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Brüssel, 18. Oct.

Das

die Wachsamkeit der Mobilgarde

Führer der Unfähigkeit und des schossen werden.

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stimmten Zeit stellt. Wir verlangen, daß diese Todesstrafe, wenn so ausgesprochen, vollstreckt werde, sobald man des Deserteurs habhaft geworden, und daß dem Schuldigen in keinem Falle Gnade ertheilt werden dürfe. Wir verlangen ferner, daß die Güter der Deserteurs, Flüchtlinge, wie aller derer, die sich feig verstecken oder retten, Angesichts der jetzigen Gefahren des Vaterlandes, sofort confiscirt und unverzüglich zum Besten der ohne Hülfsquellen und ohne Existenzmittel in Folge des Auszuges ihrer Väter und Gatten befindlichen Frauen und Kinder

untaugliche sogar nur mit 10 Francs bezahlt wurden.

Das Siecle vom 14. October meldet, baß Gambetta den Gemeinderath von Dreux in Masse festnrhmen und in Tours einkerkern ließ, um die Leute vor das Kriegsgericht zu stellen.Diese Elenden", wie Siecle meldet,hatten nicht bloß den Beschluß gefaßt, ihre Stadt nicht vertheidigen zu wollen, sondern noch dazu Smdlinge an die Preußen abgeschickt, um diesen ihren Beschluß mitzutheilen". Wenn sich also eine offene Stadt nicht vertheidigt und dies den anrückenden Preußen anzeigt, so verfallen ihre Gemeinderäthe dem Slandrechte in TourS; und wenn nun in Folge dieses Exempels der Gemeinderäthe von Dreux die Gemeinden Exccffe begehen und von den Preußen bestraft werden, so schreit man in TourS überles procödäs des Prussiens!

In Caen hat sich, wie ein Telegramm aus Lille meldet, ein VertheidigungS-

ist nunmehr freigelassen.

London, 17. Ott. DieTimes" wollen wissen, daß (wie schon bekannt) ein Parlamentär aus Metz im Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl ein­getroffen und von dort weiter nach Versailles gereist sei. Das Resultat der Verhandlung sei noch nicht bekannt. Die Viehseuche nimmt in Paris zu.

London, 18. October. Laurier, der Secretär Gambetta's, ist von Tours, Earl Granville von Walmer hier angekommen. DieTimes" enthält folgende Depesche: Versailles, 16. Oct. General Boyer, ein Adjutant Bazaine'S, 'st von Metz hier angekommen und hat zweimal Bismarck gesprochen. Oberst Lindsay ist aus Paris angekommen, woselbst er 20,000 L. den Hospitälern übergeben hat. St. Cloud ist eine vollständige Ruine.

Hamburg, 17. Oct. Das französische KanonenbootHancin kaperte die deutschen SchoonerLucia" undConcordia." v _

Petersburg, 18. Oct. DasPetersb. Journal" meldet: General Burnfide theilte Jules Favres die deutscherseits neuerdings gestellten Waffenstillstandsbedin­gungen mit, welche der General für annehmbar erklärte. Dieselben wurden je­doch verworfen. Der Grund der Verwerfung ist unbekannt.

Echo du Parlernent" meldet aus Lyon, daß die dortigen Radicalen sich der Präfectur zu bemächtigen suchten, indeß durch ..... ' daran verhindert wurden. General Mazure

Schließen der Fleischerläden nöthig geworden.

Schwerin, 18. Oct. Die württembergischen Truppen sind unter den Ober­befehl des Großherzogs von Mecklenburg gestellt. Vor Toul hatten die mecklen­burgischen Truppen 2 Tobte und 20 Verwundete.

Brüssel, 18. Oct. Ein Correspondent derJndependance belge" in Tours klagt über Die DiSciplinlosigkeit der französischen Truppen, welche, berauscht, ihre

Verraths beschuldigen. Zwei Mann sollen er-

Weiaerung auf seinen erhabenen Gebieter Aversen. Darin besteht daS Talent mann in seinem Quartier erstochen wurde, was sofort blutige Sühne erhielt. Man des Diplomaten, zu wissen, wie man auf Andere das Gewicht gefaßter Ent- hat in voriger Woche auch die unter den heutigen Umständen ganz unzuverlässigen schlüsse fallen läßt. Dieses Talent hat mir gefehlt, so lange ich in den Tuile- 200 Polizisten auf der Mairie zusammenkommen lassen, ihnen geboten, dort Hüte rien war. Ich bezahle diese Lücke in meinen politischen Fähigkeiten theuer. und Degen abzulegen, und sie bis auf Weiteres entlassen; zur Organisation Der Kanzler des Norddeutschen Bundes hat keine andere Sorge, als Europa des neuen Polizeidienstcü sind aber preußische Polizisten und Gendarmen in- alaubeu zu machen, daß das französische Volk es war, das den Krieg verlangt stallirt." _

bat während im Grunde er und ich es sind, die ihn gleichzeitig gewollt haben. Basel, 16. Oct. Wieder ist die Bahnverblndung mit Muhlhausen unter- Wenn ick Frankreich zu überzeugen gewußt hätte, daß es mich zu diesem Kriege brochen, der Postverkehr geht per Postomnibus. Muhlhausen ist noch von 1500 aetrieben so wäre ich noch in Paris, wohin ich ohne Furcht hätte zurückkehren Franctireurs besetzt, eine zweite weniger starke Truppe Mobilgarden hat sich den können ' Das Gegentheil fand statt und mein Fall und die Capitulation von Hardtwalb als Operationsgebiet auserwahlt. Gestern soll etn Gefecht der Wit- Sedan sind die Folgen dieser Stunde der Schwäche. ... Ich ward zu Bou- tenheim (in der Nähe von Mühlhausen) stattgefunden haben; indessen hat man loane überwältigt, weil ich mich in meiner Naivetät jener Zeit dem Minister hier noch keine Details darüber. - Garibaldi soll, von Oberst LourS Foagolli Louis Philipps (Thiers) anvertraute, der mir seine Hülfe versprochen hatte, begleitet, in ^bttort angekommen sein.

jedoch um mich in die Falle gehen zu lassen. Ich war ihm hinderlich in Eng- Tours, 17. Ott. Gambetta, der die Stadt ver aßt , niotmrt seine durch and er hat mich nach Boulogne gelockt, um mich in Ham einzusperren." Bis die Annäherung der Preußen notwendig gewordene Abre.se m.t der Nothwen- dahin, sagt der Correspondent, war die Unterredung gelangt, als Jemand in bigkeit seiner Anwesenheit im Vogestngeb.rge. - Der S.tz der Regierung wird den Salon trat. Der Gegenstand ward verlassen und ich mußte mich nach Bordeaux verlegt werden. -- Die Patne" bemerkt tn ihrer Schilderung des Pariser Pferbemarkts vom Sonnabend u. A., daß Pferde, die sonst einen Preis von 15002000 Francs erzielten, nur mit 40100 und kriegsdienst-

Darmstadt, 17. Octbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15. d. M. geruht zu Lieutenants in der Reserve zu ernennen: m

Im 2. Infanterie-Regiment: Die Vicefeldwebel Schaffer, Bair,

Wolf, Strack, Lahr, Hangen und Buchheim.

V Frankfurt, 18. Oct. Der Erzherzog von Darmstadt reist heute Nach, mittag per Extrazug zu mehrtägigem Aufenthalt nach Friedberg. Die Kronprin­zessin Victoria von Preußen wird während dieser Zeit ebenfalls dahin gehen, um in Begleitung des Großherzogs den verschiedenen Lazarethen der dortigen Um­gegend (Butzbach, Niederweiler ic.) Besuche abzustatten. Die hiesigen General und Stabsoffiziere sowie der Polizeipräsident haben sich heute Vormittag nacy Homburg begeben, um der Königin und Kronprinzessin zum Geburtstage des Kro - Prinzen zu gratuliren.

München, 16. Oct. Der König wurde nach der Einnahme von Orleans

verkauft werden.

Der Triester Ztg. wird aus Rom, 10. Oct., geschrieben:Mögen sich die clericalen Blätter noch so sehr in Unkosten versetzen, um dem jungen Königreiche von Italien Schwierigkeiten zu verursachen, die italienische Nation hat mit der Besitznahme von Rom einen Sieg errungen, welcher nicht nur für ihre Einheit, sondern auch für den Triumph der liberalen Principim in ganz Europa von un­verkennbarer Entscheidung und unberechenbaren Folgen ist. Wir müssen diesem jungen Staate, welcher sich auf die älteste Geschichte unserer Civilisation als auf die seiner Vorfahren stützen kann, unsere Bewunderung zollen, wenn wir zusehen, mit welcher Ordnung, mit welcher Achtung vor Eigenthum und Personen eine der größten Umwälzungen still und bescheiden in die Wirklichkeit getreten ist , die alle diplomatischen und wissenschaftlichen Größen unserer Mitwelt einer politischen Unmöglichkeit gleichstcllten. Man wende uns nicht ein, daß man gewisse Kirchen- guter einziehen wird; diese Maßregel, welche bloß Eigenthumder tobten Hand" trifft, gehört zu dem Alphabet einer wohlverstandenen National - Oekonomie und wird in einem Lande, wo die Fruchtbarkeit des Bodens so außerordentlich und die Verwaltung der geistlichen Behörden so unverantwortlich ist, von den gün­stigsten Folgen für das sociale Wohlergehen sein. Kein Tag vergeht, an welchem nicht alte Mißbräuche abgestellt und neue Bequemlichkeiten dem Verkehre und den socialen Beziehungen zugeführt werden. Bald wird man in Rom nicht mehr be­greifen, wie und wodurch es möglich war, noch so lange in einem mittelalter­lichen Zustande zu leben. Der Schmutz, jener Gefährte religiöser Administration, welchen Vater Venillot stets unter den Schutz seinesUnivers" genommen, wird nach und nach verscheucht, wie das nächtliche Gewölk von der kommenden Sonne. Die unglaublichsten Mysterien rollen sich vor dem entsetzten Tageslichte auf, an welche man nicht glauben würde, wenn sie Alexander Dumas in einem Romane erzählte, vor denen man zurückschreckt, da sie von einer väterlichen Regierung ausgeübt wurden. Denke man sich unter hundert ähnlichen Thatsachen bloß Eine. Der Hauptmann der römischen Sbirren, Baldoni, wurde hier von den italienischen Behörden verhaftet, weil, unter anderen Anklagen, folgende auf seiner polizeilichen Carriere lastet. Er wurde beauftragt im Jahre 1867, kurz vor dem garibal- dianischen Einfälle in den Kirchenstaat, 3 Personen bei St. Paolo in Rom zu verhaften. Ein geheimer Wink eines sehr hoch gestellten Prälaten genügte diesem Schergencapitäne, um jene drei zu verhaftenden Personen, deren Aussagen im Verhöre man vermeiden wollte, lieber auf dem Flecke zu tobten, was auch ge­schah. Heute erst rufen die Opfer priesterlicher Tyrannei nm Rache. Die Ver­wandten der meuchlings Erschossenen belangen den Capitän der Sbirren Sr. Heiligkeit, welcher mehr päpstliche Orden auf seiner Brust als Gewissensfunken in seiner Seele hat, erst heute wegen seiner Verbrechen. Aehnliche Geschichten werden noch zu Hunderten an das Tageslicht kommen, und man wundere sich gar nicht, wenn hler und da in dem freigewordenen Rom eine Privatrache voll­zogen wird. __________________

Kriegsnachrichterr.

Vom Oberrhein, 13. Oct., wird der Allg. Ztg. geschrieben:Von nicht geringem Vorthrile wirv es bleiben, vorerst eine stramme Ordnung zu handhaben, und du6 ist um so nothwendiger, als erst dieser Tage ein preußischer Landwehr-

^"^Wi-"vkr $imt4 au6 Lyon geschrieben wirv, ist die Geistlichkeit über eine Ordre sehr erbittert, welche die sämmtlichen Priester bei einer dreitägigen Gefäng- nißstrafe auffordert, tn die Nationalgarde einzutreten. In Folge dessen hat die Manicipalität ihren Trotz in einem noch entschiedeneren Acte kundgegeben, indem sie Nlemanvem ander» als dem Erzbischöfe selbst eine Einbcrufungs - Ordre zuge­schickt hat. Wie unter diesen Umstanden erklärlich, sind in den Straßen sehr wenige Geistliche sichtbar. Weber die Haltung der Geistlichen und Mobilgardisten schreibt der nämliche Berichterstatter:Die ganze Nachbarschaft wird gegenwärtig von MoblotS durschwärmt; nicht Lyon allein, sondern auch die umliegenden Dörfer im Radius von mehreren Meilen haben Einquartierung, und zwar zum großen Mißbehagen der Einwohner, welche nicht selten Ursache zu ernstlichen Klagen über dar Betragen ihrer Gäste haben. Und doch sind die Mobilgarden noch wahre Engel im Vergleich mit den Freischützen. Der Maire von Vitry, welcher Preußen _.. . . - - -

und auch Freischützen im Quartier gehabt hatte, macht öffentlich die Ankündtgung, ausschuß zum Schutz der untern Normandie gebildet, und sind zu diesem Zwecke dasi va» Verhalten der ersteren gegenüber der Bevölkerung unvergleichbar besser 300,000 Frcs. bewilligt worden. Ingenieure wurden angestellt, um die Haupt- mar als das der Mobilgardisten gegen die eigenen Landsleute. Ja, das Treiben straßen mit gefällten Baumstämmen zu verbarricadiren, und sämmtliche Fourage, der Freischützen ist allgemach so notorisch geworden, daß man e< für nöthig be- Proviant, wie Vieh und Fuhrwerke vor dem Feinde zu verstecken und wenn nöthig, funden hat, sie als ein besonderes Corps aufzulösen. zu verbrennen. Neuntausend Mann Nationalgarde werden in der Verteidigung

Als Beweis, auf was man sich gefaßt zu machen, theilt die France fol- Mitwirken. . ,

a-nde Mitteilung der Emancipation von Toulouse mit,welche keines Commen- Ein Pariser Brief derDaily New»" vom 6. d. ergeht sich über die Ver- tar» bedürfe" : proviantirungSfrage, welche die beständige Aufmerksamkeit der LandesvertheldigungS-

Wir verlangen, daß die Todesstrafe und ohne weitere Berufung gegen jeden Regierung beschäftigt. Die tägliche Fleischration ist auf 5% Unzen für jeden Maun- Arbeiter, Bauer, Sohn als Familienstütze, Seminaristen, Jesuiten, Mönch, Einwohner beschränkt worden. Die Fleischläden sind nur zwei- oder dreimal tn Abbä, Pfarrer oder Bischof erkannt werde, wenn er weniger als 35 Jahre zählt der Woche geöffnet und der Zudrang des Publikums ist dann enorm. Viele und ordentlich aufgefordert, sich zu den Fahnen zu begeben, sich nicht zur be- kehren nach mehrstündigem Warten leer zurück. Die Eigentümer von Wetzen ' - - ~ - r- ------------und Mehl haben Befehl erhalten, Ausweise ihrer Vorrathe der Regierung ein-

zureichen. Das Pserdefchlachten zu Proviantzwecken hat in großartigem Maß- labe begonnen; in der letzten Woche des September wurden täglich über 200 Pferde geschlachtet. Ein anderer Coiresponvent schreibt:Die Fleischfrage ängt an, uns ernstliches Magengrimmen zu verursachen ; weder Rind-noch Hammel- leisch war heute zu haben, und Pferdefleisch war das einzige, das auf den Haupt- Märkten feil geboten wurde." Ein dritter Correspondent meldet, daß der Mangel an Lebensmitteln in Paris die Mairie des 9. Arrondissements das reichste Quartier der Hauptstadt veranlaßt hat, ein System für die Gratisvertheilung von Rationen an die Einwohner zu organisiren. Diese Maßregel ist durch das