Einzelbild herunterladen

5to

S

c

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr- Pietsch) in Gießen.

lasse, und daß daher an die nöthigen Vorbereitungen zu einem Kriege gedacht werden müsse, dessen Endziel nach polnischer Auffassung die Wiederherstellung Po- lens ist. Forscht man nach der Ursache dieser Auf­regung, so wird man bald auf das unläugbare Zerwürfniß im russischen Cabinet, bald auf die an- geblichen Rüstungen Frankreichs, bald auf das ver- meintliche österreichisch - französische Bündniß hinge­wiesen. Tie jungen Männer suchen schaarenweise über die Grenze zu entkommen, und begeben sich, wenn sie den besseren Ständen angehören, zu der Langiewicz'schen Legion in der Türkei, während die Männer aus der niedrigsten Volksklasse zu dem Com­munisten Haucke ziehen wollen, der das wahnsinnigste Programm in Polen verbreitet hat. Die Aristokra- ten halten zu Oesterreich und würden es am lieb­sten sehen, wenn ganz Polen alsbritles selbststän- diges Glied in den habsburgischen Großstaat ausge­nommen würde. Auffallend ist, daß die Erwartung eines nahen Ausbuchs des Kampfes nicht bloS un­ter den Polen verbreitet ist, sondern trotz der jüngsten Petersburger Friedensversicherungen auch unter ihren Gegnern; die Ruthenen namentlich treten in ihren beiden Zeitungen mit einer unglaublich kecken Zuversicht feindlich gegen Oesterreich auf; ja sie drohen geradezu, daß sie nächstens russisch sein werden.

Vermischtes.

Mainz, 27. Jan. So Erfreuliches, wie aus Oberyessen, wo dem Assisengcricht Material fehlte, ist von hier nicht zu berichten; unsere Strafrech ts- pflege hat vielmehr vollauf Beschäftigung. Mäh- rend das Bezirksgericht in den letzten Sitzungen Beschuldigte aus zum Theil noch schulpflichtigem äl­ter vor seinen Schranken sah, waren die vor dem Assisenhof verhandelten Fälle eben so bedeutsamer Art. Neben einer Reihe Diebstahl- und NothzuchtS- fällen erging Urtheil gegen eine gefährliche Falsch­spielerbande, welche in Wahrheit die öffentliche Si- cherheit gefährdete. Als kaum dieses Urtheil gesprochen war, hob die Polizei ein anderes Nest gleich gefähr- licher Subjecte aus. Gleichzeitig, als wollte eine höhere Fügung der öffentlichen Meinung einen Fin­gerzeig zur Beurtheilung frommen Treibens bieten, fand der Polizeicommissär Leichtweis die Fäden groß­artiger, sich bereits auf einige Tausende belaufender Veruntreuungen und Diebstähle, welche zwei Laden­mädchen in einem hiesigen renommirten Äanufaktur- waarengeschäft seit etwa zehn Jahren planmäßig betrieben. Das bestohlene Haus ist eine Säule der ultramontanen Partei; die Mädchen waren fleißig in Kirchengängen, welche den Umweg in die Höhle bildeten, in der sie die entwendeten Maaren förmlich aufspeicherten. Die eine dieser Frommen ist ver- schwunden, die andere in den Händen der Behörde, welche bis gestern 14 Verhaftungen in dieser Sache vorgenommen hatte, und noch sind die Entdeckungen nicht zu Ende! Der Schrecken der Frommen ist nicht klein.

Berlin. Das preußische Consulat in Jerusa- lern, welches durch die Versetzung des General-Con- suls Dr. Rosen nach Belgrad erledigt war, ist mit dem ersten Januar bekanntlich in ein norddeutsche» Bundes-Consulat umgewanvelt worden. Zum Ver­walter desselben (gerant) ist von dem BundeS-Prä» sivium der Professor der orientalischen Sprachen (namentlich des Koptischen und Armenischen) an der hiesigen Universiität, Dr. Pet ermann ernannt worden. Professor Petermann hat von dem Cultus- ministcr einen längeren Urlaub erhalten, um die Ge­legenheit, welche ihm die angezeigte Stellung bietet, im Interesse der Wissenschaft zu verwerthen, da die Persönlichkeit des jetzigen armenischen Patriarchen in Jerusalem die sichere Hoffnung bietet, daß Professor Petermann die werthvollen armenischen Manuskripte der Bibliothek des Patriarchats wird benutzen können. Mit Rücksicht auf dieses glückliche Zusammentreffen hat sich Professor Petermann zur Uebernahme der Consulatsverwaltunz auf ein oder zwei Jahre ent­schlossen und sich über Triest, Alexandrien und Beirut nach Jerusalem begeben.

Wien, 22. Jan. In Oesterreich und speciell in Wien ist jetzt die auffallende Thatsache in die Er­scheinung getreten, daß in gewissen ProductionSbran- chen der Bedarf an Arbeitskräften in offenbarem Mißverhältnisse steht zu deren wirklichen Vorhanden­sein. So z. B. werden Maschinenarbeiter, I besonders Kesselschmiede, für die Werkstätten der öster­reichischen Eisenbahnen, nun dringend, jedoch vergeb­lich gesucht, und würden jetzt tüchtige Arbeiter in diesem Fache, namentlich bei der Kaiserin Elisabeth- dahn in Wien, lohnende und dauernde Beschäftigung finden.

Unglück herbeiführen.

Von der polnischen Grenze, 22. Jan. Unter den Polen im Königreich ist fett Kurzem wie- der eine Aufregung wahrnehmbar; Alles scheint der (sehr sanguinischen) Auffassung zu sein, daß sich der Ausbruch des großen^ orientalischen Kampfes nicht über den nächsten Sommer hinaus vertagen

ner Verständigung und gegenseitiger Achtung beruht." DerPatriotismus" des Landes wird natürlicher- weise sich dieses große Opfer auferlegen müssen---

und derCapitalüberfluß" ist ja da, um die nöthigen Hinterlader und Kugelspritzen anzuschaffen. An Fleisch und Blut ist ja auch hinlänglicherUeberfluß" vor­handen , der noch dazu nichts kostet. Wir gehen

idee sein.

Florenz. DieKöln. Ztg." erhält aus zuver­lässiger Quelle die Uebersetzung eines Briefes von Garibaldi an den französischen Historiker Edgar Quinet, der als politischer Flüchtling am Genfer See lebt, zur Veröffentlichung zugesandt, und thetlt ihn dieses Blatt als ein Aktenstück zur Zeitgeschichte mit. Derselbe lautet:Caprera, 7. Januar 1868. Mein theurer und berühmter Freund! Haben Sie Dank für Ihren Brief vom 8. November. Ich habe erst heute den vom 19. Oetobec erhalten. Ich habe mit einem unendlichen Interesse und mit Dankbarkeit Ihren Artikel imTemps" gelesen. Ja! Sie sagen die Wahrheit in Allem, was Sie über die Gefühle äußern, welche durch die zweite römische Invasion in den Herzen der Italiener erregt worden sind. Es kann ke-nen Italiener mehr geben, der elend genug wäre, jetzt noch Achtung und Sympathie für das zweite Kaiserreich zu hegen, keinen Soldaten unseres gebt müßigten Vaterlandes , der noch eine Patrone abschießen möchte zu Gunsten des ... - zweiten DeeemberS. Ich muß Ihnen aber ausdrücklich wie­derholen, daß wir zu unterscheiden wissen zwischen der Sache Frankreichs und seines Tyrannen; und daß, wenn die Sympathien meines Vaterlandes, sowohl durch den Zwang der Umstände, als durch die Ge- rechtigkeit dazu gedrungen, sich nach Deutschland wenden welches, wie wir, sich zu constituiren sucht wir deßhalb das Land nicht hassen können, welches Männer, wie Sie und wie jene Helden ge- I Horen hat, die auf den Feldern von Magenta und Solferino für die Freiheit Italiens gefallen sind. Magenta ist für mich ein neues Aspromonte gewe­sen. Ich bin dort nicht an der Ferse, aber im Herzen verwundet worden, denn ich habe viele von unseren Waffenbrüdern verloren. Ich gestehe: ich rechnete nicht darauf, daß ich an jenem Tage zum zweiten Male die französische Armee zu bekämpfen haben würde; und dieser Jrrthum hat mir eine Nie- Verlage eingetragen. Die Soldaten des Papstes, die wir bereits geschlagen hatten, waren auf der Flucht, aber unsere Munition war erschöpft, und da eine frische französische Linie die bezahlten Söldner ersetzte, wurde die Ausdauer meiner braven Freiwilligen er­schüttert, und wir haben uns auf Rotonvo zurückge­zogen. Der . . . Genius, der seinen einen Fuß ans den Nacken von Rom, den anderen auf Paris gesetzt hat, wird gelächelt haben bei unserer Niederlage. Was thut's! Auch in Mexico hat er ja einst seine Siege gehabt und wenn ich mich über den Charakter meiner Mit­bürger nicht täusche, wird die Vendetta unserer De­mütigung ihn verfolgen für und für. Mögen un­sere Freunde in Frankreich und in der ganzen Welt - beruhigt fein: wir werden die Arbeit von Neuem

beginnen. Meine herzlichsten Grüße an Madame Quinet, und ich bin für das Leben Ihr sehr erge­bener Garibaldi."

Paris. Das preußischewir haben heidenmäßig viel Geld" lautet in das französische übersetzt,wir brauchen heidenmäßig viel Geld", wie Magne'S neuester Finanzbericht beweist, der die Kleinigkeit eines Anlehens von 440 Millionen fordert, das aber durch den vorhandenenCapitalüberfluß" vollständig gesichert ist und durch das jenerruhige, sichere und befruchtende Friede" erreicht wird, derauf allgemei-

gen Neutralität Frieden mit dem Nachbar zu erhal­ten ; sie ist überdies streng gesetzlich und durch die Rücksicht auf das allgemeine Wohl gerechtfertigt.

Wie», 27. Jan. Die gütige'Wiener Abend- post" veröffentlicht ein Rundschreiben des Ministers des Innern an die Landeschefs. Dasselbe verstän- diat die Landeschefs, daß wie künftighin alle Organe , ,-------- ... . ,

der Staatsverwaltung unverbrüchliche Beobachtung darum mit Sicherheit renem Frieden entgegen, den der Staatsgrundgesetze zu beschwören verpflichtet Seine napoleonische Mazestattn Ihrer WetSheit

wären jetzt auch die bereits vereidigten Organe eine mit Ihren Wünschen und Ihren Bemühungen her-

eidesüättiae Erklärung abzugeben hätten. Zur Ab- beizuführen sucht-" .

gäbe dieser Erklärung sei Niemand zu zwingen; denn Paris, 24. Jan. Wie es heißt, ist >m Budge dieselbe sei nicht eine bloße Formalität, ondern ein der Stadt PanS eine Million abhanden gekommen,

Vou cher Akt von vollwichüger Bedeutung. Von d. h. Vie Bucher weisen ein Manco von e.ner Million allen Beamten wird neben unverbrüchlicher Treue nach, ohne daß inan bls jetzt herauSbrrngen konnte,

gegen den Kaiser unbedingte Achtung der ReichSver- wohin sie gekommen. Die Preßprozesse wollen

fassung und Staatsgrundgesetze gefordert. Der Mi- gar kein Ende mehr nehmen. Jetzt wir te p - gebung und makellose Treue gegen die Verfassung heute wegen eines Artikels von JnleS Lasteyne (de

als er für feine Regierungsakte verantwortlich ist. Neffen LafaYette'S) über die Versprechungen vo

Untreue und Feindseligkeit gegen die Verfassung gelte 19. Januar vor den Untersuchungsrichter kitirt,

als ebenso schwere Verletzung drr Amtspflicht wie ein die Staatsbehörde in der Erinnerung an dieses Da- sonstiger Bruch des Diensteides. Bloße Passivität tum das Vergehen der Aufreizung zum Haß und oder Neutralität der Verfassung gegenüber sei unge- Verachtung der Regierung sieht.

nügent Der Minister fordert schließlich strenge Paris, 25. Jan. Heute sind m Paris groß- Pünktlichkeit, rasche Behandlung der Emancipation artige Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden. Die

vom Formalismus, stete Bereitwilligkeit im Verkehre ganze Pariser Garnison wurde nämlich in den Ka-

mit der Bevölkerung, uneigennützige Unparteilichkeit, fernen consigmrt und alle Wachtposten verdoppelt.

Wahrung des Ansehens durch vorwurfsfreies Ver- Anlaß zu dieser Maßregel gab die Befthlagn h

halten im Privatleben dann werde der Beamte von aufrührerischen, tu äußerst heftiger Sprache a -

der wirksame Träger der constitutionellen Staats- gefaßten Proclamationen. DerEntendard ,

ver wlrr;ame »rugu | ejn ^mplar dieser Actenstücke erhallen haben will,

erwähnt heute Abend dieser Angelegenheit, indem er mitthcilt, daß ein geheimes Blatt unter dem Titel La Republique in Paris vertheilt worden sei. Dieses Document trägt in der Thal diesen Titel und scheint die erste Nummer des Organs einer ge­heimen Exccutiv-Commisston zu sein, welche sich in der Absicbt gebildet hat, das Kaiserreich zu stürzen.

Paris, 25. Jan. Heute sprach Vas Zuchtpoli- zcigericht endlich fein Urtheil in der Angelegenheit der zehn Journale, welche angeklagt waren, uner­laubte Berichte über die Sitzung des gesetzgebenden Körpers veröffentlicht zu haben. Der Gerichtshof brachte den Artikel 14 der Verfassung von 1852 in Anwendung und verurtheilte die Geranten Bosselet (Glaneur), Weiß (Journal de Paris) , Bouchard (Jnterot Public), Laurentie (Union), Bertin (Jour- nal des Debats). Jenty (France), Peyrat (Avcmr National), Hebrard (Temps), Sougöre (Siede) und Fouray (Opinion Nationale) zu taufend Franken Geldstrafe und die Unkosten. Obgleich man bei der Zusammensetzung der sechsten Kammer des Zucht- Polizeigerichts, vor welcher der Prozeß verhandelt wurde, kaum einen anderen Ausgang erwarten konnte, so macht die Verurtheilung der Journale einen höchst peinlichen Eindruck. Nach dem Urtheil der Sechsten Kammer, und insbesondere, wenn die höhere Ge­richtsbarkeit dasselbe bestätigt, wird es mit der Di»- cussionssreiheit in Frankreich vollständig sein Ende erreicht haben. Die Journale werden besonders bei den bevorstehenden wichtigen Discussionen über die Presse, das Vereinsrecht, die neue Anleihe, das Rc- crutirungSgesetz und das Budget sich ganz ruhig verhalten müssen, wenn sie nicht, sobald sie sich offen aussprechen, wieder vor dem Zuchtpolizeigerichte er- scheinen wollen. Die Regierung Hal daher wohl den Zweck erreicht, welchen sie bei dem Processe verfolgte, aber es ist noch sehr die Frage, ob dies nicht mehr Schaden als Vortheil bringen wird.

Brüssel, 28. Jan. Wie derMoniteur" meldet, hat der bisherige preußische Gesandte dahier dem Könige fein Beglaubigungsschreiben als Gesandter des norddeutschen Bundes überreicht.

Petersburg, 24. Zan. DasPetersburger Journal" erwidert auf den Artikel derPatrie" und desJournal des Debats": Rußland sei stark und groß, hege gleich Frankreich keine VergrößerungSsucht und wünsche keine Erweiterung seiner Grenzen. Der Friede mit den Nachbarstaaten, der Wohlstand im Innern sei sein einziger Ehrgeiz. Es erstrebe die Entwicklung des Handels, der Kunst und der In- dustrie Europas. Es wünsche einen vorsichtigen Fortschritt. Ohne Haß gegen die Macht des Aus­landes, würde Rußland kein ungerechtes Uebergewicht dulden. Wer den Krieg unverrneideich mache, trage eine furchtbare Verantwortlichkeit und habe den Fluch der späteren Geschichte zu gewärtigen. Ein Krieg in der Gegenwart sei rühmlos und könne nur großes

PreN mit 5 Post

der fahi

Be

58 ler laub Bäte kann Orb: rufet wird und vier bei f falls und ren

G Gros

5E Phil Stac Kost> wird Bräu verdi anla nutze jeder brau werd

@i 6

571)

soll i des '

Flur

offen Gi

600)

soll c rad sf Flur

Vzrs

äffen: Gi

56( Wis fähig sämn Hoff( Lang und befiel

auf äffen: