Anlage zu Mr. 30 des Aietzener Anzeigers
Clara entgegen.
gen
längst ihr Eigenthum.
mal
recht
Mit
ger strömten von ihren Lippen. Die Nichte
bei, daß das Zimmer fast einem
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weilen, sie an
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war, erwartet.
Geschenke brachten tue Sohne mit.
Du hast Nicht
seiner Bewilligung sind wir ja hier."
Die glücklichen Liebenden konnten jetzt nicht mehr lange zusammen
Clara mufete sich um die Hauswirlhschaft bekümmern, auch hatte der Gratulation Thcil zu nehmen, welche Adolph und Konrad, nebst dem ganzen Personal des Hotels, Herrn und Madame Stiller schon in den Frühstunden Varbringen wollten. Sie erlaubte sich im Namen ihres Onkels die Familie Sander zu dem am Abende stattsindenven Feste einzuladen, umarmte Alle und
Herzens krönen.
Die Mutter führte Beide zusammen.
Sander hielt Clara in seinen Armen. Er sragte sanft:
„Darf ich, theure Clara?"
Sie sah innig zu ihm empor und reichte ihm die Lippe.
„Mein, mein!" stammelte er mit dem Tone des höchsten Entzückens.
„Für die Ewigkeit!" hauchte Clara.
Die Mutter streckte segnend beide Hände über die Glücklichen.
Dann ries sie die Töchter herbei:
„Umarmt Eure künftige Schwägerin," sagte sie. „Ihr seht hier Braut und
Bräutigam vor Euch." „
Die beiden jungen Damen ließen es nicht an herzlichen Glückwünschen fehlen und Clara erhielt mehr Küsse, als je zuvor in ihrem Leben. Auf ein-
wahr, Mutter?"
Frau Sander bestätigte die Worte des Sohnes.
„Er wird Dich, meine liebe Clara, freudig als Tochter gufnehmen.
aber sagte sie zu Sander:
„Doch Dein Vater — wird auch er mich segnen? Ich habe ihm doch
Sie hatte ihn dem Tode abgewonnen. In ihren Gedanken war er schon Jetzt sollte die Wirklichkeit die geheimen Wünsche ihres
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„Wofür er Dir jetzt sehr dankbar ist," entgegnete Sander. „ den bösen Dämon in ihm bekämpft und fein Gewissen entlastet.
^e.cyerur vtuu^» v.. ..... Die Eltern hatten sich solche Gaben
schon in früheren Jahren verbeten, aber die heißesten Wünsche für ihre aer strömten von ihren Lippen. Die Nichte aber ließ es sich nicht nehmen, den Onkel und die Tante mit Blumenkränzen zu schmücken, die sie den Abend vorher
in der Zeit, als diese noch arm und hülfloS war, lebhafte Theilnahme empfunden hatte, und bat sie, sich es bei ihnen wohlsein zu lassen.
Die Damen und Herren hatten Platz genommen. Erfrischungen wurden herumgereicht. Um acht Uhr wollte man zu Tische gehen, in einem Nebensaale, wo die Tafel servirt war, denn im großen Salon sollte getanzt werden.
Ehe die anberaumte Zeit herankam, entfernte sich Clara unbemerkt aus dem Salon, um nach fünf Minuten in Begleitung des wackeren Christian Bork zurückzukehren. Dieser trug ein großes mit einem dichten Schleier bedecktes Bild, trug es nach dem dazu bestimmten Gerüste hin, an dessen Seiten die Armleuchter brannten, und stellte es nach Clara's Anordnung auf.
Die Gäste blickten neugierig hin. Madame Stiller aber rief:
„Ah, das soll gewiß die Ueberraschung sein/ was Clara mich heute Mor-
8aniCnUn»enter Abend, ter dem Tage folgt, wirt nicht minder schon sein," sagte Clara lächelnd; „denn es ist noch eine große, herrliche Ueberraschung.sur ‘"uKi man sie nicht wissen?" fragte Madame Stiller neugierig.
^Nei/s°nft° wä/es^ ja keine Ueberraschung. Eö iss ein Gehetmmß, das zwischen mir 'und Konrad besteht. Nur so viel darf ich 3 »en sagen daß S.e vor Erstaunen darüber außer sich sein werten, was Sw ,n dem guten Konrad fÜt 'S mußt. Madame Stiller sich begnügen; denn weiter
LL7d^rgr;7mch.7 desondereS mehr vor im Hotel, nur daß die gewöhnliche table d’höte eine Stunde früher stattsand als sonst, weil die ^^7:i/all'-rel7e^'i7gr"'n"Salon, worin der Kronleuchter bien- denv strahlte, versammelt waren, erschien das Ehepaar in Deg eitung r h , um die Verwandten nnd Freunde zu begrüßen. Vorher h°"-C°r°U' H neurs gemacht. Herr und Madame Stiller wurden mit einem sossennen TUI« von dem schon anwesende,. Orchester empfangen. Den Emp ang-se, r chtett folgten her^iche, fröhliche Gespräche unter den Anwesenden. Clara stell 3rr und Madame Stille? die Familie Santer au- Dresden un. Fr-u M s 'vor. Letztere war auf Clara's Einladung auch er chienen Das wu d.ge Paa>e nerte sich noch des jungen Sander« und auch der Frau VKeset, ,ur wr.ev
Lautt°Lobsprüch. von Seiten der Mutter und. ter Schwestern des jungen Sander tönten ihr nach. Dieser selbst aber ries ju'oklnd: ~ ,
„■peute Abend soll nicht nur das Erinncrungsfest an die Hochzeit Stiller s, es soll auch eine Verlobung gefeiert werden!" ...
Eine Stunde nach dem Moment, der, Clara das crfehnte Gluck gebracht, begab sich das junge Mädchen in Begleitung der Söhne des Hausherrn in baa Familienrimmer, das im ersten Stocke lag.
Dort wurden sie von dem würdigen Ehepaar, das schon völlig angekleidet
gesagt hat."
Clara hatte diese Worte gehört. ,
„Ja, liebe Tante, es ist so. Und dieser Ueberraschung wird noch eine zweite folgen, worüber Sie und der Onkel sich hoffentlich auch freuen werden.
Sie nahm Herrn und Madame Stiller bei der Hand und führte sie vor das verhüllte Bild. Adolph und Konrad folgten unmittelbar, dann die Familie Sander und die anderen Gäste, die in der Nähe des Bildes zu einem
Halbkreise zusammentraten.
„Jetzt aufgepaßt!" rief Clara mit heller Stimme und winkte nach dem Orchester hinauf.
Ein dreimaliger Tusch ertönte
Während dessen zog Clara den Vorhang vor dem Bilde weg^
Die Brustbilder des Ehepaars blickten, lebensgroß und zum Sprechen ähnlich, den verwundert Schauenden entgegen. Ein allgemeines „Ach." entfloß Aller Lippen. Man hörte die Worte: „Das ist ja prächtig! Nein die Aehn» lichkeit! Ein wahres Meisterstück!" rings umher ausrufen.
Die Urbilder waren erst stumm vor Erstaunen und Freude.
„Ja, das ist allerdings eine herrliche Ueberraschung," versetzte der Wirth, „die Schönste, die ich in meinem Leben gehabt habe. Aber wie war denn das möglich, uns so zu treffen, ohne daß wir dem Maler gesessen haben?
„Das muß ja ein sehr große- Künstler sein!" ries Madame Stiller die vor Freude weinte, „mir und mein Mann so — so aus m Gedachtniß abzukonterfeien." , _ , .. .
„Ja, ja," bestätigten die Gäste, „ein großex Künstler! So was ist \a noch gar nicht dagewesen."
Clara blickte nach Konrad, der, glühend roth im Antlitze, vor Freuden zitterte. Sie faßte seine Hand und zog ihn zu den Eltern hin. „Er ist noch kein großer Künstler," sagte sie, ober nach dem Bilde zu urtheilen, das er heimlich geschaffen und wobei eie Liebe zu seinen theuren Eltern ihmi tue Hand geführt, hat er Hoffnung, ein solcher zu^wer^en,. ^"^on feil'”' JaWn jmr ^^De??lt?Stiller"schw5 'einen ftinen Licblig^lan,
X MU- «IW'-WÄS innig bittend, anblickte, da -crfchwaud ter Schotten schnell wteter. Er breitete die Arme ans und sagte gerührt: Deinem Her-
,Es ist Gotte« Wille, mein Sohn, so magst Du denn L-einem ver
ä'n Madame Stiller aber rief, indem sie stolz um sich blickte:
„Nicht wahr? Ein großer Maler - daraus kann man stolz s-tn, wenn man seine Mutter ist,
Der'eisten Ueberraschnng, welche dem Stiller'schen Ehepaare geworden war, rS den Lnkel und di. Tante, ihr ein paar Minuten Gehör in einem der anstoßenden Zimmer zu geben, worin sich keine Gaste brsanden.
Dieser Wunsch wurde ihr gewährt. <.lrr(.n ß;8
Sie flüsterte Sander zu, ihr zu folgen und an der Thure zu h , fl£ mit ihren Verwandten allein befand, theilte sie ihnen in
weni^n aber bekedt.n Worten mit, wie ihr. Bekanntscha,. d°m >un n
ÄLM'SLkK «ÄsiÄrÄ.’SftM ss** * .... düs frei ne perpetuum mobile, die bewegende Seele ihres Hütels, ungern, aber dem Glücke W jungen Mädchens wollten sie als verstand,g- Leute ntch im Wege stehen.
Sander wurde von Clara herbeigerufen. ßncrefultot der
ß-r verciuiate seine Bitten mit der des Geliebten. Das Endresultat oer kurzes Unterredung war, daß Herr Sttller feiner Nrchte versprach, »ach ihrem Wunsch, ih« Verlobung während d-r Tafel fernen Freunden und Gasten anzuzcigen.
Dies Versprechen wurde gehauen. neben-
Eine ' Stunde später saß das glückliche Brau paar « FtstM- «»«. einander und hörte mit Vergnügen die Toaste, die auf das Wohl ihr d ausge^racht^wb^^ 0{n0 ^st lange noch Mitternacht auseinander.
Als Clara und Sander sich einander gute Nacht boten, sag e ä
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^""Ebmso"machte es das den Genannten folgende Hausperfonal. Es fugte feinen Glückwünschen soviel Blumenspcnden bet, daß das Zimmer fast einem Blunieng^arttn^ glich. aaen jfi tfr herzlichsten Weise. und sein« Gatttn umarm,en die Söhne und küßten Clara, d,e sie wie e.ne Tochi-r bebten.
Madame Stiller rief in schlechtem, aber gutgemeintem Deutsch, indem f ihren vollen Arm um den Hals des Gatten schlang:
’ „Nicht wahr, Vater, dieser Tag ist doch vor Dir und mir der schönste im
Die Geheimnisse einer jungen Mamsrii.
^(Fortsetzung und Schluß.)
Frau Sander hatte von einer Viertelstunde gesprochen. Die Unterredung hatte aber kaum die Hälfte dieser kurzen Zeit gewährt, da ging die Mntter zur Thüre und rief:
„Herein, mein Sohn, herein, Deinem Glücke steht Nicht- mehr im Wege.
Der junge Sander folgte dem Rufe der Mutter, der wie Sphärenmusik in sein Ohr klang.
Angehaucht von der Nöthe jungfräulicher Schaam, verschönt durch das herrlichste Gefühl, das nur eine Menfchenbrust beseligen kann, blickte m


