Einzelbild herunterladen

3248) Mehreren Wünschen zu entsprechen, bringe ich den geehrten Damen zur Nach­richt, daß ich mit nächstem Montag einen weiteren Cursus im Ansertigen von Damen­kleidern eröffnen werde. Auch werde ich weitere Privatstunden ertheilen. Anmel­dungen bittet man bis zum nächsten Sonn­tage abzugeben.

C. Schneider, Sonnenstraße.

Wohnmrgs - Gesuch.

3212) Eine stille Familie sucht in der Nähe vom Brand eine Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, Cabinet, Küche rc., und wünscht dieselbe den 15. August zu beziehen. Offerten beliebe man bei der Exped. d. Bl. abzugeben.

3258) Herr Prediger Uhlig von der freien Gemeinde Magdeburg wird Sonntag den 17. Juli, Morgens 10 Uhr, einen Er- bauungsoortrag auf dem Gleiberg in dem gewöhnlichen Locale, sowie Nachmittags 3 Uhr einen weiteren Vortrag auf dem Ehr. Lony'schen Bierkeller zu Gießen, halten. ___________________________________

3206) Der Pfandschein Nr. 2163 ist ver­loren gegangen. Der Finder wird gebeten, denselben in hiesiger Leihanstalt abzugeben.

3163) Die Unterzeichnete empfiehlt sich bestens als Hebamme.

Marie Franck, wohnhaft in dem Balser'schen Hause in den Neuenbäuen.

3141) Ein möblirtes Zimmer, am lieb­sten mit Cabinet, möglichst außerhalb der Stadt zwischen Gärten gelegen, wird von einem fremden sehr ruhigen Herrn gesucht- Gefällige Offerten an W. B., (Safe Ebel, einzusenden.

M Danksagung.

M 3260) Allen Denjenigen, welche M unseren lieben, unvergeßlichen Sohn, IW Bruder und Schwager,

Heinrich Hust,

Mzu seiner letzten Ruhestätte begleitet U haben, sagen wir unseren innigsten U Dank. Die trauernden Hinter- M bitebenen.

AnMagenkrampf, Verdauungs­schwäche rc. rc. Leidenden

wird das fast 50 Jahre segensreich wir­kende Dr. med. voscks'scheHeilmittel em­pfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp- d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345)

3222) Ein gebrauchtes Bett wird zu kau­fen gesucht. Näheres bei

Elias Meier.

Cöln-Gießener Eisenbahn.

2915) Absahrten nach:

Amsterdam, Rotterdam 8t0*

3177) Zum Aufenthalt für das Laternen­wärter-Personal während der Abendstunden suchen wir ein möglichst im Innern der Stadt gelegenes Zimmer ebener Erde zu

Annoncen - Bureau

Tli. Dietrich «t Comp.

in Cassel.

1) Wir besorgen Annoncen in alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen, Journale, Coursbücher etc.

2) In jedem Falle berechnen wir nur die Original-Tarif-Preise und noliren weder Porto noch sonstige durch Vervielfältigung des Manu- scripts und Correspondenx entstehende Speesen.

3) lieber jede Insertion liefern wir auf Wunsch die betreffenden Belege.

4) Bei grösseren Aufträgen und oftmals wiederholten Insertionen schreiben wir einen angemessenen Rabatt gut.

5) Für Annahme von Offerten auf durch uns erlassene Annoncen berechnen wir keinerlei Gebühren.

6) Vorherige Kostenänschläge werden bereitwilligst ertheilt.

7) Unser neuester correctester Insertionstarif steht gratis und franco zu Diensten.

Th. Dietrich 4* Oomp.,

Annonccn-Bureau für sämmUichc in- und ausländische Zeitungen.

Deutz (Cöln) 6i5 8»<>* 12

Dillenburg 6" 8* 12 4"

Düsseldorf 6<5 g40* 410

Siegen 615 840* 12 440

* bedeutet Eilzug.

440 miethen.

740 Offerten bitten wir bei Herrn Laternen­aufseher Schwan in der Sandgasse abzu- geben-_________ Gießener Gaswerk.

3207) Ein Clavier wird zu kaufen ge­wünscht durch Elias Meier.

Pol

8. Juli.

DerKöln. Ztg." wird von einem Pariser Cor- respvndenten Näheres über eine am 4. Juli zwischen dem Herzog von Gramont und Hrn. v. Werther aus dem auswärtigen Amte stattgehabten Unterredung ge­schrieben. Der preußische Botschafter fand dort Hrn. Emile Ollivier, da er auf Geheiß des Kaisers der Unterhaltung der beiven Staatsmänner beiwohnen sollte. Der Herzog begann damit, den preußischen Diplomaten zu fragen, was er von diesem so plötz­lich eingetretenen Zwischenfalle wisse. Hr. v. Werther erwiederte, daß er keine Kenntniß von den Unter­handlungen gehabt und daß er überzeugt sein zu können glaube, seine Regierung sei der ganzen Combination sremv geblieben und cs handle sich dabei lediglich um eine Familienangelegenheit der Fürsten von Hohen- zollern. UebrigenS nehme er keinen Anstand, zu be­kennen, daß er das fragliche Projekt von Marschall Prim für etourdi (leichtsinnig) halte. Darauf fragte der Herzog den Botschafter, ob er nicht die Absicht habe, dem Könige mündlich von den Unzulässigkeiten zu sprechen, welche die Verwirklichung des vom spa­nischen Cabinet vorgeschlagenen Auskunftsmittels nach sich ziehen würde. Herr von Werther antwortete, die Sache scheine ihm allerdings wichtig genug, um eine Reise nach EmS zu rechtfertigen. Herr von Gramont ersuchte ihn darauf, im Auftrage des Kaisers dem Könige Wilhelm I. kundzugeben, wie peinlich über­rascht Napoleon III. und dessen Regierung gewesen sei durch die Annahme des spanischen Antrages Sei­tens des Prinzen von Hohenzollern, doch würde der Kaiser sich Glück zu diesem unerwarteten Zwischen­falle wünschen, wenn der König die so günstige Ge- legenheit benutzen wollte, einen Beweis der Aufrich­tigkeit seiner so oft ausgesprochenen Wünsche im In­teresse der Erhaltung des Friedens zu geben. Frank­reich gebe sich daher der Hoffnung hin, der König Wilhelm werde seinen nahen Verwandten (?) veran­lassen , die ihm angebotene Krone Spaniens zurück­zuweisen, und zugleich dem Prinzen empfehlen, vor­läufig Deutschland nicht zu verlassen. Sollte jedoch, den sehnlichsten Hoffnungen Frankreichs zuwider, Preußens König in seiner Weisheit anders zu be- schließen geruhen, dann könne die Gefahr einer Ka­tastrophe nicht verhehlt werden. Herr von Werther antwortete, daß bei der ausnahmsweise» Wichtigkeit (gravitö) der Lage es wünschenswerth sei, den Worten ihre richtige Bedeutung zu geben, und er müsse daher den Minister fragen, ob er bet dem Ausdrucke Ka­tastrophe eine Kriegsdrohung im Sinne habe. Herr Ollivier, welcher bisher lautlos dageseffen hatte, er­griff nun seinerseits das Wort und sagte:Im Namen des Kaisers und seiner Regierung muß ich diese Frage bejahen:Oui, il y a menacc de guerre.

Aus allen officiosen Blättern, aus derPatrie", derFrance", demPeuple franyais" und dem PayS" spricht die größte Aufregung; dasPayS" beginnt seinen:Der Krieg" überschriebenen Leit­artikel, wie folgt:Die Ereignisse sind ernst; Fol­gendes ist ganz genau: Was nur ein Gerücht war, ist zur Wirklichkeit geworden. Der Prinz von Hohen­zollern hat die ihm von dem General Prim ange­tragene Krone von Spanien angenommen. Preußen legt die Hand auf Spanien. Der Kaiser hat dem

irische Mundscherrr.

preußischen Botschafter in Paris, Hrn. v. Werther, erklärt, daß Frankreich das nicht leiden werde. Hr. v. Werther ist gestern Abend abgereist, um seiner Regierung über die Entschließungen Frankreichs Be­richt zu erstatten. Wir haben also ein ungeheures Ereigniß zu gewärtigen: zu dieser Stunde tauschen die beiden Nationen vielleicht ihren Karte! aus. Heute Abend, morgen kann der Krieg vielleicht erklärt sein. Es braucht nur ein Schwindel sich unserer Nachbarn zu bemächtigen und die Würfel wären geworfen! Denn das wissen wir aus sicherer Quelle Frankreich wird nicht zurückweichen. Entweder Preußen zieht seine Ansprüche zurück oder es muß sich schlagen. Ein Drittes, einen Ausgleich, ein juste milieu gibt es nicht. Entweder es gibt nach, oder die Kanone wird die Discussion sortsetzen."

Der Corresponvent derTriester Zeitung" schreibt: Da der Papst seit einigen Tagen leidend ist, da er noch außerdem diesen gastrischen Anfall nicht achtet (oder wenigstens Anfangs nicht achtete) und die an­strengenden Functionen am Peterstage trotz seines Unwohlseins mitmachte, da er ferner durch den Ab­fall Guidi's und die hartnäckige Ausdauer der con- ciliären Minorität täglich gereizter wird, so könnte uns geschehen, daß wir eines schönen Sommermor­gens mit der Nachricht von seinem Hinscheidcn über­rascht werden, welches im gegenwärtigen Augenblicke zum Feuerzeichen großer Ereignisse werden könnte. Die große Hitze hat mehr oder weniger Alle in Rom angegriffen; dabei muß man nicht vergessen, daß der Papst 78 Jahre hat und stark constituirte Naturen nickt langsam dahinsiechen, sondern in plötzlichen und raschen Anfällen abnehmen und dahingehen. Der Papst hat in den letzten Wochen sehr sichtbar geal­tert, und bei der Function in St. Peter am 29. Juni konnte er sich nicht hinreichend beherrschen, um eine große Ermattung zu verbergen. Nach dem Hochamte, bei welchem die volltönende Stimme Pius' IX. nicht, wie gewöhnlich, zu hören war, wird der Papst in die Mitte der Kirche getragen und muß hier jährlich den feierlichen Protest ablesen, welcher gegen alle Verkürzungen der weltlichen Anrechte der Kirche wie­derholt wird. Die Stimme des Papstes war sehr matt und seine Arme fielen ermüdet auf die Lehnen des Tragsessels, als er das dünne Buch aus der Hand gegeben hatte. Der greise Mastai ist erschöpft und mich sollte es sehr wundern, wenn er sein 25. RegierungSjahr übersteht."

9. Juli.

Die in unserem letzten Blatte mitgetheilte Inter- pellation des Deputirten Cochery und Genossen, über die Eventualität einer etwaigen Besteigung des spa- Nischen Thrones durch den Prinzen von Hohenzollern, wurde im gesetzgebenden Körper zu Paris am 6. d. M. verhandelt. Der Minister des Auswärtigen, Herzog von Gramont konstatirt in Beantwortung der Inter­pellation, daß Prim dem Prinzen von Hohenzollern die spanische Krone angeboten und daß der Prinz dieselbe angenommen habe. Das spanische Volk babe sich indeß noch nicht ausgesprochen. Die französische Regierung kenne nicht die betreffenden Unterhand- langen; er bitte demgemäß die Discussion, die augen­blicklich zwecklos sein würde, zu vertagen. Die Re­gierung werde in der neutralen Haltung, die sie bis

Lwf-

jetzt beobachtet, beharren, aber sie werde nicht dul­den, daß eine fremde Macht einen Prinzen auf den spanischen Thron setze und die Ehre und Würde Frank­reichs in Gefahr bringe. (Beifall.) Die Regierung vertraue auf die Weisheit des deutschen und auf die Freundschaft des spanischen Volkes. Sollte sie sich aber in ihrer Hoffnung täuschen, so werde sie ohne Zögern und ohne Schwäche ihre Pflicht thun. (Wie­derholter lebhafter Beifall.)

10. Juli.

In Bezug auf die spanische Throncandidatur haben wir mitzutheilcn^ daß Erbprinz Leopold, welchem die spanische Krone angetragen ist, der älteste Sohn des Fürsten von Hohenzollern ist. Als solcher ist er prä­sumtiver Erbe der Apanagen und mediatisirten Be­sitzungen der Familie; er ist am 22. September 1835 geboren, Oberst ä la suite des 1. Garde-RegimenkS zu Fuß, und seit dem 12. Sept. 1861 mit der Prinzessin Antonie von Portugal, Schwester des regierenden Königs, vermählt. Er hat drei Söhne, Wilhelm, Ferdinand und Karl Anton. Man hat in Madrid ohne Zweifel nicht unbeachtet gelaffen, daß, wenn der Prinz von Hohenzollern der königlichen Familie angehört, er zugleich der Enkel einer Murat und einer Beauharnais, also zweimal mit dem Kaiser der Franzosen verwandt ist. Seine Mutter nämlich, die Prinzessin Josephine von Baden, ist die Tochter der Prinzessin Stephanie von Beauharnais, Adoptivtochter Napoleons I., und sein Vater, Fürst Karl Anton, ist der Sohn der Prinzessin Antoinette Murat. Schon einmal wurden diese verwandtschaftlichen Bande gel­tend gemacht, um Napoleon III. die Candivatur des Prinzen Karl von Hohenzollern auf den rumänischen Thron annehmbar zu machen. Man hat in Madrid wohl geglaubt, daß dieselben Gründe in Paris auch einem hohenzollern'schen Prinzen bei der spanischen Candivatur zu Statten kommen würden.

In einem am 5. stattgehabten Ministerrathe hat der Regent die von Prim in der Throncanditatur- Angelegenheit gethanen Schritte gebilligt. Das Mi­nisterium hat einstimmig beschlossen, diplomatische Ver­handlungen anzuknüpfen, um den Cortes einen den Wünschen der Majorität der Deputirten entsprechenden Candidaten Vorschlägen zu können. Die Cortes werden am 22. d. zusammentreten und die Königswahl als­dann am 1. August stattfinden. Die ministerielle Partei hofft, daß der Throncanvidat 200 Stimmen erhalten werde. Der erwählte König wird am l.Nov. das Land betreten. Die Civilliste ist auf 20 Mill. Realen festgesetzt.

11. Juli.

Zur Klärung der politischen Lage entnehmen wir derNordd. Allg. Z." in Bezug auf die spani­sche Throncandidatur Folgendes:Man hat sich, namentlich in der französischen Presse, mit der Sache stark übereilt. Ein Urtheil über dieselbe er­scheint durchaus verfrüht, unreif, auf bloße Hypo­these begründet, so lange die spanische Volksvertre­tung sich nicht geäußert hat. So lange dies nicht geschehen ist, so lange die CortrS in Madrid die Wahl des von der provisorischen Regierung in'S Auge gefaßten Königs, die von ihnen allein, nicht durch Wünsche oder Befürchtungen des Auslandes, zu entscheiden ist, nicht nach den bestehenden Gesetzen