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Frisch Kacker za «gießen.

Den 29. März. Louis Keil in den Neucnbänen. Emil Roll in der Löwengasse. Daniel Rühl am Rathhaus.

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Gemeinde zu Hießen.

Gottesdienst.

Am 29. März.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags: Dr. Weisfenbach.

PassionsgottcsdicNst in der Hospttal- kirche.

Mittwoch den i. April, Nachmit­tags 4 Uhr: Mitprediger-Vikar Drescher.

G e t a u f t e.

Den 22. März. Dem Zug-Oberfeld­webel im Großh. 1. Jägerbataillon, Philipp Glock, ein Sohn, Ludwig Friedrich, geboren den 19. Februar.

Denselben. Dem Bürger zu Staufen­berg und Kutscher dahier, Ludwig Schmitt,

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 1005/8 Augsb. k. 8. 99% Berlin k. 8. 1(15 Bremen k. S. 98 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1193/4 Lyon k. 8. Paris k. 8. 95% Wien k. 8. 103/8 Diseonto 3% G.

eine Tochter, Karoline Elisabeth, geboren den 24. Februar.

Beerdigte

Den 22. März. Karl, ein unehelicher Sohn von auswärts, alt 16 T., gestorben den 20. März.

Den 23. März. Jakob Weller II. aus Heuchelheim, alt 57 I., gestorben den 22. März.

Denselben. Konrad Renker aus Lau­terbach, alt 23 I., gestorben den 22. März.

Den 24. März. Wilhelmine Theodore Jung, unverheirathete Tochter der Katharine Jung dahier, alt 32 I. 4 M. 18 T., ge­storben den 22. März.

Den 25. März. Julius Heinrich Karl Konrad Schneider, des Bürgers und Schnh- machers, Georg Schneider, ehelicher Sohn, alt 2 M. 18 T., gestorben den 24. März.

D en 26. März. Heinrich Eisenbach aus Probach, Amts Weilburg, alt 39 I., gestor­ben 24. März.

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.

Börsennachrichten.

26. März 1868.

Preuss. 4%% Obi. 95% Frankf. 3 l/2O/o Obi. 81% Nass. 4%% Obi. 94%

Kurh. 40/0 Obi. 89 (, Hess. 4o/o Obi. b. Roths. n 3%% do. do.

Bayer. 5% Obi. 101%

» 4%<% 1jährige 93%

» 41/2% 4jährige 93% Würtemb. 4%% Öbl. 93 Baden 4%<% Obi. c. E.L. 933/4 Oestr. 50/0 b. R. 65%

50/0 National 53%

5% Metall. Obi.

M. steuerf. 51%

Amor. 6% I882r Bds. 753,8 6% 1885r 731/4

Aetieii.

Frankf. Bank 124%

Oester. Bank 720

Creditact. 193 Darmst. Bankact. 231 %

Prioritäten.

5% östr. F. St. E. B. 256 % Ludwigsh.-Bexbach 15 61 4 Maxbahn 106/g

Bayer. Ostbahn 120% Hess. Ludwigsbahn 132% 5% östr. Stsb.-Prior. 51% 3% östr. s. Lombard. 43% 3% Livorneser. 28

Toscaner 41%

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse

5% Elisabeth-Prior. 72%

do. II. Emiss.

Anleiieaisloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 551/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 4% bayr. Präm. Anl. 98% 4% badische Loose 98 % Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose 136% 1860r Loose 72% 1864r 88%

Geldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 44%-45 Div. Cass.-A. Pr. Fr-iedrdor. 9 57%-58% Pistolen . . 9 49-51

doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29%-30% Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29

Lairdwirthschaftliches.

Zur ländlichen Arbeiterfrage.

In Nr. 28 des landw. Jntelligenzbl. ist eines Vortrages des Herrn Dr. A. M ey er, gehalten im Club ter Landwirthe zu Breslau,lieber land- wirthschastliche Arbeiterverhältniffe" erwähnt. Sehr richtig bezeichnet der Herr Redner die Mittel, die Uebelstände, welche sich in den Arbeiterberhäitnissen be­merklich machen, in dem Mangel an Bildung und Einsicht (Intelligenz) und diese in der Armuth des Arbeiterstandes begründet.

Sehr richtig sagt er, daß diese Armuth auch nicht durch Freigebigkeit, nicht durch Geschenke, nicht durch Wohlthaten gehoben werden kann, und wären dieselben auch der umfassendsten Art.

Bildung und Einsicht ist nur, wenn sie allgemein sein soll, die Folge einer gewissen Wohlhabenheit. Wohlhabenheit, dauernde Wohlhabenheit kann nur erarbeitet werden.

Selbst der reichlichste Lohn, in Hülle und Fülle gespendet, welcher, verstän­dig verwendet, dem Arbeiter gestatten würde, zu sparen, würde bei einem großen Theil unserer jetzigen Arbeiter in den meisten Fällen nur den Erfolg unnützer und zwar der wüstesten Verschwendung haben.

Sparsamkeit tritt erst ein, wenn in Folge der Erziehung ich nehme das Wort in weitester Bedeutung des wohlthätigen Einflusses, welchen ein Besitzer auf seine Taglöhner ausübcn kann eine geistige Thätigkeit, ein Denken, ein Vorbedacht s für das Alter, für Jahre und Zeiten der Roth resp. Krankheit, eine Fürsorge für das Fortkommen und Wohlergehen der Kinder sich einftellt, nicht aber etwa, wie erwähnt, wenn auch noch so plötzlich die bisherige Erwerbsweise etwa lohnender wird.

Sparsamkeit hat mit diesem Materialismus gar nichts zu thun, sondern sie ist etwas Geistiges.

Sie muß also anerzogen werden, und um sie zu erzeugen, um das beste Vcrhältniß, gleichzeitig das Wohl der ländlichen Arbeiter wie der Gutsbesitzer fördernd, herzustellen, schlägt der Herr Redner vor, daß man die Arbeiter zu kleinen Grundbesitzern macht.

Der Weg ist gewiß vollkommen richtig, aber auch er kann zum Irrweg werden, wenn er nicht mit Vorsicht betreten wird. Wollten Gutsbesitzer angenommen den Fall die gerade heute bei ihnen befindlichen Häusler, Ein­lieger, Käthner oder Dienstboten irgend welchen Namens ohne Unterschied zu Grundbesitzern machen, so wäre dieß eben ein verhängnißvoller Mißgriff; das Verfahren, welches beobachtet werden muß, etwas näher zu kennzeichnen, sei mir gestattet, auf das Wirken eines Instituts und eines Mannes die Aufmerksamkeit zu lenken, weil beide, nach meinem Dafürhalten, in zweckentsprechender Weise ihr Ziel erreichen. Das Institut ist die Berliner Gemeinnützige Baugesellschast, deren Aufgabe es ja ist,eigenthumslose Arbeiter in arbeitende Eigenthümer zu verwandeln" (cfr. die Wohnungen der Arbeiter und Armen; Heft I. pag. 17. Berlin, Verlag von Schröder, Unter den Linden 23. 1859); das ist zu ver­wandeln :unter eigener Thätigkeit". Hier ist allerdings schon gewisse Vor- aussetzungen von Bildung und Gesittung gestellt, denn ohne diese wird diete eigene Thätigkeit selbst für das eigenste Wohl nicht zu erreichen sein; auch ist dieß Institut, welches seine Entwickelung fand unter dem derzeitigen Protectorat des Prinz-Regenten, für städtische Verhältnisse geschaffen und insofern nicht ohne Weiteres passend.

Dagegen ist das Verfahren des Mannes, welchen ich zu nennen habe, des Rittergutsbesitzers Herrn Neumann Posegnik bei Gerdauen, der richtige Erzie­hungsweg für ländliche Arbeiter.

Neumann-Posegnik gibt denjenigen Leuten, welche eine große Reihe von Jahren hindurch sich auf seinen Gütern tadellos geführt haben, so viel ich weiß, auch in der für alle seine Leute bestimmten Sparkasse allmälig Beträge gesammelt und somit das Bestreben, sortzukommen, gezeigt haben, eine Fläche von etwa 3 Morgen Land nebst Wohnung für mäßigen Preis, von welchem sie auch zu­nächst nur einen sehr geringen Theil abzuzahlen haben.

Das ist ein gesundes Verfahren! Der Besitz wird durch Jahre langen Fleiß und Streben erarbeitet! Schon in dem Streben nach diesem Besitz erstarkt die Kraft, erwachsen die Tugenden der Arbeitsamkeit, Enthaltsamkeit, der treuen Pflichterfüllung. Ein anderes Verfahren, sei es das bestgemeinte, ist ohne Nutzen und Erfolg! Ich habe auf einem Etablissement, welches sich hauptsächlich mit ländlichen Gewerben befaßt, die humanen Bestrebungen des Besitzers, Herrn Lieutenant Dühling-Putzig, vollständig scheitern sehen, weil er seine Wünsche für das Wohl und Fortkommen der Arbeiter an die Voraus­setzung knüpfte, daß diese die menschenfreundlichen Absichten erkennen und wür­digen würden, an denen er sofort alle die auf das neue Etablissement zuziehen­den Arbeiter und Arbeiterfamilien Theil nehmen lassen wollte. Hätte er von vornherein genügenden Unterschied zwischen den treuen und fleißigen Arbeitern gemacht und jene nicht sogleich sondern erst nach einer Zeit der Be-

wäpnmg der gedachten Belohnung theilhast werden lassen, so wäre Aussicht vor­handen gewesen, den Zweck zu erreichen.

Neustadt, W.-Pr., August 1867.

E. H. Hoffmann.

Versetzen der Pflanzen.

Durch das mehrmalige Versetzen der Pflanzen sucht man die Wurzelkrone zu verstaiken, um dadurch nicht blöd ihr Wachschum zu vermehren, sondern sie überhaupt zu veredeln und fruchtbarer zu machen. Die holländischen und bel­gischen Baumzüchter vcrflanzen die jungen Bäume von der Saatschule weg noch mehrmals, wodurch die Bäume einen wahren Wulst von feinen Saugwurzeln bekommen, die zum sicheren Anschlägen neu gepflanzter Bäume zur Veredlung

Früchte iDcfcntlid) beitrogen. 3n Holland unb in der bairischen 9)fnh wendet man ein ähnliches Verfahren beim Tabaksbau an, was auch im König­reiche Sachsen mit Erfolg ausgeführt Worten ist. Die Tabakspflanzen werden nämlich verstüppt, d. h. sie werden aus dem Samcnbe t erst in's Verbreitungs­beet und aus diesem auf den bleibenden Standort versitzt, wodurch selbst ihre Vegetationszeit verkürzt worden ist. In England findet auch ein Versetzen der Hopfenfechser mit dem günstigsten Erfolge zur Ertragsvermebrung statt. Die Fechser werden nämlich auf gut vorbereitete Beete gepflanzt und im folgenden Jahre erst in die eigentliche Anlage versetzt.

Guano und Asche.

Obwohl schon öfters in landwnthschaftlichen Versammlungen und Zeit- schliften auf den Nachtheil aufmerksam gemacht Worten ist, der sich ergibt, wenn -man den Guano mit Asche mischt, so gibt es doch noch allerwärts eine Menge von Leuten, die, weil sie die landwirthschastlichen Versammlungen nicht besuchen und die Zeitschriften nicht lesen, jenes Verfahren fortwährend in Hebung be­halten, ohne zu ahnen, wie groß der Schaden ist, den sie dadurch verursachen. Bekanntlich hat-die Asche die Eigenschaft, das im Guano vorkommende werth­volle aber flüchtige Ammoniak frei zu machen und auszutreiben, so daß also durch die Zumischung von Asche zum Guano der Werth desselben, wie die Land- lcute so leicht annehmen, nicht vermehrt, sondern vermindert wird. Wir haben in den letzten Jahren öfters Versuche mit purem Guano und mit Guano, der mit Asche gemischt war, angestellt und die gewonnenen Ernteresultate lassen es außer Zweifel, daß 1 Ctr. Guano, der mit 1 Ctr. Asche gemischt ist, in seiner Wirksamkeit mehr als das Doppelte verloren hat. Nach unserer festen Ueber- zeugung ist ein Düngcrgemisch von 1 Ctr. Guano zu 5i/2 Thaler und 1 Ctr. Asche zu */2 Thaler nicht 6 Thaler, sondern noch keine 4 Thaler werth, weil durch die Mischung selber mehr als für 2 Thaler werthvolle Stoffe aus dem Guano in Lustform ausgetrieben werden.

Die Zeit zum Karioffelstecken naht jetzt heran, und so halten wir uns ver- pflichtet, auf einen Versuch aufmerksam zu machen, den Th. Pauli angestellt und der gewiß wichtig genug ist, um der Oeffentlichkeit mitgeiheilt zu werden. Er schreibt in derallg. landw. u. forstw. Ztg.» : Im vorigen Frühjahre ließ ich, Wie immer, meine zur Aussaat bestimmten rothen rauhschaligen Neunwochcu- kartoffeln auslesen und auf einem trocknen Speicher abwelken. Da indessen beim Setzen dieser Vorrath nicht ganz für das betreffende Grundstück ausreichte, so war ich genöthigt, die weiter erforderlichen Setzkartoffeln aus dem Keller holen zu lassen; da dieselben bereits stark gekeimt waren, so mußten sie vorher ent­keimt werden. Es war mir auffallend, daß trotz der ganz gleichartigen Be- schaffenheit des Bodens die nicht abgewelkt gewesenen und entkeimten Kartoffeln erst um circa 67 Tage später aus dem Boden kamen, als die anderen; was mich aber noch mehr überraschte, war das, daß die von ihren alten Keimen be- freiten Kartoffeln außerordentlich vielkeimig oder buschig wuchsen. Durch Her- ausnehmen eines Stockes überzeugte ich mich, daß an jeder Stelle, wo ein alter Keim ausgebrochen war, 34 Keime sich gebildet hatten, in Folge dessen denn aus einer solchen Setzkartoffel oft 1215 Stengel entstanden waren. Wäh­rend ich nun bei der in dieser Woche stattgehabten Ernte dieser Kartoffeln von den a'vgewelkten Steckkartoffeln durchschnittlich den töfachen Ertrag erhalten habe, bekam ich von den nicht abgcwelkten und gekeimten Kartoffeln nur die vierfache Ernte. Neues habe ich damit allerdings nichts entdeckt, allein, weil ich weiß, daß noch gar viele Landwirthe das Äbwelkenlaffen der Setzkartoffeln außer Augen lassen und daher bereits gekeimte Kartoffeln zum Setzen nehmen müssen, so ist es doch gut, von Zeit zu Zeit auf die Wichtigkeit des besseren Verfahrens aufmerksam zu machen.

(Hierzu eine Beilage.)