Ausgabe 
4.1.1870
 
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cabe zu verfahren, daß zu der mündlichen Verhandlung außer dem Unternehmer auch der Begleiter zu laden, die Behändigung der Entscheidung dagegen nur allein an den Unternehmer zu bcwnken ^^bsangehörige, welche nicht diesseitige Unterthanm sind, bedürfen, zum umherzie- hcnden Gewerbebetrieb im Großherzogthum abgesehen von den in Nr. 3. erwähnten Fallen zunächst des von der zuständigen Verwaltungsbehörde ihrer Heimatb crthciltcn BundesAegltl- mationsscheines, auf dessen Grund ihnen, insofern es sich um den Betrieb eines steuerpflichtigen Gewerbes handelt, gegen Entrichtung der im Artikel 28. des Gewerbsteuergesetzes,vom 4 De- ccmber 1860 vorgeschriebenen Gewerbsteuer das diesseitige Gewerbspatent zum Hausiren, welches ois zu dem Ablauf des Jahres, worin es ausgestellt worden, für das ganze Großherzogthum Gültigkeit bat von dem Kreisamt zu ertheilen ist. Bundesangehörigen, welche mit diesem Legitimationsschein versehen sind, und ihren in gleicher Weise lcgitimirten Gehülfen kann das Gewerbspatent zum Hausiren nicht versagt werden.

11) Mil Rücksicht auf die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung bedarf das Formular der Gewerbspatente zum Hausiren einer neuen Redaction. Bis zu dem Erlaß der neuen Formulare sind zur Ausfertigung der Hausirpatente zwar noch die bisherigen Formulare zu benutzen, die darin abgedruckten Bestimmungen der Hausir-Verorvnung vom 6. November 1846 aber, inso­weit sie durch die Gewerbe-Ordnung aufgehoben sind, nicht in Anwendung zu bringen.

Den Leqitimätionsscheinen zu diesem Gewerbebetrieb (Aufführen von Musik, Schaustellungen, theatralischen Vorstc-llungen oder sonstigen Lustbarkeiten auf Straßen rc.) ist von dem Kreisamt d e Bemerkung beizufügen, daß dieselben die Befugniß zum Gewerbebetrieb nur m dem Bezirk derjenigen Behörde gewähren, welche den Legitimationsschein ausgestellt hat, bezlehungsiveise auf deren Bezirk der Legitimationsschein ausgedehnt worden ist, und daß im Jnlande vor dem Be­sinn der erwähnten Pröductionen die in den §§. 30. und 31. der Gewerbesteuer-Verordnung toom 24. Dccember 1860 vorgcschriebenc Abgabe zu entrichten ist, worüber das betreffende Kreisamt oder die in einzelnen Orten hierzu ermächtigte Localbchörde eine auf das der Abgabe entsprechende Stempelpapier ausgefertigte Bescheinigung erthcilt. .

8) Wegen der von den Kreisämtern anzuwendenden Formulare zu den Legltlmationsichel- nen, zu welchen der in §. 3. der Verordnung vom 28 December ,1860 vorgeschriebene Ausfertigungsstcmpel von zwanzig Kreuzern zu verwenden ist, wird benjelben besondere Mlt- theilung^ugchm. Zulassung von Begleitern (§. 62. Absatz 2 der Gewerbe-Ordnung)

sind von dem Unternehmer an die Bürgermeisterei des Wohnorts des Begleiters zu richten. Diese hat den Antrag in Gemäßheit der §§. 57. und 62. der Gewerbe-Ordnung zu prüfen und mit ihrem Berichte an das Kreisamt zur Entscheidung cinzusenden. Wird von dem letzte­ren die Genehmigung versagt, so ist nach den unter 4 gegebenen Vorschristen mit der Maß-

Ausstellung von selbstverfertigten 'Arbeiten der Handwerker und Fabrikarbeiter.

c>m «rükstabr 1870 soll in Darmstadt eine Ausstellung selbstverfertigter Arbeiten von Handwerkern und Fabrikarbeitern abgehalten werden, für welche alle Ennrnnisse der Klein-Gewerbe, der Fabrik-Industrie, der Kunstgewerbe, sowie laudwirthschaftliche Maschiueu und Geräthe zugelasten werden, wenn solche in einer inländischen Werkstätte angefertigt worden sind und von den Verfertigern, unter Angabe ihres Namens, ausgestellt werde» wollen. Es-können stcb bei der Ausstellung Fabrikanten, Meister, Gesellen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge beiheiligen und ist nur bei ,edem Ausstelluugsgegeustaud anzugeben, ob der Aussteller den Gegenstand allein selbst verfertigt hat, oder welche Theile von ihm und welche Theile von Auveren verfertigt wurden.

' Der Termin fitt die Anmeldung begann mit dem l. December und läuft mit dem 15. Februar 1870 ab. Die auszustellenden Gegenstände muffen bis rum 15 Avril 1870 fertig und vir Absendung nach Darmstadt bereit sein. Die Transportkosten übernimmt der Großherzogliche GewerbverelN.

* Ueberall können sich Local - Comitss von Gewerbtreibenden und Arbeitern bilden, welche die AnssteMingsanMegenheiten m ihren Kreisen betreiben und mit der Groüberroglichen Centralstelle für die-Gewerbe und den Landesgewerbverein dieserhalb in Verbindung treten. , .

Alles Weitere besagt das Programm für diese Ausstellung, sowie eine gedruckte Erläuterung des Ausstellungsplans. Beide Drucksachen, sowie Anmel- dunasformularien, könne» sowohl von uns als wie von den Vorständen der Localgewerbvereine und den Local-Comitos der Arbeiter kostenfrei bezöge» werden.

9 Wr laden zu zahlreicher Betheiligung an dieser Ausstellung, welche geeignet sein wird, ein übersichtliches Bild über den Stand der Gewerbe nnd die Einzelleistnngen der Arbeiter im Großherzogthum zu liefern, ergebenst ein.

Darmstadt, den 20. December 1869.

Großherzogliche Ceutralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein.

Schleiermacher. Fink.

Prämien-Anleihe der Stadt Bari (Italien) von 9 Millionen, rückzahlbar mit 27 Millionen

350,000 Lire (28 kr.)

Nächste Ziehung am 10. Januar 1870.

49) Jede Obligation im Nominalbetrag von Lire 100. muß mit Lire 130. oder ca. Rthlr. 40. im Laufe der Ziehungen rückoerloost werden.

Außerdem nimmt jede Obligation an 180 Prämien-Ziehungen Antheil, wo­bei die Prämien von

500,000, 300,000, 150,000, 20mal 100,000, 70,000, 60,000, 50,000 Lire u. s. f.

gewonnen werden müssen. Durch die bis jetzt bei keinem anderen Loos - Anlehen bestehende Plaff - Einrichtung, daß jede Obligation, selbst wenn sie schon mit Lire 150. rückgezahlt worden ist, dennoch an allen weiteren Prämienzie­hungen Theil nimmt und mithin eine unbeschränkte Anzahl Gewinne er­langen kann, bietet dieses Anlchen einen bisher noch nicht dagewcfenen Vorthetl.

Original-Obligationen zu fl. 39. oder Rthlr. 22. 10 Sgr. (Pläne gratis) rmpfebten Moriz Stiebet Söhne,

Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M.

An- und Verkauf aller Anlehens-Loose, Staatseffecten, Actien, Cou- pons rc. besorgen wir zum Börsencourse.

Besondere B e k a n n t m a eh u n g e n. a Dßerhksstsche Eilenlmhn-Gkselflchast.

L 56) Mit dem 29. December 1869 ist der Betrieb auf den Ober­hessischen Eisenbahnen, auf den Strecken Gießen - Grünberg und Gießen - Hungen, für den Personen- und Güterverkehr eröffnet worden. Die Auflieferung der Güter, sowie die Abnahme derselben erfolgt auf der Güter- expedition der Cöln-Gießener Bahn dahier. Tarife ä 9 kr., sowie die allg. reglemen- tärischen Bestimmungen ä 3 kr., sind auf unseren Stationen Lich, Hungen, Grunberg und Großen-Buscck, sowie auf dem Büreau unserer Central-Verwaltung hier zu haben. Gießen, im December 1869. Der Vcrwaltungsrath.

64) Für das hiesige Garnison-Lazareth wird eine mit guten Zeugnissen versehene Köchin zum alsbaldigen Eintritt, je- nung,MEewM2M, *^^..3886; führer im Garnison - Lazareth Seltersweg Lit. C. Nr. 57.

Gießen, den 3. Januar 1870.

Großherzogliche Garnison-Lazarcth- Cvmmission

Edictalladung.

57) Nachdem Großherzogliches Hofge­richt der Provinz Oberhessen über das um 1872 fl. 19Vz kr. überschuldete Vermögen des Peter Kaspar, genannt Theodor Keßler von Wieseck, den formellen Con- curs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin

Donnerstag den 24. März 1870, Vormittags 10 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vor­zugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termine soll zu­gleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläu­biger-Ausschusses und Massecurators ge­schritten werden. Die durch gehörig Be­vollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden.

Gießen, b,cn 10. December 1869.

Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher.

Feilgebote «es.

11) Alle Arten Pumpen empfehlen KiMostem Preisen^

72) Eine sechspferdige Dampfmaschine sammt Kessel und vollständiger Armatur wird billig abgegeben. Näheres durch C. Geilfus auf der Aurorahütte bei Gladenbach.

10) Rübenschneider, vor- und rück­wärts schneidend, empfehlen den Herren Landwirthen zur Abnahme

_____________Flick & Kröll.

71) Ein FrachtschUtten ist zu verkau­fen bei H- M. Jughardt.

Für Metzger in Stadt und Land.

11979) Alle Sorten trockene und gesal­zene Därmen, sehr billig, besonders Ham­melscheide, sind zu verkaufen. Näheres im Gasthaus zum Schwanen in Gießen.

62) Ein Geschäftshaus nebst Scheuer, Stall und Hofraum, an einer Hauptstraße in der Nähe der Kaserne gelegen, ist weg­zugshalber zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

73) Unterricht im Zitherspi len wird er- theilt; auch ist eine neue Zither und eine sehr gute alte Guitarre zu verkaufen bei Joh. Lerch, Sonnenstraße, bei Herrn B e p l e r, Tapezier.

6) Wasch- und Ringmaschinen, zwei verschiedene Constructionen, Wasch- Mangen, in jedem Zimmer sehr leicht zu handhaben und sehr gute Arbeit liefernd, Häckselfchncidmaschinen, anerkannt die besten, die jetzt cxistiren, für deren Güte ich ga- rantire, Rübenschneider von 14 fl. an bis zu 60 fl., Oelkuchenbrecher, Grünmalz- quctsche und Schrotmühlen für Bierbrauer, empfehle ich zur geneigten Abnahme.

Gg. Renzel.

67) Das von Herrn Steuer - Erheber Walther bewohnte Logis nebst Garten rc., in dem Canzlei-Jnspector Schlatter'schen Hause, ist zu vermiethen und den 1. April beziehbar. Näheres bei PH. Schlatter.

63) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver­miethen bei

H. Rübsamen, Mäusburg.

59) Mehrere Familienwohnungen, so­wie Lagerräume, sind zu vermiethen in der früher Katzenstei n'schen Besitzung. Reflec- tanten wollen sich gef. an mich wenden.

B- Katz en st ein, Neuenweg 139.

69) Ein älterer Herr sucht Zimmer mit Cabinet, womöglich unmöblirt, für jetzt oder Ostern. Näheres unter Preisangabe bei der Exped. d. Bltts.

4) Ein braves Mädchen für häus­liche Arbeiten wird auf sogleich gesucht- Das Nähere bei der Erped. d. Bltts.

75) Stuttgart.

Feinmechaniker

finden dauernde Condition bei guter Be­zahlung. Dr. E- F. Müller,

_________________________mech. Institut-

22) Einen Lehrling sucht Heinrich Haßler, Schuhmacher.

60) In ein Colonialwaaren - Detail- Geschäft in Darmstadt wird ein Commis gesucht. Schriftliche Offerten unter Nr. 60 besorgt die Exped. d. Bltts.

66) Ein Kapital von 10,000 fl wird gegen genügende Sicherheit zu leihen ge­sucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

Neuer Luruverein.

61) Dienstag den 4. Januar, Abends

8 Uhr, im Cafe Mosler:

Generalversammlung.

Der Vorstand.

Beachtenswerth!

11773) Unterzeichneter besitzt ein vortreff­liches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane.

Spezialarzt I>r. Kckrchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz).

Meyer Rothenberger,

Gießen, Neuenweg,

kauft hessische Urkunden, Papiere, Manu- scripte und sonstige Scripturen, die auf Hessen Bezug haben.

Bitte Besitzer dieser Art, wenn sie auch nicht käuflich diese Sachen abgeben wollen, mich davon gef. brieflich oder mündlich zu benachrichtigen.

Auch kaufe ich alte Standuhren. (15)

74) Von einem stehenden Schlittenge­läute wurde am verflossenen Mittwoch vom Schifsenberger Weg bis zur Hintergasse eine Glocke mit Klingelkreuz verloren. Es wird um gefällige Rückgabe gebeten. ___________________________L. Kauf.

" An- und Verkauf

von Staatspapieren, Actieaa, Anlehensloosen etc. etc.

Carl Heimann, Bankgeschäft,

Alte Mainzerstrasse 35, Frankfurt a. M.

Vermiethungen

12) Im dem Brüh l'schen Hause am Brand ist ein möblirtes Zimmer zu ver­miethen^__

70) Neue Anlage Lit. C- Nr- 28 sind in den ersten Tagen des Monats März f. I. zwei unmöblirte Zimmer in der dritten Etage zu vermiethen. Näheres im unteren Stock. ___________________________

,7) Ein großes und ein kleines Familien­logis sind zu vermiethen bei

M- Weiß bäcker.

9) In der Nähe der Eisenbahn ist ein kleines möblirtes Zimmer sogleich zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl.

| 1) Ein Familienlogis ist zu vermie-

Ithen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.

5) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver­miethen bei

Hch. Hanitsch, Schuhmacher, Kirchenplatz A. 22.

68) Zwei Familienlogis zu vermiethen bei I. Friedel, Reichensand.

65) Ein gut möblirtes Zimmer mit Ca­binet mnd ein kleines Zimmer, sofort be­ziehbar bei E- Eich en berg.

58) Der mittlere Stock meines Hauses ist zu vermiethen und alsbald beziehbar.

Georg Möhl, Reichensand.