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die ihm zum Ausdrucke dient, nicht abhängig ist, und welches gewiß in stätigem Fortschreiten an Kraft' zunehmen wird, wenn wir allseitig bestrebt bleiben, in den Vordergrund zu stellen, was unS eint, und zurücktretcw zu lassen, was uns trennen könnte. Nachdem Ich durch den übereinstimmenden und ver- tragsmäßig beurkundeten Willen der dazu berechtigten

den sind.

Ergänzungs-Geschworne.

1) Karl Schwan, Liqueurhändler, 2) Emil Roth, Buchhändler, 3) Dominikus Hofmann, Post-Kassier, 4) August Noll, Bäcker, 5) Dr. Ludwig Lange, Pro- fessor, 6) Theodor Witte, Apotheker, 7) G. W. Ferber, Buchhändler, 8) Karl Münch, Bijouteriehändler,

terte Constructkon einer Schmierbüchse für Dampf­maschinen zu ertheilen.

Darmstadt, 23. Mai. lieber die Motive der Reise des Prinzen Alexander nach Petersburg (der gestern Abend bereits wieder zurückgekehrt) sind ver- schiedenariige Versionen in die Presse gedrungen. Wir glauben aus einer sehr lauteren Quelle zu schöpfen, wenn wir mittheilen, daß es sich außer einem Be- suche der kaiserlichen Verwandten auch um die In­teressen des in der Nähe der Stadt Samara (Gou­vernement Simbirks an der Wolga) belegenen Herr­schaftsgut handelt, das der Prinz von seinem kaiser­lichen Schwager zum Geschenk erhalten hat. Wie verlautet, soll eine projeckirte Eisenstraße das Gut durchschneiden und so besten Werth verdoppeln. Bis, den 13. Juni wird die Kaiserin zur Kur nach Kissingen gehen, und nach etwa 5 wöchentlichem Aufenthalt daselbst von dem Kaiser hierher und nach Jugenheim geleitet werden. Das Kaiserpaar soll beabsichtigen, etwa 4 Wochen Aufenthalt auf der herrlichen Besitzung des Prinzen Alexander an der Bergstraße zu nehmen.

Berlin. Die PreußischeHagcl-Versiche- ru ng S-A et ien-Gesell schäft, welche durch ihre bisherige Wirksamkeit und besonders durch die Art ihrer Schaden-Regulirungen in Bezug auf Prompti- tüde und Coulanz sich so schnell Eingang bei den Grundbesitzern zu verschaffen gewußt hat, geht, wie wir hören, auch in diesem Jahre einer größeren Entwickelung des Geschäfts entgegen. Wir haben diese Mittheilung im Interesse des Grundbesitzes für zweckgeeignet erachtet, weil uns ein Belag vorliegt, nach welchem mit der UnterschriftJmmcrwahr" durch den Aberuck eines Inserats aus Nr. 89 unserer Zei­tung vom 16. April d. I. eine Notiz colportirt wird, welche augenscheinlich als Concurrcnz - Manöver zum Nachtbeil der Preußischen Hagel-Versicherungs-Ge­sellschaft benutzt wird. Zu dieser Notiz, welche nur in dem Jnseratentheil unserer Zeitung als bezahlte Annonce enthalten war, stehen wir in keiner Beziehung und sind überzeugt, daß die Herren Grundbesitzer, welche bei der Preußischen Hagel-Vexsicherungs-Ge- sellschaft versichert haben, diesen Concurrenz-Coup auch leicht erkennen und sich in ihren Entschlüssen nicht irre leiten lassen werden. (Kreuzz.)

Berlin, 16. Mai. Der Etat für das Bundes- Telegraphenwefen pro 1869 veranschlagt die Ein­nahme auf 2,777,390 Thlr., gegen das Vorjahr ein Mehr von 496,447, und die Ausgabe auf 2,434.UUD Lylr., gegen das Borjahr ritt Plus von 448,658 Thlr., so daß also ein Ueberschuß von 323,785 Thlr. verbleibt, der im Extraordinarium zur Verwendung kommen soll.

Berlin, 22. Mai, In der heutigen Sitzung deS Zollparlaments wurde die Vorlage wegen Be­steuerung des Tabaks definitiv genehmigt, eben so das Gesetz, betreffend die Erweiterung der Ermäßi­gung der Eingangszölle. Graf Bismarck theilt darauf mit, daß der Schluß des Zollparlaments morgen Nachmittag um 4 Uhr im Weißen Saale des königl. Schlosses stattfinden wird. Alsd..nn ver­liest der Präsident ein Schreiben, welches die Abge­ordneten zur Besichtigung der deutschen Flotte 'in Kiel einlavet. Dieselben werden auf einem Extra­zuge morgen Abend dorthin geführt, woselbst die Admiralität die Bewirthung und Führung übernimmt. Sonntag Abend erfolgt die Rückfahrt.

Berlin. Am Himmelfahrttage hat die hiesige Kaufmannschaft den Zollparlamentsabgeordneten ein prachtvolles Fest in dem Börsensaal gegeben, wobei es sehr lebhaft herging. Graf Bismarck brachte einen Toast auf die süddeutschen Brüder, Fürst Hohenlohe auf Vie deutschen Stämme aus.

Berlin, 24. Mai. Die Thronrede des Königs von Preußen, womit gestern das Zollparlament ge- schloffen wurde, erwähnt im Eingänge die durch die Berathungen gewonnenen Resultate und schließt:

Nicht minder darf Ich hoffen, daß die Session des deutschen Zollparlaments, welche Ich heute schließe, dazu gedient hat, das gegenwärtige Vertrauen der deutschen Stämme und ihrer Regierungen zu kräfti- gen und manche Vorurtheile zu zerstören, oder doch zu mindern, die der einmüthigen Bethätigung die Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande, welche das ! gleiche Erbtheil aller deutschen Stämme ist, etwa im - Wege gestanden haben. Sie werden Alle die Ueber- i zeugung in die Heimath mitnehmen, daß in der Ge-

Gießen, 25. Mai. Die Sitzungen des Schwur­gerichts in der Provinz Oberhessen vom III. Quartal werden

Montag den 6. Juli l. I, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestellten Großherzoglichen Hofgerichtsraths, Herrn Eckstein, beziehungsweise des zu dessen Stellvertreter bestimm- ten Großherzoglichen Hofgerichtsraths, Herrn Völckcr, eröffnet werden, zu welchem' Zweck in der heute

gesetzgebenden Gewalten unseres deutschen Vaterlandes zu dieser hervorragenden Stellung in demselben beru­fen bin, betrachte Ich es als Ehrenpflicht, vor den zu diesem Parlamente erwählten Vertretern des deut- scheu Volkes zu bekunden, daß Ich die Mir über­tragenen Rechte als ein heiliges, von der deutschen Nation und ihren Fürsten Mir anvertrautes Gut in gewissenhafter Achtung der geschloffenen Verträge und der geschichtlichen Berechtigungen, auf welchen unser vaterländisches Gemeinwesen beruht, handhaben und verwerthcn werde. Nicht die Macht, welche Gott in Meine Hand gelegt hat, sondern Vie Rechte, über welche ich mit Meinen Bundesgenossen und den verfassungsmäßigen Vertretungen ihrer Unterthaneu in freien Verträgen übereingekommen bin, werden Mir jetzt und in Zukunft zur Richtschnur Meiner Politik dienen. In dieser Richtung und in fester Zuversicht auf Gottes Beistand die Lösung unserer gemeinsamen Aufgaben erstrebend, sehe Ich der Wie- dervereinigung des deutschen Zollparlaments entge­gen, sobald neue Arbeiten dasselbe zu erneuter Thä- tigkcil berufen werden."

Coblenz, 14. Mai. Im königl. Resivenzschlosse ist man beschäftigt, die Räumlichkeiten, welche im vorigen Jahre der Sultan bewohnte,' für den Em­pfang einer hohen Persönlichkeit herzurichten. Man vermuthet, daß ver Kaiser Napoleon im Laufe ves Sommers hier eintreffen wirv, um sich alsdann nach Ems zu begeben.

Wien, 19. Mai. Der Schritt gegen Rom ist end- gtltig gethan. Der Kaiser hat heute die drei Gesetze, welche das bisherige Concordatsgebiet wesentlich en­ger begrenzen, mit seiner Sanction versehen, und der Unterstaatssecretär, Hr. v. Moysenbug, wird, um auf der jetzt unwiderruflich gegebenen Grundlage noch einen Versuch zur Verständigung zu machen, spätestens am Samstag seine Mission nach Rom antreten.

Rom, 19, Mai. Heute fand das Leichenbe- gängniß des Cardinals Andrea statt. Der Papst wohnte der Seelenmesse bei und sprach selbst den Segen.

Rom. DieAüg. Ztg. schreibt:Nach Brie- fen aus Rom, welche in München aus ganz authen­tischer Quelle eingetroffen sind, wird Pius IX. am St. Peterstage (29. Juni) feierlich die cano- nische Bulle verkündigen, welche das allgemeine Concil auf den 8. December 1868 einberuft. Früher war es Brauch, daß vom Tage der Publikation bis zur Eröffnung ein Zeitraum von einem Jahre lag; mit Rücksicht auf erleichterten Reiseverkehr scheint aber Pius IX. diese Zeit abgekürzt zu haben. Die Mächte, welche das Recht haben, eigene Gesandte zum Concil zu schicken, werden wahrscheinlich auch vießmal von demselben Gebrauch machen und Spe­cial-Bevollmächtigte nach Rom abordnen."

England. In Ashton fanden blutige Strci- tigfeiten zwischen Protestanten, die von einem fana­tischen Prediger aufgehetzt worden waren, und irischen Katholiken statt. Mehrere Häuser der letzteren wur­den verwüstet und Capellen zerstört. Das Militär mußte einschreiten, wobei viele und schwere Verwun­dungen vorkamen.

Eine Anzahl der angesehensten Firmen Londons hat dem österreichischen Botschafter einen Protest ge­gen die Couponbesteuerung der auswärtigen Besitzer österreichischer Staatspapiere eingereicht. Die Jour­nale erklären, wenn die Vorschläge auf Verkürzung der Staatsgläubiger in Oestreich durchgingen, wür­den neue österreichische Anlehen auf allen Börsen excommunizirt werden.

Petersburg, 18. Mai. Die Großfürstin Dag­mar wurde gestern Mittag von einem Prinzen ent­bunden.

stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen

sammtheit des deutschen Volkes ein brüderliches Gefühl Hofgerichts dahier, die Haupt- und Ergänzuugs- ter Zusammengehörigkeit lebt, welches von der Form, Geschworuen in folgender Ordnung ausgeloost wor-

9) Dr. Wilhelm Schüler, Hofgerichts - Advokat 10) Ottmar Weidig, Hofgerichts-Advokat, 11) Eduard' Thorwart, Hofgerichts-Advokat, 12) Ernst Wallen­fels, Bäcker, sämmtlich in Gießen.

H a u p t - G e s ch w o r n e.

1 j Peter Blecher IV., Bürgermeister in Ober- Roßbach, 2) Karl Hoos, Fabrikant in Lauterbach, 3) Friedrich Habicht, Branntweinhändler daselbst, 4) Caspar Schmiermund, Oeconom in Ober-Sei­bertenrod, 5) Jacob Burk, Bierbrauer in Friedberg, 6) Peter Klederger II., Landwirth in Melbach, 7) Georg Sann, Weinzapfer in Lauter, 8) Hein- rich Carle, Bürgermeisterin Ruppertenrod, 9) Johan­nes Viehl II., Bürgermeister in Rainrod, 10) Georg Zehner L, Müller in Schwalheim, 11) Dr. Ru- volph Lenckart, Professor in Gießen, 12) Georg Ewald IV., Oeconom in Ockstadt, 13) Friedrich Keil, Landwirth in Melbach, 14) Philipp Keil II., Landwirth in Melbach, 15) Samuel Windecker, Kaufmann in Friedberg, 16) Christian Landmann IV., Schildwirth in Gedern, 17) Johann Peter Schnei- der, Fruchthändler in Borsvorf, 18) Peter Kratz, Fürstlicher Kammerrath in Lieh, 19) Johanes Ja- ko bi VI., Bürgermeister zu Rodheim, Kreis Vilbel, 20) Karl Haberkorn, Kaufmann in Friedberg, 21) Conrad Römer, Ellenwaarenhändler in Schlitz, 22) Hermann Steinberger, Hofgerichts-Advokat in Gießen, 23) Martin Hartmann, Färber in Grün­berg, 24) Georg Rasch, Schildwirth in Freien- Steinau, 25) Heinrich Walter, Landwirth in Maar, 26) Andreas Gemmer II., Bürgermeister in Zell, 27) Johannes Euler V., Kaufmann in Langen- Berghcim, 28) Jacob Wießler, Ellenwaarenhändler in Butzbach, 29) Conrad Köhler, Materialienhänv- ler in Lieh, 30) Alexander Rieß, Bürgermeister in Nauheim.

Friedberg, 23. Mai. Der gestern dahier stattgehabte Vereinstag der oberhessischen Genossen- schäften war Seitens der Creditvereine in Mar­burg, Gießen, Wetzlar, Butzbach, Wieseck, Hers- seid, Alsfeld, Grünberg, Niever-Wöllstadt, Lang- GönS, Schotten und Reichelsheim durch Abge- ordnete zahlreich beschickt, und hatte auch ein weiteres und großes Auditorium herbeigezogen. Von Berlin waren die Abgeordneten Parifius (Garde- legen), E. Richter und Bankdirektor Sörgel erschie­nen. Die beiden Hauptpunkte der Verhandlung waren das projektirte Genossenschaftsgesetz für den norddeut- schen Bund und die Errichtung einer Filialbank in Frankfurt a. M. Ueber ersteren Gegenstand hielt Hr. Parisius einen lungern Vortrag und wurde nach einer längeren Debatte beschlossen, eine Petition auf Einführung des Genossenschaftsgesetzes an das nord­deutsche Parlament zu richten. Ueber die Errichtung einer Filiale der Berliner Genossenschaftsbank in Frankfurt a. M. erstattete Herr Sörgel eingehenden Bericht und war die Versammlung einstimmig der Ansicht, daß eine solche Filiale für das Genossen- schastswesen in den Guldenlänvem eine unbedingte Nothwendigkeit fei. Zum Vorort wurde abermals Gießen, zum Abgeordneten für den allgemeinen deut- schen Genossenschaftstag Herr Haustein aus Gießen und zu dessen Stellvertreter Herr Bellinger aus Als, eld gewählt.

Telegraphischer Schiffs-Bericht,

mitgetheilt von Ehr. Wallenfels, jun.

Das Bremer Postdampfschiff Amerika, Cap Ernst, von der Linie des norddeutschen Lloyd, trat am 16. Mai wiederum eine Reise via Southampton nach Rewyork an, und hatte, außer einer starken Brief- und Packetpost, 730 Passagiere und 600 Tons La­dung an Bord.

Bon den Passagieren reifen :

23 Erw., 5 Kind., Säugl. in I. Kaj. ober. Salon. 102 h 7 2 I. unter.

470 91 30 im Zwischendeck.

Das Bremer Postdampfschiff Hansa, Cap. Ote- rendorp, von der Linie des norddeutschen Lloyd, wel­ches am 2. Mai von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbehalten in Newyork angekommen.

Das Amerikanische Dampfschiff Circasstan, Cap. Ellis, trat am 16. Mai eine Reise via Falmouth nach Newyork an und hatte

10 Erw., 5 Kind. Säugl. in I. Caj. ober. Sal., 487 131 44 im Zwischendeck

an Bord.

Newyork, 19. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Dampfschiff des norddeutschen Lloyd Baltimore, Capitän W. Böckler, welches am 1. Mai von Bremen und am 4. Mai von Southampton ab- gegangen war, ist wohlbehalten in Baltimore ange- kommen.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.