Ausgabe 
9.10.1870
 
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Preis vierteljährig 1 fL 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.

Gießemr Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Montags.

Expedition: Canzleib'erß Ltt. B. Nr. 1.

Mnzeige- und Amtsblatt für den Freis Sießen.

Nr. 123.. Sonntag den 9. October 1S7<L

Bestellungen auf den Gießener Anzeiger bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. Die bereits erschienenen Nummern werden nachgeliefert.

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lasten, erhalten denselben pro IV. Quartal 1870 zu 1 fi.

Amtlicher T h e i 1.

Gießen, den 4. October 1870.

Betreffend: Die Rechenschaftsberichte der Wiesenvorstände für 1870.

Das Gr«!) her;»gliche Kreis amt Gießen

an die GroffherzvgUchen Dürßkrmeikkreirn des Kreises.

Sie werden hierdurch aufgefordert, die Rechenschaftsberichte der Wiesenvorstände für 1870 baldigst einzufenden.

Dr. G o l d IN a n n.

Bekanntm a ch u n g.

Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamts Grünberg darf mit dem am 19. und 20. !. Mts. als Krämermarkt in Grünberg siattfindenden Gallusmarkt keinerlei Viehmarkt verbunden werden; letzterer ist vielmehr strengstens untersagt.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen dies in ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen.

Gießen, den 7. October 1870. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. G o l d m a n n.

Politis eh er h e z L

v. OLIVllKl.

pcuvn s^ßen. Man enafylt von einem Kaufmann, der für

emen geräucherten Harmg ov xsenniuw1 < 7 y^v--

Lärm über diese Erpressung; die Nationalgarde schritt ein, und obgleich der Kaufmann selbst diesem Corps angehörte, ward sein Laden geschlossen und der Häring als corpus delicti an die Ttzüre genagelt.Es war diesen "Morgen fast unmöglich, sich Fleisch zu verschaffen", fügt der Correspondent hinzu. Aehn- liches erzählt auch der Correspondent derMornmg Post :Heutt: (am 28.) begann die beschränkte Fleischvertheilung, 500 Ochsen und 10,000 Schafe. Um 5 Uhr Morgens machte man Oueue bei Duval, dem großen ^-lctjcher m der Rue Trouchet. Die Nationalgarde mußte die Ordnung aufrechterhalten, da die Männer sich in der Reihe prügelten und die Frauen in Ohnmacht fielen. Um 7 Uhr Vormittags war nicht ein Bissen Fleisch mehr zu haben. 2bir müssen den Himmel bitten, daß keine Hungersnoth entstehe, denn das wäre gleichbedeutend mit Straßenprügelei, welche, durch zahlreiche Spione nach Saint-Cloud gemeldet, dem Kronprinzen von Preußen eine erwünschte Gelegen­heit darböte." Im Ganzen glaubt dieser Berichterstatter die Lage also resu- miren zu können:Großes Zutrauen in den Geist der Truppen; große Hoff- nunq, daß keine politischen Zwistigkeiten ausbrechen werden, wahrend der Femd unter den Mauern ist; einige Angst, daß die Republikaner unter den Soldaten nicht die nöthige Disciplin beobachten werden; eine leichte, aber wie ich be­sorge, anwachsende Furcht vor einer Hungersnoth, und die gewisse Überzeugung, daß ein Bürgerkrieg dem Frieden, dem Siege oder der Niederlage folgen weroe. England ist verhaßt, und ein Fremder würde kaum sicher (ein. Nach einem anderen Bericht in derMorniug Post" zeigen sich keine Privatkutschen mehr in den Pariser Straßen und man kann lange auf den einst so belebten Boule­vards umhergehen, ohne einerfashionablen" Daine zu begegnen.Die un- nützen Mäuler sind längst verschwunden; tiefer Trübsinn hat sick allen Ge- müthern bemächtigt; man lärmt nicht mehr wie sonst in den Straßen, und wo

: die Leute in Gruppen zusammenstehen und sich unterhalten, bemerkt man nicht - die lebhafte Gesticulatiou, welche sonst den Franzosen eigen ist. In den feineren t Stadtvierteln sind die Läden geschlossen, diejenigen ausgenommen, m denen man

Fleisch, Brod und Gemüse verkauft; auch die vornehmen Cafes sind nicht mehr geöffnet; die gemeineren Weinläden dagegen arbeiten mit Erfolg."

Die Nachrichten, daß die deutschen Truppen, welche im Sudwesten von Paris in Sövres und St. Cloud stehen, sich eben so fest als günstig verschanzen, mehren sich täglich, und es ist schon vor mehreren Tagen gemeldet worden, daß unserseits von den dort errichteten Batterien französische Kanonenboote, welche von Suresncs kamen, beschossen wurden. Es ist somit erwiesen, daß die fran­zösischerseits bei Clamart, Sövres und vor allem bei Montretout errichteten Schanzen, von denon vor Wochen so viel Geschrei gemacht wurde, entweder an und für sich nicht zur rechten Zeit fertig geworden, oder noch nicht armirt waren. Es liegt Damit klar zu Tage, daß der am 19. erfolgte Ausfall des französischen Corps Ducrot nur den Zweck haben konnte, den Vormarsch der Preußen von der Seine gegen Versailles zu verzögern und dadurch Zeit zur Vollendung der Lttva noch unvollendeten Schanzen zwischen Meudon und St. Cloud zu erlangen. Der Aus- fall mißlang und die deutschen Armeen errangen dadurch einen doppelten Vortheu: sie hatten den Vertheidigcr hinter die Linien der Forts zurückgeworfen und gleich- ieitia eine überaus wichtige Position erobert, welche vom Vertheidiger wohl be- vollständiger Besetzung und Armirung vielleicht nur noch

Ucber die gegenwärtige Lage der Dinge auf dem Kriegsschauplätze eniney men wir der ministeriellen Prov.-Corresp. folgende Uiberstcht:Die deutschen Armeen breit-n sich in Frankreich immer weiter au«, ohne irgendwo auf ernsten. Wwerstano zu stoßen. Die Belagerungsarmee von Pari« entsendet einzelne Truppen. Abtheilungcn auf einen weiten Umkrei« nach den mittleren Depar emcntS von Frankreich im Süden und im Westen von Pari«. Schon sind unsere Truppen bi« Orleans und darüber hinaus an der Loire auf dem Wege nach a.°urs und eben so westlich und nordwestlich über Chartres, Dreur und Maates hinaus vor- gedrungen. Das neue 13. Armeecorps, unter dem Großherzog von Mealenburg- Schwerin, hat sich nach der Einnahme von Toul nordwestlich gewandt, um zu- wächst Soiffons auf der Straße von Paris nach Belgien zu belagern und n j-ner Richtung weiter »orzudringen. Ein Ausfall der Garnison von So.ssons wu.de von unstrer Landwehr (den Bataillonen von Landsberg, Frankfurt a. O., Wol- denbergl kräftig zurückgewiefen. Inzwischen ist durch die Einnahme von Straß- dura der größere Theil der bisher bei der Belagerung verwandten Truppen zu anderweitigen Operationen frei geworden. Ihnen und der bereits am oberen Rhein bei Freiburg zusammeugezogenen Vierten Reserve. Division ist nunmehr ta Aufgabe zugefallen, auch das obere Elsaß mit Muhlhausen, Colmar zu besetz n und die festen Plätze Belfort, Schlettstadt, Neu.Br-isach zu nehmen oder e, zu- icklieüen. Nach der vermuthlich nicht lange Zeit er>orterndcn Erlullung dieser Aufgabe werden die erwähnten Truppen auch von dort aus Wetter MS Im re Frankreichs Vordringen können. Bei dem bisherigen Borrucken nach der Loire, wie nach Westen und Norden ist kein Anzeichen für da« wirkliche Vorhandenem neuer größerer Streitkräfte Frankreichs hervorgetreten, und es wird immer un- wahrscheinlicher, daß die b.abstch,igle Neubildung zweier Armeen dub.Sher^nur dem Namen nach besteben, zur Ausführung gelangen könne. Vor Pans ist Alles »orberettet^ um zum Angriff gegen die Fort« und zum Bombardement von Par,S >u schreiten. Das Belagerungsgeschütz ist von Meaux trotz»aller Schwiengkett der Weac an Ort und Stelle geschafft- Nachdem die erste Periode der Bewge- rÜna die Cernirung, so vollständige Resultate ergeben hat, daß .n der Tha. ein/aanre Bevölkerung von zwei Millionen Menschen durchaus abgesperrt ist, versprich/ auch die zweite Periode um so mehr Erfolg, al« sie sofertmtt^ außer- llem Nacvdruck anaesanaen werden wird. Der Muth und ole Opserfahrgkeit der pariser Bevölkerung werden erst jetzt ihre entscheidende Probe zu bestehen habpn. Die Nachrichten aus Paris fließen heute etwas reichlicher, mehrere Blatter habeii außer einer Havasffchen Correspondenz auch Privatnachrichten bis zum 29. September erhalten. Aber ein recht klares Bild von den P^»ser Zustam den ist ans allen diesen Mittheilungen doch nicht zu gewinnen. Nach der Dar stelluna eines Correspondenten desDaily Te^graph ist der Geist nn e Vertheidigern vortrefflich und die Zahl der Waffentragenden beliefe sich auf 600 000 Man»; Alles sei bereit, die Preußen zu empfangen. Fleisch nnd Brod erzählt dieser Correspondent weiter, werden zu den gewöhnlichen Preisen verkauft aber alle Lnxnsartikel sind thener. Ein Pfund Butter kostet 6 Franken, ein Ei 5 Sous. Dagegen kann man ein Pferd für eine Vagatelle wie /2

«ranken kanfen. Wie diePall Mall Gazette" schreibt, ist das Volk sehr

unzufrieden mit dem Betragen der Fkeffcher, welche l" vell^1cn6^).cel??e1 aUi j7itig eine überaus wichtige Position erobert

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