Schuld immer mehr hereinbrechen sehen. Wir sind vor diesem Schicksal bewahrt
worden.
v. Podbielsky.
Wechsel.
Oberhessen
66
40/o
78
Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto
Disconto
k. 8. —
k. 8. 119
k. 8. —
Aelien.
Frankf. Bank 131
Frankf. Vereins-Kasse 100
Dannst. Bankäct. 320
Wien Bankactien 690
Galizien 225
der ersten Armee Meldung eingegangen: In Schlacht am 27. ist Amiens am 28. von Ge-
100 1043/4 967/8 1047/g 88
„ Papierrente 45
„ 5% M. steucrf. >—
Amerik. Bonds 1881 r 957
errungen hat, wie sie bis jetzt auf den Blättern der Geschichte nicht verzeichnet geveien sind. Unser Dank dem Heer, das ist eine Schuld, die wir auch mit all unfern Opfern nur zum kleinsten Theil werden abtragen können!
Und darum unsere Bitte.
Das Fest der Weihnachten naht heran, die schöne Zeit, da Jeder darauf sinit und dafür sorgt, durch Gaben der Liebe den Setnigen Freude zu machen. Stll es aber denen, die für uns im Felde stehen, und die in jenen Tagen des Fistes mit Sehnsucht der Heimath gedenken werden und des strahlenden Christ- l^imes, soll es ihnen an jeder Christfreude fehlen? Es ist unsere Pflicht, ihnen eine solche zu bereiten und wir wollen es; wir wollen, da unsere Kraft leider niht weiter reicht, wenigstens Denen eine Christfreude bereiten, die uns am nächstem stehen, den Soldaten unseres hessischen zweiten Regiments. Und da fo-dern wir dann zunächst Diejenigen auf, die Angehörige im Felde stehen haben, du Eltern, Geschwister und sonstige Verwandten, die Gaben, die sie zu diesem Zvecke vielleicht schon bestimmt haben oder die sie anwenden können an uns, die wie uns als Comite vereinigt haben, einzusenden. Damit es aber auch möglich wird, Jenen ein Christgeschenk zu senden, die in der traurigen Lage sind, Niemand in der Heimath zu besitzen, die ihrer in liebenden Sorgen gedenken können, oder der>n Angehörige in Verhältnissen leben, die ein solches Opfer nicht gestatten, so werden wir uns mit dringender Bitte an Alle, die ein Herz dafür und die Mittel besitzen, uns durch Liebesgaben oder Geldbeiträge zu unterstützen, so daß wir in den Stand gesetzt werden, das Fehlende zu ergänzen und jedem Soldaten unseres Regiments wenn auch nur ein kleines Christgeschenk aus der Heimath zustellen können!
Die Zeit aber, die uns zur Ausführung unseres Liebeswerks vergönnt ist, ist rine sehr kurze, und müssen wir darum die weitere Bitte zufügen, alle Gaben (die von Familien an ihre Söhne, Brüder rc. unter Angabe des Heimatsortes, Namens und der Compagnieen) an einen der Herren: Buchhändler Ferber, Fabrikant Adolf Noll (Comptoir), Kaufmann Pi stör, Buchhändler Ricker, höchstens bis rum 15. Decem der einzusenden. Auch ist jeder der Unterzeichneten zur Empfangnahme von Liebesgaben und Geldbeiträgen gerne bereit.
Die ganze Sendung wird dann von hier aus durch einige zuverlässige und erprobte Männer, die sich bereitwillig dieser großen Mühe und Gefahr unterziehen wollen, direct an Ort und Stelle gebracht werden, und sind wir natürlich gerne bereit, auch solche Gaben mitzunehmcn, die für Soldaten anderer Regimenter als des zweiten bestimmt sind.
Am zweckmäßigsten dürfte es sein, wenn in den verschiedenen Kreisstädten unserer Provinz sich Zweigcomites zu diesem Zwecke rasch bilden, die Gaben aus ihrem Kreise in Empfang nehmen und dann insgesammt bis zu genanntem Termin uns zusenden wollten.
Die Herren Bürgermeister der Provinz ersuchen wir schließlich noch, diesen unfern Ausruf in ihren Gemeinden gefälligst bekannt geben, insbesondere auch den Familien mittheilen zu wollen, die Angehörige im Felde stehen haben.
Gießen, am 26. November 1870.
L. Bücking, Gemeinderath. — Engelbach II., Hofger.-Adv. — Dr. Dickork. — Ferber, Buchhändler. — Fischer, Leverhändler. — Herzberger, Registrator. — Hochstätter, Tapezier. — Kempf, Fabrikant. — Fr. Leib, Gastwirth. — Dr. Mettenheimer, Apotheker. — Arnold Müller, Fabrikant. — Müller, Obcr-Zollinspector. — G. Müller, Lehrer. — Ad. Noll, Fabrikant. — E. Pistor, Kaufmann. — Ricker, Buchhändler. — Rübsamen, Turnlehrer. — H. Schirmer, Fabrikant. — Vogt, Bürgermeister. — F. Windecker, Kaufmann. — Wolf, Hofger.-Adv.
k. k.
m.
k. 8.
k. 8.
k. 8.
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8. —
S. 95i/<
8. —
S. — G.
Amsterdam k. 8. 1003/16
Vermischtes.
Frankfurt. Die von hiesigen Blättern gebrachte Nachricht, daß in den letzten -Tagen im Bürgerspital em als Soldat verkleidetes Mädchen Aufnahme gefunden und daselbst entdeckt worden sei, ist unwahr. Der einzige weibliche Krieger, welcher vor längerer Zeit daselbst Aufnahme gefunden ist die durch Berliner Blätter bekannt gewordene Bernhardine v. Weiß aus Goldapp. Erst durch die Presse wurde man hier auf das damals allerdings auffällige Verhalten der Amazone in dem hiesigen Spital aufmerksam; sie wollte sich nämlich nicht verbinden lassen, that die« vielmehr selbst. 3hr Geschlecht wurde hier indessen nicht entdeckt. Die „Jnsterburger Zeitung" enthält über diese Heldin folgende Mittheilung: „Wir find setzt in der Lage, über das Mädchen, welches den Feldzug in Frankreich mitgemacht hat und mit dem Eisernen Kreuz decorirt ist, Näheres mitzutheilen. Dieselbe heißt Bertha Weiß, ist aus Schöneberg in Goldapp gebürtig und wurde in einem achtbaren Haufe in Raguit erzogen. Frühzeitig jedoch schon scheint sie einer eigen. Ihümlichen Vorliebe für die männliche Tracht gefolgt zu sein, und so fügte es das Schicksal, daß sie bei einem Hauptmann v. R. des in Trier garnisonirenden 69. Regiments als Civildiener in Condition trat, mit dessen Damen sie größere Ressen nach dem Süden zu machen Gelegenheit hatte. Ihre gute Führung veranlaßte ihren Herrn, für ihre weitere Ausbildung zu sorgen, derart, daß sie zum FähnrichSeramen befähigt war. Kurz vor dem Kriege trat sie, mit einer Empfehlung des gedachten Hauptmanns versehen, und ohne daß man eine nähere ärztliche Prüfung mit ihr vornahm, in dessen Regiment als Avantageur, mit welchem sie die Schlacht bei Ep.chern mitmachte. Hierauf dem Regimente Kronprinz überwiesen, gelang es ihr, in der Schlacht bei Gravelotte allein und erst später von zwei Sectionen der Unfugen unterstützt, den Franzosen eine unserm 16. Infanterie-Regiment abgenommene Fahne wieder zu entreißen, hei welcher Gelegenheit sie vier Schußwunden davontrug, deren eine am Knie sie am Gehen hindert. Für die dabei bewiesene hervorragende Bravour erhielt sie von dem General-Feldmarschall Prinzen Karl das Eisern« Kreuz 2. Klaffe, so wie ein von demselben eigenhändig und in den ehrendsten Ausdrücken ausgestelltes Besitzzeugniß ldessen Original uns Vorgelegen hat). Dieselbe wird laut dieses Zeug- msses als Bernhard von Weiß in den Listen der 12. Compagnie des Regiments Kronprinz geführt und hält sich als beurlaubt hier auf. Bemerken wollen wir noch, daß die Dame 24 Jahre alt ist, angenehme GefichtSzüge besitzt und unter ihrer Uniform und dem darauf haftenden Orden ein eben so decenteS als Bildung verrathendeS Wesen bewahrt."
Frankfurt. Nach einer durch die TageSblättir veröffentlichten Zusammenstelluna eristireu gegenwärtig folgende depoffedirte Regenten-Familien: 1) Wittwe de« Königs Otto von Griechenland (24. October 1862); 2) Graf Chambord nebst Gemahlin (2. August 1830); 3) Graf von Paris mit 34 Familiengliedern (24. Februar 1848) ; 4) Königin Isabella von Spanien mit 33 Familiengliedern (1868); 5) Franz II , König von Neapel, nebst 31 Familengliedern (13. Fe» bruar 1861); 6) Herzog Robert von Parma mit 6 Familiengliedern (1859); 7) Herzog Karl von Braunschweig (7. September 1830); 8) Kaiser Napoleon mit 9 Familiengliedern (1870); 9) König Georg von Hannover mit 4 Familiengliedern (1866); 10) Kurfürst von Hessen mit 12 Familiengliedern (1866); 11) Prinz Gustav Wasa von Schweden (1809); 12) Kaiserin Charlotte von Merico (1867); 13) Herzog Adolph von Nassau mit 5 Familiengliedern (1866); 14) Großherzog Ferdinand von ToScana mit 12 Familiengliedern (1860); 15) Herzog Franz von Modena (1860); 16) Papst Pius (vertrieben von der weltlichen Herrschaft 1870).
Ein Christgefchenk den im Felde stehenden Soldaten unseres 2. Regiments!
Vertrauensvoll wenden wir uns an unsere Mitbürger in Stadt und Land mit einer Bitte, die, wie sie uns von Herzen kommt, auch zu Herzen gehen möge! Zwar wissen wir recht gut, daß wir nicht die Ersten sind, die kommen und Opfer virlangen in dieser schweren Zeit, da die Sorge um das Wohl Derer, die im Dienste fürs theure Vaterland im Felde stehen, so oft schon den Ueberfluß des Reichen wie auch das Scherflein des Armen und der Wittwe in Anspruch genommen hat. Aber wir wissen auch, und rufen es uns jeden Augenblick int Gedächt- niß zurück, daß alle unsere Opfer gering sind im Verhältniß zu denen, die sie uns bringen, die da draußen für uns kämpfen, darben und leiden, die ihr Blut, ihre Gesundheit, ihr Leben lassen, um das Vaterland zu befreien von großer Gefahr, die ihm gedroht hat. Es ist schon oft gesagt worden und kann doch nicht oft genug wiederholt werden, wie es geworden wäre, wenn unsere Feinde gesiegt und mit ihren wilden afrikanischen Horden unser Vaterland heimgesucht hätten; wenn unsere Felder zerstört, unsere Städte und Dörfer niedergebrannt und verwüstet, wenn unser Hab und Gut, unser Familienglück und unsere Ehre ein Raub des Krieges geworden, wenn Glück und Wohlstand unseres Landes, unserer Gemeinden durch unermeßliche Requisitionen und Contributionen auf Menschenalter hinaus vernichtet worden wären, kurz, wenn all die schrecklichen Folgen dieses Krieges über uns gekommen sein würden, wie wir sie über unser von einem unbändigen Fanatismus geblendetes Nachbarvolk durch seine eigene
Actien.
Oest. Creditact. 235
5% östr. F. St. E. B. 3591/2
Lombard. Bahn 169
Ludwigsh.-Bexbach 162i/2
Maxbahn 107 >/2
Bayer. Ostbahn 122 */2
Hess. Ludwigsb.-Act. 1311 /2
Alsenzbahn-Actien —
(-elelsorteii.
Pr. Cassen-Sch. 1 447/fi-451 k
Sächs. „ - 8
Liv. Cassen-A. —
Pr. Friedrdor 9 58—59
Pistolen . . 9 45—46
„ doppelte 9 45 — 46
Holl. fl. 108t. 9 55
Ducaten . . 5 36—38 20 Frankenst. 9 321/2—331/?
Engi. Sover. 11 57—59
Buss. Imper. 9 48—50 Dollar in Gold 2 26J/2—271/2
„ „ 1882r 941/4
n n. 1885r 931/4
„ n 1887r 933/6
Spanier, neuest. 3% 301/4
Prioritäten.
30/y öster. Stsb.-Prior. 553/4 30/y öst. s. Lombard 451/4 3% Livorneser 301/4 5% Toscaner —
5% Elisabeth.-Prior. 75
do. II. Emiss. 74
Aiileiiensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 64 Nassau 25 fl. —
4% bayr. Präm.-Anl. 106* 2 Ansbacher 7 fl. 12*/8 4% badische Loose 105 Badische fl. 35 Loose 591/2 Oestr. fl. 250 v. 1839 — 1858r Prioritätslocse — 1860r Loose 7 41/2 1864r „ 1091/2
Braunschweiger 16 */2 Stadt Madrid 217/r
Börsenuachrichten.
28. November 1870.
Preuss. 41/20,q Oblig. 905/8
Frankf. Zi/zv/g Obi. 78i/2
Nass. 4i/20 0 Obi. 91
Kurhess. 4% „ 82
Gr. Hess. 5% Obi. — „ „ 40/y „ 947/8
» n 31/2% » -
Bayer. 5% „ 951/4
» 41/2% 1jährige 91'/2
» 4% V4 jährige 91i/2
Würtemb. 4’/2 o/0 Obi. 90»/2
Baden 41/2% Oblic. E. L. —
Oesterr. Silberrente 53
Officielle militärische Nachrichten. .... ..........
Versailles, 28. Nov. Der Königin Auqusta in Berlin. 0c’tkbcn durch die Tapferkeit unseres Heeres, das Siege erfochten "und Erfolge Gestern siegreiches Treffen südlich von Amiens durch General Manteuffel mit einem Theile der ersten Armee. Einige Tausend Mann feindlicher Verlust, 700 Gefangene gemacht und eine Fahne der Mobilgarde erobert. Das 9. Husaren-Regiment ritt ein Marine- Bataillon nieder. Unser Verlust nicht unbedeutend. Wilhelm.
Versailles, den 28. November. General Feldmarschall Prinz Friedrich Karl meldet: Am 28. wurde das 10. Armee-Corps durch bedeutend überlegene Kräfte des Gegners angegriffen. Es concentrirte sich bei Beaune la Rolande, woselbst es sich siegreich behauptete, und am Nachmittage in meinem Beisein durch die 5. Division und 1. Cavallerie-Division unterstützt wurde. Unser Verlust etwa 1000 Mann. Feindlicher Verlust sehr bedeutend. Viele Hundert Gefangene in unseren Händen. Der Kampf endete nach 5 Uhr.
Ferner ist von Folge der siegreichen neral Göben besetzt
Allgemeiner Anzeiger»
Besondere Bekanntmachungen.
Oeffentliche Aufforderung.
4865) Gegen I a c o b Hin kl er 11. zu Steinberg ist der förmliche Concurspro- reß erkannt morden. Es werden daher Alle, welche Ansprüche an denselben zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche in dem Termine
Samstag den 17. December l. I., , Vormittags 10 Uhr, bei Meldung des stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Masse dahier anzumelden uno etwaige Vorzugsrechte bei
Meidung Verzichts auf dieselben zu begründen. Gleichzeitig soll in diestm Termine die Güte versucht und eventuell ein Massecurator und Gläubigerausschuß erwählt, sowie deren Befugnisse festgestellt werden. Die nicht erscheinenden Gläubiger werden bezüglich dieser Puncte als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen beitretend angesehen.
, Gießen, den 8. November 1870.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, S t a ni m l e r, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
5044) Zur Bezahlung der Zinsen, welche
vom 30. October angegebenen Fahrzeiten i von den bei der hiesigen Spar- und Leih- für diese Strecke in Kraft. Gleichzeitig wird Ikasse angelegten Eapitalicn am Ende dieses
5037) Mit dem 30. November wird die Strecke Büdin
gen - Gelnhausen der Oberhessischen Eisenbahnen dem Betrieb übergeben und treten von diesem Tage ab die auf dem Fahrplan
hiermit die Bekanntmachung verbunden, daß vom 1. December die Station Gelnhausen ermächtigt ist, Privatdepeschen von und nach sämmtlichen Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen, sowie nach allen nationalen und internationalen Vereinsstationen nach Maßgabe des Reglements uout 1. Juli 1868 zu befördern.
Gießen, im Noveniber 1870.
Der BcrwaltungSrath.
Oberhessische Eisenbahnen.
Bekanntmachung Betriebs-Eröffnung und Benutzung der Eisenbahn-Telegraphen-Stationen Seitens des Publikums betr.


