Ausgabe 
30.11.1870
 
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angethan, um ihm eine kriegerische Verwickelung an

A Paris,

Prinzen Amadeo Enthusiasmus.

Telegraphische Depeschen.

19. Nov. General Trochu läßt heute folgenden Armeebefehl

veS Gesetzes walten lassen.

Lüttich, 27. Nov. In vergangener Nacht sind 60 gefangene Franzosen aus einer hiesigen Caserne entflohen; bis jetzt ist es unmöglich gewesen, deren Spur ausfindig zu machen.

Pesth, 27. Nov. Der Kaiser nahm unter Vorbehalt weiterer Entschließung Die vom Minister-Präsidenten Potocki übergebene Demission des Gesammt-CabinetS

sind aber auch darnach! Üeber das französischen Offiziere lausen andererseits es, wie dieT." berichtet, diese Herren daß viele Familien für die Dauer der

Ordres du jour. Eine Reihe von Tbatsachen von großem Gewichte haben Sie hoffen dem Gouverneur den Beweis geliefert, daß diejenigen Principien, welche die Kraft

den Leistungen.

Stuttgart, 27. Nov. Die Hauptstraßen der Stadt sind wegen der Unter- zeichnung der Verträge geflaggt. ,

Stuttgart, 28. Nov. DerStaatsanzeiger" meldet: Der König hat gestern den Ordonnanzoffizier des Königs von Preußen, Fürsten Lynar, welcher ein eigen­händiges Schreiben des Königs von Preußen überbracht hat, in Audienz empfangen.

Brüssel, 27. Nov. Ein per Ballonpost hierher gelangter Armeebefehl Trochu^s vom 18. d. rügt in heftiger Weise die zwischen den deutschen und Pariser Truppen entstandenen freundschaftlichen Beziehungen, welche selbst von französischen Offizieren unterhalten würden, die er im Vertrauen auf ihren Eid bis nach St. Denis vorgeschoben habe. Trochu droht, im Falle sich ein solcher die französische Ehre befleckender Verkehr mit dem Feinde wiederhole, würde er die ganze Strenge

muthen, von denen IuleS Favre gesagt Ehre hatten, als die Deutschen. Sie Benehmen der noch nicht ausgmssenen bittre Klagen ein. In G lo g au haben

habe und getödtet worden sei. ,

A Brüssel, 28. Nov. Im französischenMon'teur universel" eröffnet Renä de Pont.Iest, der Vertreter desFigaro", welcher bereits im Juli sich in Cherbourg eingeschifft hatte und die ganze sogenannte Campagne der Nordseeflotte also de visu kennt, eine Reihe höchst interessanter Tagebuchsskizzen, deren Wich- tigste bis heute wohl die nachfolgende ist:So begleitete ich denn die französische Flotte vom Anbeginn ihrer Ausfahrt ab und folgte ihr in all' ihren Haupt, bewegungen unter all' den verschiedenen bisherigen Commandirenden bis zum 19. Nov., nämlich bis zu dem Tage der Landung der Flottendivision Peuhouet in Cherbourg, während gleichzeitig die Flottendivision des Viceadmirals Gueydon von Dünkirchen aus die Nordsee hinaufdampfte. Im zweiten Artikel scheint Rene bereits zu dem Geftändniß ermächtigt zu sein, daß der Iuli-Marineminister Rigault seiner Zeit der Einzige im Staatsconseil den Muth hatte zu sagen, die Flotte sei nicht kriegsbereit; man hat ihn gehört und nicht hören wollend

A Brüssel, 28. Nov. Auf Umwegen, ohne Berührung des Centraleisenbahn- Knotenpunktes Le Mans, sind gestern Abend, mit 60stündiger Verspätung, die Journale aus Tours vom 23. und 24. d. Abends hier angekommen.

A Brüssel, 28. Nov. DieIndependance" veröffentlicht eine Erklärung des spanischen Gesandten, wonach, entgegen den von der hiesigen Havas-Reuter'schen Filialagentur publicirten Depeschen, laut officieller Mittheilung in der Hauptstadt, sowie in Aragonien und Catalonien die vollständigste Ruhe herrsche. Dasselbe Blatt meldet ferner aus Ostende: Im Laufe der letzten Woche sind mittelst drei englischen Steamers 50 Millionen Goldbarren aus England für das preußische Gouvernement eingetroffcn. Aehnliche drei Sendungen sind für die nächste Woche

so arg gegen die Damenwelt getrieben, Internirung der Franzosen ihren Wohnsitz fortverlegt haben. In H_a_mb^rg sind gleichfalls Belästigungen von Damen durch französische Offiziere vorgekommen.

dortige Volk. - ., , ,

iu Hülfe eilen!" Dieses Lied wird jedem Bauer vorgesungen. ES Ut allerdings richtig, daß sich eine russische Armee bei Skulany sammelt; seit zehn Tagen un- gesähr ist die Moskau-Kiew-Balk-Odeffaer Elfenbahn fast ganz vom Kriegsminister in Anspruch genommen worden; täglich kamen auf dieser Linie bei 2000 Mann an. Die Truppen des Odessaer Kriegsbezirk- werden außerdem mit Beschleuni­gung herangezogen. Nordwestlich von Jassy wimmelt es von russischen Truppen. General Kotzebue entfaltet eine außerordentliche Thätigkeit. Jedoch beabsichtigen die Russen zunächst wohl keinen Krleg, und wollen nur durch militärische De- monstrationen ihre Forderung unterstützen. In Konstantinopel hat man zwar die osficielle Kündigung des Art. 13 und 14 veS Vertrages von 1856 erst gestern entgegengenommrn, aber schon seit 9 Tagen werden Truppen nach Bulgarien fort und fort eingeschifft und die Festungen armirt. Izzet Pascha wird das Commando über drei Armeecorps, welbe bis zum 14. Dec. in dieser Provinz conccntrirt wer­den sollen, übernehmen. Artillerie wird bereits in Varna auSgeschifft. ES sind auch schon 16 Batterien nach Schumla geschafft worden.

Berlin, 24. Nov. Für Meldungen über Bruch des Ehrenwortes seitens der kriegsgefangenen französischen Offiziere könnten wir eine stehende Rubrik in unserem Blatte einrichten. So wird aus Schweidnitz gemeldet, daß von den daselbst internirten französischen Gefangenen in letzter Zeit 8 Offiziere desertirt sind. Soviel bekannt, erbaten sich dieselben Urlaub vom Commandanten zu einer Gebirg-reise und erhielten denselben auch. Sie reisten nun mit einem Führer ab, welchen sie in einem kleinen Gebirgsstädtchen entließen und haben sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, nach Oesterreich begeben, welches der nahen Landesgrenze wegen sehr leicht ist. Durch Frankfurt a. M. wurden am 22. abermals zwei französische Offiziere, welche ihr gegebenes Ehrenwort gebrochen und bei Dijon gefangen genommen wurden, transportirt, um nach Spandau gebracht zu werden, woselbst das Kriegsgericht über diese Ehrenmänner aburtheilen wird. Das Urtheil wird dort anders ausfallen, als die Herren Franzosen es vielleicht ver- * ' ~ ' hat, daß sie ganz andere Begriffe von

entgegen.

London, 27. Nov. Der Observer charakterisirt die russische Note als äußerst versöhnlichen Tones, aber nicht ganz befriedigenden Inhaltes; aufgegeben sei der frühere dictatorische Ton, und sie sei ein klarer Gewinn im FriedcnS-Jnteresse. Odo Russell verbleibt vorerst wahrscheinlich in Versailles.

Madrid, 25. Nov. So eben ist die Commission der Cortes nach Florenz abgereist, um dem Prinzen Amadeo die Acte seiner Erwählung zum Könige zu überreichen. Die Regierung und eine große Anzahl Deputirter haben unter Hoch­rufen der versammelten Menschenmenge auf die constituirende Cortes und den die Commission zum Bahnhofe begleitet. Es herrscht großer

anfeben- in Wien wo man den Druck der inneren Wirren am schwersten empffn- det, kann man über die Gefahren einer kriegerischen Verwickelung um so weniger sich Täuschungen hingeben, als man wohl weist, daß die Gesammtlage der dipio- malischen Beziehungen de« Reich«, wenn sie auch an sich nicht ungünstig ist, doch unmöglich zu einer kriegerischen Politik ermuntern kann. E« fehlt diesen Be- .jehungen noch der feste Hali; und dieser Hali wird ihnen fehlen, bi« Oesterreich die richtige Stellung zu Preußen und Deutschland gefunden haben wird.

Aus Leipzig werden gleiche Skandale gemeldet.

Berlin, 27. Nov. DieSpen. Ztg." meldet, daß dem Vernehmen nach das preußische Cabinet schon in dem gegenwärtigen Stadium des von Rußland hervorgerufenen Conflicts vertrauliche Schritte gethan hat, um nach beiden Seiten hin zum friedlichen Ausgang desselben seine guten Dienste anzubieten, lieber die Grundlagen der Ausgleichsbemühungen liegen indeß noch keine Andeutungen vor.

Karlsruhe, 26. Nov. DieKarlsr. Ztg." meldet aus Versailles vom 26. d. Mts.:Heute wurde eine Militärconvention zwischen dem Norddeutschen Bunde und Baden unterzeichnet. Durch dieselbe wird im Sinne der allmählichen Herbeiführung einer vollen Gemeinsamkeit der nationalen Wehrkräfte das badische Contingent unmittelbarer Bestandtheil der deutschen Bundes-, bezw. preußischen'signalisirt.

6 Gegenüber dem verläumderischen Aufruf zu Gunsten der französischen Krieg«, gefangenen, welchen derFrancais" eom Bischof von Genf erhalten haben will, veröffentlicht dieKreuzztg." einen offenen Brief de« katholischen Domprobste« Bischof« RamfzanowSkh an den Bischof von Genf, worin die in dem Aufrufe enthaltenen Angaben, insbesondere daß da« Seelenheil der französischen Krieg», gefangenen gefährdet fei, al« Lügen bezeichnet werden. Ihre Maj. die Königin habe den Domprobst sogleich nach dem Eintreffen der Gefangenen beauftragt, da« Loo« derselben zu lindern, namentlich für die geistlichen Bedürfnisse zu sorgen. Unterm 14. Ro». erteilte da« Kriegsministerium die Genehmigung, daß 10 ka-

tholifche Geistliche zur Pastorirung der Kriegsgefangenen angestellt würden, eine Einschränkung der religiösen Freiheit Seitens der Behörden habe niemals statt-

Nbäi,nisse de« Kaiserstaate« sind daher durchaus nicht danach Armee, unter dem Befehl Sr. Majestät de» König« von Preußen und unter der Die innerenn der untern Donau wünschen«- einheitlichen Leitung und Verwaltung durch da« Bunde», bezw k°n,g. preußische

lassen Die heißblütigen Magyaren mögen die Sache anoer« Kriegsministerium. Die badischen Ospziere treten mit ihrem dermaügen Range lasten. Die yetzzoiu, g rf» m,......in Cü6 einheitliche OfstzierSeorps t>er vereinigten Armee über, die Angehörigen

des Großherzogthums werden in den militärischen Angelegenheiten den preußischen Staatsangehörigen in allen Beziehungen gleichgestellt. Gegen Ucberlaffung des nach der Bundesverfassung auf das badische Connngent fallenden Antheilö der BunveSeinnahme für das Landheer übernimmt Preußen auf Rechnung des Bundes die fämmtlichen nach der Bundesverfassung Baden für das Bundeslandheer treffen-

9CflUW$on der untern Donau, 16. Roo. wird derAllg. Ztg." geschrieben: Das hfrtiortreten Rußlands bat die buntscheckige Völkermosaik an den'Ufern des UN- affichtren: . c

men Donaulaufes in einen förmlichen Wirbel von Hoffnungen und BefürchtungenOrdres du jour. Eine Ruhe von Tbatsachen von großem Gew chte haben hvrfpiü Namentlich die Bulgaren sind in große Erregung gerathen. Sie hoffen dem Gouverneur den Beweis geliefert, daß diejenigen Principien, welche die Kraft Ä? der ^mu^bmaßliche^Kr^eg^erbe ihnen eine staatliche Halbselbstständigkeit und Ehre einer Truppe bilden, dem Armeecorps von St. Denis bereits abhanden bringen Die Emigration in Bukarest, welche bekanntermaßen im russischen Solde gekommen sind. Das Pflichtgefühl, die Beobachtung der DiScipUn, der R sspect a.btd haufenweise nach Bulgarien hineingeschlichen und bearbeitet das sind zu wiederholten Malen verkannt worden und solche GesetzeSver etzunzen können

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>U compromittiren und sie hat thatsächlich für die VertheidigungSregierung wahre Gefahren geschaffen. Der Feind beutet diese unter seinen Augen sich ereignenden Ordnungswidrigkeiten naturgemäß für sich aus. Mit ebenso großer Entrüstung als Ueberraschung hat das Gouvernement vernehmen müssen, daß man Relationen zwischen unseren und den feindlichen Vorposten zu bilden sich anschickte, Relationen, deren Tragweite weder Officiere noch Soldaten zu ermessen vermögen und daß gerade in einem Augenblicke, wo alle Gedanken und Herzen sich nur zu Anstren­gungen vereinigen sollten, die würdigst den Widerstand der Capitale zu krönen hätten, baß gerade jetzt diese Zeichen des Abhandenkommens eines militärischen Geistes in einem ArmeecorpS wahrzunehmen sind, welchem man mit höchstem Vertrauen die Wacht einer unserer mächtigsten Positionen zu übertragen keinen Anstand nahm. In dieses ArmeecorpS habe ich die Söhne von Paris eingereiht, weil sie mir geschworen hatten, ihren häuslichen Heerd mit einer Energie zu vertheibigen, die vor keinem Opfer zurückschrecken wollte. Meine Strenge wird sich in allen

möglichen Mitteln erweisen, nur um die Pflichtwidrigen zur Pflicht zurück zu

führen; noch habe ich die feste Hoffnung, daß dieser mein Aufruf an den Patno- tismus und Ehrgefühl der Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten des ArmeecorpS verstanden werden wird. Hauptquartier Paris, 19. Nov. 1870. General Trochu/

A Tours, 25. Nov. DerMoniteur" behauptet, der bei Orleans kriegS- aefanaene Neffe des Generals v. d. Tann habe zweimal zu entfliehen versucht, trotzdem habe man ihn nicht mit dem Tode bestraft. DieFrance" bezeichnet es als unwahr, daß bei Chateaudun ein Herzog von Larochefaucoult gekämpft

Wie dieN. St. Z." meldet, hat der König angeordnet, daß die kriegS- aefanaenen Mobilgarden des Elsaß, welche dort Grundbesitzer sind und sich durch ' Revers damit einverstanden erklären, daß ihr Besitz der Confiscat.on unterliegen solle, wenn sie gegen deutsche Truppen die Waffen wiederum ergreifen, aus der Kriegsgefangenschaft entlassen werden dürfen. In Folge dessen sollen die erfor­derlichen Ermittelungen überall schleunigst angestellt werden und die Reverse, welche genau die Nationale der Mobilgarden, sowie die Lage und ungefähre Große des in Betracht kommenden Grundbesitzes enthalten müssen, sobald als möglich dem allgemeinen KriegSdepartement zur weiteren Veranlassung eingereicht werden.

Das General-Postamt zu Berlin macht bekannt:Am 11. November ist auf einem von Troyes nach Marigny abgegangenen Feldpost-TranSport für tue aroßherzoglich-hessische (25.) Jnfanterie-Division in der Nähe der Stadt Nogent a d Seine ein feindlicher Angriff verübt worden, wobei einer der beiden, den Transport begleitenden Postillone verwundet und ein Briesbeutel mit Correspondenz au« der Heimath vom 8. und 9. Nov. in Verlust gerathen ist. Zur Erklärung des Ausbleibens Der betreffenden Correspondenz wird Vorstehendes hiermit bekannt