Lilionese,
entfernt in 14 Tagen"*ö alle Hautunreinig-
feiten, Sommerspros- Z, AA sen, Leberflecken, c-3 S Pockenfleaen, Finnen, Flechten,-Z 8-" gelbe Haut, Röthe der Nase und» -^-q scrophulöse Schärfe. Garantirt.
Allein ächt bei (2917) Carl Creek in Gießen. '? S>
2902) Ein gut erhaltener Confirman- den-Rock ist billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts._____________________
2923) Einige Malter gute Kartoffeln sind zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.
2895) Geräth sch asten zur Backsteinfabrikation nebst Häuschen sind zu ver- kaufen.Fr. Textor, a. d. Hardt.
2887) Die diesjährige Gras-Erndte im Kempff'schen Garten am Wallthor ist zu vergeben. — Näheres bei Poststallmeister Kempff.
Dermieth ungen.
2914) Im von Grolman'schen Hause in den Neuenbäuen ist ein möblirtes Zimmer mit Cabinet, nach dem Garten, zu vermiethen. ___________________________
2920) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Heinrich Rübsamen, ________________auf der Mäusburg.
2921) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei
Schuhmacher Hanitsch, Kirchenplatz.
2883) Bei Frau Advocat Wicßell ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen.
2892) Ein Laden, sowie ein möblirtes Zimmer nebst Cabinet, ist ans dem Krenz zu vermiethen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.____________________
2881) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen bei
_____________H. Sauer, Neuenweg.
2880) Ein schönes unmöblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei
___________Carl Plank, Lederhändler.
2879) Ein freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei
_________Franz Tippet, Lindengasse.
2876) Möblirte Zimmer mit Cabinet, auf Verlangen mit einem Flügel, sind zu vermiethen bei M. Heß, Lindenplatz.
29ii) vermiethen
ein gut möblirtes Zimmer vorn heraus. ___________E. Eiche »berg, Lind enplatz.
2873) Mehrere gut möblirte Zimmer mit Cabmeteu sind zu vermiethen bei _________________Wittwe Martin.
2874) Ein hübsch und freundlich möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei
Friedr. Decker.
Vermischte Anzeigen.
2875) Ein gesitteter Junge kann als Hausbursche eintreten bei
___________________H. Hochstätier.
2924) In einer hiesigen Wirthschaft wird zum baldigen Eintritt ein junger Mann gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl.
Zur gef. Beachtung.
2922) Häufig vorkommende Namens- Verwechselungen mit Herrn Georg Feldhaus veranlassen mich, meinen Kunden hiermit die ergebene Anzeige zu machen, daß sich meine Wohnung bei Herrn Philipp Oppermann in der Neustadt befindet.
Karl Feldhaus, Tapezier, (August Feldhaus Sohn.)
2903) Ein Haus mit ungefährt 5 oder 6 Zimmern nebst Keller und allem Zubehör, womöglich auch mit kleinem Garten, wird zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
2891) Englischer Unterricht, die Stunde zu 20 fr., wird ertheilt. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.
2872) In einem kleinen Haushalt findet ein ordentliches Mädchen sogleich Stelle. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.
2904) Ein braver ordentlicher Junge vom Lande wird in eine hiesige Wirthschaft gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
2888) Ein junger Mann, der Schulen besucht und gute Zeugnisse aufzuweisen hat, sieht sich durch Verhältnisse genöthigt, seine bisherige Stellung aufgebcn zu müssen und sucht daher eine Stelle als Gehülfe oder Schreiber auf einem Büreau ober Comptoir, einerlei wo. Näheres unter J. K. 1830, poste restante Darmstadt.
, 2816) Ich bringe hiermit meine Handschuh-Wascherei in empfehlende Erinnerung ^ind mache besonders die Herren Militärs darauf aufmerksam, daß ich das Paar Militärhandschuhe für 4 fr. wasche.
Karoline Hartmann, Hintergasse A. 35.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg.
Spinnerei-Arbeiter gesucht!
2896) Wir suchen zur Ausdehnung unseres Fabrifb'etriebes noch eine größere Anzahl Arbeiter, die bereits in Spinnereien beschäftigt waren.
Wochenlohn für einen Spinner circa 10 Gulden, Ansehen, Haspler und Spuler im Verhältniß.
W ollengarn-Spiimerei,
Worms am Rhein.
Auswanderer nach Amerika befördert wöchentlich vermittelst Dampf- und Segelschiffen bei reeller und billigster^W Bedienung I. M. Schulhof, am Rathhaus. Durch langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen.
C5 QO CM
Borsennachrichlen. .
25. April 1868.
Preuss. 4'/2<% Obi. 95% Frankf. 3 >/2°/o Obi. 81% Nass. 4%<% Obi. 94% Kurh. 4% Obi. 89% Hess. 4% Cbl. b. Roths. 89% n 3%% do. do. 84
Bayer. 5% Obi. 101%
» 4’/2°/o 1jährige 93%
» 4‘/2% %iährige 93%
Würtemb. 4%<% Obi. 93
Baden 4%% Obi. c. E.L. 93%
Oestr. 5% b. R. 62%
„ 5% National 53%
„ 5% Metall. Obi. 47%
„ M. steuerf. 49%
Amer. 6% 1882r Bds. 75% „ 6% 1885r 74%
Actien.
Frankf. Bank 125%
Oester. Bank 705
„ Creditact. 188% Darmst. Bankact. 222%
Prioritäten.
Wechsel.
5»/o östr. F. St. E. B. 259% Ludwigsh.-Bexbach — Maxbahn 105% Bayer. Ostbahn 122% Hess. Ludwigsbahn 132% 3% östr. Stsb.-Prior. 51% 3% östr. s. Lombard. 42% 3% Livorneser 28% Toscaner —
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 50/0 Elisabeth-Prior. 71 do. II. Emiss. 71
Anlehensloose.
Kurh. -jO Thlr. Loose 55% Nassau fl. 25 b. Roth. 34% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 4% bayr. Präm. Anl. 99% 4% badische Loose 97% Badische fl. 35 Loose 50% 1858r Prioritätsloose 132% !860r Loose 70% 1864r „ 86%
Amsterd. k. S. 100% Augsb. k. S. 99% Berlin k. S.. 105 Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 105
Hamburg k. 8. 88%
Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. S. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 102% Disconto 3% G.
Geldsorten.
Pr. Cass. Sch. 1 44%-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51
„ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 30-31 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29
(Eingesandt.)
S3et der erfreulichen Thatsache, daß seit den letzten Jahren in hiesiger Gemeinde ein viel häufigerer und regelmäßigerer Kirchenbesuch als früher stattfindet, muß cs auf den Besucher den unerquicklichsten Eindruck machen, da, wohin er zu Mner Erbauung gegangen ist, oft in der unwürdigsten Weise gestört zu werden. So war Einsender dieses am letzten Sonntag Vormittag Zeuge, wie während oeS Gebetes und der Verlesung der zu Trauenden von einigen jungen Leuten fast laut gesprochen und gespaßt wurde; und gewiß haben die in der Nähe befindlichen Bürger Gießens nur in Ansehung des Ortes und damit kein weiterer Lärm entstehe, dazu geschwiegen. Wie wir nun vernehmen, ist ein Theil der Bctreffen- ven in die Kirche kommandirt; möchte man ihnen doch auch anbefehlen, sich demgemäß anständig zu betragen, oder sie gar nicht hinkommandiren. Es liegt gewiß im Interesse des KirchenvorstandcS und überhaupt eines Jeden, der Sinn hat für kirchliche Verehrung, daß dergleichen Störungen nicht mehr Vorkommen. (2925)
F - u i l
Das Testament des Großonkels.
Fünftes Kapitel.
(Fortsetzung)
Harri Gratman war eine hagere, lange Gestalt, größer als sein älterer Bruder, mit rundem, eckigem Gesichte. Seine Haare, welche gerade empor« standen und von einer unbestimmten blonden Farbe waren, umbuschten eine breite, doch sehr niedrige Stirn, die einen hohen Grad d>r Sinnlichkeit andeu- tete. Die kleinen grauen Augen hatten etwas Stechendes, wenn sie, sich unbe- merkt glaubend, einen Andern anstarrten, sobald jedoch ein anderer Blick sie kreuzte, senkten sie sich, oder irrten verwirrt umher, kenn Harri konnte nur den Blick seiner Mutter ertragen, dtese Beiden verstanden sich. Die Nase war gewöhnlich, der Mund dagegen breit, was besonders beun Lachen in's Auge fiel, doch Harri lachte nie viel in Gesellschaft, sondern nur, wenn er allein war. Die Unterlippe stand ein wenig hervor, eben so das niedrige Kinn, welches in vollem Verhältniß zu seiner niedrigen Stirn stand. Beim Gehen psiegte er den Kopf in den Nacken zu werfen, sich kerzengerade zu halten, und aus seinen Zügen sprach kann der perfoniftcirte Hochmuth. So viel über das Aeußere dieses Lieblingssohnes der Madame Gratman, den Sie vielleicht deßhalb gerade liebte, weil er so häßlich war.
Es war fast Mitternacht, als Harri an der anderen Seite des Flusses in Hoboken an's Land stieg, rasch durch den Bahnhof eilte und dann die Wafhing- ton-Straße entlang schritt. Er hatte Vas Ende derselben fast erreicht und schon lag das offene, rings von den Höhen umgrenzte Feld vor ihm, da wandte sich sein Blick rechts, und stehe, es schimmerte noch Licht aus einem einzigen Fenster im oberen Stocke einer kleinen, niedlichen Cottage, die rechts vom Wege an der Anschwellung des Hügels lag. Das Fenster war offen, und der laue Windeshauch der warmen Sommernacht, bewegte leise den weißen Vorhang, auf welchem die Schattencontour desselben weiblichen Profils sich abzeichnete, wie am vorigen Abend.
Harri bog rechts vom Wege in einen Fußsteig ab und näherte sich der Cottage. Er trat in den Garten, einige Schritte vom Hause blieb er stehen, legte den Finger an den Mund und ließ einen scharfen Pfiff ertönen; die Ge- statt am Fenster erhob rasch das Haupt und schob dann den Vorhang zur Seite, und der Mann, welcher diese Seite des Hauses beschien, ließ Maria de Witt's volles Gesicht deutlich erkennen.
l e t 0 n.
.Maria," rief er hinaus, „erkennst Du mich? Oeffnc mir die Thüre!"
„Harri, Du bist's!" gab sie zur Antwort, verschwand und einen Augenblick später flog die Hausthür auf und sie lag in seinen Armen.
„Was ist Dir, Maria?" fragte Harri ruhig, „Du bist ja ganz außer Dir; hast Du meinen Brief nicht erhalten?"
„Gestern Nachmittag, mein Harri, Gott sei gelobt, daß Du wieder da bist."
„Also konntest Du auf meine Ankunft vorbereitet fein, wozu nun diese un- nütze Aufregung?"
Sie lächelte ihn freundlich zürnend an.
„Harri, es sind zwei Jahre, seitdem wir uns nicht gesehen," sagte sie in vorwurfsvollem Ton."
„In denen ich Dir jedoch regelmäßig geschrieben, daß ich gesund sei, und da ich dasselbe von Dir wußte, sehe ich nicht ein, weßhalb man sich da gleich so zu alteriren braucht. Doch laß uns hinaufgehen, da wir doch wohl die ganze Nacht nicht hier unter der Veranda zubringen wollen."
Maria seufzte und folgte ihrem Freunde in’s Haus, dessen Thür sie verriegelte und bald darauf saßen sich Beide im traulichen Zimmcrchen oben einander gegenüber.
„Was macht der Junge?" war jetzt seine erste Frage.
„Gottlob, daß Du nach ihm fragst," antwortete sie, er ist gesund und wohl, soll ich ihn holen?"
„Dazu hat es morgen noch Zeit, ich bin müde, und mag jetzt kn der Nacht kein Kindergeschrci mehr hören."
„Er schreit nicht mehr," sagte sie schüchtern, „er ist beinahe vier Jahre alt."
„Ich weiß, liebe Maria, ich weiß, doch laß es gut sein, ich werde ihn in der Ruhe sehen, er würde mich jetzt nicht ein Mal kennen."
„O doch, Harri, ich habe ihm täglich Dein Bild gezeigt, und er hat täg- lich mit mir von seinem Papa gesprochen, ach, Du solltest ihn sehen, es ist ein so hübscher Knabe."
„Ich glaube es, da er Dir ähnlich steht, doch davon morgen mehr. Weißt Du, daß ich kaum vier Stunden in New-Iork bin, ich kam heute Abend spät von Boston."
„O, mein Harri, wie danke ich Dir! Verzeihe mir, wenn ich kindisch war, doch die so lange Trennung und jetzt das Wiedersehen, so schnell nach Deinem Briefe von gestern, ich konnte es ja kaum erwarten!"
(Fortsetzung folgt.)


