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Politische Mundschau

Berlin, l.Sept. DemCorr. v. u. f. Deutsch!." wirv von hier geschrieben:Der Bundeskanzler hat in seinem Federkriege mit dem österreichischen Reichs­kanzler diesem doch nicht das letzte Wort gelassen. Die Antwort des Grafen Bismarck auf die letzte Depesche des Grasen Beust vom 15. Aug. wird wahr­scheinlich heute in Wien cingetroffen sein, dem Letz­teren aber jedenfalls nicht in Abschrift übergeben, sondern nur vorgelesen werden. Graf Bismarck näm­lich hat feine Verstimmung über die Veröffentlichun­gen im Rothbuche so wenig verwinden können, daß er jetzt zu dem Entschluß gekommen ist, dem Grafen Beust ganz die Möglichkeit zur Wiederholung von solchen Jndiscrctiontn abzuschneiden, lieber Fragen zarter Ratur wird in Zukunft zwischen Wien und Berlin nur noch mündlich verhandelt werden, wo­mit also die Einladung des Grafen Beust zur An­knüpfung eines Schrtfkenwcchsels über die Frage des beiderseitigen Entgegenkommens und zum Zwecke einer Beseitigung ter vorhandenen Verstimmung rundweg in fast verletzender Form abgelchnt wäre. Im Uebri« gen wird Baron Wcrther angewiesen, im Wege mündlicher Besprechungen mit dem Grafen Beust Die Mainlinienfrage weiter zu erörtern. Daß man dar­über zu einer Verständigung mit Oesterreich gelan­gen werde, glaubt man indeß hier wohl schwerlich, obgleich die Lalan'sche Depesche einer solchen Hoff­nung Ausdruck leiht. Von anderneckigen retrospec- trven Bttracktungen will man hier Umgang nehmen."

Hannover, 27. Aug. Vorgestern standen vor der Sliafkammer zu Stade zehn Sirafgefangene, der Mehrzahl nach aus dorthin gebrachten Ostpreußen bestehend, welche der planmäßigen Zusammenrottung und Widersetzlichkeit angeklagt waren. Die über­mäßige Sirenge eines GefängnißinspectorS hatte, wie es scheint, Veranlassung zur Erbitterung wider denselben gegeben, welche zur offenen Empörung und einem förmlichen Angriff auf denselben sich steigklte. Nachdem Der Inspector den Aufruhr mit Hülfe Der Wachmannschaft bewältigt hatte, wurden die An­führer pro arrha mit Arrest, 25 bis 30 Peitschen­hieben und Der Strafe der Lattrn belegt. In Der Eriminaluntersuchung wurDe den SchulDigen in An­betracht Der schon erlittenen Disciplinarflrafe nur ein weiteres Strafmaß von 6 resp. 8 Monaten zu­erkannt.

Heidelberg, 30. Aug. Zu den Berichten über Den jetzt beendigten Juristentag ist nachträglich noch zu bemerken! in Den ständigen Ausschuß wur­den gewählt Die Herren Albrechr, v. Bar, Becker, Borchardt, Drechsler, FäustU, Gneist, Goldschmidt, Jhering, v. Keller, Puchelt, Rizi, Schwarze, v. Steng- lein, v. StcrnfelS, v. Stösser, Wächter, Wartens­leben. Es war die Rede davon, daß im künftigen Jahr die Stadt Breslau zur Abhaltung des Juri­stentags gewählt werden solle; fest bestimmt ist hier­über aber noch nichts.

Wien, 30. Aug. Wie hiesige Blätter melden, soll eine Versöhnung zwischen den Welsen und Gui- bellinen im Anmarsche sein. König Georg soll es definitiv aufgegegeben haben, Die Agitation fortzu- sstzen. Das in Frankreich bestandene hannoveranische Corps ist wie sich DerN. F. Li." von hier schreiben läßt definitiv aufgelöst worden; aller­dings werben die bisherigen Mitglieder desselben noch eine Zeit lang in materieller Beziehung Dem hanno- veranlschen Hofe zur Last fallen. Bor Allem mag König Georg sich deßhalb entschlossen haben, keine Art von Agitation mehr zu begünstigen, weil Aus­sichten dafür vorhanden sind, daß Preußen betreffs des hannoveranischen Vermögens einen versöhnlichen Schritt thun werde. Und gegenüber einer solchen Aussicht kann man Die Sinnesänderung des Welsen­königs begreiflich finden. In Dem Personalstande des Hietzinger Hofes wird jedoch keine Veränderung vor­genommen. Auch DieN. freie Presse" meldet Aehn- liches, indem sie Die Bereitwilligkeit des Königs von Preußen hervorhebt, sich mit feinem Gegner zu ver­söhnen, falls dieser Die Legion entläßt und keine Agi­tation mehr tn(cmirt. In diesem Falle soll Kön g Georg auch fein unter Sequester gestelltes Vermögen zurückerhalken. Zu Letzterem bedürfte es freilich Der Mitwirkung des LanDlagS.

Paris, 1- Sept. Der Kaiser präsidirte heute Morgen im StaatSrath. DerPatrie" zufolge wäre der Finanzminister nut der Vorbereitung von finan­ziellen Resormen beschäftigt. DiePatrie" schätzt den Ende 1869 verbleibenden Uederlchuß auf 60 Millionen, welcher dazu verwende werden solle, die Gehalte der kleinen Beamten zu erhöhen LunD ver­schiedene Steuern zu ermäßigen. Im Senate ergriff btt Der Diecussion des Senatus-Consult Prinz Na­poleon das Wort.

Paris, 2. Sept. Das heute sehr spät erschie­neneJournal officiel" erstattet Bericht über die gestrige Senatssitzung. Die Senatoren Boulay, Bau- chard, Delarue, Sizeranne, Larabit, Prinz Napoleon und Minister Forcade betheiligten sich an Der Dis­kussion. Prinz Napoleon zollt der Umwandlung des Autoritäts-Kaiserreichs in ein liberales Kaiserreich seinen Beifall, betheuert seine Ergebenheit für den Kaiser und den kaiserlichen Prinzen, billigt das Se- natuS'Consult, aber betheuert, daß Dasselbe Lücken enthalte. Die Verantwortlichkeit Der Minister sei schlecht Definirt. Der Senat sollte eine zweite Kam­mer m t legislativen Befugnissen sein. Der Prinz wünscht dm Senat gewählt zu sehen und will ebenso die Maires durch Die Grmeinderäthe gewählt wissen. Der Minister des Innern antwortete: Auch er wünsche ein liberales Kaiserreich, aber das Vertrauen in die Freiheit schließe Klugheit und Maßhalten in D<r Entwickelung Der Freiheiten nicht aus. Der Mi­nister gab schließlich die Erklärung ab, daß die Ne­gierung die Meinungen des Prinzen hinsichtlich der Befugnisse und der Zusammensetzung dlö Senats nicht tyeile, ebensowenig über Die Ernennung der Maires durch die Gemeinderäthe.

Ajaccio, 30. Aug. Die Kaiserin und der Prinz, welche sich um 1 Uhr an's Land begeben chatten, verfügten sich nach dem Stadthause, wo Der Präfrct, der Maire und Der Municipalrath versam­melt waren, um sie zu empfangen. Ihre Majestät wohnte vom Balken dem Vorbeizuge der zahlreichen Deputationen Der Gemeinden Der Insel bet. Der Enthusiasmus derselben war so groß, daß man Mühe harte, sie zum Weitermarsch zu bewegen; sobald sie unter dem Balkon angekommen waren, blieben sie stehen und stimmten Die corsische Nationalhymne an, welche Die ganze versammelte Menge mit dem begei­sterten Ruse:Es lebe Der Kaiser!" beantwortete. Sogleich nach dem Vorbeizug der Deputationen er­folgte das Defiliren der Truppen der Garnison und Der Aueschiffungscompagnien des Geschwaders, sowie die Vertheilung der militäiischen Belohnungen. Der kaiserliche Prinz, vom Präsecten und vom Maire begleitet, besuchte hierauf Die Napoleonsgrotte und verfügte sich von da nach dem ihm zu Ehren vom Generalrath veranstalteten Diner. Se. kaiserl. Ho­heit überreichte nach Dem Diner den Inhabern der St. Helena-Medaille Die Brevets für Die zur hun­dertjährigen Jubelfeier gewährten Pensionen. Um 3 Uhr kehrte Der Prinz an Bord DesAigle" zurück. Auf dem Wege, den Der prinzliche Zug durch Die Stadt einschlug, war Die Menschenmasse Durch keine Truppe zurückzuhaltrn, auch umringte sie überall dicht gedrängt den prinzlichen Wagen und war nur mit Mühe abzuhalten, Se. kaiserl. Hoheit iw Triumph einherzutragen.

Madrid, 1. Sept. DerImperial" sagt, die Candivatur des Herzogs von Genua habe große Chancen. DerImperial" stellt in Abrede, daß Die mit Dem Hause v. Erlanger negociirte Anleihe be­reits ganz abforbirt sei; es seien im Gegcnthcil noch 39j/2 Millionen davon vorhanden und die Mittel zur Bezahlung der am 15. Decbr. verfallenden Cou­pons sicher gestellt.

Petersburg, 28. Aug. Der Großfü st Thron­folger Alexander erlaßt in einem Tagesbefehl aus No- wotscherkask vom 12. d. eine Proklamation an Die dänischen Kosacken, in welcher er mittheilt, daß er an diesem Tage die Insignien als Ataman aller Ko­sacken übernommen habe.

Vermischtes.

Gießen. Mangen, Sonntag den 5. b., hält der mittel- rheinische Verband freiwilliger Feuerwehren dahier seine Iah- reöversammlung, mit welcher eine Ausstellung van Feuergeräth- schäften verbunden wird. Außer größeren und kleineren Spritzen soll dieselbe eine große Auswahl von Hanf- und Lederriemen, Hanf, und Lederschläuchen, Gurten, Leinen und Seilen, von Strickgurten - und jeder Art von Holzleitern, von Beilen, Aerten und Hacken, von Rettungssäcken, Schläuchen und Sprungtüchern, van Selbstrettungöapparaten, van Rauch- athmungSapparaten, van den verschiedensten Feuerhaken und Gabelstützen, van Laternen, Fackellampen und Earabinerhaken, van Helmen, Kappen und Decaratianen, von Huppen und jedweder Art von Signalinstrumenten, von Schlauchreparatur. Apparaten rc. enthalten. Den Ortsvorständen wird der Be­such dieser Ausstellung zu empfehlen sein, weil dieselbe Gele­genheit giebt, mit den neueren billigeren und besseren Geräth- schaften bekannt zu werden und das in den Gemeieen fehlende oder in schlechter Qualität befindliche Material zu ergänzen. Die Festlichkeiten am 5. bestehen in der Begrüßung der Gäste durch die Veitreter der Stadt und der Feuerwehr um 9 Uhr, Festzug durch die Stadt 11 Uhr, von 121 Uhr Uebung der Feuerwehr; 1 Uhr Tafel im Einhorn. Später Eoncert in der Festhalle. Für Montag Nachmittag ist Probe der auSge- stellten Spritzen angekundigt.

Greffen. Herr Professor Robert v. Schlagintweit kehrte kürzlich van seinen Reisen in Amerika hierher zurück. Derselbe bat während seines elfmonatlichen Aufenthalts ganz Nordamerika bereift und überall große Auszeichnungen empfan­

gen. Nach dem Besuche der größeren Städte des Ostens be­gab sich derselbe über Ohmaha in Nebraska zu den Rocky- Mountains und zur Great Sait Lake Eity und von hier nach Ealisornien. Nicht allein den Mormonen, insonderheit Brugham Voung S Harem, sondern auch verschiedenen Jndianerstämmen hat er bei dieser Gelegenheit seinen Besuch gemacht.

Darmstadt, 19. Aug. Schluß des Reg.-Bl. Nr. 38.

li. Verordnung, die Stellvertretung im Militär­dienste bett. Dieselbe ist zur Vollziehung des Gesetzes vom 14. Juli 18öl und der Verordnung vom 8. Januar 1868 und mit Ruckftcht auf die durch das Norddeutsche Bundes­gesetz vom 9. November 1867 wegen der Verpflichtung zum Kriegsdienst und durch die Militär-Ersatz Instruction für den Norddeutschen Bund nebst Ausführungsverordnung vom 26. März 1868 rc. veränderten Verhältnisse erlassen.

III. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegsministeriums, die Stellvertretung bei der dleßjährigen Truppenergänzung bdr.

IV. Bekanntmachung, die Beherbergung von Refraktären und Deserteuren, insbesondere Legitimation der Soldaten betr.

V. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit dec Großherzog haben allergnädigst geruht: am 14. Aug. dem Negierungsrath Dr. Spamer zu Wimpfen die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen deö ihm von Seiner Königlichen Hoheit dem Großl.er- zoge von Baden verliehenen Nltlelkreuzeö erster Klaffe des Or­dens vom Zähringer Löwen zu ertheilen.

VI. Erthelung von Erfindungsp a tentes. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. Aug. dem Fabrikanten I. P. A. Voll mar zu Kemp­ten ein EifindungSpatent auf den durch Zeichnung und Be­schreibung näher erläuterten Filtrir.Appaiat, und dem Stahlwaaren - Fabrikanten, Wilhelm Herminghausen in Offenbach, ein EifindungSpatent auf die durch Mvkellzeichnung und Beschreibung näher erläuterte Eonstruction von Tampf- kochtöpfen, beiten auf Nachsuchen und unter dem ausdrücklichen Vorbehalte, daß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung bereits früher schon bekannt gewisener Thei^e der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jah-e für den Umfang des GrvßherzogthumS zu ertheilen.

VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Aug. dem Bezitksgeriwtörall) bei dem Bezirksgerichte Alzey, Verbelle, unter Belassung in seiner Stelle als Bezirksgerichtsrath, die Functionen des Untersuchungsrichters für den Sprengel des ge- nannten Bczirksge-ichts auf die Dauer von drei Jahren, vom 21. September laufenden Jahres gerechnet, am 16. Aug. dem Schulamts Aspiranten Maurer aus VonSweiher die er­ledigte evangelische Schulstelle zu Büßfeld zu übertragen; am 17. August den Ealculator 2. Claffe bei der StaatSschul. den-Tilgungskaffe, Winter, zum Ealculator 1. Klaffe und den Finanz Aspiranten Welsch and Darmstadt zum Ealcula- tor 2. Klaffe bei der Staatsschulden Tilgungskasse zu ernennen.

VIII. Gestorben sind : am 30. Juli der pensionirte Bau­aufseher Schneider zu WormS; am 31. Juli der Hof, amten Aufseher der Großherzoglichen Hofgärtnerei Bessungen II., Philipp Barth: am 2. Aug. der evangelische Pfarrer Kappesser zu Jugenheim; am 6. Aug. der Großherzog- liche BezirkSgerichtSrath Dr ArenS zu Mainz; am 13. Aug. der pensionirte RegierungSsecretär Backe zu Mainz.

Mainz. Die hiesige Industrie-Ausstellung übt große An. ziehungSkras! Die Anzahl der Loose ist von 25,000 auf 35,000 erhöht und die Gewinne sind entsprechend vermehrt worden. Gleich den Schulen werden auch die Arbeiter an be­stimmten Tagen und Stunden freien Eintritt haben.

Alzey. Die am 25. d. dahier abgehaltene Versammlung evangelischer Geistlichen Rheinhessens hat eine Eingabe an Großherzog!. Oberconsistorium abgehen lassen und darin ein­stimmig die Bitte ausgesprochen, daß die im Entwurf vollen- dete Kirchenverfassung recht bald der Oeffentlichkeit übergeben und vor ihrer Einführung einer aus freier Wahl der Gemein- den hervorgegangenen Vorsynode unterbreitet werden möge.

Worms. Bei dem PreiSturnen auf dem siebenten mittel­rheinischen Turnfeste dahier erhielten unter 130 Turnern, welche um die 35 Ehrenpreise in heißer Arbeit von Morgens 8 bis Nachmittags 3 Uhr kämpften, folgende Tulner die ersten Preise: 1) F. Lautenschläger auS Frankfurt mit 39 Punkten. 2) Grebe auS Offenbach mit 38J/2 Punkten; 3) Heinrich Käm­merer, Gießens neuer Turnverein, mit 371/3 Punkten; auf Gießen fielen außerdem noch 3 Preise, wovon 2 auf den alten Turnverein und noch 1 auf den neuen fielen.

Aus Baden kommt von dem kleinen Bade Antogast, nicht weit von Allerheiligen, PeterSthal, Oppenau rc. gelegen, die Kunde einer schaurigen That Am letzten Samstag wurde, im WaldeSdickicht verscharrt und mit Laub bedeckt, der Leich­nam deS Freiburger Kaufmanns Mathiß, eines jungen, blü* hend schönen, als glücklicher Gatte in den besten Verhältnissen lebenden Mannes, gesunden. Der Körper zeigte sieben mit einem dreischneidigen Instrumente beigebrachte, mehr oder min­der tödtliche Wunden. Die Stiefel, die Uhr mit Kette, die Börse, die Brieftasche rc. fehlen, so daß mit Sicherheit auf einen Raubmord geschloffen werden kann, der hier im Dunkel des Hochwaldes verübt wurde. Herr Mathiß war vor 14 Tagen nach Antogast gekommen, hatte sich dort einen Tag aufgehalten und dann die Absicht geäußert, zum Besuch von Verwandten nach dem naben RippolkSau zu gehen. Von der Zeil an, wo er zu dieser Tour aufbrach, hat man ibn lebend nicht mehr gesehen. Von dem Thäter hat man noch keine Spur, doch gibt das Abhandenkommen der Effecten Hoffnung auf die Entdeckung d.s Mörders.

Heidelberg, 28. Aug. Soeben 5 Uhr Abends waren wir Zeuge eines gräßlichen Ereignisses. Von der Spitze des Thurmes der katholischen Kirche, dicht neben der Univer­sität , stürzte einet der dort beschäftigten Arbeiter auf das Pflaster herab. Er war sofort todt; der jammer seiner alten Mutter, die eS ist entsetzlich! im selben Augenblicke un­ter dem Thurme sich befand, wird uns Zeit Lebens vor der Seele stehen!

Bremen. Das Gomite für die zweite deutsche Nordpol- Erpedition in Bremen hat einen dringenden Aufruf erlassen, um die für die Erpedition erforderlichen Mittel, resp. die Schulden, welche contrahnt werden mußten, um die rechtzeitige Absa brr zu ermöglichen, vollends gedeckt zu sehen. Die Kosten d.S Unternehmens stellen sich im Ganzen auf 80,600 Thaler. Es sind bis jetzt 35,600 Tbaler eingegangen. Demnach feblen noch 45,000 Thaler. Davon sind sogleich 22,400 Thaler zu entrichten.

Redaction, Druck und Verlag der BrÜhl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

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