mit Pässen und Gewerbescheinen versehen sind oder nicht, aus dem kürzesten Wege über Vie Gränze ge- schasst werden, wo sie hergikommen sind. Das Vi- finn der Pässe und sonstigen LegitimationSpapierc ist unter allen Umständen zu vermeiden, auch den benachbarten Behörden von der erfolgten Ausweisung Henntniß zu geben."
Berlin, 30. Juli. Die Unklarheit über unsere Finanzvcrhältnisse wird mit jedem Tage größer. Bald wird das Deficit in Abrede gestellt, bald heißt es, nichts sei irriger, als sich eine so rasche Wandlung der Dinge als möglich vorzustcllcn, daß wir ohne neue Steuern auskommen wurden. Die jetzige Verwirrung resultirt ausschließlich aus dem räthselhasten Verhalten des Bundesraths gegenüber seinen eigenen Steuerentwürfen, die rr, als sie im Reichstage fielen, Preis gab, wie wenn gar nichts vorgefallen wäre. Braucht iinc Regierung Geld, so wird sie Alles eher vtrsuchcn, als von der Landesvertretung Steuern zu fordern. Steuern sind naturgemäß das letzte Rettungsmittel. Werden sie aber für nvthig erachtet, so muß die Finanzlage der Art sein, daß ohne sie absolut nicht mehr auszukommen ist. Riskirt nun trotzdem die Volksvertretung die Verwerfung einer solchen Finanzvorlage, so setzt sie sich in den äußersten Gegensatz zur geldforderndcn Instanz, die sie, immer vorausgesetzt, daß die Lage eine üble war, zwingt, es mit einer andern Vertretung zu versuchen und Kammer oder Reichstag also aufzulösen. Run denke man zurück an die Steuer- Verhandlungen des Reichstages. Richt eine Vorlage kam, sondern neun Stcuergesetze waren ausgearbeitet. Wie colvssal mußte die Verlegenheit sein, wo mit einem Male eine förmliche Unsumme von Geldmitteln gefordert wurde, und wie sehr mußte nicht der Bundesrath, wo das Parlament so ganz und gar jeder Bewilligung sich verschloß, entschlossen sein, sofort die Auflösung des Parlaments zu vecrctircn und an das Volk zur Beseitigung des immensen RothstandcS zu appclllrcn ! Aber was geschah von alle Dem ? Nichts geschah. Der Reichstag gab nichts und dem Bundesrath war cs völlig gleichgültig, daß seine Vorlagen dies Schicksal gefunden halten. Es blieb gar kein anderer Schluß übrig, als daß die Finanzver- hältnisse im Grunde ganz anders beschaffen waren, als man sie dargestellt halte. Und diese günstigere Auffassung des Publikums entspricht allen Gesetzen der Logik, des gesunden Menschenverstandes. Der Finanzminister hat seine Denkschrift widerlegen taffen, ohne auch nur den Versuch der Entkräftung seiner Gegner anzustcllen. So bleiben die Letzteren im Rechte, bis schwarz auf weiß, in dürren Zahlen und mit ausreichenden Belegen der schlagende Beweis geführt ist, daß wir in Wirklichkeit ein Dcsicit haben. Und ist ein Deficit vorhanden, so sind npch lange nicht Steuern oder außervidentliche Mittel nöthig. Die Officiöfen irren, wenn sie sich einbildcn, sie vermöchten dem Publikum ihre unklaren, widerspruchsvollen Angaben als Wahrheit aufzubürdcn.
Wien, 29. Juli. Der Beschluß des Wiener GcmeinterathS in ter Klostcrsrage lautet vollständig : „Das Gesammtministerium wolle die geeigneten Bestimmungen im gesetzlichen Wege treffen, damit 1) diejenigen Kloster und religiösen Körperschaften, deren Statuten und Ordensregeln mit den staailichen Gesetzen und Grundrechten in Widerspruch stehen, gemäß dem §. 1 des VereinSgesctzes als fiaatsgc- sährlichc Vereine aufgehoben werden, und damit 2) die Klöster und religiösen Körperschaften, welche sich der Schul- und Krankenpflege und andern Hu- manitätszwccken widmen, unter die Centrole der Staatsbehörden gestellt und dem für alle übrigen Staatsbürger geltenden VcreinSgesetze, sowie den Visitationen des landcssürstlichcn EomimssarS unterworfen n crten." Taö vsficiöse Organ VrS Erzbischofs und^Eardinalö Rauscher bemerkt dagegen, daß alle Klöster in Oesterreich „gesetzlich ancrkanntjsind undjunter dem Schutze der Gesetze stehen." Es ist wahr, daß der noch nicht ausgehobene Art. 28 deö EoncordatS den Fortbestand aller geistlichen Orden garantiit und ihnen gestaltet, nach den Bestimmungen der Kirchen- gcsctze und insbesondere des Concils von Trient zu leben. Auch hat der Gemeindcrath bei seiner ersten Forderung übersehen, daß gerade das von dem Minister Taaffe dem Reichsrath vorgelegte und von diesem angenommene Vereinsgesetz ausdrücklich erklärt, daß die Bestimmungen dieses Gesetzes „auf geistliche Orden und Kongregationen keine Anwendung finden." Die Minister Giekra und Herbst, welche noch heute die Errichtung von Freimaurerlogen in Oesterreich für unzulässig zu halicn scheinen, haben gegen den Fortbestand der Jesuitencongregationen keine Einwendungen erhoben.
Paris, 30. Juli. Der „Moniteur" berichtet: „Man spricht in diesem Moment in politischen Kreisen von einer allgemeinen Amnestie sür politische Ver
gehen, welche gleichzeitig mit der Promulgirung des Senatueconsultö, mit dem sich jetzt die Minister beschäftigen, erfolgen soll." — Dasselbe Blatt gibt folgende Einzelnheiten über die Reisebestimmungen der Kaiserin: Die Kaiserin und der kaiserliche Prinz begeben sich dircct nach Ajaccio zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Napoleons I. Nach einem ein- oder zwciwöchentlrchen Aufenthalte in Corsica begebe sich die Kaiserin nach Venedig und von da nach Arenenbcrg; von hier aus kehre der kaiserliche Prinz nach Frankreich zurück, die Kaiserin aber begebe sich wieder nach dem adriatischen Meere, schiffe sich mit ihrem Gefolge nach Konstantinopel ein, besuche die heiligen Orte und wohne endlich nach dem Versprechen, welches sie Hrn. v. LcssepS gegeben, der Einweihung des Suezcanals bei. Es ist jedoch wohl zu beachten, daß dieses Programm bis zu seiner Ausführung den Eventualitäten der inneren Lage untergeordnet bleibt. — Der „Moniteur" will wissen, daß die Regierung geneigt sei, der Mehrzahl der Beschwerden gerecht zu werden, welche die Nationalgarde sormulirt hat. Man denke sich demnächst an das Studium eines Neformprojccteö zu begeben, welches der Bürgermiliz einen Thcil der Vorrechte zurückgcben soll, deren sie feit achtzehn Jahren beraubt ist. — Die „Gazette de France" berichtet über die Unternehmungen des Don Earlos, daß ter Aufstand in der Manch« von dem General Sa- bariego gefühlt sei. Sie stellt seine Niederlage in Abrede, versichert, daß seine Kräfte alle Tage wüchsen, daß er namentlich über eine zahlreiche Ncitcrci verfüge, die den Feind beunruhige, und daß ihm in den Bergen von Deöpcnaperroö eine unzugängliche Stellung zu Gebote stchc, die ihm gestatte, sich lange Zelt selbst vor den Thoren von Madrid zu bchaupien. Seine Operationen stützten sich auf theil- weise Aufstandöversuche in Estremadura, und in den Provinzen Toledo, Valencia, Alicante und Murcia habe Die Insurrektion so großen Umfang gewonnen, daß die Regirruiig fiel) sehr beunruhigt fühle. In Avila habe selbst die Gensd'armerie Karl VII. pro- clanurt und sich au die Spitzen der Banden gestellt. Diese c,sichtlich carlistisch gefärbten Nachrichten werden durch Telegramme nicht bestätigt und ter „France" schreibt man aus Port-Vendrcö, daß Don Earlos an ter spanischen Küste kreuze und den günstigen Moment seiner Landung abwarte.
Vermischtes.
Darmstadt, 24. Juli. Das gestern erschienen, Regie- rungoblall vir. 33 enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Groß- Herzoglicheir Hauses und des '.'niißcrn, den Zusammentritt der Ut-nhalitiomniifiivii für die Rheinschiffahrt beirefsend.
11. Belanntm»chnng Großherzoglichen MenilleriumS des Innern, die Bestätigung. von iLtistungcn und Bermächt- Nissen betr.
3m 1‘üiife dcS zweiten Quartals 1869 sind von des Groß- herzogü Königlicher Hoheit nachstehende Stislungen und Ber- mächtnisse biihuiijt und hieraus die betreffenden Behörden zu frei in Annahme ermächtigt wurden :
1) die Schenkung des katholischen Dekans und Pfarrers Krämer zu Heppenheim an die katholische Kirche daselbst im Betrag von 5uu st., mit der Beitlmmung, daß die Zinsen von bU ft. zur Abhaltung rineS jährlichen Engelamtes für den Schenkgeber und die jährlichen Zinsen von 420 ft. zur Ber- iyerlung an die Armen, welche dem tiiigelamlc beigewohnt haben, durch den jeweiligen Geistlichen verwendet werden sollen;
2) die Schenkung einer Anzahl Frauen und Jung- frauen zu Gimbsheim an die evangelische Kirche zu Gimbsheim im Beliag von 242 st. für die Anschaffung chnr Sammet-Al tat-Bedeckung und Kanzel-Bekleidung mit Go.d- doeden und O)ült*|iaii|iii;
3) dre Schenkung der Gemeinde Gernoheim an das Mulieihauo der iL a ulschwestein >n Gernoheim im Betrag von 1LU ft. als Anerkennung der wesentlichen Dienstleistungen der Schwestern während ter Cholera Epidemie im Zähre lb67;
4) die Schenlung der Wiliwe des voimaligen Burgrrmei- sters, Michael Horn 11. zu Lützel Wiebelsbach, im Kreise Neustadt, UN die dasige Gemeinde, bestehend in einer Gebüulich- leit im Werthe von 400 ft. zur Benuhung für die Kle>nktnder.- schule daieiblt und rm Falle des Anshorens dieser Anstalt mit der Bestimmung, daß unter der Benrnnnng der „Horn'schen Stiftung" die Zinsen ano der Summe von 400 ft. an die evangelischen Eonsirmanden in Lützel - Wiebelsbach alljährlich gleichmäßig vrrtheilt werten sollen;
5) die Schenkung ter Frau Gräfin Marianne Unruh, geb. ttreiin von Leonhardt zu Groß-Karben, au das Still Unruh taielbst im Betrage von 3000 ft. behufs Erhöhung des GruntungeeapitalS teö genannten StestiS;
6) die Schenkung des Arm en Vereins zu Jugenheim, im Kreise Benoheim, an die Gemeinde Jugenheim, bestehend m 4'/2 procinligen Prioritäts-Obligationen der hiiiischcn Lud- w>go Elsenbahrr Gilellschast im Nennwerthe von 1100 ft. zum Zwecke der Erbauung eines Armenhauses in Jugenheim;
7) die Schenkung der Zohann Ritterfchen Eheleute zu Selzen an die taihvlische Kirche daselbst, im Dekanate Gau- Bittelheim, im Betrage von 240 ft. sur die Abhaltung von vier Aemtern;
8} die Schenkung eineö V. n genannt en an das bischöfliche Priester-Simrnar zu Mainz, bestehriid in zwei päpstlichen Lbgationen diS Anlehens vorn Zähre 1800 jede zu 1000 graues — 4G6 st. 40 fr., sodann m 50 ft., nut der Bestimmung, daß aus den Zinsen dieser Kapitalien Sludirende der katholischen Theologie alljährlich unterfluhl werden sollen;
9) die Schei.kungen an die Ludwigs - und Alicen,Stiftung: u. von der Sparkasse zu Zwingenberg 100 ft., b. von der
Sparkasse zu Heppenheim 100 ft., c. von dem Mathildenstift zu Friedberg 100 st., d. von der Sparkasse zu Lorsch 100 ft.;
10) die Stiftung des Zohann Zakob Weber zu Dieburg, an die katholische Multergotleekirche daselbst, im Betrage von 140 fl. zur Abhaltung zweier Hochämter für seinen verstör, denen Sohn;
11) das Bermächtniß der Wittwe deö Kreisbaumeister- Franz Beer zu Oppenheim, Ottilie, geb. Emands, an die katholische Kirche daselbst, im Betrog von 300 ft. für die Abhaltung von vier jährlichen Seelenämtern;
12) die Schenkung des Joseph Schlesinger und dessen Ehefrau Eva, geb. Schlosser zu Hamburg an die israelische Religionsgemeinde zu Bingen, bestehend in silbernen Ge- röthschasten zum gottesdienstlichen Gebrauche im Werthe von 200 fl.;
13) die Schenkung mehrerer Ungenannten an die evan- gelische Kirche zu Michelstadt, bestehend in einer neuen Kanzel und einem neuen Altar im ungefähren Werthe von 500 fl.;
14) das Bermächtniß Seiner Großhcrzoglichen Hoheit des Prinzen Friedrich von Hessen an die katholische Kirche zu Darmstadt, bestehend in Obligationen im Werthe von 73,936 fl.;
15) die Stiftung der Eva Beisl er zu Hechtsheim an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 120 fl. für die Abhaltung von zwei Zahräintern;
17) die Schenkung deö Rentners Andreas Lammert zu Main; an den katholischen Gcsellenverein daselbst im Betrag von 1000 fl.;
18) das Bermächtniß der zu Aschbach, im Kreise Lindenfels, verstorbineu Elisabeth Arnold aus Hattenrod, an das barmherzige Schwesternhaus zu Darmstadt, im Betrag von 200 fl.;
19) die Vermächtnisse des Oberappellationö, und Eaffa- tionsgerichtörathS Krebs und dessen Ehefrau Agnes, geb. Seola, zu Darmstadt: u) an die Heidenreich v. Siebold'fchc Stiftung zu Darmstadt im Betrag von 200 fl.; b) an die LandeSwaisenanstalt im Betrag von 200 fl.; c) an das Ma- thilben-LandkrankenhauS zu Darmstadt im Betrag von 200 fl,;
20) das Bermächtniß deö Tomcapitularen Haffner an das Bislhum Mainz, bestehend in österreichischen Nativnal- Obligationen im Werth von 6000 fl. zur Gründung von katholischen Pfarreien und Schulen im Bogelsberg;
21) die Schenkung der Kinder der zu Bonn verstorbenen Wittwe des Georg Frank zum Andenken an ihre Mutter an die Gemeinde Freienseen, im Betrag von 100 THaler (175 fl.);
22) das Verniächtniß des zu Furth verstorbenen Nikolaus Marsch an die katholische Kirche daselbst, im Betrage von 240 fl. behufs Stiftung dreier sacramentalischer Zahreöämter;
23) das Bermächtniß des Franz Trombetta aus Lim. bürg an die Gemeinde Kostheim, zur Unterstützung der dasigen Oetsarmrn im Betrage von 1000 fl.;
24) die Schenkung Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Karl und Zhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Karl von Hessin an den Baufondö der Kleinkinderschule zu Bessungen, im Betrag von 350 fl.;
25) die Schenkung eines Ungenannten rn die katholische Kirche zu Nackenheim, im Betrag von 120 fl. behuw Stiftung zweier Seelenämter-.
26) die Stiftung des katholischen Pfarrers Röder zu Biblis an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 100 fl. für die Abhaltung eines Zahrgedächtnisseö und zur Unterstützung der katholischen Ort-armen;
27) das Bermächtniß des Zohann Georg Stork zu Gießen an die dasige Armenkasse, im Betrag von 1000 Tha ler (1750 fl.);
28) die Schenkung des Peter Joseph Schmitt zu Sprendlingen an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 200 fl., mit der Bestimmung, daß der Zinscnertrag aus 140 fl. jährlich an arme Eommunicantcn verlheilt und der Betrag von 60 ft. zur Stiftung eines Zahrgidächtnisseö verwendet werde;
29) die Schenkung der Katharina F r a n k e n b e r g e r zu Ober-Ingelheim an die katholische Kirche daselbst, im Betrag von 400 fl. behufs Stiftung eines Zahrgedächtnisseö für ihren verstvrbeneii Bruder, Pfarrer Röder zu Biblis.
Zn Folge Allerhöchsten Auftrags weiden diese Stiftungen zum ehrenden Andenken der Stifter dankend zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
III. Bekanntmachung Großhcrzoglichen Ministeriums deö Innern, Nachtrag zu den Statuten der hefsifchen Ludwigs-Eifen- bahu-Gefellfchaft betr. (Schluß folgt.)
* * Aus Acghptcn berichten englische Eorrespondenten über die „Fortschritte der Civilisation". Die Damen auS dem Harem des BicekönigS machen bereits im offenen Wagen , mit Ausnahme eines ganz düonen Schleiers, europäisch gekleidet, mit englischen Kutschern und Bedienten, in rochen, goldgestickten Livreen ihre Spaziersahrten. Auch in den Bureaus der Regierung beginnt ein anderer Wind zu wehen. Wahrend der Anwesenheit deS BicekönigS in der englischen Hauptstadt gab er telegraphisch Befehl, daß die DivanS in den verschiedenen Amtsgebäuden augenblicklich dmch europäische CvphaS und Stuhle zu ersetzen seien. Eine andere gleichzeitig verordnete Neuerung hat unter den Beamten bedeutende Unzufriedenheit erregt. Auch sie, wie ihre europäi- fchen Eollegen, füllen sich in Zukunft während der Dienftstun- den der Genüsse deS Tabaks und Kaffee- enthalten, damit der Ton im Ganzen ein mehr geschäftlicher werde.
Tangos und kurzes Haar. In einer Abhandlung über dieses 3hema in Dicken ö Wochenschrift: „All Ihc Year Round“ wird hervorgehoben, daß die alten Britannier und Gallier ihr Haar ungestört wachsen ließen, so daß eS öfter die Huste erreichte. Den Römern, welche später die Länder der beiden Bölkerstämme eroberten, war dieser lange Haarwuchs ein Gräuel, und sie unterzogen die Gallier und Briten einer schimpflichen Schur. Zum Beginne deö 5. Jahrhunderts gründete Phara- mond fein Königreich in der Provinz, welche seither den Na- merr Frankreich trägt. Die Gallier wurden bis zur Knechtschaft herabgewürdigt und die Eroberer legten die Scheere an die Häupter ihrer Opfer. Seitdem wurde es in ganz Europa zur Regel, daß langes Haar die ausschließliche Apanage der Großen und Edl.n d.s Landes fei. Nicht nut Leibeigenen und Basallcn, fondenr freien Burgern und Bauern wuide nicht gestattet, ihr Haar lang zu tragen. Den Leibeigenen eine- adligen Gutsbesitzers schor man sogar während des fünften, sechsten und siebenten.Jahrhunderts gänzlich den Kopf kahl, und von dieser Zeit datrrt sich die Sitte deü HutabnehuienS beim Grüßen. Das Entblößen des Hauptes hieß soviel als: „Sehen Cie, mein Herr, ich bin 3hr Diener, ich habe kein Haar."
Rcdaclion, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Ehr. Pt et Ich) in Gießen.


