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so gut, so loyal, so ge-

He-

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Darmstadt, 28. Juli. Die Verhandlungen mit dem nordamerikanischen Gesandten, Hrn. Ban- crost, behnfs Abschlusses eines Vertrags zwischen den nordamerikanischen Vereinigten Staaten und den nicht zum norddeutschen Bunde gehörigen hessischen Lan- destheilen sind geschlossen. Der mit dem norddeut- scheu Bunde abgeschlossene Vertrag wurde als Norm für den hessisch-amerikanischen Vertrag adoptirt, da- bei wurden aber in einem Schlußprotokolle die in dem Reichstage besprochenen Anstände beseitigt.

Berlin, 25. Juli. DerStaatsanzeiger" bringt einen Erlaß vom 20. Juli 1868, betreffend die Ein­setzung einer Behörde für die einheitliche Verwaltung des Main-Wcserbahn-Unternehmens unter dem Ti­tel :Königliche Direction der Main-Weserbahn" mit dem Sitze in Kassel und die Auflösung derKönig­lichen Eisenbahn-Direction (Main-Weser) zu Kassel"

ich meinen Henry verloren? In welcher Sache ? Ach, schrie er auf, welche furchtbare Erinnerung! Ja eine Emigration eine Armee von Edel­leuten int Kampfe mit den Empörern und mein Sohn zum Tode verwundet auf dem Schlachtfelde-- .

Wo er Wunder der Tapferkeit vollbracht, fiel thm Helene schnell m tue Rede. Henry, der mit Ruhm bedeckt gefallen, wurde durch einen unvergleichlichen Freund, einen Waffenbruder, vom Schlachtfelde fortgeschafft, und , Dank den Bemühungen dieses edelmüthigen Herzens, starb Henry in einer Ambulance, um­ringt von der sorgfältigsten Pflege und allen Tröstungen der Religion. Ach. mein Vater! mein Vater! wie können Sie Ihr Herz der Dankbarkeit verschließen, die wir Herrn de Vitry schuldig sind?

Mein Fräulein, erwiederte der Marquis lebhaft, ich weiß, was ich dem Offizier schuldig bin, dessen Betragen bis zu jener Epoche jedes Lobes würdig war, dessen Gesinnungen bis dahin gewiß sehr verschieden vnn denen ferner Sa- milie gewesen sind seiner Familie, einer ungefleischten Feindin der meinigen, die feit zweihundert Jahren nicht aufgehört hat, uns zu schaden. Aber wenn dieser Offizier meinem unglücklichen Sohne den Dienst geleistet hat, von dem Du sprichst, wenn er ein Recht auf meine Dankbarkeit hat, so muß sich darauf Alles beschränken; denn, wir haben es aus sicherer Quelle erfahren, tote bat er sich seitdem aufgeführt? Hat er nicht die Armee der Treue Yerlassen, um zu den Feinden, in's Lager der Empörerüberzugehen? Nein, nimmer, nimmermehr. ich werde das niemals vergessen. Er hat sich entehrt, dieser Offizier; za, mein Fräulein, und ob ich ihm auch verpflichtet bin, so erkläre ich Ihnen doch, daß er nie meine Achtung erlangen und nie, fo lange ich lebe, seinen Fuß in dies Haus setzen wird. Lassen Sie mich zufrieden und kein Wort mehr von ihm

Nachdem er diese Worte mit fürchterlicher Stimme, flammendem Antlitz und drohender Gebcrde ausgestoßen hatte, verließ der alte Herr heftig das Etz- zimmer, dessen Thür er hinter sich zuwarf, und schloß sich inJunen Salon em, wo ibn der Trost seiner Bücher, seiner Phantasien, seiner Traumbilder, aber ack > auch der einzige Balsam für feinen Kummer, fein Frohsinn, erwartete.

Sne , Junb stark in ihrer Bettübniß, erhob im Gebete ihr Herz zu Gott, und da die Stunde nahe war, rief sie Marguerite, um sich mit ihr an dir Parkpforte neben der Fasanerie zu begeben.

Der Hauptmann war, wie man sich denken kann, zu rechter Zeit am Orte der Zusammenkunft. Nachdem er sein Pferd an demselben Baum, w'e am vori­gen Abend befestigt hatte, betrat er den Park, wo Fraulem de Reneey ihn etwas freundlicher, aber nut nicht geringerer Zurückhaltung als am vorhergehenden Tage

Jahre.

Er ist ein Edelmann ?

Gewiß.

Gut und fein gebildet, von tadellosen Sitten ?

Jedermann rühmt ihn, lieber Vater. ,

Nun gut, er mag sich mir vorstellen lassen. Wenn ich ihm nützlich sein kann, so soll es gerne geschehen. . ......

Ich muß eines Umstandes erwähnen, fuhr das schone junge Mädchen fort Dieser Offizier hat früher in Beziehung zu unserer Familre gestanden.

Ah! ah! sagte der Marquis, ich habe ihm irgend einen Dienst ge« ltl^t_ Nun ich glaube, ja, mein Vater; und ich möchte behaupten, daß er uns wieder von einigem Nutzen sein kann!

Was? Das ist ein wenig eingebildet! erwiederte der arme Irrsinnige.

_ Obgleich in diesem Lande sehr geliebt und geachtet, so wissen Sie, mein Baier, daß wir einige Feinde haben; die Zeiten sind nicht sehr gut

Potz Blitz! die kleinen Leute murren mehr als je gegen den Hof. Ah. ah! man gebe mir zwei Regimenter und lasse mich machen!

Sehen Sie, lieber Vater, nahm Helene wieder das Wort, dieser Och- zier hat schöne Verbindungen in der Welt; er könnte Ihnen sehr merkwürdige, sehr interessante Dinge aus der Gesellschaft, ja sogar wichtige Neuigkeiten mit- tbei!en_ $$ ihn wohl empfangen, et mag nur kommen. Ein Wort, mein Fräulein, fuhr er fort. Kennt dieser Offizier die Vitrys? Sie wissen, daß ich in diesem Punkte unnahbar bin. Wenn er zu ihren Freunden geholt, io kann er sich die Mühe ersparen, mir einen Besuch zu machen.

Helenens Herz schnürte sich zusammen. Aber im Angesicht der schwierig- leit selbst faßte sie Muth, und indem sie die gebotene Gelegenheit benutzte, einen gefährlichen Gegenstand zur Sprache zu bringen, sagte sie: ,

__ Ich darf Ihnen nichts verbergen, mein Vater. Ja, dieser Herr kennt

-)hr S.nnen war fortwährend darauf gerichtet, ein Mittel zu finden, dem muvtmann eine Zusammenkunft mit dem Marquis zu bereiten, ohne daß dieser R suä, üble Folgen hätte. Sie fürchtete das erste Aufbrausen ihres Vaters; sie S einen heftigen Auftritt vorher, aber sie fühlte auch, wie glücklich es für drei feonen fein würde, wenn Herr de Reneey sich endlich mit Reymond, diesem Mn und treuen Herzen, diesem edlen Krieger, der den alten Herrn und sie Mbit gegen jedes eintretende Ungemach schützen könne, versöhne.

11 2. sgiein Vater, sagte sie endlich nach langem Zögern, Sie lieben die w leidenschaftlich, es ist ein edler Geschmack; aber Sie haben einen Nachbar, gewiß einer der besten Schützen des Landes ist.

Wie heißt er, mein Fräulein?

Er ist ein Offizier, dem man das größte Lob ertheilt, erwiederte hne, indem ein leises Roth ihr Antlitz Überflog.

In welcher Waffengattung dient er ? Bei den Chevauxlegers der tiiain oder in den rothen Compagnien? ,

Ich glaube, bei den Dragonern der Königin, mein Vater.

Bei den Penthwvre-Dragonern also?

Das ist möglich. Er hegt eine tiefe Bewunderung für Sie ?

Ich kenne ihn nicht. Wie alt ist er?

Nun, sagte Helene zögernd, ich glaube, sechs- bis siebenundzwanzig

auf seine Tochter werfend, sagte er:

Unglückliches Kind, woran erinnerst Du mich!

Und et legte die Hand auf seine Augen, wie um seine Thronen zuruckzu-

Ja, fuhr er fort, indem er seinen Spaziergang wieder begann, diese schreckliche Begebenheit steht noch vor meinem Geiste. Wie und warum habe

hin gehende Vorlage, durch welche die Zuckerbesteue­rung nach dem Vorschläge der hier tm Frühjahr versammelten Delegieren der Seestädte geregelt wird, so kann sie mit Sicherheit darauf rechnen, daß Ite dafür eine ganz ungeheuere Majorität findet, indem höchstens einige enragirte Schuyzöllner sich dagegen erklären werden. E« wäre auf diese Weift auch der Weg zu einer rationellen Steigerimg der Einnahmen betreten, denn man kann von der Reform der Zucker­besteuerung eine höchst bedeutende Steigerung des Consums und somit trotz der Herabsetzung der «teuer eine aroße Mehreinnahme erwarten.

Berlin, 27. Juli. Die Veröffentlichung der v Usendom'schen Depesche vom 17. Juni 1866 durch General Lamarmora hat hier in ministeriellen

i Kreisen einen panikartigen Schrecken verursacht. Dre Depesche, auf das strengste vertraulich gehalten, ent-

undDirection der Main-Weserbahn Frankfurt a. M." Gleichzeitig publieirt das amtliche Blatt den Vertrag zwischen Preußen und Hessen, betreffend die Verwaltung und den Betrieb der im großhej roalich hessischen Gebiete belcgenen Strecke der Mam- Weserbahn vorn 30. Mai 1868.

Berlin, 26. Juli. Nach demBremer Han­delsblatt" beschäftigt man sich jetzt hier >n den be­treffenden Kreisen ernstlich mit der Frage wegen der Reform der Zuckeizölle, und glaubt man nicht, daß noch ernstliche Bedenken einem jolchen Schritt ent- gegenstehen, nachdem der Vorstand des Vereins der Rübenzuckerfabrikanten sich dahin ausgesprochen hat, daß ihre Industrie den bisher genossenen hohen Sckntz sehr wohl entbehren könne, wenn an die Stelle der Rübensteuer die Fabrikatssteuer trete. Macht die Regierung dem nächsten Zollparlamente eine da­

empfing. m ,

Ist die strengste Frau vollkommen gegen jede Anwandlung von Gefall,ucht aesichert? Giebt nicht selbst der ernsthafteste Geist, das in keiner Täuschung mehr befangene Herz, zuweilen jenem geheimen Wunsche, zu gefallen, nach, der m dem Instinkt des Weibes so tief begründet liegt! Wir glauben tm Gegentheil, daß die weibliche Natur das Charakteristische hat, daß sie niemals aus freiem An- trieb- zu jener Entsagung jeglichen Anspruches auf Bewunderung oder «ympa- chie d-e der Verzweiftlung so ähnlich sieht, gelangt. Nein, nein, tauschen wir un«' nicht selbst unter der Klosterhaube, wir sagen dies, ohne lästern zu wollen, verbirgt sich eine geheime Grazie, die gern bereit ist, sich i« ietßen' lächeln und fick anbeten -tu lassen. Eine Nonne ist ein Engel, wirft man mir em? Ja gewiß, und besonders eine junge und schöne Nonne; aber mer hat uns be- wftftn daß die Engel unter anderen unaussprechlichen Seligkeiten nicht auch in «oller Reinheit, versteht sich des Triumphes ihrer Schönheit sich erfreuen . gewöhnlich gejchenkt, denn es war unmöglich, eleganter zu fein und mehr ®ar- mnnip in der Wahl des Anzuges zu zeigen. Der Mode jener Zett entgegen, hatte Helene den Gebrauch der faltenreichen und fast schleppenden Kleider betbe- balt n Ihre runde, biegsame und schlanke Taille erinnerte an jene Marquisen

der letzten Regierungsperioden, deren Portraits lange ein Typus der Vornehm- 6Cit Außeldnn "würde''für ^Helene, die zurückgezogen inmitten der Erinnerungen einer glänzenden Vergangenheit lebte, das griechische Kleid eme Art von Pro- anation gewesen sein Mit ihren klösterlichen Gewohnheiten stimmten dte teefen Falten die reichen Stoffe vortrefflich überein; je mehr diese stolze Seele Vie Verborgenheit liebte, desto mehr mußte dieser reizende Körper sich unter den

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Fräulein de Reneey ein Mäntelchen ü la reine von so breiten und reich geor- £ut von Reisstroh mit himmelblauen Bändern und leicht auf die schultern ge- kecht vervollständigte ihre Toilette. Fügen wir noch einen Sonnenschirm von schillernder Seide mit breiten grünen Franzen h-nzn. So gekleidet, glich ste e r üngsten und reizendsten Herzogin am Hofe von Versailles.

1 0 (Fortsetzung folgt.)

die Familie Vitry, er ist sogar mit ihr verwandt.

Der Marquis stampfte mit dem Fuß und hätte beinahe das vor ihm stehende Porzellan umgeroorfen. Helene näherte sich ihm und, seine beiden Hände ergret- send, sagte sie mit bewegter Stimme:

Horen Sie mich, lieber Vater! Sie, der Sie so gut, so loyal, fo ge= recht sind Sie müssen mir zugeben, daß in dieser Familie, die, ich gestehe es, im großen Unrecht gegen Sie ist, sich ein junger Mann von großem Ver­dienst und einem vortrefflichen Herzen befindet. Zeigte Herr Reymond de Vitry verzeihen Sie mir diese Erinnerung nicht die edelste Aufopferung jur meinen armen Bruder?

Der Marquis sprang in die Höhe, ungestüm, steif, nervös, mit flammendem Blick und keuchendem Äthern. Er durchmaß das Eßzimmer mit langen ^ritten von einem Ende zum andern, blieb dann plötzlich stehen und einen zornigen Blick

Die Verschwörer von 1799.

Roman von de Saint-Felix.

(Fortsetzung)