1 Tafelsalz
V e r st e i g e r « n g e n
3532) Mehrfachem Wunsche entsprechend, wird Donnerstag den 4. August, Abends 6 Uhr, der Improvisator A. Kühne, im Chr. Lony'schen BLersaale dahier zum Besten verwundeter und kranker deutscher Krieger einige Vorträge halten, wozu sämmtliche Herren und Damen dahier eingeladen werden. Der Eintrittspreis ist nach Belieben, jedoch nicht unter 12 Kr.
Gießen, den 2. August 1870.
3523) Liebig 8
Steppenmilch (Kumys) === heilt = Brust- und Lungenleideiu
Nach dem Ausspruche der medicini- schen Autoritäten heilt die Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer, als alle anderen bisher in Deutschland angewandten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Brvuchialkatarrh, Anämie (Blutlosigkeit) in allen ihren Formen und «Folgezuständen, Scorbut, Chlorosis, Hysterie, Hypochondrie und Körperschwäche.
UM» Pr. Flasche 15 Sgr., nebst Gebrauchsanweisung und Attesten von £ den berühmtesten Aerzten.
In Kisten, ä 4—12 Flaschen, zu be-> ziehen durch
Das General-Depot von Liebigs Steppenmilch (Kumys) g
Berlin, Teltowerstr. 55c.
3528) Freitag den 5. August, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Boden des Herrn Nathan Rosenthal hier für fremde Rechnung lagernde 200 Centner guter Roggen in Partdieen von 50 Centnern öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Gießen, den 1. August 1870.
K. Vogt, Ortsgerichtsmann.
Besondere Bekanntmachung.
Bekanntmachung
wegen der Postsendungen an die mobile Armee.
3529) Für die Dauer der Mobilmachung werden an die mobilen Militairs und Militairbeamten in Privat-Angelegenheiten: .
gewöhnliche Briefe und Correspondenzkarten, sowie Geldbriese Mit einem ; Werthinhalte unter und bis 100 Thlr. einschließlich, und zwar frei von Norddeutschem Porto befördert.
Correspondenzkarten, welche nicht nut Freimarken beklebt find, und welche b s- her nur in Partieen von wenigstens 100 Stück zu dem Preise von 5 Sgr. veramolgt wurden, können von jetzt ab auch in kleineren Quantitäten, und zwar bis zu 5 Stuck im Preise von 3 Pfennigen bei sämmtlichen Postanstalten entnommen werden
Die Adressen der Sendungen an die mobilen Militairs und Mtlitair-Bcam- teil müssen mit dem Vermerk „Feldpostbrief» versehen sein und genau ergeben,
ru welchem Armee-Corps, welcher Divlyon, welchem Reglmeute, welchem Bataillon, welcher Compagnie (oder sonstigem Truppen- theile) der Adressat gehört, welchen Grad und Charakter oder welches Amt bei der Militair-Verwaltung derselbe bekleidet.
Recommandirte Sendungen können in Privat-Angelegenheiten an die mobilen Militairs und Militair-Beamten nicht befördert werden.
Postvorschußsendungen und Postanweisungen sind von der Beförderung nach der mobilen Armee allgemein ausgeschlossen. «n-,
Aur Urbermittelung von Geldbeträgen an die mobilen Militairs und Militair- Beamten ist da'er - statt von der Postanweisung - von der portofreien Beriendung des Geldes in förmlichen Geldbriefen bis zu je 100 Thalern einschließlich Gebrauch $ Privat - Päckereien an die mobilen Militairs und Militair-Beamten werden bis auf Weiteres durch die Local-Postanstalten gegen die sonst üblichen Portosätze vermittelt.
Zur Förderung des Abgabe-Geschäfts ist es nothwendlg, daß dergleichen Prwat- Päckereien nur fraimrt zur Post gelangen. . , . . ... .
Es wird aber schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß d:e Beförderung von Privat-Päckereien an die mobilen Militairs und Militair-Beamten jeden,alls ausgeschlossen bleiben muß, sobald die größeren Marschbewegungen der Armee beginnen, da eine geregelte Zuführung von Päckereien an die Truppen m solchen Fallen ersah, rungsmäßig nicht zu ermöglichen ist, ja für die openrende Armee selbst sehr lästig w^dbn^au^Termin, von welchem ab die Beförderung von Päckereien an die mobilen Truppen nicht mehr geschehen kann, wird seiner Zeit öffentlich bekannt gemacht werden.
Berlin, den 17. Juli 1870. General-Postamt.
Stephan.
Rechn u n g angeschafft.
Nichts charakterisirt übrigens den „Einsender" mehr als seine jetzige Angabe, daß er die mitgetheilten angeblichen „Thatsachcn" „erfahren" habe. Also noch nicht einmal auf eigene Wahrnehmungen will der Einsender seinen eigenen Angaben nach seine gegen uns gerichteten eben so schweren wie injuriösen Angaben gründen! Er entblödet sich nicht, auf Hörensagen hin mit Behauptungen vor die Oeffentlichkeit zu treten, die den Stempel der Unwahrheit an der Stirn tragen und die er jetzt aufrecht zu halten versucht, indem er, der selbst eigene Wahrnehmungen nicht gemacht haben will, einen Angstschrei nach „Augenzeugen" ausstößt, die er indessen zur Bewahrheitung seiner Behauptungen unmöglich finden kann.
Auch wir sind der Ansicht, daß mit Schimpfworten Thatsachcn nicht widerlegt werden; uns will es ader bedünken, als habe „Einsender , als er dies schrieb, sein „Eingesandt" in Nr. 88 vor Augen gehabt, in welchem er von „Leuten, die sich außerhalb der deutschen Nation stehend betrachten und deren Geldbeutel ihr Vaterlaud ist", von „schmählichen Vorkommnissen , von Opfern einer nichtswürdigen Speculation" rc. spricht; in unserer Erwiderung vom 28. Juli, deren rein tatsächlicher Inhalt in dem neuesten Eingesandt mit keinem Wort widerlegt ist, können wir ein Schimpfwort nicht entdecken. _ .«_.<«« • k -
Auch in diesem Krieg eilen die Israeliten so gut wie die Bekenner )edcr anderen Religion freudig zur Vertheidigung unseres Vaterlandes zu den Wasten und bestreben sich sonst auf alle und jede Weise zur Linderung des bevorstehenden Elendes beizutragen; sie liefern damit wiederholt den Beweis, daß sie sich nicht als außerhalb der deutschen Nation stehend betrachten, daß sie sich als Deutsche fühlen und als solche handeln; und die Worte, mit welchen der „Einsender" in dem in Nr. 88 des Anzeigers erschienenen Eingesandt' cmen Makel auf das ganze Judenthum zu werfen sucht, werden bei dem 4-'U$mmri ihren Zweck sicherlich nicht erreichen, sie sind nur geeignet, ein keineswegs gute« Licht auf die Bildungsstufe, auf welcher der Einsender steht, zu werfen.
Gießen, den 2. Angust 1870. A. Sui?»
I. Steinberger.
Vermischte Anzeigen.
Gewerbe-Ausstellung zu Gießen.
3537) Die für den Monat September d. I. in Aussicht genommene Ausstellung von Gewerbeerzeugnisten zu Gies^kann wegen des eingetretenen Krieges nicht stattfinden. MM
Gießen, den 1. August 1870. Das Ausstellungs-Comitv.
3540) Da der Einsender des Artikels in Nr. 88 des Anzeigers sich veranlaßt fühlt, neuerdings in Nr. 90 d. Bltts. mit einer Reihe weiterer durchaus unwahren Behauptungen vor das Publikum zu treten, so sehen wir uns veranlaßt, Folgendes zur Beleuchtung dieses neuen Schmähartikels zu erwidern.
1) Wir haben bis jetzt noch nicht eine einzige Haut von dem von uns geschlachteten Vieh verkauft. Zudem haben wir Anfangs nicht selbst geschlachtet, sondern das Fleisch gekauft und ist das Fleisch von Anfang an durch den Fleischbeschauer geprüft und von den controlirenden Jntendanturbeamten für gut erklärt worden. Bemerkenswerth für die Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Behauptungen des Einsenders, der sogar an der leeren Haut die Kühe als „alte" erkennen will, ist der Umstand, daß erst am 24. Juli die Verpflegung mit warmem Esten ihren Anfang nahm, während doch nach der Angabe des Einsenders schon am 20. die Häute von alten Kühen von uns verkauft worden sein sollen.
2) Der von uns verbrauchte Kaffee ist von hiesigen Kaufleuten in gemahlenem Zustand geliefert und bis auf einen einzelnen Fall von den controlirenden Beamten, die jedesmal den Kaffee untersuchen, für sehr gut befunden worden. In diesem einen Fall wurde, als der des Abends von zwei Kaufleuten gelieferte Kaffee in der Nacht angebrochen werden sollte, der von einem derselben gelieferte als mit Cichorie untermischt von den Controlbeamten zurückgewiesen und von uns in Folge dessen am andern Morgen dem Lieferanten zur Verfügung gestellt, während der andere, zu gleicher Zeit angekommene Kaffee des Hrn. Ferd. Hofmann als durchaus gut acceptirt wurde. Wenn es nun auch kaum auffällig erscheinen mag, daß der betreffende Lieferant jetzt behaupten ‘ will, er habe die Cichorie nicht unter den Kaffee gemischt, sie müsse bei uns । „hineingekommen" sein, so hätte man doch billig erwarten dürfen, daß der „Einsender" nicht ohne Weiteres eine solche Lüge zu der seinigen machen würde, 1 zumal die Unwahrscheinlichkeit dieser verläumderischen Behauptung, daß gerade der Kaffee dieses einen Lieferanten von uns gefälscht worden sein soll, so sehr auf der Hand liegt, da der Kaffee in dem stets von vielen Personen, unter Anderen den Controlbeamten frequentirten offenen Raum aufbewahrt wurde - und nicht einzusehen ist, warum wir, hätten wir wirklich Unterschleife treiben l wollen, die Cichorie erst in die Säcke mit Kaffee und nicht gleich in die Kessel hätten practiciren sollen!
3) In der Speisehalle haben nie Knochenreste gelegen und in der Küche | sind dieselben stets, sobald es die Zeit erlaubte, weggeräumt worden, Kaffee und Suppe ist von den Soldaten nicht wcggeschüttet, vielmehr ist gar oft um eine zweite Portion gebeten und solche von uns bereitwillig gegeben worden. Die Eßgeschirre sind'stets so gut wie nur möglich gereinigt worden; .es sind drei Männer angestellt, die nur die Verpflichtung haben, die Eßgcschirre, Tische | und Bänke zu reinigen. Wenn mit einem^Zug über 1000 Mann Truppen § ankommen, die essen und nach einer halben Stunde wieder abfahren sollen und | dann, da nur 500 auf einmal essen können, die eine Hälfte wartet, bis die I andere gegessen hat, um ebenfalls zu essen, so ist es doch wohl nicht möglich, 8 für die letzteren die Eßgeschirre zu reinigen, und es wird dies auch vou den | Soldaten, die diese Unmöglichkeit einsehen, nicht verlangt. Uebrigens haben k-wir, um auch dies zu ermöglichen, alsbald weitere 500 Eßgeschirre für unsere
3449) Ein geräumiges Familien- logis ist zu vermiethen Lit. B. 97v. 81.
3542) Ein ßut möblirtes Zimmer mit Cabinet, sogleich beziehbar, ist zu vermiethen Seltersberg E. 3, im 2. Stock.
3228) Die «Sebener im Zinßer'schen harten ist zu vermiethen.
3533) Die Lieferung des diesjährigen Bedarfes an Braunkohlen für hiesiges Pro- vinzial-Arresthaus soll
Freitag den 12. August l. I., Vormittags 11 Uhr, im Vorderhause des fraglichen Arrestlocales an den Wenigstnehmenden vergeben werden; bei annehmbarem Gebote erfolgt sofort der Zuschlag.
Gießen, den 30. Juli 1870.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, Dr. v. Schmalkalder, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
3531) Nächsten Samstag, den 6. August, Vormittags 11 Uhr,
werden bei unserer Mühle zwei große Par- thieen Pferdemist, sowie mehrere Haufen Roll- staub (zu Wiefendünger geeignet) versteigert.
Gießen, den 2. August 1870.
Franz Peppler & Comp.
WsxethirKgerr.
3526) In Lit. B. Nr. 75, Neuenbäuen, ist ein kleines Logis an eine kinderlose Familie, oder auch, gut möbljrt, an einen Herrn zu vermiethen und sogleich zu beziehen.
3473) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche rc. und sonstigen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen bei
Georg Mohl, Reichensand.
3536) Für einen Herrn ein möblirtes Zimmer zu vermiethen Lit. B. Nr. 192.
3478) Das seither von Herrn Metzger Löwenstein bewohnte Logis nebst Laden ist zu vermiethen und alsbald beziehbar.
Ludwig Magel.
KeilHsbsts « rs.
3507) Gothaer Cervelatwurst empfehlen ________I. A. Busch Söhne. 1
3538) Wollene Hemden, Unterjacken, Unterhosen, Socken, Hosenträger und Handschuhe empfiehlt.
H. Rübsamen.
Cigarren - Ausverkauf.
3537) Wegen Einführung der Formenarbeit verkaufe ich meine durch Handarbeit gefertigten, von Qualität ausgezeichneten Cigarren, um rasch damit zu räumen, zum Fabrikationspreise.
Moriz Wallenfels.
Niederlage und Detail-Verkauf bei Herrn Heinr. Rübsamen auf der Mäusburg.
| Weinfässer,
jum Einmachen von Gurken, Bohnen rc. geeignet, verkauft Carl Ludwig, am Asterweg.
Holländischen Käse,
pr. Pfd. 24 kr., empfiehlt
(3530) Chr. Wallenfels.


