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12017)

In« großen Saale des Cafe Leib.

Am Neujahrstage:

großes Miliiar-Honce

rt.

Prämien-Anleihe der Stadt Venedig

6 Gewinn-Ziehungen im Jahre 1870.

1. Ziehung 10. Januar 1870

1 L 100,000

1 2,000

3 ä 500 1,500

. 10 ä 100 1,000

25 ä 50 1,250

10 ä 30 300

50 L 106,050

II. Ziehung 31. Januar 1870

1 L 25,000

1 1,000

3 ä 250 750

10 a 100 1,000

25 ä 50 1,250

60 ä 30 1,800

HÖÖ L30,800

III. Ziehung 30. April 1870 |

1 L 100,000

1 2,000

3 ä 400 1,200

10 ä 100 1,000

25 ä 50 1,250

10 ä 30 300

50 L 105,750

IV. Ziehung 30. Juni 1870

1 L 25,000

1 1,000

3 ä 250 750

10 ä 100 1,000

1 25 ä 50 1,250

60 ä 30 1,800

TÖÖ L 30^800

V. Ziehung 30. Sept. 1870

1 I. 50,000

1 1,500

3 ä 250 1,050

10 ä 100 1.000

25 ä 50 1,250

60 ä 30 1,800

100 L 56,600

VI. Ziehung 30. Nov. 1870.

1 L 100,000

1 2,000

3 ä 500 1,500

10 ä 100 1,000

25 ä 50 1,250

10 ä 30 300 _

50 L 106,050

Interims-Scheine, worauf Lire 15 innerhalb des 30. Juni 1870 einzuzahlen sind , 11. 5 Rthlr. 27/8. Vollbezahlte Obligationen ä 11. ST Rthlr. 67/s ,)ei allc

^Veclislern des In- und Auslandes. (11967^

ä 1 n !

Herzliche Bitte für die Kleinkinderfchule.

Die Unterzeichneten erlauben sich vor dem Neujahrsfeste allen lieben. Freunden und Mitbürgern wiederum v.orzuschlagen, statt der üblichen Neujahrsgratulationen die Kleinkinderschule mit einer Gabe von 24 fr. bedenken zu wollen. Wir werden diese Gaben dankbar in Empfang nehmen und alsbald im Anzeigeblatt bescheinigen.

Gießen, den 26. December 1869.

Dr. Geist, Gymnosial-Director- Dr. Göldmann, Provinzial-Direetor. Landmann, Pfarrer. Dr. Seel, Pfarrer. Dr. Simon, Superinten­dent. Vogt, Bürgermeister. Web er, Hofgerichts-Director.

11356) Die

Vaterländische Feuer - Versicherungs - Attien- Gesellschäft ju Elberfeld, gegründet im Jahre 1823, (Garantie-Capital: 3,500,000 si.), übernimmt Versicherungen gegen Feuersgefahr auf Mobilien, Früchte, Vieh rc. zu billi­gen und festen Prämien.

Die unterzeichneten Agenten ertheilen gern nähere Auskunft und nehmen Ver­sicherungen entgegen. Gießen: F. Hoffmann.

Firma: Carl Hoffmann. Steinbach: NicolauS, Kreisbote.

P o t i t i s ch e R u n d f ch n u.

24. December.

Dem Bunde.rathe ist kürzlich vom Bundeskanzler der früher schon angekündigte Gesetzentwurf über Erwerbung und 23e11uft der Bundes- und Staats­angehörigkeit vorgelegt worden. In den Motiven zu diesem Entwürfe wird u. A. gesagt: die BundeS- angehorigkeit in Norddeutschland sei nicht ein un­mittelbares und selbstständiges RechtSverhä'ltniß wie in den Der. Staaten von Nordamerika, sondern habe nach der EinrichtungSart der schweizer. Eidgenossen­schaft die Staatsangehörigkeit in einem der Bundes­staaten zur Voraussetzung. Deshalb seien auch für die Erwerbung und den Verlust der Dundesange- hörigkeit die Gesetzgebungen der Einzelstaaten maß- gebend. Nun zeige sich aber mehr und mehr das Bedürfnis, an die Stelle der vielen verschiedenen Vorschriften und VerfahrungSweisen für die Aufnahme in den Verband von Einzelstaatcn, wie für die Ent­lassung aus demselben gemeinsame einheitliche Nor- wen zu setzen. Demgemäß regelt der erwähnte Ge­setzentwurf in einheitlicher Weise die Verhältnisse ter Staatsangehörigkeit, wobei er zugleich diese letztere auch ferner als Grundlage und Vorbedingung für die Bundesangehörigkeit festhält.

Aus Cattaro, 21. Dec., wird berichtet: In Folge persönlicher Zusammenkunft des .obersten Befehls­habers, Fürsten von Auersperg, mit einer von den Insurgenten abgeschickten Deputation, ist die gänzliche Unterwerfung der Insurgenten und gütliche PacFi- cirung der aufrührerischen Landestheile wahrschein­lich nahe bevorstehend. Eine neue Besprechung zwi- sch.n dem Truppencemmandantcn und den Bevoll­mächtigten der Insurgenten wird nächsten Sonnabend stattfinden. Die Entmutigung unter den Aufstau- vigcn wird als eine sehr große bezeichnet.

Das Manifest des Grasen von Chambord ist von derTimes" mit kühlem Spot: ausgenommen wor­den. Dieser Prinz, sagt sie, möge es sehr ernstlich meinen, allein er komme zu spät, denn mit den blo­ßen Traditions-Monarchien sei es vorüber. ^Die Kunst des Regierens werde von Tag zu Tag schwerer, ohne daß die Monarchen von Tag zu Tag klüger und geschickter werden, und die Völker seien nicht mehr gestimmt an den bloßen Zauber alter Namen zu glauben. Europa habe in der neuesten Zeit eUcrt i Wunderbares erhbt; gleichwohl dürfte der Graf v. Chambord seine Rückkehr nach Frankreich zur Befestigung des Thrones feiner Ahnen als das unwahrscheinlichste aller möglichen Ereignisse be­trachten.

Piästdent Grant's Botschaftsrede beginnt mit den folgenden charakteristischen Stellen:Indem ich vor Ihnen zum ersten Mal als erster Beamter dieser großen Nation erscheine, geschieht es mit Dankbar- feit gegen den G der alles Guten für die vielen Wohlthatcn, t>:c wir genießen. Wir sind im Inland mit Friceen gesegnet und haben keine verwickelten Bündnisse im Ausland, welche auf Wirren deuten. Mit einem an Fruchtbarkeit unübertroffenen Gebiete,

von einem Flächeninhalt, der für den reichlichen Un­terhalt von fünfhundert Millionen Menschen aus- reicht und an jeder Art nützlicher Mineralien Uebcr- fluß hat, in e.ner Quantität, welche genügt, um die Welt auf Generationen hin zu versorgen, mit strotzenden Ernten, mit einer Mannichfaltigkeit des Klimas, die zur Erzeugung jeder Gattung ter Reich- thümer der Erde geeignet ist und zu een Gewohn­heiten, Neigungen und Bedürfnissen jedes lebenden Wesens paßt, mit einer Bevölkerung von 40 Millio­nen freier Menschen, die- alle Eine Sprache sprechen; mit Mitteln für jeden Sterblichen, Bsldung zu er­werben; mit Einrichtungen, welche Keinem die Zu­gänge zum Ruhm oder irgend einen Segen des Glückes, welcher erlangt werden mag, verschließen; mit Freiheit der Kanzel, der Presse und der Schule; mit einem Einkommen, das über die Bedürfnisse der Regierung hinaus in die nationale Schatzkammer fließt, stellt sich jetzt glücklicherweise die Eintracht inner­halb unserer Grenzen r-.sch wieder her. Manu­fakturen, die bisher in unserem Lande unbekannt w^ren, quellen allenthalben hervor und erzeugen einen Grad nationaler Unabhängigkeit, welchem die keiner anderen Macht gleichkommt. Diese Segnungen und zahllose andere sind Ihrer Obhut und der meinigen behufs sicherer Aufbewahrung während des kurzen Zeitraums unserer Amtsdauer anvertraut. In einer kurzen Zeit müssen wir, ein Jeder von uns, in die Rethen des Volkes, das uns unsere Ehren übertra­gen hat, zurückkchren und ihm über unsere Amts- Verwaltung Rechenschaft ablegcn. Ich wünsche ernst­lich, daß weder Sie noch ich von einer freien und aufgeklärten Wählerschaft noch von unserem Ge­wissen verdammt werden mögen."

29. December.

DieNordd. Allg. Ztg." kommt in ihrer heutigen Nummer auf die angeblich vom Commissär des Eul- tusministeriums angeführten Aeußerungcn des Mini­sterpräsidenten Grafen Bismarck zu Gunsten der Je- suiten zurück. Das Blatt stellt in Abrede, daß der Ministerpräsident die Niederlassung d'er Jesuiten in Preußen gutgchcißen uccr deren Verhalten gebilligt habe und sagt: Die bezügliche Aeußerung des Mi- n>sterpläsidentcn, welche Durch den Ber'cht des Ober­präsidenten ter Provinz Posen über die Niederlassung der Jesuiten in Schr mm (im Jahre 1867) veran­laßt worden war, beschränkte sich auf die Erwägung l galer Formalitäten und auf die Bemerkung: der Ob-rpräsident habe aneikannt, daß sich die Jesuiten in der Provinz Posen in den Jahren 1863 u. 1864 von politischen Agitationen fern gehalten haben, was im Allgemrinen von tcr katholischen Psarrgeistlichkeit nicht gesagt werden konnte.

tDcftcrvcid). Wien, 22 Dec. Heute wurden die Ver- anüaliec der unlänqft stallg« fanden en Arbeite! Versammlungen verhaftet. Der Reich-Kn anzministet v. Becke wurde gestern mtl den Sterbesacrament,« versehen.

Rußland. Petersburg, >9. Dec Der Prinz Albrccht von Preußen, welcher zn dem .mbicknmefcst deö GcvrgS SrdcnS

Redactian, Trurf und Verlag b>*r Brül;l'fchen Drucker,'^ : i;r > b > Cb?

nach St. Petersburg gekommen war, hat an unserem Hose die freundschaftlichste Aufnahme gefunden unb besonders auch vor» Seiten der hohen Aristokratie vielfach Beweise der russischen Gastfreundschaft erhalten. Der Prinz kehrt dieser Tage nach Berlin zurück. Am Montag den 20. dieses Monats verlaßt der Bruder bir Kaiserin, Prinz Alerander von Hessen, wieder' unsere Hauptstadt. Am 18. hat die bucharische Gesandtschaft die Rückreise in ihre Heimath an getreten. Alle Mitglieder der­selben erhielten vom Kaiser reiche Geschenke. (KrlSr. Ztg-

913 a r f db a ii, 17. Dec. In vergangener Woche wurde hier ein ehemaliger Polnischer Major, Slawiarski, verhaftet, der durch wiederholte Reisen nach Krakau und Lemberg bei der Polizei den Verdacht erweckt haben soll, daß er mit den Führern der Galizischen Nationalpartei zu agitatorischem Zwecke in per­sönlicher Verbindung stehe. Er war eben von einer nach Krakau unternommenen Reise zmückgekehrt, als die Polizei in der darauf folginden Nacht in feine Wohnung «Indiang und dort eine Haussuchung vernahm. Es sollen eine Menge schwer gravirender Briefe und anderer Schriftstücke aufgefunden und in Beschlag genommen worden fein , welche die Verhaftung Stawiarski's und seine Abführung auf die Citadelle zur Folge hatten. (Osts. Ztg.)

Belgien. Brüssel, 22. Dec. In der heutigen Sitzung der Repräsentantenkamvier wurde an das Ministerium die An­frage gerichtet, ob dir Nachricht begründet sei, daß die fran­zösische Regierung bei fremden Mächten Entwaffnungsvorschläge gemacht habe. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten erwiedeite, daß die belaische Negierung von derartigen Vor­schlägen durchaus keine Kenutniß habe.

Vermischtes.

Darmstadt. Am Weihnachtsabend wurde ein in der Krauichsteinerstraße w-hnender Schuhmachermeister unerwartet in die tiefste Betrübniß versetzt. Er bereitete für fein vier­jähriges Töchterchen die Ebristbescherung vor, während dasselbe sich außerhalb dcS ZnrmcrS aufhielt. Als er das Kind herein- rnfen wollte, vermißte er es. Das Rufen und Suchen der Ellern blieb vergebend, man nach mehreren Stunden seinen Leichnam im Garten in ihrer in den Boden eingegrabenen Regentonne, in die eS kopfüber gefallen war, entdeckte.

Lampertheim, 20. Dec. Der hiesige Landwirth Joh. Megerle, früher Pächter des SpitalgutS bei Heßloch, wurde gestern Abend von einem kaum 16 Jahre alten Schreimrlehr- linq, dem er nie e n Leid zugefügt hatte, auf offener Straße erschlagen. Der jugendliche Verbrecher, em Cohn braver

Eltern, ist bereits verhaftet und der That geständig. (W. Z.) Eon stanz, 21. Dec. Ein schreckliches Unglück hat sich gestern Nachnrittag gegen 3 Uhr auf dem Untersee ereignet. Das SchweizerdampfboolRheinfall", welches um 1 Uhr von hier nach Schaffhausen ab fuhr, wollte gerade die Station Ber­lingen verlassen, als der Dampfkessel zersprang und das Schiff augenblicklich zu sinken anfing. Du man zum Glück noch nicht weck vom Lande entfernt war, so konnten die meisten Reisenden (etwa 30) noch gerettet werden. Mehrere aber verloren hier­bei durch Verletzung oder Ertrinken ihr Leben, und zwar wird die Zahl der Opfer auf 68 angegeben, lieber die Ursache dieser Katastrophe ist noch nichts Näheres bekannt, das Schiff befindet sich unter Wasser.

lieber die bereits kurz erwähnte Katastrophe von Ilia in Kleinasien schreibt man derPr." aus Konstantinopel vom 16. d. M. : Aus Smyrna wird eine herzerschütternde Kata­strophe berichtet. Eine ganze. 2600 Einwohner zählende Stadt im Bezirke Menteschen ist durch vulkanische Eruptionen in der Erden , Tiefe versenkt worden. Die Versenkung geschah fojati# mählich, daß die Einwohner Zeugen des majestätisch-tragisl en Schauspiel- von den anliegenden Hohen sein konnten. Drei Erdstösse verkündeten die Katastrophe. Möbel und HauSthiere konnten nicht gerettet werden. Alles, was daö 2«ien von e-ner langen Reibe von (Generationen geschaffen und erworben, hat ein Moment in die Tiefe versenkt. Die Regierung beeilte sich, den Unglücklichen, hart Geprüft« rr mit Zelten, Mehl, K'.eiderw und Geld beizuspringen.