,

Metzger.

672) Bei Carl Fischer III. in Lich steht ein guter einspänniger Wagen zu verkaufen.

1307 OKlstr. Acker auf der Warth, gegen­über Prof. Jhering's Garten, 900 Acker am Krosdorfer Weg,

37t Acker am Wismarer Weg,

bei der Wollspinnerei, mit Klee besaamt, seither von Müller Weimar innegehabt, in bestem Zustande, sind ans 4 Jahre zu verpachten.

(657) H. Becker, Nene Anlage

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