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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen
Sonntag den 30. October
1870
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Nr. 141
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30. October.
Das Hurrah der Sieger an der Mosel hallt wider durch die Reihen des deutschen Heeres an der Maas und Seine, an der Eure und^der Loire, von der Saone bis zu dem Ufer des deutschen Rhein, und neuer Siegesjnbel tönt durch alle deutschen Gauen. Metz, die mächtige Festung, ist gefallen, Frankreichs letzte reguläre Armee kriegsgefangen! Die Mühsale einer Belage- Timg, die einzig in der Geschichte, sind zu Ende; der Siegespreis ist errungen, und das Heer der Belagerer bricht frohen Muthes auf zu neuen Kriegsthaten aus feindlichem Boden. Ist auch dieser Krieg nur ein ununterbrochener Siegeszug der deutschen Heere, und bewährte sich bei Spicheren und Weißenburg, bei Wörth, Sedan, Paris und Straßburg, an der Loire bei Orleans und an den Ufern der Meurthe und des Oignon überall derselbe deutsche Mannesmuth,' dieselbe sittliche Kraft und Intelligenz, so waren doch die Schlachten um Metz die entscheidenden des ganzen Kriegs. Am 14. August wird Bazaine vor Metz, auf dem rechten Ufer der Mosel, zum Kampf gezwungen und in seinem Abzug aus gehalten; am 16. August sieht er bei Flavigny und Mars-la-Tour sich von beii Deutschen überholt, und am denkwürdigen Tage vcn Gravelotte wird er nach Metz zurückgedrängt und an die Mauern der Festung festgenagelt. Ein eiserner Gürtel, legt das Heer der Belagerer sich um die Festung, mit jedem Taqe die Cernirungslinie durch Schanzwerke verstärkend. Vergeblich versucht Domaine am 1. September den Durchbruch nach Norden, um mit Mac-Mahon stä' zu vereinen. Vergeblich ist jeder weitere Versuch, den Belagerer zurückzu- brängen oder ernstlich zu schädigen. Wo auch Bazaine mit der Wucht seines leeres sich hinwirft, überall prallt er zurück an dem lebendigen Wall, den (iyliu Friedrich Carl gezogen, und den ernsten bärtigen Wehrmännern der Kum- mer'schen Division bleibt es Vorbehalten, Bazaine's Garden bei Woippy am 7 Stober die letzte Lection zu geben. Wo wurde je eine Festung, die eine Armee von über 150,000 Mann in sich schloß, so lange belagert, ohne daß der Belagerte trotz seiner enormen Mittel zu einer offensiven Vertheidigung, auch nur einen vorübergehenden Erfolg errang?! Schwer war der Dienst der Belagerer. Während ihre Waffenbrüder weiter nach Frankreich hineingezogen und sie der rasche Wechsel der Ereignisse die Mühen des Krieges leichter ertragen ließ, irurde der Belagerer Zähigkeit und Ausdauer auf harte Probe gestellt. An- stre-naend war der Vorpostendienst bei einem so gefährlichen Gegner; die Luft war durch die Gräber der Gefallenen verpestet; anhaltende Regengüsse erhöhten die Beschwerden des Bivouacs und gefährdeten den Gesundheitszustand des beeres Kam der Soldat in der Reserve ins Quartier, so sand er ausgesaugte Dörfer mit einer feindlich gesinnten Bevölkerung, und trotzdem theüte er oft beiin Anblick der Noth mit dem Bauern die eigene Nation. Nichts vermochte die deutsche Mannszucht zu lockern. Liebesgaben aus der Heimath Bereiteten dm Truppen in diesen schweren Tagen manche freundliche Stunde und bezeugten denselben, daß die Station zu würdigen weiß, was sie aushielten. Endlich ist der Belagerten Widerstand gebrochen. Noth und Srechthumherrsch m iliren Mauern. Die jungfräuliche Festung erliegt nach ehrenvoller Verthei- diauna- Wir haben, wie mit Straßburg, auch hier erobert, was wir zum Schutz unseres Herdes gegen ferneren jähen Ueberfall zu Eigen beanspruchen
Doppelt wichtig ist der Sieg in dem Moment, wo der verblendete Feind, obwohl zu Boden liegend, von dem Kampfe nicht absteht, und wo es gilt, ihm nochmals unsere ganze Stärke zu zeigen; doppelt wichtig m dem Moment, m welcheni die Stimme der Neutralen den Besiegten zum Frieden gemahnt. Cs wird jetzt ein kriegserprobtes Heer von 200,000 Mann verfügbar, das den im mittleren und südlichen Frankreich mederzuhalten und zugleich die Belagerungsarmee von Paris ansehnlich zu verstärken im Stande ist. stnd so ist der Fall von Metz ein neuer Schritt zum Ende des Krieges und 77 Inprlpbnten Frieden. Dank erfüllt uns gegen die Armee und ihre Fuh- « E nÄ-nk 2 wk auch heute der Opfer, di- um Metz gefallen Und «r'rde die Hefsische Division verlor dort ihrer Vesten Viele. Von ihr dürfen ober auck rül men, daß sie der hohen Auszeichnung, womit der Bundes- ßldherr ihren hervorragenden Antheil am Tage von belohnt hat,
L* in den Tagen der Belagerung sich würdig zeigte. (£>■ ü-J
Seü dem Tage von Sevan ha. der Telegraph »cm Kriegsschauplatz- tone Mittbeiluna gebracht, als die Capitulation von Metz — ein Gr* tJunfe hMn militärische Bedeutung nur noch von der Einnahme von Paris übertroffen werden könnte. Das festeste Bollwerk Frankreichs nächst der .unemnehm- Kren" Hauptstadt mit zahlreichem Wallgeschutze und voraussichtlich reichem ^rte0*' material ist in die Hände des Siegers gefallen; die letzte militärisch geschulte Sir mee Frankreichs die nach der Katastrophe von Sedan außerhalb der preußischen ' u L un7 Gifan en-nlager noch übrig war, ha' das Geschick ihrer Waffen. Ehrten g,.h-ilt unv ta» Gewehr gestreckt, an der Spitze drei .Marschalle »°n L von denen der Eine (Bazaine) sich al» die bedeutendste m.l.iar.sche Capa- dtät in diesem Kriege erwiesen hat. Die Wichtigkeit dieser Eroberung lieg, nahe . Die Uebergabe der Festung M-tz befe.il eine ganze deutsche Armee von hr/ausreibenken, g.sahlvoUen und in vieler Beziehung undankbaren Aufgabe
und gestattet ihre Verwendung vor Paris oder, was noch wahrscheinlicher ist, zu Operationen im Süden. Die Gefahr, daß die belagerte Armee sich, wie sie mehrfach mit den verzweifeltsten Anstrengungen versucht hat, eines guten Tages durchschlagen und ihrerseits den Marsch nach dem Süden antreten oder im Rücken des vor Paris lagernden deutschen Heeres operiren würde, lag zwar nicht sehr nahe; die Vorstellung von der Möglichkeit des Entkommens Bazaine'S dominirte aber doch die Phantasie der Pariser Bevölkerung, und die moralische Wirkung dieses Schlages auf die Letztere ist daher nicht zu unterschätzen. Endlich darf die politische Rückwirkung dieses Sieges nicht übersehen werden. Metz in den Händen der Sieger ist wie das eroberte Straßburg ein neues Unterpfand des Friedens auf jene Bedingungen, von denen man im preußischen Hauptquartier nicht ab- laffen will, und es ist kein Zweifel, daß man auch hier das beali possidentes durch eine organisatorische Rührigkeit wie in der Hauptstadt des Elsaß auszubeuten wissen wird. Die heute noch fehlenden Detailberichte über die Capitulation gestatten noch nicht den Einblick in die der Uebergabe vorangehenden Vorgänge in Metz. Daß die Zustände durch die eingetrttene Hungerkatastrophe und die Demoralisation der Truppen derart gewesen sind, um die Capitulation ohne das Vorhandensein einer Bresche vor dem militärischen Ehrgefühle zu rechtfertigen, ist anzunehmen, und man hat zur Erklärung dieses keineswegs überraschend gekommenen, vielmehr lange vergebens erwarteten Evenements nicht nöthig, politische Rücksichten und geheime Vereinbarungen mit Bazaine vorauszusetzen. (F. 3-)
Der „Correspondance de Berlin" zufolge, dürfte Napoleon, dessen Gesundheitszustand ein milderes Klima erfordere, möglicherweise bei Ablauf November Wilhelmehöhe mit Elba vertauschen.
Ueber die Verzögerung des Angriffs auf Paris schreibt die Prov.-Corresp.: „Die einzig richtige Erklärung der seitherigen Verzögerung ist, daß die noth- wendigen militärischen Vorbereitungen nicht rascher gefördert werden konnten. Die ursprünglichen Berechnungen und voraneilenden Erwartungen beruhten zunächst auf der Annahme, daß eine theilweise Beschießung von Paris schon Statt finden würde, sobald das dazu unbedingt erforderliche Material an FestungSge- schütz bei der Belagerungsarmee eingetroffen sein würde. Es lag dabei vor Allem die Voraussetzung zu Grunde, daß der Muth und die Widerstandskraft der in allen Richtungen leicht erregbaren pariser Bevölkerung Angesichts einer Beschießung sehr bald zur Verwirrung und Nachgiebigkeit umschlagen würde. Nach dem Falle von Toul schien nun die Hoffnung begründet, daß die nach jener Auffassung erforderliche Anzahl von Belag/rungSgeschützen nebst Munition in kurzer Zeit bis vor Paris würden geschosst werden können. Im Kriegsrathe unseres Königs gelangte jedoch nicht jener Gesichtspunkt einer wesentlich moralischen Wirkung auf die pariser Bevölkerung zur entscheidenden Geltung, sondern die ernst militärische Auffassung des Bombardements, nach welcher auch diese kriegerische Operation von vorn herein mit der vollen Energie und allseitigen Vorbereitung in Angriff genommen werden sollte, durch welche alle Aufgaben während des ganzen Verlaufs des Krieges so erfolgreich gelöst worden sind. Man verzichtete darauf, Paris, wie man es allerdings schon vor Wochen gekonnt hätte, durch eine vor- läufige Beschießung zu schrecken, welche den gehofften Eindruck möglicher Welse roch verfehlt und in solchem Falle ein erstes Mißlingen bereitet hätte; man schritt vielmehr sofort zu den umfassenden Vorbereitungen, um die artilleristische Aufgabe, wenn auch mit einem kurzen Verzüge, doch um so wirksamer und nach- drucksvoller durchzuführen. Die Vorarbeiten hierzu haben allerdings eine etwas längere Zeit in Anspruch genommen, als zunächst (auch an dieser Stelle) vorausgesetzt war; die Schwierigkeiten der Herbeischaffung des gewaltigen Materials an Geschütz und Munition haben sich als noch erheblicher erwiesen, als man jte geschätzt hatte... Die Eroberung der Festung Sebastopol Seitens der vereinigten Engländer, Franzosen und Italiener hat ein ganzes Jahr erfordert. Man hat daher keinen Grund zur Ungeduld, wenn die ursprünglichen Erwartungen vor Paris um eine kurze Weile überschritten worden sind. Mit größter Bestimmtheit aber darf wiederholt hervorgehoben werden, daß die Verzögerung einzig und allein durch die in der Sache liegenden Schwierigkeiten, nicht durch irgend welche politischen Bedenken veranlaßt worden ist. . . . Bei der beherrschenden Stellung, welche Paris gegenüber ganz Frankreich einnimmt und weiche sich auch in jüngster Zeit wieder bethätigt hat, ist eine volle Beendigung des Krieges ohne die Unterwerfung der Hauptstadt nicht möglich. Wenn hierzu eine Belagerung mit ihren Gefahren und Schrecken erforderlich ist, so ist die- nicht unsere Schuld, sondern die Schuld derer, welche Paris in eine Festung verwandelt haben, so wie die Schuld der jetzigen Machthaber, welche nach der Ueberwindung aller sonstigen militärischen Wiederstandskraft Frankreichs die Werke und die Mauern von Paris zur letzten Zuflucht ihres ungebeugten Trotzes und Uebermuthes machen."
Der Reichstag dürste etwa zwischen dem 21. und 24. November seine Thätigkeit beginnen, von der man eine zwei- bis dreiwöchentliche Dauer erwartet. Ueber Höhe und Umfang der weiter zu fordernden Bundes-Anleihe für die ^lseg- führung scheinen Festsetzungen noch nicht getroffen, wie es denn auch in der Natur der Sache liegt, daß in der außerordentlichen ReichStagS-Dession die verheißene Rechnungslegung noch nicht erfolgen kann. Man wird nicht irren, wenn


