vollzogen und endgültig festgrstellt haben, sind alle Betrachtungen über die Angelegenheit wenig mehr als Streit um des Kaisers Bart. Die deutschen Regierungen haben jederzeit die Thatsachen vor Augen gehabt, daß Spanien ein selbstständiger Staat ist, und daß die Spanier ein mündiges Volk sind, welches keinen Vormund, keinen Rath, keine Anregung und keinen Vorschlag von Außen bedarf, um zu wissen, was ihm die Verfassungsfragen frommt, und wer zum obersten Lenker seiner Geschicke am ge- eignctstcn ist. Die deutschen Regierungen haben darnach gehandelt, und sie werden ferner darnach handeln. Sie werten folglich, wie wir mit Bestimmtheit annehmcn, in dieser inneren Frage Spaniens, wie in jeder ähnlichen, weder zu- noch abralhen, geschweige denn irgendwelche andere Einmischung sich erlauben, irgendwelchen Druck ausüben auf den Gang der Dinge jenseits der Pyrenäen. Sie hätten kein Recht dazu, wenn sie anders dächten, und, bei der großen räumlichen Entfernung Spaniens, die nicht durch geistige Verwandtschaft nut uns oder anderen zur Annäherung nötigenden Ursachen ausgeglichen Wird, auch keinerlei Veranlassung, keinen Beruf dazu. Sie sehen daher einfach mit wohlwollender Erwartung zu, was sich in der Frage entwickeln und zuletzt ergeben wird, und dasselbe gilt von dem deutschen Volke. Es war also wenigstens in Betreff Deutschlands, wie uns bedünkt, nicht der mindeste Grund vorhanden, von einer Macht zu sprechen, welche den Spaniern einen König aufzwingen wolle, und eben so wenig war, wie uns scheint, ein Appell an die Weisheit des deutschen Volkes in der Sache recht am Orte. Die Weisheit des spanischen Volkes, rcpräsentirt durch die Eortes, hat hier zu reden, und nur sie. Die Weisheit des Deutschen hat lediglich sich neutral zu verhalten und wird sich neutral verhalten. W.ll man anderswo eine andere Stellung einnehmen, bestimmend, rathend, drohend, zwingend aus die Entscheidung der Frage einwirken, wohlan, mag mein es versuchen. Wir lassen die Hände davon."
Die „Patrie" meldet, jedoch mit Vorbehalt: „Es geht das Gerücht, daß eine Depesche aus Preußen eingetrcffen wäre, in welcher die preuß. Regierung erklärt, „ebenso wenig wie die französische" von den dem Prinzen von Hohcnzollern gewordenen Anträgen Kennlniß gehabt zu haben. Preußen will also in dieser Hinsicht in demselben Falle fein, wie Frankreich, und auch seine Haltung nach der des französischen EabinetS einrichten. Andererseits erzählt man, daß ein Londoner Blatt ein Copie von der ganzen Eorrespontenz Prim's mit den preußischen Agenten besitze und sich anschicke, diese Schriftstücke zu veröffentlichen. Dagegen soll die preußische Dtpesche nach der „Gazette de France" folgende vier Punkte enthalten: 1) der Prinz Leopold gehöret nicht dem königlichen Hause an; 2) Preußen habe keinen Schritt gethan, um für ihn die spani- sche Krone zu erwirken; 3) die Zustimmung des Königs (Ear.didaten) sei keine definitive, sondern von der Sanction durch die Cortes abhängig gemacht; dagegen wüide 4) wenn die Cortes ihn wählten, Preußen ihn unterstützen.
Der „Köln. Ztg." wird aus Paris vom 7. Juli geschrieben: Der spanische Gesandte in Paris, Olo- zaga, hat gestern eine dreistündige Audienz bem Kaiser in St. Cloud gehabt, um seine Regierung zu verthcidigen und den Beweis zu führen, daß dieselbe durch keinerlei Feindseligkeit gegen Frankreich sich habe bestimmen lassen. Der Kaiser, erzählt man, ist sehr beruhigt über den Ausgang der eingeleiteten Unterhandlungen und spricht seine Ueberzeugung aus, daß es nicht zum Kriege kommen werde. Herr v. Gra- mont und Ollivier erklären ihrerseits, daß Frankreich rs vorgezogen habe, offen und unumwunden zu erklären, daß es die Beibehaltung der Cantidatur des Prinzen von Hvhenzvllern als einen Kriegsfall an- sihen werte, damit die Mächte im Jnttreffe des Friedens handeln können. Durch die Dazwischenkunft der Cabinete von London und Florenz soll nämlich Preußen und Spanien gegenüber erreicht werben, daß nicht von einem sranzösiichen Veto, sondern von einem europäischen Veto gegen die angeregte Cantidatur die Rete sein könne. Preußens Stellung trägt man am meisten Rechnung, und England will Vorschlägen, wie man in diplomatischen Kreisen behauptet, daß der Prinz aus freien Stücken seine Zusage zurücknchme und erkläre, er wolle nicht Ursache eines europäischen Zusammenstoßes werden. Das Wiener Cabinet bat sich mit Frankreichs An- schauung einverstanden erklärt, wird sich aber wegen seiner noch immer nicht recht herzlichen Beziehungen zu Preußen jeder Einmischung enthalten. Von Ruß- lands ciplomatilcher Einmischung kann kaum die Rete sein, da diese Macht die gegenwärtige Regierung von Spanien noch nicht anerkannt und keine diplomatischen Beziehungen zu teqelben hat.
Die „Jnd. belge" meint über die präsumtive Annahme der spanischen Krone Seitens des Prinzen Hvhenzvllern, daß Frankreich nur sich selbst die Schuld zuzuschreiben habe, wenn Prim durch diesen Schachzug Spanien aus der verworrenen Situation, in der es sich befinde, zu retten versuche. Trotz aller Abläugnungen, sich nicht in die spanischen Verhältnisse einzumischew, habe Frankreich seit bald 2 Jahren nichts Anderes gethan, als auf geheimen Wegen seine Hände in das spanische Parteigetliebe zu stecken, um zu verhindern, daß die Republik proclamirt oder der Herzog von Montpensier zum König ausgerufen werde. Die Sympathieen der französischen Politik für die gestürzte Dynastie und ihre platonische Vorliebe für die Restauration eines Alphons VII. seien für Niemanden ein Geheimniß, da aber an eine solche in Spanien nicht zu denken sei, so könne man es den spanischen Staatsmännern, so unangenehm dies auch Frankreich sein möge, nicht verdenken, wenn sie ihre Blicke auf Preußen richten, um dort eine Stütze zu finden!
Preußen. EmS, 7. Juli. Der König arbeitete heute Nachmittag mit dem königlichen Botschafter am französischen Hofe, Freiherrn von Werther und dem Geheimen LegationS- rath Abeken. Freiherr von Werther wird etwa acht Tage in EmS bleiben.
Ems, 8. Juli. Der preußische Militärbevollmächtigte am Tuilerienhofe, Graf Waldersee, reist heute Abend nach Paris zurück.
Berlin, 6. Juli. Ein Sohn des Generals Herwarth von Bittenfeld, Premierlieutenant in der Cpandauer Garnison, ist am Sonnabend in der Havel ertrunken. Mit mehreren Kameraden amüsirte er sich kurz vorher auf's Trefflichste bei einer Vorfeier der Schlacht von KönigSgrätz auf einer der bei Spandau gelegenen Havelinseln; bei der Rückfahrt waren die Herren so übermüthig, daß der Kahn umschlug und in dem allgemeinen Wirrwarr vermißte man den Kameraden gar nicht, bis die Leiche am Sonntag früh an das Ufer gespült wurde.
Berlin, 8. Juli. Bislang ist von einer Genehmigung des Königs für die Hohenzollern'sche Thronannahme nichts bekannt.
Oesterreich. Wien, 6. Juli. Auf Andringen der ungarischen Regierung hat die österreichisch-ungarische Zollconferenz beschlossen, von ter diesseits in Aussicht genommenen Gencra- lisirung des Zolltarifs vorläufig abzusehcn und zunächst auf dem Wege der Handelsverträge weiter zu gehen, jedoch innerhalb der geltenden Handelsverträge einzelne Tarifsätze zu revidiren. Die Conferenz tritt zu diesem Behuf nach drei Monaten wieder zusammen.
Wien, 8. Juli. Eine authentische Nachricht aus Rom meldet, daß die Votirung über das Eapitel de ecclesia (worin die Unfehlbarkeit enthalten ist) unwiderruflich am 16. oder 17. d. M. in öffentlicher Sitzung stattfindet.
Frankreich. Paris, 6. Juli. Man spricht in unterrichteten Kreisen von einer sehr ernsten Unterredung, welche Ollivier vorgestern mit dem Frhrn. v. Werther vor der Abreise des "Letzteren nach EmS gehabt hätte. Wir haben immer noch Mühe, eS zu glauben; aber es wird uns auf das Positivste versichert: auf Anfrage des Baron Werther, was Frankreich schließlich thun wolle, um die Candidatur deS Prinzen Leopold zu verhindern, hätte Ollivier, dieser Friedensminister par cx- cellence, welcher noch vor acht Tagen in der Kammer wörtlich sagte, daß der europäische Friede niemals gesichelter gewesen sei, als gegenwärtig, geradezu erwidert: „dann werden wir auf den Rhein marschiren!" Baron Werther hat seine Reise nach EmS in Begleitung eines BotschaftssecretärS, deS jungen Fürsten Lynar, angetreten; man sieht seiner Rückkunft mit der größten Spannung entgegen.
Paris, 7. Juli. Der französische Botschafter Benedeit! ist auf telegraphischem Wege seines Posten; enthoben worden. Ein Gerücht will wissen, daß die Kaiserliche Negierung zu diesem Schritt durch ein dnect vom König von Preußen aus EmS hierher gerichtetes Telegramm veranlaßt worden sei. (B. V.-Z.)
Paris, 8. Juli. Der heutige „Eonstitutionnel" stellt den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Spanien in Aussicht, wenn die französische Regierung die Ueberzeugung gewinnt, daß das spanische Ministerium an der Eandidatur deS Prinzen von Hohenzollern fortdauernd festhalte. Preußen anlangend, meint das Blatt, so genüge eS nicht zu sagen, Preußen stehe der Eandidatur ferne; sondern, wie LouiS Philipp dem Herzoge von Nemours die Annahme der belgischen Krone, wie England dem Prinzen Alfred, Rußland dem Herzog von Leuchtenberg die Annahme der griechischen Krone und wie Napoleon III. dem Prinzen Murat die Annahme der neapolitanischen Krone nicht gestattet habe, so müsse auch Preußen dem Prinzen von Hohenzollern rS untersagen, die Krone von Spanien anzunebmen. Der „Eonstitutionnel" theilt ferner mit, die französiscte Regierung habe sich mit den Großmächten in Beziehung gesetzt und beabsichtigen die letztern in Berlin und in Madrid im friedlichen Sinne zu wirken. — Das hier coursirende Gerücht über die erfolgte Enthebung deS französischen Botschafters am preußischen Hofe, Benedetti, ist, wie versichert wird, völlig unbegründet.
Paris, 8. Juli. Tie „Agence Havas" meldet auö Marseille, daß nach daselbst aus Toulon eingetroffenen Nachrichten es sich bestätigte, daß militärische Vorsichtsmaßregeln getroffen und daß die Einleitungen für Trrrpptntransporle lebhaft betrieben würden. Daß dec Bestimmungsort der Truppen Ehina sei, wird dementirt, eS sollen di>se Transporte vielmehr die Ueber- führung der afrikanischen Armee betreffen. — Die Sprache der Abendzeitungen ist eine sehr scharfe und gemeinhin kriegerische. Die Abreise Olozaga's nach Madrid bestätigt sich nicht. — In der heutigen Sitzung des Senats beglückwünschte Brcnier die Regierung, daß sie mit ihrer bisherigen Politik gebrochen habe. Der Senator fragt die Negierung, ob die im gesetzgebenden Körper gethane Aeußerungen so zu verstehen seien, daß der Kaiser ohne Mitwiikrrng des Auslandes keinen Krieg erklären könne. Min.ster Oll'vier erklärt in Beantwortung einer von Delisle gestellten Interpellation, daß er die so ernste Frage in so abgekürzter (ecourlee) Weise heute nicht diScuti-
ren könne; er begnüge sich mit der Erklärung, daß eS fein größter Wunsch sei, unter Bewahrung der Ehre und der nationalen Bestrebungen seine Anstrengungen dahin zu richten, daß der Friede erhalten werde. Die beiden Interpellationen Brenter'S und Delisle werden darauf auf den nächsten Freitag vertagt.
Paris, 9. Juli. Das aus Marseille durch die Agentur HavaS veröffentlichte Telegramm, wonach in Toulon Ordre ertheilt sei, 6 Transportschiffe ausznrüsten, trägt an sich keinen Besorgniß erregenden Eharakter. Secks Transportschiffe würden etwa 6 Bataillone cinschiffen können.
Italien. Rom, 6. Juli. In der gestrigen General- Eongregation deS EoncilS haben sechSzig Väter gegen das dritte Eapitel des Schema s de Romano Pontifice gestimmt. Die Minorität hält sich fest.
Spanien. Madrid, 6. Juli. Die ministerielle Partei hofft, daß der Throncandidat 200 Stimmen erhalten werde. Der erwählte König wird am 1. November das Land betreten. Die Civilliste ist auf 20 Millionen Realen festgesetzt.
Madrid, 7. Juli. Dem Vernehmen nach hat die Regierung dem ständigen CorteSausschuß einen Brief deS Prinzen Leopold von Hohenzollern zugestellt, in welchem derselbe erklärt, daß «r die Krone annehmen werde, wenn die CorteS sich für ihn aussprechen sollten.
Vermischtes.
Gießen, 10. Juli. Nach 2 Uhr heute Nacht während eines heftigen Gewitters schlug der Thürmer die Feuerglocke an, in Folge dessen die Signalisten der Feuerwehr Alarm bliesen' AlS letztere in der vom Thurm angegebenen Richtung vor das Neuenweger Thor kam, ergab sich, daß der Thürmer getäuscht worden war. Die von der Wicßner'schen Ziegelei schräg nach der Stadt hin ausfteigende dicke dichte Rauchsäule erschien durch durch daS Feuer des nach dieser Seite offenen Ofens glühend erleuchtet und machte danach bei ihren Bewegungen täuschend den Eindruck einer ungeheuren Flamme. Der Jrrtkum deS Thürmers war wegen des Gewitters um so mehr entschuldbar.
Der Vorgang hatte hiernach für die Feuerwehr nur den Werth einer Alarmprobe, mit deren Erfolg man recht zufrieden sein darf, da die Mannschaften trotz deS massenhaften Regenrasch und zahlreich zur Stelle waren.
Wiesbaden. Auswärtigen Besuchern Wiesbadens wird eS nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß in der von Fremden so stark frequentirten Restauration Engel am l.Juli das 25jähr. Bestehen derselben durch prächtige Illumination deS neu hergerichteten Gartenlokals, durch Abbrennen von Feuerwerk und herrliche Musikklänge, durchfrischt vom Rauschen der sprudelnden Fontäne gefeiert wurde. Der Andrang deö Publikums war ein so großer, daß Viele auf daS Vergnügen dieser italienischen Nackt verzichten mußten. DaS von einem Kurgaste aus der Wetterau der thätigen und umsichtigen Wirlhin mit dem Wunsche ausgebrachte Hoch, daß dieselbe noch lange ihrer Wirthschaft vorstehen und deren 50jährige Jubelfeier erleben möchte, damit nicht allein Wiesbadener, sondern aus allen Gegenden hierherkommende Fremde in derselben sich laben möchten, wurde mit allgemeinem Beifall ausgenommen.
München. Ein tragische- Ereigniß, daS noch nicht völlig aufgeklärt ist, versetzt die Stadt in nicht geringe Aufregung. Der Pserdewärter deS Kürassier-Lieutenants Grafen Bacinetti ist Morgen« früh in dem Zimmer seine- Herrn erschossen gefunden worden. Die Pistole des Herrn lag auf dem Tische. DaS Uriheil der Todtenschau lautet auf Selbstmord. Dem gegenüber wird behauptet, daß die Schußwunde sich in der linken Brust befindet, und eine von links nach rechts gehende, so wie zugleich abwärts geneigte Richtung habe; auch seien die Kleider in der Nähe der Wunde zersetzt gewesen. »Man will, wie man der „N. fr. Pr." schreibt, daraus schließen, daß kein Selbstmord vorltegen könne und daß der Schuß überhaupt nicht dicht am Körper abgefeuert worden sei, sondern daß Jemand aus einiger Distanz gezielt und geschossen haben müsse. Bei demselben Lieutenant hat sich (?) schon früher ein Bedienter erschossen.
— Ein gräßliche- Verbrechen ist in der letzten Zeit in London entdeckt worden. Vor einiger Zeit wurden im Süden der Stadt Leichname von Kindern entdeckt, theils in Körben, oder in Stücken von Kleidern eingehüllt. In einigen Zeitungen ferner fand man folgende Anzeige: „Anständigen Personen, die ein Kind vollständig in einem guten Hause adoptirt zu sehen wünschen, ist ein solches angeboten, wo das Kind mütterliche Liebe und Sorgfalt genießt. Belohnung ein für allemal 5 Pfd." Ein Polizeisergeant schrieb nun an die angegebene Adresse, daß er ein Kind untergebracht wünschte. Er empfing die Antwort, daß ein kinderloses Ehepaar, das eine große Freude an Kindern habe, mit Vergnügen das Kind adoptiren werde. Eine Zusammenkunft an einem dritten Orte wurde ausgemacht. Der Sergeant verfolgte nun die Spur, die ihn zu einem Hause in Brirton leitete. Gr erfuhr, daß daS uneheliche Kind ein,- Mädchens aus der Nachbarschaft hier untergebracht war. Er nahm nun den Vater diese- Mädchens mit sich und verlangte das Kind zu sehen. Dicß wurde zuerst verweigert; endlich aber wurde daS Kind herbeigebradt, in einem schrecklich abgemagerten Zustande und halb todt. Bei weiterer Nachsuchung fand man in einem Zimmer 5 drei bis vier Wochen alle Kinder, schmutzig, vernachlälsigt und mit Lumpen bedeckt, zwei davon am Sterben. Später fand man noch mehr, und ein Arzt constatirte, 10 Kinder gesehen zu haben im Alter von 3 Wochen bis 3 Monaten, einiae gesund, andere abgezehrt, eines unter dem Einfluß eines Narkotikum«. Weiter fand man den Namen einer der HauLeigeuthümerinnen auf einem Stück Papier, in welches eine der oben erwähnten Kinderleichen gehüllt war. Gin Dienstmädchen gab an, daß die Kinder häufig Thon unter ihre Nah, rung gemischt erhallen, daß die beiden Weiber, die dieß Geschäft betrieben, ost mit Kindern fortgegangen und dann leer zurück- gekommen, angeblich weil die Kinder von den Ihrigen zurück- behalten worden seien. Die Untersuchung wird nun erweisen, ob die Kinder systematisch getödtet wurden, oder nur vernachlässigt , und ob das Verscharren nur deßwegen geschah, um die Vegräbnißkosten zu ersparen, oder um ein Verbrechen zu verhehlen.
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'scben Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


