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bern fand deswegen vor der Mairie des 19. Arrondissements Statt.

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Ans Algier vom 30. Oct. wirb gemeldet:

Die algerische Äevölke-

Kriegsnachrichten.

rung hat sich selbst vom Militärregime befreit. Der General Walsin d'Esterhazy, welcher an die Stelle des Generals Dürfen, der seine Entlassung eingereicht, ernannt worden war, ist nämlich auf Befehl der Gemeindebehörden von der Natioitalzarde verhaftet, auf ein Sch ff gebracht und nach Frankreich zurüctgesandt worden." Der auf diese W-ise aus Algier fortgejagte General wurde bei seiner Ankunft in Frankreich zum Obercommanvanten von Lyon ernannt.

Aus Rom meldet der Korrespondent der Daily News, daß er bei einem Besuche im Vatican eine Schaar ehnö gekleideter Leute in Unterredung mit meh. reren anständig auSsehenden Personen sah. Es stellte sich später heraus, daß die schmutzige Gesellschaft aus ehemaligen päpstlichen Soldaten und Offizieren bestand, welche eben aus Der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten. Gmeral Kanzler, der im Vatican seine Wohnung hat, ist instruirt, den genannten Leuten reichlich Geld zu geben, und dieselben erhalten alle zwei bis drei Tage jeder einen goldenen Na­poleon. Die Offiziere natürlich mehr. General Kanzler erklärte ihnen außerdem, sie müßten jeden Tag zur Verwendung bereit sein, da eine Reactionsbewegung organistrt wird. Sonst berichtet derselbe Correspondent noch nach den Aeußerungen eines Cardinals, der österreichische Botschafter habe in einem langen Besuche bei dem Papste nicht« von der neuen Lage der Dinge gesagt und nur im Allgemeinen die Hoffnung ausgesprochen, die italienische Regierung werde thun, was in ihrer Macht stehe, um die Lage Sr. Heiligkeit erträglich zu machen. Der Papst hat sich entschlossen, die 50,009 Scudi monatlich von der italienischen Regierung nicht anzunehmen, da er kein Geld nöthig hat, indem die Häupter der ultramontanen Partei in Amerika, Belgien, Irland und Deutschland sich eingefunden und be- deutende Summen mitgevracht, noch mehr aber für alle Zukunft in Aussicht ge­stellt haben. Vier Belgier, die nach Brüssel gegangen waren, um ihre Regierung zu bewegen, einen Protest gegen den Einmarsch der italienischen Truppen zu er­lassen und die übrigen katholischen Mächte zur Unterzeichnung zu bewegen, sind nach längerer Abwesenheit mit einem wenig befriedigenden Bescheide zurückgekehrt. Das belgische Cabin.t erwiderte, es werde sich die Sache überlegen, könne aber keine bestimmte Antwort ertheilen. Eine durch einen ungarischen Prälaten über» brachte Depesche des Primas von Ungarn wurde von dem Papste in großer Auf» "gung geöffnet. Dieselbe enthielt indesten eine Enttäuschung, da sie mit keinem Worte der Occupation Roms erwähnte, sondern nur von Concils-Angelcgenheiten handelte. In einem StaatSrathe, dem der päpstliche Nuncius in Madrid bei» wohnte, wurde beschlossen, den spanischen CleruS aufzusordern, der Throncandidatur des Herzogs von Aosta Opposition zu machen. Der Nuncius hatte bei dieser Gelegenheit die Mttiheilung zu machen, daß die Regierung in Madrid ibm zu wissen gethan habe, er werde seines Gehalts verlustig, falls er nicht unverzüglich zurückkehre.

Auslassung, dazu bestimmt, die öffentliche Meinung noch langer zu täuschen, sende ich Ihnen den Tagesbefehl, welcher nach den von den KriegSräthen vom 26. und 28. October (Morgens) einstimmig gefaßten Beschlüssen an die Armee gerichtet wurde. Der Delegirte der Regierung der nationalen Vertheidigung scheint nicht zu wissen, was er sagt, noch die Lage der Armee von Metz zu kennen, wenn er das Verfahren des Führers dieser Armee brandmarkt, welche während beinahe drei Monaten gegen fast doppelt so starke Streitkräfte, deren Effectivbestand immer vollständig erhalten wurde, ankämpfte, während jene von dieser Regierung, un­geachtet der gemachten Bemühungen, sich in Verbindung mit ihr zu setzen, keine Mittheilung erhielt. Während dieses Feldzuges von Drei Monaten wurden von der Armee in Metz ein Marschall, 24 Gcnerale, 2140 Offiziere und 42,350 Soldaten durch Die feindlichen Kugeln getroffen. Sich in allen Kämpfen, die sie lieferte, Achtung verschaffend, konnte eine solche Armee nicht aus Verräthern und Feiglingen zusammengesetzt sein. Die HungerSnoth, das schlechte Wetter waren allein die Ursache, daß den Händen Der 65,000 übrig bleibenDen wirklichen Corn- battanten die Waffen entglitten (die Artillerie hatte keine Gespanne wehr und die Cavallerie war ohne Pferde), und dieses, nachdem sie den größten Theil Der Pferde aufgegeffen und die Erve in allen Richtungen durchwühlt hatten, um selten eine kleine Erleichterung ihrer Entbehrungen zu finden. Ohne ihre Energie und ihren Patriotismus hätte sie in der ersten Hälfte dcS Monats October unterliegen müssen, zu welcher Zeit die Leute pro Tag schon auf 300 Grammes, dann auf 250 Grammes schlechten Brodes reducirt waren. Fügen Sie zu diesem Bilde mehr als 20,000 Kranke und Verwundete, die auf Dem Punkte standen, die Arzneimittel entbehren zu müssen, und einen furchtbaren Regen, der seit 14 Tagen andauerte, Die Lager unter Wasser setzte und Den Leuten nicht gestattete, sich auszuruhen, Da sie keinen andern Schutz hatten, als ihre kleinen Zelte. Frank» reich ist immer über unsere Lage, welche fortwährend eine kritische war, in Der Täuschung erhalten worDen. Weßhalb? Ich weiß es nicht; Die Wahrheit wirD aber ans Tageslicht kommen. Was uns betrifft, so haben wir Das Bewußtsein, unsere Psticht gethan zu haben als SolDaten und Patrioten. Empfangen rc.

kauft. Die Pferdepreise gehen täglich mehr herunter. Am 25. Oct. kam es bereits in BatignolleS unD an anderen Punkten wegen Der Einrichtung der Fleischvertheilung zu heftigen Auftritten; auch eine Kundgebung von 2C0 W i-

Bazaine.

Die Kriegsbeute, Die wir in Metz gemacht haben, ist unermeßlich. An 180,000 Chassepotgewehre, von denen viele freilich jetzt so verdorben sind, Daß sie einer gründlichen Reparatur bedürfen, 100 Mitrailleusen, 800 Feldgeschütze, 2000 Röhre von Festungsgeschützen jeder Gattung und viele, viele Tausende von allen möglichen Waffen und sonstigen Ausrüstungssachen; dann zahlloses Arrncefuhrwerk und alles, was zur Ausrüstung Der Heere gehört; ferner eine Caffe, Die 10 Mill. Francs enthalten svll, ist in unsere HänDe gefallen. Straßburg unD mehr noch Metz waren die beiden großen Arsenale und Waffenplätze für die ganze franzö- sische Landarmee; seitdem wir beide Festungen mit allem, was sie enthalten, ge- nommen, ist Die militärische Kraft von Frankreich auf Decennien gebrochen, und es kann augenblicklich kein Heer von nur 100,000 Mann wirklich kriegstüchtig mehr ausrüsten. Von 67 Cavallerie-Regimentern, Die Das französische Heer noch am 1. August D. I. besaß, bestehen noch Die vier Spahis-Regimenter in Algerien unD fünf Linien-Regimenter im süDlichen Frankreich, Dann ungefähr die Hälfte Der DepotSschwaDronen; alle übrigen sind von uns vernichtet oder gefangen genommen worden. Gewiß an 40,000 Cavallerie- und eben so viel Artillerie- und Train- Pferde Der französischen Armee sind in diesem furchtbaren Feldzüge schon vernich­tet. In Metz allein sind über 25,000 Pferde geschlachtet unD an 10,000 Stück vor Hunger unD Entkräftung gestorben. Und eben so wie mit Der Cavallerie ist auch mit Der Infanterie, Artillerie und Dem GeniecorpS Frankreichs, lieber Drei Viertel aller Truppen sinD toDt, liegen in Den Hospitälern oDer sinD in Ge­fangenschaft; was noch übrig bleibt, besteht größtentheils nur aus Depots. Es ist cm gewaltiges Strafgericht, Das Gott Der Herr in feinem Zorn jetzt über Das Volk Der Franzosen verhängt hat, unD eine schwere, aber nicht ganz unverDiente ^uhne für Die vielen, vielen Verschuldungen, welche Frankreich durch seine stete 1 Revolutionslust und Eroberungssucht seit länger als 200 Jahren über ganz Eu- 1 ropa und speciell über Deutschland gebracht hat, liegt darin.

1 Altbreisach, 4. Nov., Abends V27 Uhr. Colossaler Brand auf der Nord- : Westseite von Neubreisach. 25pfündige Haubitzengeschosse bis hierher, ohne Schaden ' ZU thun. Keine Verwundeten. 5. Noo., Vormittags. Das Bombardement auf das Fort Mortier Dauert fort, Da sich solches noch nicht ergebrn, obgleich seit gestern Abend aus demselben nicht mehr geschossen wird. Auf dem nördlichen Glacis der Festung Neubreisach eine Kanone aufgepflanzt, aus welcher mit Gra­naten auf Altbreisach geschossen wurde, wodurch schon viele Häuser sehr beschädigt wurden. Ein Kanonier gestern Nachts getöviet. Ein großer Theil der Bewohner in Die umliegenDen Orte geflüchtet. (Karlsr. Z.)

Brüssel, 6. Nov. In St. Brieuc (Dep. Cotes du Nord) fand eine roya- listische Kundgebung statt. Banden mit weißen Fahnen zogen durch Die Stadt, rufenD:Es lebe Heinrich Der Fünfte!" Pariser Berichten zufolge rathen mehrere Zeitungen Den Genuß des HunDefleischeS an, in Folge der Herabsetzung der Rindfleisch-Rationen auf 60 Gramm (per Tag für jeden Mann). Dieselben Berichte besagen ferner:Paris ist ruhig. DaS Hotel de Ville wird feit der letzten Erneute stark bewacht. Die Postverwaltung hat Transporte per Ballon für Werthsachen mit der Verpflichtung des Ersatzes, falls dieselben durch Die Preußen genommen werden, organisirt."

Brüssel, 7. Nov. Der französischeMoniteur" vom Sonntag berichtet, daß Gambetta Die Loire-Armee aufsuche. Am Donnerstag telegraphirte er an alle Departementspräfecten:Verdoppeln Sie Ihre Wachsamkeit! Wo Sie im- mer Bazaine oder einen {einer Generalstabsofsiziere antnffen, liefern Sie ihn wohlbewacht hierher." Gleichzeitig enthielt Das PariserJournal officiel" an feiner Spitze folgende Notiz :Marschall Bazaine hat sich mit seiner gesummten Armee nach den helDenmüthigsten Anstrengungen aus Mangel an Lebensrnitteln und Munition als kriegsgefangen ergeben müssen."

Brüssel, 7. Nov. Aus Tours wird berichtet, daß Die Dortigen Blätter in Aeußerungen des Vertrauens zum Gelingen der Mission Thiers wetteifern. DieFrance" schreibt an Der Spitze ihrer neuesten Nummer:Zwei große Er­eignisse! Zwei gleichmäßig wichtige Ereignisse hat uns Der Tag gebracht. Zuerst Den blutlosen Sieg Der Sache, unserer Sache, Der Ordnung in Paris, Diesmal voraussichtlich ein definitiver, und Dann Den WaffenstillstanD, dessen Abschluß wir fast als Gewißheit betrachten können. Das ist also ein doppelter Segen, Den Die Vorsehung uns nach so zahllosen Prüfungen beschied." Das Blatt sagt ferner: Die Waffenstillstandsbedingungen sind übrigens Derart, Daß selbst Der argwöh- "ischfie Patriotismus keinen VorwanD zum Mißtrauen Darin erblicken könnte. Es

Aus Orleans schreibt Vogel, Der sich einige Zeit bei dem v. D. Tann'schen CorpS aufhielk, Der Franks. Ztg ?Am 22. Oct. war ich Hnmal bei Den Vor- posten am andern Uier Der Lo re. Vier StunDen westlich, östlich unD südlich ist Allesabfouragirt." Eine Requisitionscolonne, Die gestern etwas abseits vom Wege Drang, wurde einmal wieder durch ein Kleingewehcfeuer attakirt, das je­doch nichts Anderes bewirkte, als die Einäscherung Des unglücklichen Dorfes. Das Schießen zog nämlich sofort einen Theil der bei Olivet liegenden Jnfan- terie herbei, unter Deren Schutz Die Colonne gegen Das Dorf vorrückte. Nach halbstündigem Kampf und nach Verlust von 9 Mann waren die Bayern Herren des Orts. Es war das erste Mal, daß Die Franctireurs so wenige Stunden von Orleans einer größeren Abteilung Infanterie längeren Widerstand zu leisten suchten. Da Die Bewohner des Ortes Saintillon, St. Illan oDer CenDrillon ist fein Name mit am Kumpfe Theil nahmen, unD zwar dieselben Leute, die sich am Tage zuvor besonders friedlich und demüthig gezeigt hatten, ward befoh­len, Alles, was nur Den Versuch Der Vertheidigung machte, niederzuhauen, Den Ort selbst aber, nachdem alle Lebensmitteln daraus genommen, niederzu­brennen. Der Befehl ward pünktlich vollführt, lieber zwanzig Feinde blieben tovt auf dem Platze, Die Uebrigen zogen sich fliehend in den Wald zurück. Scheuern und Stalle, Böden und Keller wurden geleert und dann der ganze, etwa 30 Häuser zählende Ort den Flammen übergeben. Das ist bereits das fünfte Dorf, das in Zeit von zwölf Tagen hier in der Umgegend in derselben Weise, aus demselben Grunde der Vernichtung Preis gegeben wurde. Mit j e° dem Tage wird der Krieg schrecklicher. Der Fanatismus der Fran­zosen weckt Die Wuth Der Deutschen, Die ihre Kameraden nur zu oft, Durch Die au« dem Hinterhalte kommenden Kugeln getroffen, todt daniedersinken sehen. Freude an diesem Metzeln und Brennen hat Niemanv. Offiziere wie Soldaten sprechen mit dem größten Widerwillen von der jetzigen Art des Krieges. Aber die Armee mutz erhallen werden; Zufuhren lassen sich nicht bewerkstelligen, da vletbt nicht anders übrig, als zu fouragireu und zu requiriren. Der Bauer, der fern Eigen,hum vertheidlgt, ist im Recht, aber der Soldat, der seinen gefallenen Kameraden rächt, nicht minder. Die Erhaltung der Armee ist im Kriege das er, e Gesetz. Die Handhabung dieses Gesetzes ist oft schrecklich, aber man darf dafür nicht d,e,en>gen verantwortlich machen, welche das Gesetz anzuwenden ge- zwungen werden, sondern die, welche den Krieg nothwendig machen."

Der Special-Eorrespondent der Times in Versailles meldet telegraphisch vom 2. November:Die deutichrn Verstärkungen und Zufuhren kommen in schneller Fo ge an. Das Wetter ist schön. Die Forts haben gestern Abend und heute ! ! r«bauert. Es wird bestimmt behauptet, datz auf Graf Walderfee, Oberst des Gardc-Negiments ter Königin Augusta, bei Le Bourge, am 30. Oe,ober Verra,hcrischer Weise geschossen und er geiödtrt worden ist. Ein französisches Re- bahne als Zeichen der Uebcrgabe aufgestcckt. Hauptmann i dem G^.n zu Hülfe eilte, ward ebenfalls getobte,. Es, herrscht Darüber große Erbitterung."

DerNord" »tröffen,licht folgendes Schreiben des Marschalls Bazaine:

p. m Kassel, 2. November.

,,^err D""tor DesNord ! Bei meiner Ankunft in Kassel, wo wir auf Der preußischen MttttarbchörDe internet wurDen, habe ich Ihr Bulletin

PioclamaNon'^dci? He^mn ^Gambetta^gel^sen^^^b^en^^Rew^^dO de. handelt sich jetzt gar nicht mehr um so arrogan.e^ord^ung^Ue «jS, p

nicht einem Berrälher gefolgt sein und al« 7an>? Aniwor? i^'7" Z? ^?rr,ere waren! Keine V,rbindlichkeit, den künftigen FnedenSabschlutz betreffend, ü l g j , und al« ganze Antwort auf diese lügnerische soll übernommen werden. Preußen verzichtet darauf, irgend ein Pariser Fort als