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Politische Rundschau

Berlin, 7. Juli. Graf zu Stolberg-Wernige- tote Präsident des Herrenhauses, Oberpräsident von Schlesien. Diese Ernennung fällt noch in die Zeit, wo Graf Bismarck den Vorsitz im preußischen Staatsministerium inne hatte. Sie wird den Zwei- seelentheoretikern zu denken geben, die vielleickt^auS- klügeln, Bismarck habe vergeblich gegen diese Er­nennung sich gewehrt und aus Aerger darüber, daß Graf Stolberg doch Oberprasident wird, sofort Ur­laub genommen. Man muß auf solche Schlüsse, die am meisten der Vernunft widersprechen, gerade am meisten gefaßt sein. Unbefangene Leute finden her- aus, daß Graf Stolberg ganz nach dem Herzen des Ministerpräsieenten ist, denn es hat Keiner bis­her schroffer den Liberalen entgegengestanden, als gerade Graf Stolberg, und das schon allein genügt, um ihn bei Besetzung eines der einflußreichsten Po­sten zu berücksichtigen. Die Politik des Herrenhau­ses findet eine glänzende Anerkennung und AuSzeich- nung, die Partei derJuden, Krämer und Post- schreiber" hat sich zu bescheiden. Ist Franz der Zweite, ehemals König von Neapel, einigermaßen elkenntlich, so bringt er dem Herrn Grafen Stol­berg seine Glückwünsche dar. War es doch Graf Stolberg, der dem Ehrenkönig nach der Uebergabe von Gaeta einen Ehrensabcl überreichte, ihn beglück- wünschend, daß er der fluchwürdigen Revolution so muthig Widerstand geleistet habe. Auch der preußi­sche Volksverein hat Ursache, seinem früheren Präsi- deuten zu gratuliren. Was hatte dieser Verein hauptsächlich zu thun? Er entsandte Loyalitäts- Deputationen hierher, die für diekönigl. Diktatur" Propaganda machen sollten. An Alles das werden wir durch Graf Stolberg-Wernigerode erinnert, der mit Herrn Wagener zusammen das Königthum von Gottes Gnaden retten, die Kreisrichterkammer ober vernichten wollte. Seit 1854 ist Graf Stolberg Mitglied des Herrenhauses. An den Debatten selbst hat er sich nie betheiligt, er hat sie nur geleitet. Es ist sehr charakteristisch, daß Graf Stolberg gerade jetzt Oberpräsident wird. Seine Ernennung ist das stärkste Deeaveu, das die liberalen Bestrebungen des Landes durch die Minister erhalten.

Frankfurt, 8. Juli. Der Vorstand und en­gere Ausichuß desdeutschen Schützenbundes" hat bezüglich der Wahl des nächstjährigen F.storteS noch keinen definitiven Beschluß gefaßt. Leipzig, wo vor einiger Zeit privatim dieserhalb ungefragt worben, hat, wie man als zuverlässig hört, ablehnend ge­antwortet. Der Bundesvorstand beschloß, demnächst mit mehreren in Vorschlag gebrachten Städten (Stutt­gart, München, Augsburg, Nürnberg, Düsseldorf, Hamburg) sich ins Vernehmen zu setzen. Außerdem wurde noch über verschiedene interne Fragen debat- tirt und theilweise Beschlüsse gefaßt.

Wiesbaden, 7. Juli. Dieser Tage ist, auf dem Princip der Selbsthülfe beruhend, ein seltsamer Verein in unserer Stadt ins Leben getreten. Den Anlaß zu seiner Gründung- gab ein Herr Haupt­mann a. D. v. Liebermann, der, gestützt auf das Privilegium, daß Pensionen und Gehalte unter 400 Thaler nicht mit Beschlag belegt werden können und das Mobiliar einer Militärperson nicht gepfändet werden kann, binnen kurzer Zeit gegen 3000 fl. Schulden in unserer Statt contrahirt hatte. In Folge dieser bitteren Erfahrung haben sich eine ganze Reihe achtbarer Geschäftsleute zu einem Verein zu- sammcngethan, dessen Mitglieder sich verpflichten, sich untereinander die Namen zahlungsunfähiger Schuld­ner mitzutheilen und sich so gegenseitig vor Schaden zu warnen. Das betreffende Inserat desTag- blatteS", worin der Name des Hrn. v. Liebermann groß und breit getruckt steht, hat denn auch nicht verfehlt, in denbetroffenen" Kreisen Aufmerksam­keit und insgeheim auch Bestürzung zu erregen, in­dem man die Nassauer dieser Energie undboshaften" Selbsthülfe für nicht fähig erachtet, vielmehr geglaubt hat, daß sie das Beispiel der allpreußischen Geschäfts­leute nachahmen würden, die es sich zur Ehre an- rechncn, mit Staatsdienern und Militarpcrsonen die unfruchtbarsten Geschäfte zu machen, und wenn sie schließlich ihr Geld verlieren, sich nicht einmalmuck­sen". Dem neuen Verein sind in einer gestern ab­gehaltenen Versammlung zahlreiche Mitglieder bei­getreten.

Wien, 6. Juli. Der ungarische Ministerpräsi- Lent, Graf Andlassy, controlirt nicht bloS die aus­wärtige Politik des Grafen Beust, wozu ihn das Gesetz über die gemeinsamen Angelegenheiten berech­tigt, sondern er sucht auch von Zeit zu Zeit eine Pression auf die innere Politik des cisleithanischen Ministeriums auSzuübcn, wozu er keine formelle Be­rechtigung hat. Es ist unzweifelhaft, daß Graf An-

draffy jeden Versuch eines österreich. Ministers, einen moralischen Truck" auf die Entschlüsse der ungari- schlN Regierung auszuüben, als eine unberechtigte Anmaßung zurückweisen würde. Aber diesseits der Leitha hat man sich seit dem Beginne der Aus­gleichsverhandlungen schon so viel gefallen lassen, daß man sich gar nicht verwundert, wenn Graf Andrassy vermittelst desPesther Lloyd" den öfter- reichischen Ministern kurzweg mit der Entlassung durch den Kaiser droht, sofern sie der Unzufrieden­heit in Böhmen und Galizien nicht bald ein Ende machen. Von Sympathien des ungarischen Mini­sterpräsidenten für die Czechen kann nicht die Rede fein, aber desto gewogener ist er den Polen, und wahrscheinlich ist Graf Andrassy der Ansicht, daß man die Polen durch Concessionen zufrieden stellen, die Czechen dagegen mit eiserner Hand zur Ordnung bringen müsse.

Paris, 5. Juli. DerConsti'tutionnel" spricht in einem Artikel, den man für inspirirt hält, die Utberzcugung aus, daß die dynastisch-liberale Partei, deren Interpellation beständig das Interesse des Ta­ges beherrscht, nicht den bedenklichen Beistand der radikalen Opposition suchen und auch nicht ihre Pflichten gegen den Souverän vergaffen werde.Die liberalen Reformen," heißt es zum Schlüsse,kön­nen offenbar nur unter dem Auge des Feindes, und zwar eines unversöhnlichen Feindes auSgeführl wer­den. Sie müssen daher nicht mit Ungeduld oder Leichtfertigkeit, sondern mit Maß und Selbstbeherr­schung eing'leitet werden. Es darf gleichzeitig die Autorität nicht vermindert und die Freiheit nicht in Frage gestellt werden. Die Gesellschaft darf keine jener Besorgnisse empfinden, welche die öffentliche Meinung mit einem Satz von den Ideen des Fort­schritts bis zu den Ideen der Reaction zurückwerfcn. Kein Schein, kein Schatten einer unzulässigen Coa- lition darf den Schritten der dynastisch-liberalen Partei anhaften und an ihrer Aufrichtigkeit zweifeln lassen. Sie darf sich nicht- wenn sie ans Ruder kommt, in den Stand gesetzt haben, mit Compro- misten zu regieren, die man nicht leicht verleugnen kann, und welche die liberale Negierung ins Schlepp­tau des Radicalismus legen, den sie vielmehr be­wältigen und im Zaume halten soll."

Paris, 8. Juli. Es geht das vielfach Glauben findenoe Gerücht, daß die Regierung, Angesichts der von der constitutionell-libcralen Partei des gesetzgeben­den Körpers vorgeschlagenen Interpellation, welche die Verantwortlichkeit der Minister verlangt, die Frage, ob die Verantwortlichkeit, welche im Jahre 1852 dem Kaiser allein übertragen wurde, von nun an gctheilt werden soll, einer allgemeinen Abstim­mung unterworfen werde.

Vermischtes.

Der Tag bei Aschaffenburg.

(14 Juli 1866.)

Aus dem Tagebuche eines österreichischen Offiziers.

Keinen Theil unserer Armee hatte der Ausbruch des öster­reichisch-preußischen Krieges so schmerzlich berührt, als die Eon- tingente in den deutschen Bundesfestungen. Seit Decennien dort eingebürgert, mit allen Theilen der Bundesarmee in un­unterbrochenem, freundschaftlichem Berkehre stehend, und durch Familienbande mit zahlreichen deutschen Familien eng ver­knüpft, mußte die gewaltsame Störung dieser Verhältnisse Of­fizieren wie Mannschaften einen iharten, betäubenden Schlag versetzen, aus dem sie nur die hellröncnden Klänge der (ähre und des Ruhmes, die Nothrufe des Vaterlandes zu wecken vermocht hatten. Für diese Disharmonie der Gefühle gab es nur ein Mittel: den Hoffnungsankec nicht in die Tiefe des Erdenschlammes, sondern in die Höhe des Himmelblaus zu werfen, damit das Schifflein, welches alle Habseligkeiten der Mcnichenbrust barg, im Sturme fest ankern konnte.

Auch mich traf das Geschick, Tage der Freude und des Glückes aus meinem Gedächtnisse löschen zu müssen. Ich stand damals in Rastatt in Garnison, wo 3000 Oesterreicher. 2000 Preußen und 1000 Badenser die Wacht am Rhein hielten. Im Gegensatz zu Mainz waren bis zu unserem Abschiede in der Festung die cameradschaftlichen Verhältnisse ungetrübt; je entschiedener die zwischen Wien und Berlin gewechselten diplo­matischen Noten wurden, desto größere Verbeugungen machten sich die österreichischen und preußischen Offiziere, und gab es je im Museum etwas lebhafte Erörterungen über die politischen TageSsragen, so überschritten sie niemals gewisse Granzen; wurde Vormittag- ein politisches oder kriegswissenschaftllcheS Turnier abgehalten, so war dleß kein Hinderniß, entweder Nachmittags auf der Kegelbahn, oder Abends im Dilettanten- Theater oder bei einem Kränzchen heitere Allotria zu treiben, soweit dieß eben die Anwesenheit der Damen zuließ. Unstreitig hatten zu diesem freundschaftlichen Einvernehmen sehr v-'el der preußische Gouverneur der Festung, General^Lieutenant Baron S. und seine Gemahlin durch ihr äußerst liebenswürdiges, streng neutrales Auftreten beigetragen. Ebenso bildete ein Vor­bild des geselligen Verkehrs der österreichische General S ... z und der Eommandant des 34. preußischen Regiments, Oberst v. S.....g, welche mit ihren Familien das innigste Freund-

schaftSbündniß geschlossen hatten. Hievon nur ein Beispiel. Im März 1866 wurde, wie alljährlich, daS Geburtsfest des Königs von Preußen durch eine Parade gefeiert. Zur Deco- rirung deS Saales im Schlosse, wo das Festdiner stattfand, wollte ein preußischer Offizier die Borussia in Lebensgröße ma­

len und im Saale aufstellen. Da er aber bannt nicht fertig war, fand sich rasch ein österreichischer Offizier, welcher der Borussia in unglaublich kurzer Zeit auf die Beine half. GS gab dieß bei dem Diner, wozu auch die Oesterreicher und Ba­denser geladen waren, viel Stoff zum Lacken. Wer hatte wohl fine Ahnung von dem ernsten Hintergründe dieses Spieles'.

Erst in den letzten Wochen vor dem Ausdrucke des Kriege- fingeu die Verhältnisse an unleidlich zu werden. Aeußerlich blieb Alle- beim Alten. Wir druckten den Preußen nach wie vor die Hände, wenn wir mit ibneu zusammentiafen; aber daS Gespräch stockte und wir kamen mit unseren Freunden über leere nichtssagende Förmlichkeiten nicht hinaus. lieber Nacht verschwand dec Eine oder der Andere, um zu den Crsatz-Ba- taiUonen einzurücken, wahrend Landwehr Offiziere in daS 34. Regiment eingetheilt wurden. Kleine Äblheilungen von je 50 Mann wurden mit der Eisenbahn nach der Rheinprovinz transferirt. Pack- und Rüstwagen, sowie Drenstpferde trafen für die Hauptleute und Stabsoffiziere in der Festung ein. Dieß Alles spielte fick, wenn auch verstohlen, vor unseren Au­gen ab. Welche Empfindungen diese Vorbereitungen in unS wachriefen, wie sehnsüchtig wir selbst unsere Blicke nach der Heimath richleten, stündlich unserer Abberufung entgegensahen, um, wie wir uns Alle schmeichelten, nach Böhmen marschiren zu dürfen, läßt sich schwer beschreiben. Endlich schlug die Ab­schiedsstunde. Am 9. Juni verließen die Preußen Rastatt, sämmlliche österreichische und badensische Offiziere gaben dem 32. und 34. Regimente daS Geleite zur Eisenbahn: tief be­wegt und mit schwerem Herzen umarmten wir unsere (Same« radcn, welche vier Tage spater uns als Feinde gegenüberstehen sollten. Am 10. Juni benachrichtigte unS endlich ein Tele­gramm, daß wir am 13. nach Oesterreich zurückeilen sollten. Noch schmerzlicher war unS der Abschied von dem Gouverneur bet Festung, biesem trefflichen, fein gebildeten Manne, der bis zum letzten Augenblicke alle Schwierigkeiten seiner Stellung auf baS Gluck.ichste zu befiegen verstand.

Wir hatten unS selbst schlecht gekannt. Kaum hatten wir Rastatt im Rucken und stauben nach einer an Erlebnissen ver- schiebener Art reichen Fahrt burch Sübdeutschlai b auf unserem thcueren heimathlichen Boben, so war von bet Flutd von Ge­fühlen in unserer Brust nichts ubriggeblieben, als bie Begier, ben Preußen zu zeigen, daß wir gute, ihrer würdige KriegS- can ereben seien im Frieden wie im Kriege. Der Gedanke, von ben Preußen besiegt zu werden, erschien Allen unerträg­lich, und dieser Gedanke blieb >.nS «ich in ernster, hart be­drängter Stunde gegenwärtig; er war das Stahlbad, all­dem wir die Kraft zu fast übermenschlicher Anstrengung schöpf­ten. Ich will diey an einer Episode deS verhängnißvollen Krieges zeigen, an dem Kampfe bei Aschaffenburg, von dem heute Niemand mehr spricht, weil er einer bereits verlornen Sache galt. Und doch verdient er gerade bei uns Oestec- reickern ein treues Andenken, da seine Söhne, dasselbe Ba­taillon des Regiments Heß, welches mit den Preußen in Ra­stalt lag, in dem Gedanken, lieber bis auf den letzten Mann aufgerieben zu werden, als sich den Preußen zu ergeben, dort eine zähe Ausdauer, eine kühne Todesverachtung an den Tag gelegt hatte.

Aus Rastatt zurückgekehrt, wurde mein Bataillon einige Tage in der Umgegend von Linz cantonnirt und erwartete die Befehle. Was wir aber mit Sehnsucht gehofft, ging nicht in Erfüllung. Anstatt zur Armee in Böhmen zu stoßen, der man die glänzeudften Erfolge voraussagte, erhielten wir zu unserem größten Veidrusse om 19. Juni die Weisung, mit anderen Truppen vereinigt wieder nach Deutschland zu marschiren und in der Brigade deS Generalmajors Hahn unS dem achten, unter dem Eommando des Prinzen Alerander von Hessen ste- stehenden deutschen BundeS-ArmeecorpS anzuschließen.

Ich übergehe die Erlebnisse der nächstfolgenden Tage, den furchtbaren Wechsel deö Geschickes, den wir auf unseren Kreuz- und Quermärschen erfuhren. Heute noch erdrückt von Liebkosungen, überschüttet mit Blumen von schönen Frauenhänden, begrüßt mit sympathischen Klängen, morgen nach der Katastrophe von Königgrätz mit kühlem, ossiciellem Empfange abgespeist, von allen Seiten milleidig und achselzuckend betrachtet. Wessen Brust mußte sich nicht in dieser Lage zu qualvollem Stöhnen zusammenziehen und die Tücke der Götter beklagen, welche ben menschlichen Herzmuskel so nichtöwürbig orgauisirt halte'. ES war am 5. Juli, als die erste Nachricht von Königgrätz an unser Ohr schlug. Seit fünf Tagen mußten wir unter unausgesetztem Regen hin- unb hermarfchiren; wir be­saßen kein trockenes Hemb mehr auf dem Leib, wie in der Tasche. Abermals verbrachten wir die Nacht bei Scholten unter freiem Himmel, der all seine Schleusen geöffnet zu ha­ben schien. Ich fluchtete mich unter einen Packwagen, um nur etwas geschützt zu sein; neben mir sangen bie Leute an einem Wachfeuer mit ihrem unverwüstlichen Humor:Diur ka Wasser net"; da ritt um 1 Uhr em baierischer Offizier vorüber, ber ben Auftrag hatte, ins Hauptquartier bie Nach­richt von bem Unglückstage van Königgrätz zu überbringen. Auch wir erfuhren aus seinem Munde bie Hiobsbotschaft. Wir Alle hatten in biesem Augenblicke fernen anberen Wunsch, als daß sich die Erve offner möge, um uns zu verschlingen.

(Schluß folgt.)

** DaS DarmstädterN". Bekanntlich stehen die Darmstädter in dem Ruf, ben BuchstabenR" nicht, oder wenigstens nicht deutlich ausspiechen zu können unb müssen sich beßhalb manches Spottwort gefallen lassen. So erzählt man sich neuerbings, eS fei ben Elsenbahncondueteuren von ber ein­schlägigen Behörbe vertraulich eingeschärft worben die Sta­tionsorte, in deren Namen eint" vorkommt, boch ja recht beutlich auSzurufen, ba sie sonst ben Durchreisenden Veran­lassung zu Witzeleien gäben. Die Herren Eonducteure nah­men sich dieß zu Herzen. Anderen TagS hatte einer von ihnen bie Tour von Frankfurt nach Darmstadt. Als bet Zug an ber Residenz anlangt, öffnet er bie Wagenthüren unb schreit mit einer Löwenstimme hinein :St artrtion Dam stabt

Ein Gelbmann kam zu Baron Rothschilb unb klagte ihm:Ich habe dem Grafen S. 10,000 Gulden geliehen, unb berfelbe ist nach Konitan:inopel gereist, ohne mir ein An­erkennungsschreiben bet Schulb zu hinterlassen." Ohne Wei­teres sagte Rothschild:Schreiben Sie rhm sogleich, er soll Ihnen bie 100.000 Gulden bezahlen."Aber," sagte bet Andere,er ist ja bloS 10,000 schuldig."Gerade deßwegen," erroieberfe der schlaue Rothschild,wirb er Ihnen sogleich zu­rückschreiben, daß er Ihnen bloS 10,000 schuldig ist, unb Sie haben, was Sie wollen."

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

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