Ausgabe 
3.12.1870
 
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Kriegsnachrichten.

baldi vor Den Thoren der Stadt stehe und dieselbe binnen Kurzem von den Hän-

den, von der etatSmäßigcn Stärke von 800 Mann gegenwärtig auf die Stärke

Frankreich, s lebe die Republik!"

finden. Es ist dabei natürlich, daß vielc Unschuldige bitter darunter leiden werden, aber ein strenges Einschreiten ist durchaus nothwendig, soll anders Frieden und Ordnung nicht gestört werden. (K. Z.)

Aus Posen wird derOsto. Ztg." gemeldet:

Das Kriegsministerium richtet sich darauf ein, nächstens noch ein paarmal- hunderttausend Gefangene wehr bewachen zu müssen. Es werden nämlich alle Landwehr-Bataillone, welche lediglich zur Gefangenenbewachung Verwendung fin-

Straßburg, 27. Nov. Seit einigen Nächten macht man hier höchst unan­genehme Erfahrungen. Man findet jetzt häufiger Morgens in der Frühe an den Tbüren der Häuser angebliche telegraphische Depeschen angehestet, welche die aben­teuerlichsten Siege der französischen Waffen, den Tod unseres Königs und seiner Feldherren, eine schreckliche Revolution in Berlin, welche die Flucht unserer Kö­nigin aus der Residenz zur Folge gehabt rc., in grassen Worten verkünden und merkwürdiger Weise nur zu viele Leute finden, die ihnen Glauben schenken. War doch noch in den letzten Tagen hier allgemein verbreitet und geglaubt, daß Gari-

Karlsruhe, 29. Nov. Als vor einigen Tagen eine den Franktireurs im Walde von Orleans von den Bayern abgenommene sonderbare Doppelkanone

strengsten Befehle gegeben, daß ohne alle Nachsicht die Verbreiter solcher man vars sie nicht unsinnig nennen, denn dazu sind sie, in einer eroberten mißstimmten Stadt wie Straßburg, zu gefährlich Lügrntelegramme ihren gebührenden Lohn

Verbrechen aus Irland. In der übelberüchtigten Grafschaft Tipperary ist ein Mann, Namens Patrick Lonergan, Ausseher einer größeren Besitzung in Chir, ermordet worden. Die Mörder hatten seine Taschen geplündert, aber die Ver- muthung, daß dies nur geschehen, um die Polizei auf eine falsche Fährte zu bnn- gen, wird dadurch noch bestärkt, daß Lonergan schon seit längerer Zelt für fein Leben fürchtete, und sich Feuerwaffen geliehen hatte. Zwei Individuen sind als der Thäterschaft verdächtig in Haft genommen worden. Zu gleicher Zeit kommt aus der kaum minder schlimm beleumundeten Grafschaft Westmeatb Nachricht von der Ermordung eines Rentmeisters, Namens Thomas Dowling, welcher in unmittel­barer Nähe der Polizeistation von Ballinagore erschossen wurde.

In Southampton treffen täglich große Pferdetransporte zur Verschiffung nach Frankreich ein. Am Freitag allein kam ein Transport von 180 Stück an, welcher sofort eingeschifft wurde. Da die Havre-Bahn unterbrochen ist, gehen

Einem Privatschreibcn aus Paris, 17. Nov., entnimmt die K. Z. Folgendes: Nachdem wir seit einiger Zeit der nützlichsten Dinge beraubt waren und jetzt auf dem Punkte stehen, daß uns das unumgänglich Nothwendige abgeht, werden wir bald in Wirklichkeit alle Schrecken einer Belagerung auszustehen haben. Der . . . . ,

Gouverneur von Paris ergreift deßhalb auch die energischsten Maßregeln, um Der Den Der Deutschen BeDrucker erlösen wurde. Und so oft em Regiment von hier Belagerung ein Ende zu machen. Wir erwarten in acht Tagen einen Ausfall, aus nach Beifort rc. ausmarschirt, ist es schon nach wenigen Tagen in irgend um die feindlichen Linien zu durchbrechen. Gelingt derselbe, so wirb sich die Lage einer kühlen Waldesschlucht überfallen, vernichtet, mit Mann und Maus verschwun- vollständig ändern und das Glück sich uns wieder zuwenden. Wenn wir aber Den. Bereits sind, wie auch heute der FestungSzoüverneur bekannt macht, die eine neue Niederlage erleiden, so bleibt Paris nichts übrig, als zu capituliren a und einen schmerzlichen Frieden zu unterzeichnen.... Paris setzt seine ganze Hoff­nung in die Hauptaction, die bevorfteht, aber sie muß ohne Verzug ausgeführt werden. Denn jeder Tag führt uns einer Katastrophe näher, nämlich: dem Hun­gertode. Seit 15 Tagen gibt man uns nur 50 Grammes Fleisch per Tag (nach Den letzten Nachrichten nur noch 33y2 Gr.), was für 20 Tage 2 Pfund prr Person ausmacht, und wir haben nur noch für eine Woche. Diele Personen und ich gehöre zu ihnen haben schon seit langer Zeit ihrer kleinen Fleisch- Portion entsagt, weil man genöthigt ist, 3 bis 4 Stunden, einerlei, wie das Wetter ist, vor Den Metzgerläden zu warten. Glücklicher Weise haben wir noch Brod, und wir hauen stark ein, da Die Preise aller übrigen Lebensmittel zu hoch . , .- - -

finD, als daß wir sie kaufen könnten. Außer den gewöhnlichen Lebensmitteln der mobilen Linienbataillon von 1002 Mann gebracht. Verwendet werden dazu werden jetzt andere Gattungen Eßwaaren fellgeboten, von welchen ich dir mit zunächst die in Folge Der neuen Aushebungen bereits wieder aus der Linie eiit- Sachkenntniß sprechen kann, Da ich sie selbst an Der Halle eingesehen habe, wo laffenen LanDwehrmänner Der jüngsten Jahrgänge. Soweit Diese nicht ausreichen, ich am letzten Samstage mit einem meiner Freunde war, um einige Vorräthe zu wird auf Die älteren Jahrgänge zurückgegriffen werden müssen."

kaufen. Ich wollte die Hälfte einer Katze haben. Man verlangte 41/2 Franken; Behufs Verwendung bei Bewachung Der Kriegsgefangenen ist höheren Orts ich bot 4 Fr., aber man ließ sie mir nicht. Später bedauerte ich, sie nicht ge° Die Formation unberittener Landwehrdepot - Escadrons ä 200 Mann in Aussicht nommen zu haben: denn sie war prachtvoll, und man hätte ein köstliches Ragout genommen und sind Die verschiedenen stellvertretenden General-Commandos ange- Daraus zubereiten können. Ich sah, wie Ratten zu 80 Centimes bis 1 Franc, wiesen worden, etwa nöthig erscheinende vorbereitende Maßregeln zu treffen.

je nach ihrer Größe, verkauft wurden; ich kaufte keine, obgleich man behauptet, sie seien vortrefflich; aber ich habe noch einige Vorräthe, und will warten, bis sie erschöpft sind, ehe ich zu diesem phantastischen Regime übergehe. Die Hunde x _

sind ebenfalls in gewissen Läden erschienen; sie sind aber noch nicht sehr gesucht; + Gießen, 29. Nov. Der m Ihrem geschätzten Blatte vom 24. d. M. man findet sie im Allgemeinen hart und trocken und ißt sie nur aus höchster Noch, enthaltene Artikel aus Dem Kreise Nidda beruht auf ungenauer Sachkenntnlß, Da ich aber das Bedürfniß hatte, mich an diesem Tage zu regaliren, so kaufte und bedarf mehrfacher Berichtigung. Die Ertheilung einer ^""ssion zur Er­ich mir Spatzen, das Stück zu 50 Centimes. Du kannst aus dem Gesagten dauung einer Zweigbahn von etodbeun nach Ortenberg i(t Seitens ber Ober- ersehen, daß, wenn die Lage auch keine verzweifelte, sie doch eine sehr compro- hessischen Eisenbahngesellschaft bereits in An^gung gebracht und wird nachfidem mittirte ist, wenn die Regierung nicht in kürzester Kürze kräftig auftritt. Unter Die Vornahme der Expropriation keinem rechtlichen Anstande unterliegen können, keinen Umständen darf sich die Sache noch lange hinziehen. Zudem befinden wir Auch wird nicht daran gedacht, dem GemeinDen-Confortium der Bahnlinie Gießen- uns fortwährend in furchtbarer Erregung. Kanonendonner bei Tag und Nacht, Gelnhausen diejenigen Vertrage zu den Grunderwerbungskosten,/welche etwa bei Das durch Mark und Bein dringende Geräusch der Mitrailleusen, welches selbst der Stockheim-Ortenberger Zweigbahn erwachsen werden, aufzuburden ,Indern Die muthigsten Männer nicht kalt läßt; Das Trommeln und Trompeten von Tages- zur Uebernahme Der Gelände -Entschädigungen über ^n achtzigfachen Betrag des andruch bis zum späten Abend und auch oft des Nachts, wenn man, wie am Norrnal-Steuercapitals für Die Zweigbahn em eignes Gemeinden - Confort.um zu 31. October, die rothe Republik proclamiren will, alles dies greift Die Nerven bilden fein wird, und zwar aus Denjenigen Gemeinden, deren Orte innerhalb furchtbar an.... Die Pocken richten große Verheerungen an; letzte Woche starben 1500 Klafter ^on den Stationen Stockheim und Ortenberg entfernt liegen, also 480 Personen. Was mich betrifft, so bin ich vollständig gesund, leider zu gesund: au» Den Orten Stt>ckheim , Bleichenbach, Aulendiebach, Rohrbach /

Denn ich habe einen schrecklichen Appetit, und nur selten kann ich ihn vollständig Leustadt, Effolderbach, Selters und KonradSdors, sodann Ortenberg, Wippenbach, befriedigen. Ich erhielt heute Morgen Den Besuch des Vetters W.; er kam, um Bellmuth, Bobenhausen I., Eckartsborn, Lißberg und Bergheim. Im Interesse mit mir zu frühstücken. Unser Mahl bestand aus Kartoffeln, Die mit Pferdefchmalz dieser Gemeinden liegt es, und wird wohl von chnen dafür gesorgt werden, daß zubereitet waren, einer Portion EselSwurst, so groß wie eine Nuß, einem Stück sie das Gelände nicht allzutheuer bezahlen - Die Eifenbahnunternehmung ha Chocolade als Dessert, dazu Broc- und Wein, so viel man wollte. Es war ein Daher gar nicht Ursache, mittelst eines Kunstgriffs die fraglichen Kosten Den Bei- wahres Festmahl! Zwar schmeckten Die Kartoffeln etwas nach Talg, die Wurst tragspflichtigen einer anderen Bahnlinie überweisen zu «ollen. Was aber Die war etwas ranzig, unD das Brod etwas sauer, aber, Diese kleinen Unannehmlich- Anwendbarkeit DcS einschlägigen Gesetzes vom 14. August 1867 an angt, so urste fetten abgerechnet, an Die man sich eben gewöhnt, haben wir ganz ausgezeichnet dieselbe au- Dem GrunDe nicht beanstanDet werden können, weil das Project der aefrübstückt " Erbauung Der Zneigbahn im Pnnclp bereit« lange, bevor m Der Standekammer

Aus Paris vorn 18. November theilt DieCorresponDance De Tours" mit: Die Zusage fernerer Nichtanwendung Desselben erfolgte, festgestellt worDen war.

Die Strauße, Nandus und Kasuars des Bois de Boulogne sind endlich München, 27. Nov. Se. Maj. der König hat Den Stif p^si r, $ acclimatisirt. Gestern wurde dieses große Wild in Der englischen Metzgerei des Döllinger zum Mitglied des Capitels des Maximilians - Ordens für Wissenschaft Faubourg St. Honore gleichzeitig mit den Büffeln zum Kauf geboten. Die Hunde und Kunst ernannt. Seit gestern sind vor der komgl. Residenz em paar ®e- werden zu Tausenden verspeist. Das Vorurlhei! unserer Väter geht zu Grabe, schütze eigener Art aufgestellt, welche Den Franctireurs abgenommen wurden. Es Ordentlich abgeschlachtet, wohl abgehäutet, paffend zubereitet und mit einer guten sind gewöhnliche Wagenradbuchsen, rückwärts verichloffen und oben mit einem Sauce angerichtet, ist der Hund eine vorzügliche Speise; das Fleisch ist Delicaf, Zündloch versehen, zu zweien auf das Vordergeftell eines starken Han arren e- rosig und keineswegs hart, obwohl das Sprüchwort sagt:dur comme du chien. festigt, also Geschütze der primitivsten und rohesten Constructron, mi enen man,

Lille, 29. Nov. Die Abschieds-Proclamation De« Pra'fccten Der Somme wie versichert wird, auf höchstens 20 bl« 30 Schritte schießen kann. Geladen lautet:Bürger, die Reihe der Schicks-Usschläge ist auch an uns gekommen. Trotz wurden dieselben mit gehacktem Blei. s ' B-)

meiner Anstrengungen ist Amiens in Feindes Gewalt gerathen. Der Vertheidi- Konstantlnopel, 19. November. Mehemed Nuschd« Pascha wur e zum gungSausschuß hat Den Rückzug Der Armee unD Die Entwaffnung Der National- Minister ohne Portefeuille ernannt. In Smyrna sind die Nedl 6 te egrophisch e n- gorDc beschlossen. Ich muß Euch verlassen, hoffe aber auf baldige Rückkehr, berufen worden. Der bisherige Gesandte in Wasyington, Blacque Bey, Wirtz Bleibet treu und voll Vertrauen, und Frankreich wird gerettet werden. Es lebe nach Athen versetzt.

eigner Art (Lafette, Vordergestell eines Bauernwagens, Radnaben eines Last­wagens rc.), aus welcher mit gehacktem Blei geschossen worden fein sollte, hier vurchkam und man die Begleiter fragte: was aus der Bedienungsmannschaft dieses eigenthümlichen Geschützes geworden, erwiderten diese mit einem verständlichen Augenblinzeln:Gefangene sind bei der Gelegenheit nicht gemacht worden." Es ist Frankreichs Schuld, wenn die Kämpfe zum Theil einen Charakter angenommen haben, den man nur bedauern kann. Erklärlich aber ist cs, wenn auch aus den Briefen unserer Soldaten aus dem Felde eine tiefe Erbitterung gegen Die bunt- gewürfelten Abenteurer des Corps Garibaldi'« (Vagabundenvater" nennen sie ihn) spricht. Dieser kleine Krieg aus dem Hinterhalte, mit zum Theil meuchle­rischen Ueberfäöen, ist nicht Sache des ehrlichen Soldaten, und zum Stehen im fänVmtliÄen 'zranepoTte" eon Southampton nach St. Mato und von"dort offenm Gefechte bringt man sie nicht. So auch vorgestern bei PaSquc« nicht, nach verschiedenen Punkten im Süden Frankreichs. Die drei Brigaden - zwei badische und eine preuß.sche - trafen nur noch die

De7 römische Correspondent der Pall Mall Gazette schreibt, daß im Car- Arrieregarde. Offenbar hatte man eine Überraschung unserer Truppen in Dl,°n binalS-Colleaium sich ein-Partei bilde, welche für den Fall des Todes des Papstes beabsichtigt. Dies ist vereitelt. Dabei ist es fortwährend der Plan Garibald,'«, einen Fremden zu wählen beabsichtige, da man annehme, jeder Italiener würde den deutschen Truppen in den Rücken zu kommen und die Bogescn für eine Dl- (,6r E der italienischen Regierung abhängig sein. Diese Partei, welche aus Version in den Elsaß, wo man geheime Verbindungen hat, zu gewinnen. Bon den Ultramontanen und Jesuiten besteht, dringt auch auf schleunig- Ernennung den Treffen am 26. und 27. ist noch nichts Nähere« bekannt. Eine gute Lection von Cardinälen für die vielen Vakanzen im Collegium. Dabei werden die Erz- werden sie immerhin gegeben haben, und hoffentlich Habt man den Helden Gar,, bischöfe Mannina von Westminster, Dechamp« von Mecheln und Ledochowskp von baldi'S, die doch auch do« Gepäck- und Waffenwegwerfen kennen, auf der Ferse. Posen zunächst in Aussicht genommen. Diese Partei, welcher die italienischen Unserer Division ist wieder eine größere Anzahl Elsern-r Kreuze (ca. 45) zu Cardinale im Ganzen entgegcnstehen, hat ihre wirksamsten Werkzeuge in den Je-Theil geworden.

suit-n-Patre« Piccirillo und Schrader, welche täglich mehrere Stunden mit dem o, """ ------

heiligen Vater zubringen und großen Einfluß auf ihn ausüben.

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