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Gießener Anzeiger.

Erscheint wöchentlich drei­mal: Dienstags, Donner­stage und Samstags. Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen.

Nr. O. Samstag den 25. April 1868.

Amtliche Bekanntmachungen.

Zu Rr. K. G. 3097. Gießen, am 23. April 1868.

Betreffend: Die Erbauung von Eisenbahnen in der Provinz Oberhessen.

Das

Grokherzogliche Kreisamt Gießen

an

die Großheyoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Unter Bezugnahme auf die in einer der nächsten Nummern des Regierungsblattes erscheinende Bekanntmachung vom 18. l- Mts., wonach die Gesetze vom 27. Mai 1821 und 14. August 1867 auf die in der Bekanntmachung bezeichneten Eisenbahn-Anlagen Anwendung finden, empfehlen wir Ihnen, den mit der Ausführung dieser Anlagen beauftragten Beamten und deren Hülfsarbeitcrn hierbei, soweit es von Ihnen abhängt, möglichst Vorschub zu leisten, insbesondere bei den Verhandlungen wegen Erwerbung des Geländes fördernd mitzuwirken. Dr- G o l d m a n n.

Besondere Bekanntmachungen.

Oeffentliche Aufforderung.

2853) Die Wittwe des Christian Bie­ber, Margaretha, geborene Löber, ist am 9. März d. I- kinderlos dahier verstor­ben und hat laut gerichtlichen Testaments ihre Stieftochter Karoline Bieber, ver­ehelicht an Louis Fischer dahier, zur Universalerbin eingesetzt. Da die zur Jn- testaterbfolge gerufenen nächsten Verwandten der Christian Bieber's Wittwe nicht ermit­telt werden konnten, so werden dieselben hiermit aufgefordert, sogewiß binnen acht Wochen etwaige Einwendungen gegen die Rechtsgültigkeit des Testaments dahier vor- zubringen, widrigenfalls solches für rechts­gültig anerkannt angesehen und der einge­setzten Erbin der Nachlaß überwiesen wer­den wird.

Gießen, den 16. April 1868.

Großhemogliches Stadtgericht Gießen.

Mubfi.cl'vr. v. Schmalkalder, Stadtrichter. Stadtger.-Asscssor.

Oeffentliche Aufforderung.

I. Die nachstehend aufgeführten Grund- eigenthümer wollen die bei jedem Namen bemerkten Parcellen veräußern, vermögen aber ihr Eigenthum und resp. die Abfüh­rung der für solches verabredeten Kausschil- linge urkundlich nicht nachzuweisen, nämlich:

1) Jacob Stein II. Wittwe von Beuern, IV/97 dasiger Gemarkung.

2) Jacob Stein II. von da, 111/349 dasi­ger Gemarkung.

3) Daniel Hofmann und Frau Elisabetha, geb. Walther, in Danbringen, 11/268, 302, III/241, IV/204, V/326, IX/174, 11,180, 97 und 230 dasiger und XXII146 Alten-Busecker Gemarkusa,

.. 4) P' iVWi* «on Annerod, VI/209 da- stgcr Ge.onrrung.

5) Derselbe, n/979 dasiger Gemarkung, welche Parcellc übrigens im Grundbuche noch auf den Namen Löb Katz von Stein­bach eingetragen ist.

6) Paul Hahn II., PH. S-, von Annerod, VII/334 Rödger Gemarkung.

7) Johannes Haas II., Johannes Sohn, zu Steinbach, 11/347, V/4, IX/198, XI/150. XIV/178, XV/148, XVII/41, V11,297 dasiger Gemarkung.

8) Konrad Kehr in. von Treis a- d- Ld-, VI,36 und 65,3 Mainzlarer Gemarkung.

9) Heinrich Stein III. von Beuern, V/446 dasiger Gemarkung.

10) Philipp Bellof ii. in Beuern, x/337 dasiger Gemarkung.

11) Philipp Schäfer II. von Reiskirchen, 1/310 dasiger Gemarkung.

12) Heinrich Jünger II. von Reiskirchen, 1/41 dasiger Gemarkung.

13) Philipp Pfeiffer IV. von Großen- Buseck, XX/12 dasiger Gemarkung.

14) Katharine Lörsch von Beuern, IV/79 und X/697 dasiger Gemarkung.

15) Ludwig Lenz, resp dessen Wittwe zu Trohe, 1/24, 1/25, 1/96 l stiger IX, 124 und 125 Alten-Busecker, IX'?-?. xvil/291 Gro- ßen-Busecker Gemarkung

16) Jacob Wießner in Climbach, VII/4 Allendörfcr a. d. Lda. Gemarkung.

17) Johannes Schwalb II. Erben in Großen-Buseck, 1/124, 942,1016, 1246,1479, 11/455, 619, III/136, 476, 480, 602, IV, 282, 546, 589, V/62, V/270, XI, 20, 282, 478, 575, XIV/23, 97, 395, 397, XV/190, 513, 655, XVI/87, 108, 170, 417, XVII/72, 88, 572, XVIII/515, XX/75, XXI/299, XXII, 44, 49,

xxv/243, XXVII/344, XXViil/92, 534 da­siger Gemarkung.

18) Johannes Benner jun. von Treis a. d. Lda-, L/6406 dasiger Gemarkung.

19) Löb Berlin von Beuern, V/886 dasi­ger Gemarkung

20) Philipp Krämer's Wittwe zu Anne­rod, 1/454, 455, 537, 552, 609, 629 , 768,1, III370, V/490 und 491, V/592,1, VI/280 dasiger Gemarkung.

21) Ludwig Bellof zu Annerod, 11/74,3, 616,3, 617, 401, III/514, 516,3, IV/26, V/251, vl/94,6 dasiger Gemarkung.

22) Eberhard Kramer zu Annerod, XXII/54 und 57 Wiesecker Gemarkung.

23) Johannes Wißner l. von Beuern, XX/164 dasiger Gemarkung.

24) Georg Melior von Großen-Buseck, 1/752 dasiger Gemarkung.

II. Die nachstehenden Grundbesitzer be- itzen sodann bescheinigtermaaßen über die Verjährungszeit hinaus die bei jedem Namen bemerkten Parcellen, nämlich:

1) Herrn von Rabenau zu Londorf, 1,122, 123, 136, 202,5, 128,-784 , 903, 943, 1003, 11/81, 97, III/6, IV,290, 329, 400, 470, V/72, 113, 149, 152, 201, 304, 343, 370, X/37, 594, 652, xi/121, 147,180, XII/300, X1II/1, 174, 196, 500, XIV/22, XVIII/33, XXI,127, 357, XX1V/311, 316, X/85, 197 , 742, xxni/231 Alten-Busecker Gemarkung.

2) Die Gemeinde Großen-Buseck die im dortigen Grundbuche auf keinen Namen un­ter 1,1652, 11,672, III/870, IV/664, V.645, X/187, Xl/674, XIII/779, XIV/981, XV, 946, XVII 644, XVIII/674, XIX/475, XX, 551, XXI/571, XXII, 373, XXIII/393, XXV/772, XXVII/444, XXVIII, 999 eingetragenen Wege.

3) Konrad Meyer UI. von Großen-Bu seck 11,289 dasiger Gemarkung.

4) Konrad Arnold von da, XXVII,369 und 372 dasiger Gemarkung.

5) Lorenz Henß von da, XII1/135 dasiger Gemarkung.

6) Die Gemeinde Reiskirchen die im dor­tigen Grundbuche noch auf keinen Namen eingetragenen 284, 6 Klftr. Wege der Flur I. und haben beantragt, daß den fraglichen Parcellen der ErwerbtitelErsitzung" bei­gefügt , die unter Ordn.-Nr. 2 und 6 auf: geführten Parcellen dabei auch der Gemeinde Großen-Buseck und resp. Reiskirchen auf den Namen geschrieben werden.

III. Johannes Klinket III. von Rutters­hausen, resp. dessen Erben haben die Hof: raithe 1/162 dafiger Gemarkung, die ihr Erblasser von seinem Bruder Johannes Klinke! für 400 fl. erworben und in welcher dieser Bruder sich das Ersitzrecht Vorbehal­ten, verkauft. Dieser Bruder ist unbekauut wo? abwesend und soll, was aber urkund­lich nicht nachznmeisen, vor seinem Weggänge von Haus das Kaufgeld in Empfang ge­nommen und auf feilt Ersitzrecht in der Hofraithe Verzicht geleistet haben.

iv. Namens der Main-Wescr-Bahn hat der Großherzoglichc Fiscus im Jahr 1849 von dem unbekannt wo? abwesenden Johann Georg Zweck von Staufenberg die Parcelle VIU/16,3 dasiger Gemarkung in Anwendung des Expropriationsgesetzes erworben,, ohne daß solche dem Erwerber bis jetzt im Grund­buch zugeschrieben worden sei.

V. Endlich haften nach dem General: Währschafts- und Hypothckcnbnche von Treis a. d. Lda. auf der dem Adam Schick von da gehörigen und von Johannes Formhals erworbenen Parcelle B/283ba noch 396 Tha- ler und 62 Thaler 3 Slbrgr. 9 Hlr. Kauf­geld, ohne daß aus dem gedachten Buche

zu entnehmen wäre, wer als der Berechtigte zu diesen Kaufgeldern zu betrachten.

Auf Antrag der Interessenten werden dar­um alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend welcher Art an die oben sub I und II auf­geführten Parcellen und die sub V bemerk­ten Kaufgelder zu bilden vermögen, sowie bezüglich der Parcellen sub III und IV Jo­hannes Klinke! von Ruttershausen und Johannes Georg Zweck von Staufenberg, hiermit aufgefordert, ihre etwaigen Ansprüche ogewiß und zwar bezüglich der Parcellen sub I binnen vier Wochen und bezüglich der anderen Posten binnen drei Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls ohne Rücksicht auf solche be­züglich der Parcellen sub i und in die neu­errichteten Eigenthumsurkunden bestätigte und der Eintrag auf den neuen Erwerber im Mntations - Verzeichnisse verfügt, den unter III und IV bemerkten Parcellen der nachgewiesenc Erwerbtitel und zwar soweit dies erforderlich unter Ueberschreibung der Parcellen auf den Namen der Besitzer bei­gefügt und bezüglich der Kaufgelder unter Ordn.-Nr. V die Löschung des dessallstgen Eintrags im General-Währschafts- und Hypothekenbuche angeordnet und vollzogen werden wird.

Gießen, den 9. April 1868.

Großherzogliches Landgericht Gießen. (2841)__________Bötticher.____________

Cd i c t a l l a d u n g.

2821) Nachdem die Andreas Schäfer Eheleute von Kloster Arnsburg unterm 30. Januar d. I. mit der Mehrheit ihrer gc- richtsbekanntcn unbevorzugten Gläubiger einen Stundung?- und Nachlaß-Vertrag abgeschlossen Haven, dessen Einsicht in der Registratur der unterzeichneten Behörde frei­steht, so werden alle Diejenigen, welche eine bestimmte Erklärung darüber noch nicht ab­gegeben haben, sowie etwaige noch unbe­kannte, unbcvorzugte Gläubiger hiermit auf­gefordert, um fogeroiffer von heute an bin­nen 4 Wochen ihre Forderungen dahier an­zuzeigen, resp. ihre etwaigen Einwendungen gegen das Arrangement vorzubringen, wi­drigenfalls solches ohne Rücksicht auf sie bestätigt und in Vollzug gesetzt werden würde.

Lich, am 2. April 1868.

Großherzogliches Landgericht Lich.

Sartorius, Ccllarius, __________Landrichter. Landgerichts-Assessor.

Schutzpoeken - Impfung

in der Stadt Gießen.

2799) Ans Veranlassung des Großher­zoglichen Kreisarztes, Medicinalraihs Dr. Stammler dahier, bringen wir zur Kcnnt- niß der Stadtangehörigen, daß derselbe vom 1. Mai bis 15. Juni und vom t. Sep­tember bis 15. October dieses Jahres alle Kinder, bereit Eltern es wünschen und die den dritten Lebensmonat Überschritten haben, in seiner Wohnung, jeden Mittwoch und Samstag von Nachmittags 2 Uhr an, un ent geldlich impfen wird.

Gießen, den 20. April 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

Versteigerungen.

Vergebung von Bauarbeiten.

2832) Folgende zur Erbauung eines ersten Pfarrhauses zu Gießen erfor­derlichen Arbeiten sollen auf dem Sub- missionswege vergeben werden:

Voranschlag, fl. kr.

Maurerarbeit, incl.

Mat.-Lieferung 4918 41

Steinhauerarbeit,

ff

1412 8

Zimmerarbeit,

2294 54

Dachdeckerarbeit,

ff

ff

388 48

Schreinerarbeit,

ff

2035 35

Schloff erarbeit,

ff

1012 12

Glaser arb eit,

468 48

Weißbinderarbeit,

1077 37

Spenglerarbeit,

ff

278 30

Pflasterarbeit,

ft

ff

247 41

Pläne, Voranschläge und Bedingungen können vom 30 l. M- an in unserem Ge- schästslokal eiugesehen und die Offerten von ba an bis zum 2. Mai I. I., Vormittags 10 Uhr, eingereicht werben. Dieselben müssen wohl versiegelt und mit der Aufschrift: Submission für das erste Pfarr­haus zu Gießen unter Bezeichnung der betreffenden Arbeit versehen sein. Zu Eröffnung der Submission ist der Ter­min auf

Samstag den 2. Mai l. I., Vormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftslokale anberaumt, wel­chem die Interessenten beiwohnen können. Später einlaufende Offerten finden keine Berücksichtigung.

Gießen, den 23. April 1868.

Großherzogliches Kreisbauamt Gießen- Holzapfel.

2854) Dienstag den 12. Mai, Nachmittags 2 Uhr,

oll auf dahiesigem Rathhause die Hofraithe des Philipp Weller, als:

Flur Nr. lHKlstr.

Vio65 18 Hofraithe in der Wetz- steingasse,

nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 21. April 1868. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

Ebel.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.

2798) Montag den 27. April 1868, von Vormittags 9 Uhr an,

soll in dem Gießener Stadtwalde, Districten Trieb und Philosophenwald, nachverzeich­netes Holz versteigert werden, als:

236Vt Stecken Nadel-Prügelholz,

2311/4 Stockholz,

19251 Wellen Reisholz,

189 Nadel-Stämme mit 3801 Cubiksuß,

6 Eichen- 258

7742 Nadel-Stangen 9696

8 Eichen- 40 ,,

Die Zusammenkunft ist auf dem Triev. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wirb Zahlungsfrist bis 1. September d. I. ge-

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien ber umliegenden Orte werden ersucht, bicj in ihren Gemeinden bekannt machen zu la@ießen, ben 21. April 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

_______________Vogt._____________

Eichen - Bauholz - Versteigerung.

2801) Donnerstag ben 30. April d. I-, des Morgens 9 Uhr,

sollen in dem Gemeindewalde dahier, Di­stricten Banhardt und Klöppelstrauch: 114 Eichen-Baustämme, 8802 Cubiksuß enthal­tend, meistbietend einer Versteigerung aus­gesetzt werden.