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Versendung der

-Karlsbader natürlichen Mineralwasser.

Die nicht selten an das Wunderbare grenzende Heilkraft des Mineralwassers von Karlsbad ist zu bekannt, als daß es noch nöthig wäre, selbes anzupreisen. Es ist dies eine durch die Erfah­rung mehrerer Jahrhunderte erwiefene Thatsache. Man gebraucht das versendete Karlsbader Wasser auf dieselbe Art zu Hause, wie an der Quelle selbst. Die gewöhnliche Dosis ist an jedem Morgen eine Flasche Mineralwasser, bas man in Zwischenräumen von je 20 Minuten entweder kalt oder erwärmt bei Bewegung im Freien, wenn cs zulässig, oder zu Hause und nöthigenfalls im Bette genießt. Um die abfüh­rende Wirkung Les versendeten Karlsbader Was­sers zu verstärken, braucht man demselben nur einen Theelöffcl voll Sprudelsalzes zuzusetzen. Alle Bestellungen auf Mineralwasser, Spru­delsalz , Sprudelseife werden pünktlichst esfektuirt durch die Depots in jeder größeren Stadt und direkt durch die Brunnen - Ver­sendungsdirektion Heinrich Mattoni in Karlsbad (Böhmens. (3757)

Vermiethungen.

Die Vermiethung einer Wohnung.

3748) Das von der Stadt Gießen wohn­lich eingerichtete linksseitige Wachthaus am Wallrhor wird vermiet!)et und kann alsbald bezogen werden-

Näheres ist auf der Bürgermeisterei zu erfahren-

Gießen, den 23. Mai 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

3738) In meinem Hause stehen zum 1. Sep­tember zwei Wohnungen (im mittleren und obersten Stock) nebst L-tallung und Garten zu vermiekhen.

__Geheimer Justizrath Jhering.__

3742) Das von Herrn (£. Pietsch (Dienstmann - Institut) seither bewohnte Logis ist anderweit zu oermiethen und am 11. August zu beziehen. F. Fürst.

3743) Kirchenplatz Lit. A- Nr. 23 ist im 3- Stock ein möblirtes Zimmer zu oermiethen.

Vermischte Anzeigen.

g Mtssionssest

zu Wald - GirmeS am 2. Juni, als am 3. heil- Pfingsttage. Alle Missionsfreunde sind freundlichst eingeladen.

__Seipel-

Lehrlings - Gesuch.

3737) Ein braver Junge kann unter vor- kheilhaften Bedingungen bei mir in die Lehre treten-______Jul. Bach, Graveur.

3778) Ein Mädchen aus guter Familie, das sich der Hausarbeit unterzieht, sehr ge­übt im Weißzeugnähen und sonstiger Hand­arbeit ist, sucht alsbald eine Stelle bei einer Herrschaft unter bescheidenen Ansprüchen. Näheres bei der Exped. d. Blkts.

3762) Verloren

wurde am Sonntag Abend auf dem Wege von der Walllhorstraße bis zum Kirchen­platz eine schwarze c r l j a c£ e (ohne Franzen) mit Maslinfutter. Der redliche Finder wird gebeten, sie gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben.

3747) In eine hiesige Wirth schäft wird ein junger Mann gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.__

3746) Ein Knecht, mit Pferden vertraut, wird zu sofortigem Eintritt in Dienst ge­sucht- Näheres bei der Exped- d. Bltts-

Ä777) Ein Dienstmädchen wird fo- fort gejiichr. L>on wem 7 sagt Ansg. o. Btttö. ________

3771) Für eine Studentenkneipe wird ein Zapfjunge gesucht- Von wem? sagt die Exped- d- Bltts-___________________________

3763) Verloren

ein goldener Uhrschlüssel, um dessen Rück­gabe gebeten wird- Näheres bei der Exped. o. Bttts. _ _____________

3752) In ein hiesiges Speeereigeschäsl wird ein Lehrting gesucht- Näheres bei der Exped. d- Bttts- _ ____________

3764) Ein Unteroffizier kann einstehen- Wer'k sagt die Exped- d-_Bltts. _

3734) Ein gesitteter Junge, der das Sattlergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei

____ W- Ferber, Lindenplatz.

3768) In der (Soubitorei des Unterzeich­neten ist für einen brauen Jungen eine Lehr- lingsstelle_offen^_____Ed. Lind.

3733) Zwei brave Mädchen vorn Lande für Küche und Haus finden Platz; ferner kann ein junger Mann aus guter Familie, welcher sich als Kellner ausbttden will, bet mir in die Lehre treten.

___Fr- Leib, zum Rappen.

3745) Ein guter Pferdeknecht wird auf den Hardthof gesucht-

3750) Ein tüchtiger Küferbursche wird gesucht- Bon wem ? sagt die Exped- o. Bl-

3730) Der Großen-Lindener Zweigver­ein der Gustav - Adolf - Stiftung wird die ote§jäl)riße

Fest - Versammlung am 3. Pfingsttage, Bormittags um ±0 Uhr, m der Kirche zu Leihgestern hatten, wozu sie Mitglieder und Freunde des Vereins einladet__d er Vorstand.

3736) In ein hiesiges Geschäft kann ein junger Mann mit den nothigen Borkennt­nissen in die Lehre treten- Das Nähere bei oer Exped. b. Bltts.________________________

3739) In ein Kurzwaaren-Geschäft wird ein Lehrling, mit guten Schnlkenntnifsen versehen, alsbald zu engagiren gesucht. Wo '< sagt die Exped. d. BtttS-_____

3741) Ein Junge, der das Schnhrnacher- geschäft erlernen will, kann unter sehr gün­stigen Bedingungen in die Lehre treten bei

Carl S elzer 1., Schuhmacher.

Am zweiten Pfingstfeiertage: Harmonie-Musik am Großen-Lindener Berqwerk im Wald.

3769) Gute Speisen und Getränke, namentlich Aepfelwein, Textor's Lager­bier, sowie vorzügliche Bratwürstchen, werden meine verehrten Gäste in heitere Stim­mung versetzen. Georg Schmelz,

zum fröhlichen Mann in Großen - Linden.

Kaltwasserheilanstalt NASSAU.

3758) Römische und Kieferbäder. Heilgymnastik, Pneumat. Apparate, Molkenkuren. Pension inet. Cur l*/3 bis 2Vs Thlr. täglich. Station bei Ems. Bi*. Runge.

Staufenberg.

3753) Am zweiten Pfingstfeiertage:

Großes Militär-Concert, ansgefiihrt vom ganzen Musikcorps der Marburger Jäger.

Anfang 3 y2 Uhr. Entree ä Person 9 kr.

Zu recht zahlreichem Besuch ladet ganz ergebenst ein Heinrich Fink.

3754) Am zweiten Pfingstfeiertage findet gut besetzte

Tanz-Musik

statt bei Heinrich Reh, in Oppenrod.

3732) Am dritten Pfingstfeiertage findet gut besetzte

Harmonie-Musik

auf der Baden bürg statt, wozu ergebenst einladet

I. Duill Wittwe.

Bürseunachrichten.

26. Mai 1868.

Prioritäten.

50/0 östr. F. St. E. B. 2601/2

Ludwigsh.-Bexbach 1513/g

Maxbahn 105

Bayer. Ostbahn 125

Hess. Ludwigsbahn 130i/4

3O/o östr. Stsb.-Prior. 52

30/o östr. s. Lombard. 43 30/0 Livorneser 283/4

Toscaner 41S/8

Frankf. Hypoth.-Bank

Frankf. Vereins-Kasse 97 50/0 Elisabeth-Prior. 727/s do. 11. Emiss. 715/8

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 100 Berlin k. 8. 104-/4 Bremen k. 8. 971/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 881/4 Leipzig k. S. 105 London k. 8. 11 93/q Lyon k. 8. Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 102 Disconto 3<>/o G.

Preuss. 4>/2% Obi. 953/4 Frankf. 3V2o/0 Obi. 82

Nass. 4V3% Obi. 941/2

Kurh. 4% Obi. 89

Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89i/2

3i/2% do. do. 84-,ft

Bayer. 5% Obi. lOl3/^

41/30/0 1jährige 941/a

» 41/2% '/2jährige 947/s Würtemb. 41/2% Obi. 931/2 Baden 41/2% Obi. e. E.L. 93S/4 Oestr. 50/0 b. R. 611/8

5% National 52

50/0 Metall. Obi. 46'/2

M. steuert. 495/8

Amer. 6°ch 1882r Bds. 76%

6% 1885r 75%

Geldsorten.

Pr. Lass. Sch. 1 447/s-45i/8 Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51

doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Uucaten . . 5 38-40 20 Frankens!. 9 29-30 Engi. Souver. 11 55-59 Buss. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27'/z-28ift

Anleliensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 56'/8 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1451/4 Gr. Hess. fl. 25 b. 11. 38t/6 1% bayr. Präm. Anl. 101 >/6 4% badische Loose 971/2 Badische fl. 35 Loose 511/4 I858r Prioritätsloose 133/ft !860r Loose 70 1864r 865/8

Aetien.

Frankf. Bank 124

Oester. Bank 713

Creditact. 190

Darmst. Bankact. 223

Geschäfts - Verlegung.

3740) Die Samenhandlung habe ich am 22. Mai ans meinem früheren Locale, Wallthorstraße, in das Haus des Herrn Kerber neben dem Nachhause verlegt, was ich meinen geehrten Kunden auzuzeigen mir erlaube. Carl Deines.

Die deutsche Itordpolfahrt.

Den 3jährigen Bemühungen des Dr. Peter mann ist es endlich gelungen, die erste deutsche No-dpol-Expedition flott zu machen. Mit Verweisung aus den nachstehenden Aufruf soll im Folgenden versucht werden, die Bedeutung und Wichtigkeit der Zwecke einer solchen Fahrt darzulegen.

Es gibt Viele, welche sich als Ziel einer Nordpol-Expedition lediglich die Erreichung des mathematischen Punktes aus der Erdoberfläche denken, wo diese von der Erdachse geschnitten wird, und die Bestrebungen hiezu in einem unfrucht­baren Ehrgeize wurzelnd glauben, ähnlich dem, der z. B. zur Besteigung eines hohen noch unerstiegenen Berggipfels reizt. Wer heute noch so denkt, ist mit feinen Vorstellungen um 34 Decennien zurück, und wer sich die geringe Mühe nehmen will, in dem eben erscheinenden Aufsatze: Peter mann, die deutsche Nordpol-Expedition 1868 (Separatabdruck aus Geogr. Mitth. Hest 6) die Instruction nachzulesen, wird sinden, daß von dem Pole selbst kaum die Rede ist. In Der Thal interefftrt uns der Pol nicht mehr als jeder andere in der Mitte Der unbekannten arktischen Centralregion gelegene Punkt.

Es hanDelt sich eben um Erforschung dieser ganzen Region in topographi- scher, physikalischer, botanischer, zoologischer und ethnographischer Beziehung.

Von besonderer Wichtigkeit ist das Polarbecken für die Physik unsrer Erde. Es ist das Quellbecken der großen Meeresströmungen wie der großen Luftströmun­gen. Aus seinen Wassermaffen bilden sich die sog. Polarströme, welche die un­geheuren erwärmten Waffermengen zu ersetzen haben, die der Golfstrom, an den Küsten von Norvwesteuropa vorbei dem Eismeere zuführt. Von wo aus und in welchen Richtungen beginnt der Zug des kalten Wassers, gen Süden sich be­merklich zu machen? Wie weit ist der Golfstrom nach Nordosten hin zu ver­folgen? Das sind die interessanten der Lösung harrenden Fragen. Die topischen Ursachen, welche diese physikalischen Verhältnisse bedingen, sind vor Allem Die Vertheilung von Wasser und Land um jenes Becken. Der Umriß Der Conti- nente unD Die Configuration des Meeresbodens bestimmt Die Richtung der Strö­

mungen. Ihre Kenniniß gibt also erst Den Schlüssel zu den physikalischen Er- scheinungen; wie sie anDererseits das noch sehr ungenau bekannte Verhältniß zwischen Festem und Flüssigem auf unsrer Erdoberfläche weit genauer festzustellen gestatten wird.

Das Luftmeer über jenen Gegenden ist die Quelle der trocknen Nordost- und Ostwinde, denen wir das heitere Welter des Sommers und Herbstes ver­danken. Die ganze nördliche gemäßigte Zone befindet sich im Sommer unter dem Einfluß solcher polarer Luftströmungen. Denken wir uns die Richtungen dieser Ströme rückwärts verlängert, so führen sie uns alle in die Gegend um den Pol, D. h. in eine Luflmaffe, die nach allen Seiten hin zugleich in (Strö­mung begriffen sein müßte. Dieß ist natürlich nicht möglich. Wie aber »er­teilen sich dort die Strömungen? In welchem Zustande befindet sich die Luft dort? Wie hängt dieser Zustand von der Temperatur ab? Das sind meteoro­logische Fragen von dem höchsten Interesse, deren Beantwortung ganz direkte Schlüffe auf unsre eigenen Witterungsverhältnisse gestatten wird.

Die Beobachtungen über Erdmagnetismus und Nordlicht werden gerade in der noch gänzlich unbekannten arktischen Centralregion von weit höherem In- terejfe, sein, als an irgend einem anderen Theile der Erdoberfläche und verwuth- lich die Frage, ob der Erdmagnetismus seinen Ursprung in oder außerhalb der Erde habe, ihrer Lösung einen guten Schritt näher bringen.

Die Entfaltung des pflanzlichen und thierischen Lebens, wie die Existenz des Menschen, hängen wesentlich von der Temperatur ab. Die beiden nördlichen Kältepole der Erde, d. h. die Orte, welche die niedrigste mittlere Jahrestempe­ratur haben, sind längst bekannt. Der Eine liegt bei der Stadt Jakutzk in Sibirien, der andere in Dem amerikanischen arktischen Archipel, Dem Schauplatz Der englischen Versuche, eine norDwestliche Durchfahrt zu finden, und der Frank- lin-Suchexpeditionen. Von beiden Kältepolen nach Norden hin muß Die Tempe­ratur zunehmen, also Der pflanzlichen und thierischen Entwickelung günstiger sein.

(Schluß folgt.)