Regierungstruppen
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/X Versailles, 30. Mai. Ein D;cret Thiers ordnet die Entwaffnung der gefjmomn Pariser Nationalgarden an und ebenso die Auflösung in den gesummten SeinedepartementS. Marschall Mac Mahon fordert die Bewohner von Paris t* einer Proclamatioa aus, Vie Wiederaufnahme der Arbeiten des Friedens zu beginnen.
/X Versailles, 30. Mai. Laut dem „Soir" wurde Blanqui hierher trans- portirt. Gegenüber dem ungestümen Drängen der Monarchistenpartci, die Ab« urtheilung Assy's und Consorten zu beschleunigen, ist das Uatersuchungsgericht im Gegenthnl bemüht, den Beweis zu liefern, daß Affy und Consorten als Urheber der unheilvollen Märzkatastrophe im Solde der Jmperialtstenpartei gehandelt haben.
/X Brüssel, 30. Mai. Seit gestern wird hier wieder zum ersten Male die dLrecte Briespost vom Sonntage vertheilt, nachdem die Pariser Hauptpostbureaux an letzterem Tage eröffnet worden sind.
/X Brüssel, 30. Mai. Victor Hugo, der bekanntlich in einem offenen Briefe die Priuciplen der Commune verteidigt hat, erhielt gestern Nacht eine Katzenmusik.
/X Brüssel, 30. Mai. Die „Jndepenvance^ veröffentlicht interessante Ent- hüllungen über Umtriebe, welche in Versailles zum Sturze Thiers' stattgefunden. Das Blatt bezeichnet Changarnier als Bourbonischer Champion.
Constantmopel, 29. Mai. Das diplomatische Corps qratulirte dem Großvezier wegen der Eroberung von Saida, wodurch der Aufstand der Beni AssirS von den türkischen Truppen unterdrückt wurde.
Literarisches.
* i>r. Otto H übner's statist. Tafel aller Länder der Erde. 1871. 20. Auflage. Dieselbe, im Verlage der F. Boselli'schen Buchhandlung im Frank, furt a. M- erschienen, hat durch den Krieg von 1870 und die Constituirung und Vergrößerung eines deutschen Reiches dießmal ganz bedeutende Veränderungen erfahren, so daß sie Jedermann zu empfehlen ist, der sich für wenige Groschen über die heutige materielle Cultur aller Völker schnell unterrichten will. Sie enthält Größe, Regierun^s- form, Staatsoberhaupt, Bevölkerung, Ausgaben, Schulden, Papiergeld und Bankiro- tenumlauf, stehendes Heer, Kriegs- und Handelsflotte, Ein- und Ausfuhr, Zollem- uahmen, Haupterzcuguisse, Münze und deren Silberwerth, Gewicht, EUcnmaß, Hohlmaß für Weine und Getreide, Eisenbahnen, Telegraphen, Hauptstädte und die wichtigsten Orte (mit Einwohnerzahl) aller Länder der Erde. Preis 5 Sgr.
Staatsschatz deponirten Rententitel gerettet wurden. Die Leiche Deleseluze's ist in einer Straße gefunden worden; ihre Identität ist festgestellt.
Versailles, 28. Mai. ThflrS hat ein von heute datirtes Rundschreiben erlassen, welches besagt: Unsere Truppen, welche gestern die Buttes Chaumont und Belleville eingeschlossen hatten, haben diese Nacht alle Hlnderniffe überwunden. DaS Corps Ludmirault überschritt das Bassin von Vineffe und erstieg die Butte- Chaumont unv die Höhen von Belleville, auf deren Gipfel sie mit Tagesanbruch ankamen. Gleichzeitig hatte das Corps Douay den Boulevard Richard Lenoir verlassen und war auf die Position von Belleville lo-gerückt. General Vinoy erstieg den Kirchhof Pere la Chaise und nahm die Mairie d?S 20. Arrondissement-, sowie das Gefängniß La Roquette. In Letzterem wurden noch 169 Geißeln am Leben getroffen, 64 batten die Insurgenten bereit- erschossen, darunter der Erz. bischof Darboy, der Pfarrer Deguerry und der Präsident Boryean. Die Aufstän- dischen sind setzt dicht an die UmwallungSmauer zurückgedrängt, zwischen die fran- zösische Armee und die Preußen, welche ihnen den Durchzug verweigern. So werden die Insurgenten ihr Verbrechen büßen müssen, indem ihnen nur die Wahl zwischen Tod und Ergebung bleibt. — Da- Rundschreiben bestätigt den Tod DeleScluze's und Mllliere's und schließt: Die Jnsurrection in einem Raum von einigen hundert Meter eingezwängt, lst destnitio besiegt. Der Friede wird zurück- kehren, aber er wird aus dem rechtschaff nen und patriotischen Herzen nicht den tiefen Schmerz verbannen können, von dem sie durchdrungen find.
Soisy, 26. Mai, Abends. Von der Gardevivision laufen folgende Mit» theilungen in Paris ein: Die Zahl der in den Häusern und Kellern befindlichen Leichen wird auf 50,000 (?) geschätzt, darunter viele Kinder und Frauen. Die Weiber wütheten auf die scheußlichste Weise. Es finden fortwährend Hinrichtungen durch Erschießen statt. Unter den Füsilirten befinden sich viele Frauenzimmer. Die angerichteten Zerstörungen sind enorm. Ein Vierte! der Stadt ist vernichtet. Es herrscht eine große Wuth gegen die Commune und Napoleon. Der Schaden
Telegraphische Depeschen.
29. Mai. Die Ordnung ist in Paris wieder in solchem gestern 24 Regimenter mit 100 Kanonen hierher commandirt Eintritt in Pari- »st seit heute wieder gestattet.
eine loschpapierne Bürgeikrone!
Berlin, 26. Mai. Die Elsaß - Commission beschloß in der qestngen Abendberathung von 9 bis 12 Uhr die Dauer des Provisoriums bis 1873, aber nur bei Schulden, die da- Reich belasten, die Mitwirkung de- Reichstages ern- treten zu lassen.
Versailles, 25. Mai, Abends. Ein heftiger Südostwind sacht seit heute Mittag die Flammengluth in Paris stärker an. Von dem Feuer werden tue enormen Häuserreihen des Boulevard FilleS, Caloaise, Beaumarchaise, Place Chateau d'eau, Boulevards Lenoir, Voltaire, Place Bastille bedroht. Die Insurgenten vertheidigen sich noch verzweifelt in Belleville und Menilmontant. Sie errichten neue Barrikaden in Pere la chaise.
Versailles, 28. Mai. Das „Journal officiel" meldet, daß die Buttes Chaumont unv Belleville durch General Ladmirault genommen worden sind. Daö amtliche Blatt bestätigt, daß das große Buch der Staatsschuld und die in dem
A Versailles, Maße hergesteUt, daß werden konnten. Der
berichte aus. - _
Schluß 31/2 Uhr. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Tagesordnung: Petitionsberichte, zweite Lesung des Antrags Schulze über die privatrechtliche
gewesen, letzterer vielmehr mit 53 anderen Geißeln, unter denen sich der Präsident Cassation-Hoses, Boroean, bcfanv, erschossen worden. In Roquette retteten 169 andere Geißeln vor gleichem Schicksale.
v. Kardorff: Die heutigen Erklärungen de-Reichskanzler- ändern die Sachlage vollkommen; ich werde jetzt für den Regierungsentwurf stimmen.
Dr. Windthorst stimmt den Duncker'fchen Anträgen aus voller Uever- zeugung zu. ^antragt die Vertagung der Debatte und die Zurückweisung der Amendements in die Commission.
Fürst Hohenlohe-SchlllingSsürst unterstützt den Antrag v. Hennig. — Graf Rittbera gegen die Vertagung; so lange die Commission da- Amendement nicht zurückzieht, könne das Hau- weiter debattiren. — Dr. Friedenthal für die Vertagung, Dr. Löwe dagegen; der principielle Unterschied zwischen den Ansichten des Hauses und denen des Reichskanzlers beruhe auf der Forderung der Gründung des Rechtsstaat- im Elsaß, unv derlei Unterschiede müßten im Plenum zum Aus- trag gebracht werden. — Dr. Windthorst (Meppen) aut denselben Gründen gegen die Vertagung.— v. Kardorff: Nur diejenigen Parteien sind gegen dre Vertagung, welche gegen Conflicte, sowie gegen die Geschicke der neuen deutschen Landsleute gletchgiltig sind. — Reichensperger (Olpe) pcotestirt sehr erregt gegen den Vor- wurf "unveutscher Gesinnung, den er in der Acußerung v. Kardorff'- erblickt. Präsivent- E nen solchen Vorwurf hat der Abgeorvnete von Kardorff nicht erhoben. (Rufe im Centrum: Ja wohl! Ja wohl!) Präsident, sehr erregt fortsahrenv: ES ist nicht schicklich, sich in dieser Weise gegen das Präsivium aufzulehnen; tch rufe die Herren Abgeordneten zur Ordnung! — Reichensperger (Olpe): Dle Auffassung de- Herrn Präsidenten ändert nichts an meinem Recht, eine gegen meine Partei gethane Aeußerung nach meinem Verstänoniß auszulegen. — Dr. Löwe protestirt ebenfalls gegen den Sinn der v. Kardorff'fchen Aeußerung. — Schließlich wird der Antrag v. Hennig angenommen, der Entwurf ist also an Vie Commission zurückgewiesen.
Es folgen Wahlprüfungen. Den Rest der Sitzung füllen Petttlons-
Stellung der Vereine.
t Berlin, 26. Mai. Der Reichstag hat sich heute endlich, wenn auch widerwillig, die wohlvervlente Pfingstruhe gegönnt, dieselbe aber so knapp, bis zum nächsten Mittwoch, bemessen, daß voraussichtlrch dann abermals und aus denselben Gründen wie heute eine unfrerwillige Vertagung eintrete. Das für Zeitung-» producenten unv Zeitungsconsumenten gleich erwünschte Ereign^ß führte sich folgendermaßen ein: Vor 71 Mitgliedern, aber vor dicht besetzten Tribünen, eröffnet Präsident Dr. Simson die Sitzung, welche sich nach Erledigung der üblichen Urlaubsgesuche mit der zweiten Lesung de- von Schulze (Berlin) eingcbrachten Gesetzes über die privatrechtliche Stellung der Vereine beschäftigen sollte. Der einsam am Bundesrath-tische versammelte RegterungScomm'.ssar Geh. Reg.-Rath Dr. Eck erklärt im Vorgefühl de- Kommenden, der Bundesrath habe bei der großen Wichtigkeit des Gesetzentwurfes und weil der Commissionsbericht erst acht- undoierzig Stunden zur Vertheilung gelangt ist, noch keine bestimmte Stellung zu demselben nehmen könne. Graf Rrttberg wünscht aus diesem Grunde die Absetzung des Gesetzes von der Tagesordnung, Herr v. Bernuth, das preußische Herrenhaus- Mitglied, dessen conservativer Panzer von den liberalisirenden Neigungen des Reichstages pie und da bereits arg zerfressen ist, hält durch solche Rücksichtnahme die Würde de- Hauses für gefährdet. Da erhebt Schröder (Lippstadt) Bedenken gegen Vie Beschlußfähigkeit des Hauses. Ein leises, tadelndes Oh! wird ver- nehmbar, Herr Simson beräth mit den Schriftführern — die Inkompetenz ist zu augenscheinlich, um übersehen werden zu können, eS muß zur Auszählung geschritten werden, die ein Minus von 25 Mitgliedern an der beschluß'ähigen Zahl der Versammlung ergibt. Daß nicht die nothwendige Anzahl von Abgeordneten mittler- weile „eingepeitscht" wurde, lag wahrlich nicht an dem Prästdium: der Namensaufruf, der sonst 15 bis 20 Minuten dauert, nahm nicht weniger als 35 Min. in Anspruch, der Schriftführer Dr. Becker bot sein ganzes humoristisches Talent auf, um dem Hause die Zeit zu verkürzen, die besonder- markante Aufrufung der stereotyp durch ihre Abwesenheit glänzenden Mitglieder, wie Forckcnbeck unv Andere, erregte die bewußte große Heiterkeit — cs half alles nichts, das Haus blieb incomprtent. — Wir geplagten Zeitungsmenschen aber wrdmen Herrn Schröder
soll die Kriegskosten weit übersteigen.
Soisy, 28. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Nrch Telegramm Favre's ist die Nachricht G.neral Ciffey'S in Betreff des Erzbischofs von Paris leider unbegründet nielmebr mit 53 anderen Geikelu. unter denen sich der Präsident
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachungen.
Oeffentliche Aufforderung,
2273) Der unbekannt wo? abwesenden Marie Elisabethe Haas, Tochter erster Ehe des Johannes Haas III. von Ste-nbach, wiro auf diesem Wege eröffnet, daß die Wittwe und Kinder zweiter Ehe ihres Vaters das vorhandene, in zweiter Ehe erworbene Grundvermögen 1/76,5, 76,7 und XVH/124 für den Preis von 265 ft. verkauft haben, um damit die noch vorhandenen Schulden abzuführen und mit dem Reste die zweite Frau, wegen deren in die Ehe eingewendeten Verinögens zu befriedigen, und solche aufgefordert, sogewiß binnen drei Monaten von heute an über Genehmigung dieses Verkaufes sich bei der
unterzeichneten Gerichtsstclle zu erklären, als sonsten ein Curator für sie bestellt und lediglich nach dessen Anträgen verfügt werden wird.
Gleichzeitig werden Alle, welche Eigen- tbumsansprüche an die Parzellen 1/76,5 und! 76,7 zu bilden haben, hiermit aufgefordert,! solche binnen der oben vorbestimmten Frist anzumelden, als sonsten ohne Rücksicht auf solche der Kaufvertrag bestätigt und die Ueberschreibung gedachter Parzellen auf den Namen des neuen Erwerbers im Muta- tions-Verzeichnisie angeordnet werden wird.
Gießen, den 23. Mai 1871.
Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher.
Oeffentliche Ladung.
1390) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des nach Amerika entwichenen Mühlenbesitzers Ludwig Weimar zu Gießen, früher in Beuern, deii förmlichen Concurs erkannt hat, sind Forderungen und Ansprüche jeder Art an dieses Vermögen
Montag den 8. Juni l. I., Vormittags 9 Uhr, nebst etwaigen Vorzugsrechten bei Mcidung stillschweigenden Ausschlusses von der Masse dahier anzuzeigen und zu begründen.
Im Termin soll zugleich die Güte versucht, ein Massepfleger und Gläudigeraus- schuß bestellt und über die Versilberung der Masse, sowie die Richtigkeit und Rangordnung der Gläubiger verhandelt und be
schlossen werden und wird von allen nicht erschienenen oder nicht gehörig vertretenen Gläubigern Beitritt zu den Beschlüssen der Mehrheit unterstellt.
Gießen, den 4. April 1871.
Grobherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, Becker,
Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
Aufforderung.'
2279) Ansprüche jeder Art an den Nachlaß der H e i n r i ch H o f m a n n Eheleute in Climbach sind bei Meidung der 9^ichlbe- rücksichtigung binnen drei Wochen gerichtlich anzumelden.
G'ünberg, den 24. Mai 1871.
Großherzogliches Landgericht Grünberg. E r d in a n n, G i l in e r,
Landrichter Landger.-Assessor.
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I 3) der Sohn des nes, nämlich; Balthaser; zu C. die Kinder nes Balrhas ! a. Katharine mühle bei St b.Zacob Heß c. Johann Ge d. Johannes H ' iu D. deren Kind«
! Katharine 3
Eihneider in D 1 ^Heinrich ML
l 3) die Kinder des
Johannes 3 a- Balthasar
Heinrich M e. Georg Mö zu E. :
!) Wen Tochter i lichte Reining 2) der verstorben Elisabethe Marie Heß,
. Damstadt.
Die oben zu D. 3 Mekannt wo? in - Erben, werden äufnet ^”0 der Annahme uon heute ar Mahm bei untei «Ht Utbtiflll SpÄ!
___^0^^.


