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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

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Vermischtes.

Frankfurt, 7. Mar;. Geld und doch keines, kann man beim Lesen folgenden Vorfalles sagen: Gin Mann kani gestern Nachmittag in O. an den Gisenbahnschalter und ver­langte eine Fahrkarte nach Frankfurt und legte zur Bezah­lung österreichische Sechser hin. Diese werden nicht ange­nommen, lautet die Antwort; darauf präsmtirte man 1 Zranc, auch dieser fand keine Gnade; alsdann 2*/2 Sgr., auch dieses wurde abgewiesen, ebenfalls die Silbergroschen; nun gab man 2 st. 20 fr. Jetzt war guter Rath für den Kassier theuer, er sagte, bitte, geben Sie mir die österreichischen Sechser, ich habe kein kleines Geld, um herauSgeben zu können!

Mainz. 7. Mörz. Gestern Nachmittag fand, berufen von dem hiesigen Sccialdemokratifchen Vereine in der Fruchthalle eine Volksversammlung wegen der bekannten Octroi- defraudation statt, an welcher sich etwa 6000 Personen bc- theiligten. Die Polizeibehörde überwachte die Versammlung, außerdem war noch eine große Anzahl Schutzleute in der Halle vertheilt. Den Vorsitz führte Hr. I. Leyendecker. Sömmtliche Redner, deren Auseinandersetzungen mit großem Beifall aus­genommen wurden, unterzogen die stattgehabten Vorkommnisse einer sehr starken Kritik, so daß sich mehrmals der überwachende Polizeirath zur Intervention veranlaßt sand. Beschlossen wurde 1) die Behörde aufznfordern, unter Einführung erforderlicher Controlmaßregeln das städtische Octrot durch städtische Beamten forterheben zu lassen; 2) die Bürgermeisterei und den Gemeinde­rath aufzufordern, ihr Mandat niederzulegen, sowie die vorge­setzte Regierungsbehörde zu ersuchen, die schuldverdächtigen Be­amten der Stadt ohne Ausnahme ihres Amtes zu entsetzen und vor das Strafgericht zu stellen; 3) ohne Rücksicht auf fremde Mitbewerber die erledigt werdenden städtischen Stellen durch Mitbürger zu besetzen.

Berlin. Dem Vernehmen nach steht von Seiten deS BundeSrath die Berufung des OberappellationSrathS Zentgraf in Darmstadt an das oberste Handelsgericht in Leipzig in Aussicht.

Paris, 2. März. In Lafrenay bet Dinan bat rin Bauer einen Gerichtsvollzieher mit einem Spaten erschlagen. Derselbe war zu ihm gekommen, um ihn in einem ScheidungS- processe, den er mit seiner Frau hatte, eine Citation znzu- stellen.

Blatt schreibt:Es wird interessant sein, die Gründe zu erfahren, mit denen der preußische Premier eine Reform bekämpft hat, die gegenwärtig von allen auf* geklärten Geistern Europas und der gebildeten Welt angenommen ist; aber einstweilen zollen wir gern unsere Anerkennung den edelmuthigen Gesinnungen, welche den Beschluß des Reichstags dictirt haben. ES ist möglich, daß dieses Votum für jetzt noch zu keinem praktischen Resultate führt; die preußische Regierung ist Herrin im BunoeSralh und ohne Zweifel wird sie mit ihrem ganzen Gewicht auf die Ent­schließung dieses Rathes drücken, um die Todesstrafe aufrecht zu erhalten. Aber der Anstoß ist gegeben und in einer mehr ober weniger nahen Zukunft wird diese Strafe aus dem deutschen Strafgesetz ver­schwinden. England ist auf dem Punkte, uns in der Anwendung des Princips des obligatorischen Unterrichts zuvorzukommen; wird uns Deutschland in der Anerkennung des Princips der Unverletzlich­keit des menschlischen Lebens ebenfalls zuvorkommen?

DerKöln Ztg." wird aus Rom geschrieben: Die französische Gesandtschaft erhielt lange nicht so viele chiffrirte Depeschen wie in diesen Tagen. Der Wechsel des Ministeriums war der natürliche An­laß zu einer dem Nuncius von Ollivier gemachten Mlttheilung, welche von der Presse mit Unrecht in ein Schreiben des Kaisers an den Papst verwandelt ist. Ollivier rieth anstatt des Fortschrittes in der bisherigen Richtung die Rückkehr zum 16. Rov. 1848 an, dann werde der päpstlichen Regierung die Sympathie des Kaisers nie fehlen. Cardinal An- tonelli's an Mfgr. Chigi gerichtete Entgegnung fetzt die kategorische Unmöglichkeit des Ansinnens aus­einander, wobei besonders der persönliche Widerwille deS Papstes noch seinen mit jener Zeit gemachten Erfahrungen, dann die politische Unreife der Bevöl­kerung für tiefergreifende konstitutionelle Reformen herauSgehoben wurde. Um aber die diesseitige Be- reitwilligkeit für alles zu zeigen, was in Paris dem inneren und äußeren Frieden förderlich erscheint, so weist die Antwort Antonellas auf eine Rückkehr in die konstitutionelle Reformbahn als auf die letzte

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noch nicht ausführen, da sick sonst die Rechen der Opposition lichten würden.

Der Vorschlag der Pforte, bezuglick der montenc- arinischen Grenzstreitigkeiten eine Commission niederzusetzen, ist von den Regierungen, an welche sich die Pforte gewendet, an­genommen worden.

Ungarn. Pesth, 4. Marz. In der gestrigen Ver­sammlung der der Deakpartei angehörigen ReichStagSmitglieder legte der Kultusminister den Gesetzentwurf bezüglich der Re­ligionsfreiheit vor. Der Entwurf gestattet Jedermann die Aus­übung jedwelcher Religion und die Bildung freier Genossen, schäften. Die Ehe ist nach demselben ein bürgerlicher Vertrag, die Kindererziehung ein freies Recht der Eltern.

Frankreich. Paris, 1. März. In den französischen Lyceen scheint die Empörung der normale Zustand werden zu wollen. Ein demGauloiS" zugegangenes Telegramm meldet, daß-das Lyceum zu NeverS der Schauplatz. eines förmlichen Aufstandes mit Barrikaden, Zertrümmerung von Möbeln, Hoch­rufen auf Rochefort und die Republik, Abfingung der Mar­seillaise u. s. w. gewesen ist. Sonnabend Nacht wären in Folge der Entlassung einiger Zöglinge die Unruhen au-gebro­chen; die Anführer hatten sich in ihren Schlafsälen »erbarm kadirt, und um zu ihnen zu gelangen, hätte man in der Zim­merdecke eine Oeffnung machen müssen Sonntag Mittag sei der Aufruhr bewältigt gewesen und mit Entlassung der Zög­linge auf unbestimmte Zeit die Ruhe wieder bergestelit worden. In einem Nonnenkloster in Neuitty bei Paris, wo junge Mädchen erzöge,r werden, kam cS ebenfalls zu einem Aufstande. Sechszig der letzteren hatten sich nämlich verschworen, nicht mehr zu dulden, daß man sic oder ihre Mitschülerinnen mit trockenem Brode und Kerkerhaft bestrafe. Als nun vor zwei Tagen eines der jungen Mädchen ins Gefangniß wandern sollte, erhoben sich die sechszig und erklärten mit so entschlossener Miene, sie würden eS nicht dulden, daß die Nonnen nachgaben und die Bestrafung unterblieb.

Paris, 4. März. Ein Brief deS Bischofs von Mont­pellier, datirt Nom, 27. Febr., tadelt den Brief deS Bischofs Laval gegen Bischof Dupanloup und bemerkt, eine derartige, vor jeder Entscheidung des ConcilS veröffentlichte Kundgebung erscheine als ein Angriff auf die Freiheit deS ConcilS.

Paris, 5. März. Ein kaiserliches Decret, datirt 28. Febr., genehmigt den vom Minister des Innern mit dem Hause Breit'tmavr geschlossenen Vertrag, bezüglich der Legung eines unterseeischen'Kabels zwischen Frankreich und Egypten mit Be. rührung von Algier. Eine Kreuzung deS neuen Kabels auf der Linie Frankreich - Algier mit dem vom Hause Erlanger kürzlich übernommenen Kavei, darf auf keinem Punkte statt finden.

Türket. Konstantinopel, 3. März. Der Vicekönig von Egypten weist alle hellenischen Jnsurgentenführer aus dem Lande. Der frühere militärische Commandant von Bagdad ist wegen deS Aufstandes in Anklagestand versetzt worden. Die armenischen Katholiken wiesen die Ercommunication fieben Geistlichen ihres Ritus durch den Papst zurück. Rhangabe ; kehrt auf seinen Posten zurück.

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Auskunft auch für einen neuen nwdus vivendi mit □falten für den Fall hin, daß man sick in Florenz tur Herausgabe vir allen Provinzen des Kirchen, stuaies verstände. Man wurde dann in Rom die dort inzwischen eingesührten Institutionen als eine vollendete Thatsache mit in den Handel nehmen, dies besonders aus Rücksicht für die politische Umsor- mirung mit Ncuüalien, aber gleichzeitig auch tn dem Patrimonium Petri aus die Reform zuruckkvmmen.

8. Marz.

Hessen. Darm stadt, 4. März. Im weiteren Ver­lauf der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde der An- tiag Dumont-Edinger, die Kammer wolle gegen die Aeußerung des'Kriegsministers, als liege die Penfionirung von Offizieren nicht in feiner Hand, Verwahrung einlegen und erklären, daß durch die Militärconvention und die Norddeutsche Bundesver­fassung in der constitutionellen Verantwortlichkeit deS Kriegs­ministeriums keine Aenderung eingetreten sei, mit 18 gegen 17 Stimmen abgelehnt.

Preußen. Berlin, 5. März. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht die Bekanntmachung des Finanzministeriums, be­treffend den Umtausch der Schuldverschreibungen älterer preuß. 4 und 41/2 % Staatsanleihen gegen die Verschreibungen der consolidirten 41/2 % Staatsanleihe. In Frankfurt a. M. kann dieser Umtausch auch durch daö Bankhaus M. A. v. Rothschild und Söhne bewirkt werden.

In der heutigen Sitzung nahm der Reichstag den. Gesetzentwurf, betreffend die Ausdehnung der Maß- und Ge- wichtkordnung auf die Südstaaten, an. Auf die Anfrage des Abgeordnetcn Sombart, wann ein die Münzeinheit bezweckender Gesetzentwurf zu erwarten sei, antwortete Staatömimster Del­brück die Bundesregierungen beabsichtigten, in der nächsten Session die betreffende Vorlage einzubringen. Hierauf wurde mit der Berathung de- Strafgesetzentwurfs bis zum § 40 vor­geschritten. Der Antrag des Abgeordneten Krrchmann auf Streichung des § 28. welcher festsetzt, daß eine verbüßte Zucht­hausstrafe zum Militär, und Marinedienft unfähig macht, wurde abgklehnt. _ oir, ,,

jDcfictvcicf)- 9B i e n, 4. März. Der Allg. Ztg. wird geschrieben: Der Bericht d<S Grafen TrauttmanSdorff aus Rom über die Uebergabe der österreichischen Note ist bereits eingelangt. Cardinal Antonelli hat die Note ad referendum genommen, d. h. wohl: er ist über die Note verstimmt und läßt sie einstweilen unbeantwortet. Ihre Wirkung fchemt die­selbe indessen nicht verfehlt zu haben, denn nach den neuesten Berichten sott die Sache der Opposition nicht ungünstig stehen, und daö ist auch der Grund, weshalb die österreichisch-ungari­schen Bischöfe ihre Absicht, das Concil zu verlassen, vorderhand

6. März.

Eine entschieden den vfsiciofen Stempel tragenden Notiz dtrSpener'schen Zeitung" lautet: Angesicht der Wahlen und der nationalen Zukunft ist die B>1 düng einer zuverlässigen Partei, welche der Regie­rungeine ununterbrochene und intime Anlehnung mit den Parlamenten" möglich macht, ein dringende« Ersordernib. Eine solche Partei kann gebildet wer­den, wenn die Elemente sich vereinigen, dte sich gleichmäßig abwenden von den Wegen, deren Weiser die NamenLippe und Lasker" sind, d. h. alle wahrhaft nationalgesinnten Elemente der liberalen wie der sreieonservaliven und der altconservativen Partei Es gibt keine wichtigere Pflicht, al« aus diese Vereinigung und auf die Bildung dieser neuen Partei mit allem Ernste hinzuarbeiten.-'

BerlingSke Tid-nde" schreibt unter der lieber- schrillEntschädigungsansprüche aus den Herzog- tbümern":In Gemäßheit des Art. XVII des Wiener Friedensvertrags fallen die Verpflichtungen, welche die Regierung unter Bezugnahme auf den Krieg les Jahres 1864 und auf die vorhergcgan- atm BundeSexecution übernommen hat, unverändert der dänischen Staatskasse zur Last. Es sind im Hinblick auf diesen Artikel theils unmittelbar von den betreffenden Entschädigungsberechligten, theils mittelbar durch die preußische Regierung an das dänische Ariegsrninisterium zahlreiche derartige con- traetmäßigc Entschädigungsforderungen eingelausen. Zur Erfüllung derjenigen dieser Ansprüche, weiche nach den stattgehabten Prüfungen als zahlungsbe­rechtigte anerkannt worden, werden jetzt in einem Nachträge zum Finanzgesetze von dem dänischen Reichstage 6638 Rthlr. 61 Skill. verlangt."

Großes Aufsehen erregte in der französischen Presse die Nachricht, daß der norddeutsche Reichstag die WK,"Leiche ?i^"Äschl^''L,r''°.!b, Unt°'^den begrüßen, nennen wir dieFrance", dieOpi- nion Nationale" und denTemps". Das letztere

DerKarlSr. Ztg." wird von Wien geschrieben: Der als Minister des Auswärtigen nach München berufene Graf Bray hat die letzten Tage seiner An­wesenheit in Wien benützt, sich nochmals über Vie Stellung Oesterreichs zu derjenigen Frage zu mfor- miren, welche entschieden im Vordergründe der Krisis in Bayern steht. Er hat, wie ich höre, sich m der Ucberzeugung nur noch bestärken können, daß Oester­reich fest an dem Entschluß hält, in die Entwlckelung der Dinge in Deutschland in keiner Welse emzu- greisen und noch weniger vorzugreifen.

OerMoniteur de l'Armee" veröffentlicht ein Eireular deS Kriegsministers Leboeuf des Inhalts, daß die Soldaten ter Klasse 1864, welche gegen­wärtig beurlaubt sind, in die Cadres der Reserve eingeschrieben werden.

Die Florentiner Opimone" sagt:Der franzö­sische Minister des Aeußern, Graf Daru, übersandte eine, letzten Montag dem Staatssecrctär Cardinal Antonelli überreichte Note folgenden Inhalts: Wenn der Papst die Zdee nicht aufg'bt, den Antrag auf Jnfallibilitäts-Erklärung erörtern zu lassen, so werde Frankreich einen Botschafter zum Concil absenden und, falls der Papst sich weigern sollte , denselben zu empfangen, tn weitere Erwägung ziehen, was Frankreich zu thun habe. Der Botschafter werde ein Laie sein. Von Paris werden inzwischenvon bezeichnet. Die betreffende Depesche beschränke sich darauf, für Frankreich das ihm aus dem Concordat zustehende Recht in Anspruch zu nehmen, einen Bot­schafter zum Concil abzusenden.

DerGauloiS" veröffentlicht ein Telegramm aus Madrid vom 4. d., meldend, daß der Herzog von Montpensier unter unbeschreiblichem Enthusiasmus der Bevölkerung seinen Einzug in Madrid hielt. Der Herzog beabsichtige, definitiv in Madrid zu ver­bleiben. DerGauloiS" versichert, die Throncan- didatur des Herzogs von Montpensier gewinne täg- lich mehr an Boden.

wollten. Mehrere Jahre hinter einander besuchte sie mit ihrem ©atten bie Stadt ihrer Geburt und ave ihre Freunde. Sie erfuhr zu rhrer Freude, ß Mm» die großen Meister der Malrrkunst udir.un er reute ch an tcn schonen Bildern, die er von dort her seinen Eltern geschickt hatte. A w %au Wiefel der sie einst vor ihrer ersten Abreise von Hamburg viele Schu «-.schafft hatte, wurde nicht vergessen. Von den Segenswünschen D-ri-mgen b-aleitct denen sie sich nützlich und hülfreich bewiesen, kehrte sie stet« tviectt in A.'neue H-imath zurück! 1 die wahre Li.be in ihr n einer angenehmen Häuslichkeit eine frieden- und freudenvolle Statte bereitet ___

toenn rie mit Dir in Dresden in ungetrübtem Glücke lebt, verzeihen, wenn sie 7r!n Wob^rn di- a i- Liebe bewahrt, und, nicht wahr, wir werden tn den nächsten Jahren mehr al« einmal hierher reisen und da« Hau« besuchen, wo der Himmel un« auf fo wunderbare Weise zusammengefuhrt h ?

Der junge Mann schloß feine Braut zärtlich an die Brust.

So fei es, liebe Clara!"

Wie CIa!a"gewünM, ^g7schah k« Ein halbe« Jahr später reiste sie in Gesellschaft ihrer Pflegeeltcrn nach Dresden^dw^-i^