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Darmstadt, 22. Juni. Der Abgeordnete Edin­ger hat einen Antrag auf Revision des Schuledicts von 1832 gestellt, da er einen Antrag auf Vorlage eines neuen Schulgesetzes für erfolglos halte, indem sowohl Reglerung als erste Kammer sich schon früher hiergegen erklärt. Als vorzugsweise einer Modifi­kation bedürftig wurden bezeichnet die zur Leitung der Schulen angeordneten Behörden. Der Art. 16 ves 1832er Edikts gebe allerdings die Möglichkeit, Confessionsschulen in Eommunalschulen zu verwan­deln, doch enthalte solche nur den Schein der Freiheit dazu. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Bildung des Schulvorstandes und der Bezirks­commission geben den Gemeinde - Elementen näm­lich nur scheinbar eine Vertretung. In den Händen der Geistlichen, welche selbstverständlich gegen Com- munalschulen sind, und in den Händen des Kreisra- thes liege fast lediglich die Entscheidung. Der An­tragsteller will daher bei der Revision des Edikts eine Wahl des Ortsschulvorstandes und der Krcis- schulcommission, welche von der bisherigen Bevor­mundung befreit und der Gemeinde eine freie Mei­nungsäußerung sichere.

Berlin, 22. Juni. Heute Mittag ist der Bun- desrath des deutschen Zollvereins zu einer Sitzung zusammengetreten, um über die Gesetzentwürfe wegen der Besteuerung des Zuckers und wegen der Abän­derung des Vereinstarifs, wie dieselben in der von dem Zovparlamente in der gestrigen Schlußbera- thung beschlossenen Fassung nunmehr vorliegen, de­finitiv zu beschließen. Nach dem Resultate der gestrigen Sitzung des Zollparlamcnts konnte diese heutige Sitzung Des Zollbundesrathes natürlich nur noch eine rein formelle Bedeutung haben, da die zu fassenden Beschlüsse ja bereits im Voraus gegeben waren. Die Tarifänderung tritt nicht ein, während die Reform der Zuckerbesteuerung, nachdem das Las- ker'sche Amendement aus dem betreffenden Gesetze entfernt worden, selbstverständlich kein Hinderniß mehr findet. Außerdem wurde noch das Regulativ für die Zollvereins - Niederlage in Bremen genehmigt, worauf noch einige Verwaltungsgegenstände von ganz untergeordneter Bedeutung, die für die Oeffentlich- keit gar kein Interesse Haden, erledigt wurden. Die Tarifrcform soll im nächsten Jahre, natürlich wieder in Verbindung mit der Petroleumsteuer, wieder vor­gelegt werden. Graf Bismarck geht von dieser Ver­bindung des Einen mit dem Andern nun einmal nicht ab. Der Bundesrath, sowohl veS deutschen Zollvereins, als auch des norddeutschen Bundes, werden übrigens, trotz des Schlusses des Zollparla­ments und des Reichstags, noch etwa 810 Tage versammelt bleiben, um das noch vorliegende Ma­terial zu erledigen. DerStaatsanzeiger" ver­öffentlicht das Gesetz vom 13. d. über den Staats­haushalt des Norddeutschen Bundes für 1870. Hier­nach beziffert sich die Ausgabe auf 75,959495 Thaler (J71,752,106 Thaler an laufenden und 4,206,389 Thaler an außerordentlichen Ausgaben), die Ein­nahmen auf dieselbe Höhe. Die zu den Einnahmen im nächsten Jahre infolge des Gesetzes, betreffend die Portofreihkit im Gebiete des Norddeutschen Bundes, hinzuzutr.teuden Mehrerträge Der Postverwaltung wer- Den auf 1,800,000 Thaler veranschlagt, und sind von den auf 24,858,723 Thaler festgestellten Matriku- larbeiträgen nach einem durch den Bunbcsrath vor­läufig und unter Vorbehalt Der Genehmigung des Reichstages festzustellenden VertheilungSmaßstabe in Abzug zu bringen. ,

Coblerrz, 20. Juli. Die Jgel'sche Affaire bil­det hier noch immer Daö Tagesgespräch. Nachträg­lich erfährt man, Daß am Abende vor dem verhäng- nißvollen Morgen, zwischen 9 und 10 Uhr, Die Gebrüder Igel, beide mit denselben Waffen versehen, welche andern TageS zur Vollendung der blutigen Katastrophe gedient haben, von verschiedenen Zeugen, der eine auf dem dem Publikum unzugänglichen Bahn­körper, Der andere auf Der Straße unweit des Hanfes angetrogen worden sind, und Daß Dieselben erst nach 10 Uhr oahin zuruckkehrten. Zufällig erfolgte Schwan- gen's Rückkehr aus Der Stadt, anstatt wie sonst ge- wohnlich schon um 10, an diesem Abende erst gegen 11 Uhr.

Heidelberg, 22. Juni. Die Abstimmung der protestantischen ^cnuinDc über die gemischte Schule ist soeben beendigt. Von etwa 1200 Abstimmungs­berechtigten stimmten 909 mit ja und 8 mit nein, zusammen 917.

Heidelberg, 23. Juni. Nachmittags. Soeben totre" vom Balkon des RathhauscS verkündet, daß die absolute Majorität der Katholiken sich für^Die ge­mischte Schule ausgesprochen hat. Von 962 Stimm­berechtigten haben 485 mit ja und 145 mit nein

gestimmt. Die Zahl der Zustimmenden nimmt im­mer noch zu. Großer Jubel. Böllerschüsse. Fah­nenschmuck. Nachmittags 4 Uhr 45 Min. Schluß­abstimmung der Katholiken. 492 für, 160 gegen die gemischte Schule. Choral. Glvckengeläute. Heute AbenD Fackelzug.

Paris, 22. Juni. In Den Hofkreisen macht es viel böses Blut, daß DerMoniteur", Das ehe­malige osficielle Blatt, eine Subskription zu Gunsten der Hinterlassenen Der bei St. Etienne von Den Sol- Daten erschossenen Grubenarbeiter eröffnet hat. Das Pays" ist ganz wild darüber und sieht darin eine Beleidigung für Die Armee. Die Subskription des Moniteur" hat bis jetzt 900 Franken eingetragen. In St. Etienne, wo man ebenfalls eine Subsription eröffnet hat, sind bis jetzt 1500 Franken eingegan­gen. Die Entrüstung über das Auftreten Der Trup­pen ist in St. Etienne und UmgegenD sehr groß und findet seinen genügenden Ausdruck in Der fol­genden Abrisse, welche 15 Mitglieder des Gemeinde- rathcs Der genannten StaDt an Den Maire gerichtet haben. Dieselbe lautet:An Den Herrn Maire Der StaDt St. Etienne. Herr Maire! Die unter­zeichneten Mitglieder Des Gemeinderathes von St. Etienne, durch die unmenschliche Unterdrückung, Die sich das 4. Linienregiment am 16. Juni hat zu Schulden kommen lassen, m größte Aufregung ver­setzt, bitten Sie inständigst, die sofortige Entfernung des 4. Regiments, das gegenwärtig in St. Etienne Garnison hält, zu verlangen, Damit Die Aufregung verschwinde, welche sich Der Bevölkerung unserer Stadt und der Umgegend bemächtigt hat. Genehmigen rc. Der Maire ging selbstverständlich auf diesen Antrag nicht ein, und das 4. Regiment blieb in St. Etienne. Die Ruhe in dieser Gegend wurde jedoch bis jetzt nicht weiter gestört.

Paris, 24. Juni. Das JournalLe Peuple" veröffentlicht ein Telegramm aus Dem Lager von Chalons von heute Morgen, nach welchem der Kai­ser beim Empfange Der Soldaten, welche den Feld­zug in Italien mitgemacht haben, Folgences sagte: Soldaten! Ich bin sehr erfreut, zu sehen, daß Ihr Die große Sacke nicht vergessen habt, um derent­willen wir vor zehn Jahren Krieg geführt haben. Bewahret ewig in Eurem Gedächtnisse die Erinne­rung an die Kämpfe Eurer Vorfahren, wie diejeni­gen, an Denen Ihr selbst Theil genommen habt: Denn Die Geschichte Der von uns geführten Kriege ist auch die Geschichte des Fortschrittes Der Civilisa- tion. Aber ebenso bewahret auch den militärischen Geist, das heißt Den Triumph der edlen Regungen über die gemeinen Leidenschaften; bleibet Der Fahne treu unD Dem Vaterlande ergeben. Fahret fort, wie bisher, und Ihr werdet stets würdige Söhne Euerer großen Nation bleiben!"

Vermischtes.

Bremen, 19. 3uni. Großes Aufsehen erregte es jüngst, als im Februar die beiden besten und schnellsten englischen Postdampfer, der Eunard-DampserRusfia" und der Jnman- DampferEity of Paris" eine Wettfahrt über den Ocean von Newyork nach Liverpool antraten. Man war namentlich in England sehr gespannt, welcher der beiden Dampfer den Sieg davon tragen würde. Derselbe wurde dem Jnman-Dampfer Eity of Paris" zu Theil welcher seinen Rivalen um 42 Minuten überholte, so daß seitdem dieEity of Paris" als der schnellste Schraubendampfer für den Postverkehr zwischen Liverpool und Newyork galt. Dem Norddeutschen Lloyddam- pferMain", Capilän v. Osterendorp, ist jedoch die Ehre zu Theil geworden, diesen Ruhm dem englischen Dampfer streitig gemacht zu haben. DerMain" verließ Newyork am 5. Juni, am selben Tage mit derEity of Paris", welche 4'/2 Stunden früher als derMain" von der Stadt adgegangen war. Letzterer gelangte 5'/4 Uhr Nachmittags in See, als von dem Jnmandanipfer nichts mehr zu entdecken war. Am folgenden Morgen um 6 Uhr überholte schon derMain" dre Eity of Paris", obgleich an Bord derselben anscheinend Alles aufgeboten wurde, dieß zu verhindern. Abends um 7 Uhr war derMain" dem englischen Dampfer bereits um circa 10 Seemeilen vorausgekommen. Bei Anbruch des folgenden Ta­ge» wurde dieEity of Paris" circa 15 Seemeilen zurück er­blickt, und am Mittag desselben Tages war sie bei schönem Hellen Wetter nicht mehr zu sehen. DerMain" setzte seine Reise nach dem Eaual fort, ohne von derEity of Paris" wieder eingeholt zu werden, und passirte am Dienstag, 15. Juni, II1/4 Uhr BormittagS, die Needles, wahrend dieEity of Paris" erst am Morgen desselben TageS 15 Minuten nach Mitternacht Queenstown erreicht hotte. Die Distanz von Queenstown nach Southampton betragt 280 Scenieilen, welche einer Reisedauer von 22 Stunden gleich zu rechnen sind. Der Main" wurde somit, wenn er nach Queenstown gesegelt wäre, dort am 14. Juni, li/4 Nachmittags, mithin 11 Stun- ; den früher als dieEity of Paris" angekommen sein, und da ! letztere l1/? Stunden früher abgegangen war, die Reise in einer um 12'/2 Stunden kürzeren Zeit zurückgelegt haben.

Ein Heirathöbüreau. Hannover, 18. Juni. Die Angelegenheit mit dem im verflossenen Frühjahr hier etablirten Heirathsbrireau kam heute vor der Strafkammer zum Aus- trage. Ueber das Unternehmen wurde durch die Gerichts­verhandlungen Folgendes bekannt:Der Kaufmann Joseph Gremczinski aus Berlin, 24 Jahre alt, Israelit, verheirathet,

siedelte im März nach Hamburg über, in der Absicht, dort ein Goldleistengeschäft zu etabliren. Da es mit dieser Etablirung aber nicht recht gehen wollte, so logirtr sich Gremczinski in einem Gasthause unter dem Namen F. Rahne ein und ließ durch Vermittlung seiner in Berlin zurückgebliebenen Frau fol­gendes Inserat in öffentliche Blatter rücken:Zwei junge Damen, Töchter eines Gutsbesitzers mit Vermögen, wünschen sich bald zu verheirathen. Reflectirende wollen sich poste restante Hamburg Melden." Etwa 20 Offerte gingen ein. Gremczinski beantwortet die Briefe dahin, daß eine der Damen bereits versagt, ihre Schwester aber noch mit 18,000 Thaler zu haben sei, legte eine beliebige Photographie ein und erbat sich für die gehabte und weitere Bemühungen 2 Thaler. Die Meisten sandten das Geld. Denen, welche ungeduldig wurden, ließ Gremczinski durch seine Frau schreiben:Durch Ihren Antrag fühle ich mich sehr geehrt und erkläre mich damit einverstanden, daß wir uns an einem noch näher zu bezeichnenden Tage im April in Berlin treffen mögen. Ich bitte zu entschuldigen, daß ich bis dahin meine Anonymität bewahre. Ich verbleibe Ihre Clara B." Nunmehr schien es aber unserem Industriellen in Hamburg nicht mehr geheuer, und wandte sich derselbe nach hier, wo er am 9. April unter seinem rechten Namen eintraf. Einige Tage dar­auf erließ er durch die Hand seiner Frau ein neues Inserat: Eine junge Dame, Waise, mit 10,000 Thaler Vermögen, wünscht sich mit einem jungen, ihr convenirenden Manu zu verheirathen. Adresse poste restante Hannover." Das Geschäft versprach glänzend zu werden. In kurzer Zeit gingen, gegen 2000 Adressen ein. In dem dadurch entstandenen Brief­wechsel spielt wiederum ein von Gremczinski concipirtes Schrei­ben der Frau eine Rolle:Geehrter Herr! Ihr geehrtes Anerbieten ist mir durch Gremczinski zugestellt worden. Ent- spricht Ihr Wesen und Charakter Ihrem geehrten Schreiben, entspreche ich Ihnen, dann wird es zwischen uns schon zu einem Verständniß kommen, und cS kann nicht fehlen, daß wir unser gegenseitiges Ziel erreichen." rc. rc. Unterzeichnet wärAnna Zerf." Das hiesige Geschäft hat etwas über 80 Thaler eingetragen. Doch wurde dasselbe bald gestört, da die Polizei Wind bekommen hatte und schon am 27. April den Vogel abfing. Gremczinski war gestern geständig, wäh­rend seine (nicht erschienene) Frau in der Untersuchung die rechtswidrige Absicht geläugnet hat. DaS Gericht erkannte gegen Erstern 6 Monate Gefängniß, 150 Thaler Geldbuße, 2 Jahre Ehrverlust und 2 Jahre Stellung unter Polizeiauf­sicht ; gegen die Frau 8 Wochen Gefängniß und 50 Thaler Geldbuße.

DerVierzehnte" als Nahrungszweig. Ein Londoner Blatt meldet den Tod eines Mannes, der seines eigenthüm- lichen Erwerbzweiges wegen einer flüchtigen Erwähnung ver­dient. John Andrew Malketh, dieß ist sein Name, hat ein Vermögen von 20,00q Pfund hinterlassen, das er dadurch verdiente, daß er während 35 Jahren den Vierzehnten an der Tafel spielte. Dieser Gentleman, der stets sorgsältig gekleidet, stellte sich um die Stunde dec verschiedenen Mahlzeiten beS Tages in denjenigen Häusern vor, wo, wie et wußte, offene Tafel gehalten wurde. Er fragte an, ob man seiner bedürfe, d. h. ob Dreizehn am Tisch säßen und man einen Vierzehnten wünsche. Lautete die Antwort ablehnend, so entfernte er sich würdevoll; nahm man jedoch sein Anerbieten an, so trat Malketh in das Speisezimmer, machte eine grüßende Kopfbe­wegung gegen den Herrn vom Hause, nahm Platz bei Tisch und ruhig. Nach beendigtem Diner schlich er sich so an­ständig als möglich davon und erhielt beim Herausgehen ent­weder vom Herrn oder vom Diener ein, manchmal auch zwei Pfund Sterling, je nach der Dauer und der Bedeutung deS Gastmahlö. 35 Jahre hindurch hat Malketh dieses Amt mit Eifer versehen. Nie hat er Anlaß zu Klagen gegeben. An einem und demselben Tage hat er oft zwei- oder dreimal ge­frühstückt, reichlich dinirt und an einem Souper Theil genom­men ! Ursprünglich war er Buchbindergeselle; er hatte ange­nehme Manieren und arbeitete in der Nähe eines Banquiers. Dort bediente man sich seiner zwei- oder dreimal, um der Zahl dreizehn bei Tisch zu entgehen. Seit dieser Zeit gab er die Buchbinderei auf und widmete sich ganz dieser Spezialität. Er starb im Alter von 54 Jahren.

Eine Königin mit der Blumenkrone. Einer der neuesten Besucher der Sandwich-Jnseln hatte das Glück, der dort herrschenden Königin Emma seine Aufwartung zu machen. Sie empfing ihn in allerhöchst hingegossener Stellung auf einem Lager von Matten und Kiffen zur ebenen Erde. Ueber ihrem Haupte breitete sich eine mächtige Veranda aus Pal­menzweigen aus, und im kühlen Schatten derselben mundete dem Fremden der dargebotene Baumsaft, ähnlich unserem Birkenwasser, und die Früchte ganz vortrefflich. Derselbe war von ihrer harmlosen, naiven, mit kindlicher Neugier verbun­denen Liebenswürdigkeit ganz entzückt, besonders aber gefiel ihm, daß ihre Krone au« Blumen bestand und Blumen- und' Beerengewinde ihren Nacken zierten! Als der Reisende ihr erzählte, daß eine civilisirte Königin neuerdings aus Ver­sehen 36 Millionen Staatsgelder in ihre Ehatulle gesteckt habe, soll ihr das höchst spanisch vorgekommen fein. Der befle Beweis, wie allerhöchst ungebildet diese Emma noch sein muß.

Genauer und pünktlicher Telegraphcndienft. Ein Kurgast eines benachbarten bedeutenden Badeortes beabsichtigte mit einer befreundeten Dame einen Ausflug nach dem -Nieder­wald zu machen. Vor Abfahrt bestellte derselbe bei einem re- nomirten Gaflwirth zu Nudesheim per Telegramm: 1 Diner, 2 Couverts 14 Gänge. Die Reisenden waren früher in Rüdeöheim, als die abgesandte Depesche, verständigten sich leicht mit dem gewandten Wirth über das Diner und saßen gerade bei der Suppe, als die Depesche eintraf. Dieselbe lautete jedoch: 1 Diner, 2 Couverts 14 Gänse. Wäre die Depesche frühzeitig genug eingetroffen, Wirth und Gäste wären in Verlegenheit gerathen.

* Schwere Krankheit. Folgende wahre Geschichte hat sich kürzlich in unserer Nähe zugetragen, schreibt derRhein­hessische Beobachter":Ein sehr bekannter Wiesbadener Arzt wurde zu einer adeligen Dame gerufen.Nun, wie geht Ihnen, meine liebe Frau," redete er sie in feiner Gemüthlich- feit an.Ich bin Baronin," erwiederte die Gnädige gereisi und spitzig.O, daö thut mir recht leid," versetzte der Arzt; aber von diesem liebel kann ich Sie nicht befreien." Damit nahm er Stock und Hut und empfahl sich."

Redaction. £>rucf und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.