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in überseeischen Ländern Anerkennung verschafft. Der König dankte und hob hervor, daß die Unterstützung, welche die Vollbringung des Einheitswerkes bei an­deren deutschen Staaten, auch bei Hamburg, gefun­den, den Erfolg herbeigeführt habe. Er schloß mit einem Hoch für den Gastgeber, die Stakt Hamburg. Abends war das Elbufcr und die innere Stadt illuminirt. Die Volksmenge bewegte sich in den Straßen.

Hamburg, 21. Sept. Beim Besuch der Börse sagte der König zum Präsidenten der Handelskammer : Was Sie brauchen, das brauchen wir Alle, den Frieden, und daß dieser nicht gestört wird, habe ich die sicherste Hoffnung. Die von mir in Kiel gespro­chenen Worte sollten dieser Friedcnszuversicht den kräftigsten Ausdruck geben. Unerklärlich bleibt mir, wie eilte entgegengesetzte Auffassung nur einen Augen­blick eintreten konnte.

Stuttgart, 18. Sept. DerStaatsanzeiger" meldet: Am nächsten Montag wird in München der Zusammentritt einer Commission erfolgen, welche über die Bildung eines gemeinschaftlichen Organs zur ein­heitlichen Leitung des süddeutschen Festungswesens, unter Anschluß desselben an das allgemeine deutsche Vertheidigungssystem, beratben soll.

Karlsruhe, 21. Sept. Prinz Wilhelm von Baden hat das Commando der badischen Division niedergelegt. Als sein Nachfolger wird Kriegsmini­ster General-Lieutenant v. Beyer genannt.

Friedrichshafen, 18. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind, von Jugenheim kommend, um 7 Uhr hier eingetroffen und werden Hierselbst einen achttägigen Aufenthalt nehmen. Der Minister v. Barnbühler hatte sich zur Begrüßung der Herrschaften im Bahnhof zn Stuttgart eingefunden.

Prag, 17. Sept. In der Instruction des böh­mischen Episkopats bezüglich des neuen Gesetzes an den Klerus werden die in Civilehe lebenden Katho­likenöffentliche Sünder" genannt; denselben sei feine Absolution zu ertheilen, für sie feine Messe zu lesen, auch dürfen sie nicht als Tauf- oder Firmpathen zu- gelaffen werden.

Paris, 21. Sept. DieOpinion nationale" tbeilt mit, es seien gestern wichtige Depeschen von Madrid an die spanische Gesandtschaft angekommen und von derselben dem Marquis v. Moustier mitge- theilt worden. Dasselbe Blatt erwähnt ein Gerücht, nach welchem die Königin zu Gunsten ihres Sohnes abgedankt und die Regentschaft Espartero angeboten habe. DerEtendart" sagt, die politische Welt betrachte die Situation in Spanien sehr ernsthaft. DiePatrie" kündigt die gestern erfolgte Abreise des Grafen Girgenti nach Spanien an, um das Commando seines Regiments zu übernehmen.

Paris, 21. Sept. DerGaulois" schreibt über die spanischen Ereignisse:Die Bewegung macht reißende Fortschritte. Das erste Signal wurde von den DampffregattenVilla de Madrid" undZaragoza" gegeben. |5ünf andere große Seeschiffe und alle minder bedeutenden Schiffe, welche sich in Cadix be­fanden, traten der Bewegung bei. Man begreift die Wichtigkeit der Erhebung dieser Kriegsschiffe. Mit ihnen beherrscht die Revolution die Küsten und kann die Bewegung überallhin verbreiten. Anderer­seits ist die moralische Wirkung des Pronunciamen- tos der Marine, eines aristokratischen und sehr an­gegebenen Corps, welches niemals an den politischen Uwsturzbewegungen Theil genommen hatte, ein außer­ordentlicher. Man versichert, daß auch Carthagena sich erhoben habe. Gerona hat gestern die revolu­tionäre Fahne aufgepflanzt und der Obrist Baldrich, welchen der General Prim zum Obercommandanten dieses Theils von Catalonien ernannt hat, muß sich gegenwärtig auf seinem Posten befinden. Man weiß, eines wie ausgezeichneten Rufes sich dieser Offizier erfreut, ter im letzten Jahr den Feldzug 2 Monate lang gegen 30,000 Mann unterhielt. Gestern Abend weilte der Hof, in großer Verlegenheit, noch in St. Sebastian. Die Königin hatte eben, als sie nach Madrid zurückkehren wollte, die Nachricht von dem Aufstand erhaltens, worauf sie sofort die Abfahrt wieder abbeftellte, ohne Zweifel aus Furcht, sich den Rückzug abgeschnitten zu sehen. Ein Corps von 14,000 Manu operirt zwischen Valladolid und Gua­dalajara und verhindert tie Rückkehr der Königin nach Madrid. Man sprach von einer Abdankung zu Gunsten des Prinzen von Asturien; aber das wäre den Ansprüchen der Revolution gegenüber ein unge­nügendes Zugeständniß. Das Programm ter Re- volution enthält drei Hauptpunkte: 1) Aufhören der bourbonischen Dynastie; 2) provisorische Regie- rung; 3) Einberufung einer Constituante, welche in souveräner Weise über tie künftigen Geschicke Spa­niens entscheiden soll. Dieß ist das Programm der coalifirten Progressisten und Unionisten.

Madrid, 19. Sept. Gestern hat sich Contre- |

Admiral Topete im Hafen von Cadix mit der ganzen Flotte empört. Die nach Den kanarischen Inseln ver­bannten Generale sind nach einem Pronunciamento an die Garnison von Cadix gelandet. Marschall Herzog Torre, Expräsident des Senats, hat sich an die Spitze der Jnsurgenteit gestellt. Man versichert, daß die Jnsurrectiou gegen die Dynastie gerichtet sei und constituirende Cortes und provisorische Regierung verlange. Die Telegraphenlinien in Andalusien sind zerstört. Gleichzeitig haben sich mehrere Städte er­hoben. Es herrscht eine große Panik am Hofe. Die Truppen haben Madrid verlassen. Marschall Concha ist zum Commandanten der Streitkräfte in Andalu­sien ernannt. Der höchste Kriegs- und Marine-Ge­richtshof hat einen Haftbefehl gegen den Excivilgou- verneur von Barcelona erlassen. Der Gouverneur ter Gendarmerie und die Polizei sind Tag und Nacht mobil.

Madrid, 20. Sept. Das Ministerium hat seine Demission gegeben. General Concha wurde zum Präsidenten des Ministerrathes ernannt und wird in Madrid erwartet. Die Insurgenten haben sich der Stadt Sevilla und ganz Andalusiens be­mächtigt. Zwischen der Regierung und den Insur­genten sind Unterhandlungen eingeleitet. Es geht das Gerücht, die Königin habe ihre Abdankung an- geboten. Nähere Nachrichten fehlen. Die Telegra- phenleitungen sind unterbrochen. Es herrscht große Aufregung.

Vermischtes.

Gießen. In einem süddeutschen Blatte finden wir fol­gende»HeirathSantrag": Ein Mann von 36 Jahren, kör­perlich wohlgeformt, geistig wohlgebildet, heiteren Humors, lebenslustig, im Besttze einer jährlichen Rente von 25.000 Gulden aus Grundbesitz, wünscht, nachdem er zehn Jahre lang alle Länder der Welt bereist hat, ein eigenes Hauswesen zu gründen und sich deßhalb mit einer Gattin zu versehen. Die­selbe muß körperlich wohlgeformt und abgerundet sein, ein ova­les Gesicht besitzen, welches durch Stirn, Nase, Lippen und Kinn in drei gleiche Theile getheilt ist, die Nase darf nicht wagerecht im Gesicht liegen, sondern muß wo möglich mit der Stirne eine Linie bilden und darf nicht nach Innen, sondern muß nach Außen gebogen sein. Falsche Zähn- oder Haare werden nicht angenommen. Ist sie noch sehr jung, so werden keine Ansprüche auf vollendete Bildung gemacht. Hat sie 20 Passirt, so muß sie einer feinen Gesellschaft mit Geist und Ge­wandtheit präsidiren und mit jeder Dame der Stadt in jeder Beziehung concurriren können. Vermögen darf sie gar keines besitzen. Museums- oder andere Bälle darf sie gar nicht be­sucht haben. Theater und Concerte müssen ihr ein Gräuel sein. Sie muß richtig Deutsch und Französisch sprechen, das Letztere ohne deutschen Accent. Als künftige Hausfrau erhält sie für ihre Person 5000 fl. Nadelgeld, die nöthige Diener­schaft, eine eigene Equipage, ein Reitpferd und eigene Wohn­zimmer im Hause. Jedes Jahr eine größere Reise mit Gefolge und Winteraufenthalt in den Hauptstädten Süddeutschlands. Der Zukünftige ist auf diesen gewöhnlichen oder ungewöhn­lichen Weg angewiesen, weil er sich zur Hervorbringung jener Fadheiten nicht entschließen kann, womit Damenbekanntschaften gewöhnlich angeknüpft werden müssen.

Darmstadt, 13. Sept. Bezüglich der Handhabung des Gesetzes vom 25. Juli l. I. über die ortsbürgerliche Nieder­lassung und Verehelichung stellt ein Ausschreiben des Ministe­riums des Innern folgende Normen auf: Die Kreisämter haben fortan keine sogenannten Heirathsscheine (Zeugnisse, daß der Ehe, soviel die bürgerlichen Verhältnisse und die Kriegs­dienstpflicht betrifft, kein Hinderniß int Wege stehe) mehr zu ertheilen und kommt damit auch die Erstattung von Heiraths- berichten Seitens der Bürgermeistereien in Wegfall. Dagegen haben nunmehr die Geistlichen, beziehungsweise die Rabbiner, in Starkenburg und Oberheffen darüber zu verlässigen, ob der vorzunehmenden Trauung bezüglich der Militärverhältniffe und des Alters des zu Trauenden kein Hinderniß entgegensteht; es ist insbesondere auch jetzt noch erforderlich, daß ein gerichtliches Zeugniß dem Geistlichen darüber producirt werde, daß der be­absichtigten Verehelichung kein civilrechtliches Hinderniß im Wege stehe, daß die Frage der Großjährigkeit geprüft und der minderjährige Bräutigam zur Erwirkung der Dispensation an das Kreisamt verwiesen werde. Bei Beurtheilung der Frage, ob die Militärpflicht der Trauung eutgegenstehe, haben sich die Geistlichen nach folgenden Bestimmungen zu bemessen: Im militärpflichtigen Alter stehende Leute, welche sich verheirathen wollen, bevor sie ihrer Militärpflicht im stehenden Heere ge­nügt haben, sind, ehe die Trauung erfolgt, auf die Bestim­mungen der Militärersatz-Jnstruction aufmerksam zu machen, wonach die erfolgte Verheirathung eines Militärpflichtigen nie­mals eine Berücksichtigung der Gesuche um Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienste begründen kann. Die in ihre Heimath beurlaubten Recruten, d. h. die von den Ersatzbehör­den definitiv für das stehende Heer ausgehobenen Militärpflich­tigen dürfen ohne Consens des Landwehrbezirks-Commandeurs nicht getraut werden; und die im activen Dienst stehenden Mi- litärpersonen dürfen sich nicht ohne Genehmigung ihres vorge­setzten CommandeurS verheirathen. Dagegen sind die Mann­schaften des Beurlaubtenstandes (bet Reserve und Landwehr) während ihrer Beurlaubung rücksichtlich ihrer Verheirathung Beschränkungen nicht unterworfen. Die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften sind bezüglich ihrer Verheirathung wie die im activen Dienst stehenden Militär­personen, beziehungsweise wie die Recruten, zu behandeln.

Darmstadt. Der Ingenieur Sir John Bruson Über­reichte dem Gemeinderath der Residenz einen interessanten Vor­trag Über die Möglichkeit, die Stadt Darmstadt mit Wasser ans dem Rheine zu versehen.

Darmstadt, 18. Sept. Das heute erschienene Regie­rungsblatt Nr. 50 enthält:

I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Groß- herzoglichen Hauses und des Aeufern, den zwischen Hessen und Preußen wegen des Baues der oberhessische» Eisenbahnen ab­geschlossenen Staatsvertrag betreffend.

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des

Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, den zwischen Hessen und Preußen wegen (Srbaitung einer Eisenbahn von Offenbach nach Hanau abgeschlossenen Staatsvertrag betr.

III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« Großherzoglichen Hauses und des Aeußern und des Großher­zoglichen Ministeriums der Justiz, den Schutz der Waarenbe- zeichimngen betr.

IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des In­nern, die Einführung der im Großherzogthum in Bezug auf das Schulwesen bestehenden Bestimmungen in den zufolge de« Friedensvertrags mit dem Königreich Preußen vom 3. 'Septem­ber 1866 mit dem Großherzogthum vereinigten Gebiets- theilen betr.

V. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Fi­nanzen, die Einziehung der früher Herzoglich Anhalt-Bernbur- gischen Staatskassen- und Eisenbahnkaffenscheine betr,

VI. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegsminister iumS, dahin lautend: Zufolge Allerhöchster Entschließung Sr. Kv- nigl. Hoh. des GroßherzogS ist die Großherzogliche Kriegsschule bis auf Weiteres geschloffen.

VII. Bekanntmachung Großherzogl. Commission für Post- Augelegenheiten, die Postverbindung zwischen Michelstadt und Hirschhorn belr.

VIII. Bekanntmachung Großherzogl. Commission für Post- Angelegenheiten, di« Postverbindung zwischen Bensheim und Reichelsheim betr.

IX. Bekanntmachung Großherzogl. Commission für Post- Angelegenheiten, die Errichtung einer Personcn-Annahmestelle in Hörgenau betr.

X. Bekanntmachung Großherzogl. Commission für Post- Angelegenheiten, die Errichtung einer Personen-Annahmestelle auf der Straße zwischen Nieder-Wöllstadt und Assenheim betr.

XI Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Um­lagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Reli- gionsgemeiuden im Kreise Dieburg.

XII. Bekanntmachling Großherzoglichen Kreisamts WormS, die Erhebung der Umlage für die israelitische Religionsgemeinde zu WormS für 1868 betr.

XIII. Ermächtigung zur Annahme fremder Or­den. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 25. Slug, dem Kreisrath, Regierungs- rath Pfanuebecker zu WormS, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen deS ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen Kronenordens 3. Klaffe und am 31. Slug, dem Jacob Abresch zu Worms die Erlaubniß zur An­nahme und zum Tragen dcS ihm von Sr. Maj. dem Könige von SBürtemberg verliehenen Ritterkreuzes des Friedrichs-Ordens zu ertheilen.

XIV. Bekanntmachung, die Vertheilung der Preismedaillen in dem philologischen Seminar zu Gießen betr. Folgenden ordentlichen Mitgliedern des philologischen Seminars auf der Landes-Universität zu Gießen sind für ihre Leistungen während des Wintersemesters 1867/68 und des Sommersemesters 1868 Preise zuerkannnt und ertheilt worden, nämlich: der erste Preis dem Sind. phil. Georg Windhaus aus Darmstadt; der zweite Preis dem Stad. phil. Friedrich Curkchmann au« Gießen; der dritte Preis dem Sind. phil. Engelbert H euß- lein aus Groß-Steinheim. /Schluß folgt.)

Frankfurt. Wie man von Berlin meldet, soll das dor­tige statistische Bureau und das damit verbundene meteorolo­gische Institut zu einer Centralanstalt für ganz Preußen erwei­tert und demgemäß alle anderen derartigen Anstalten damit ver­schmolzen werden; außer dem hiesigen statistischen Amte die statistischen Bureaus in Hannover und Kiel, sowie die statistische Commission in Kassel. Die Beamten der bisherigen Anstal­ten sollen ihre Verwendung in dem neuen Centralbureau finden.

München. Das von Emanuel Geibel dem König von Preußen gewidmete, in Lübeck überreichte, Gedicht schließt mit den Worten:

Und fei« als letzter Wunsch gesprochen, Daß noch dereinst Dein Äug' es sieht, Wie über's Reich ununterbrochen Vom Fels zum Meer Dein Adler zieht! DerNürnb. Corr." bemerkt.hierzu sehr boshaft:Würde der zuletzt ausgesprochene Wunsch in Erfüllung gehen, und es dann eine baierische Cabinetskaffe nicht mehr geben, aus der unftrs Wissens Herr Geibel noch Pension bezieht, bann hat er sich jedenfalls Anspruch darauf erworben, daß sie ihm bann der König von Preußen zahlt.

In Metz ist am Donnerstag eine Werkstatt, wo Chaffepot- Patronen angefertigt werden, in die Luft geflogen. Es befan­den sich in derselben 71 Frauen und 32 Militärs; 15 blieben auf der Stelle todt, 59 wurden schwer verwundet und die übrigen alle verletzt. Die Ursachen der Erplosiou sind noch nicht amtlich sestgestellt. Die Erplosion erfolgte Nachmittags 2 Uhr. Es waren, laut derFrance", 109 Arbeiter in der Bretterbaracke-, wovon in der elften Abtheililng des Holzbaues 71 Frauen, in der zweiten 14 Frauen beschäftigt waren, zu­dem noch 14 Chasseurs, 10 Feuerwerker. 3 Artillerie-Souschefs und 1 Ober-Feuerwerker. Eine Arbeiterin soll eine Schecre (nach den Einen im Zorn, »ach den Andern während der Ueberreichung an eine andere Arbeiterin) auf eine Patrone ge­worfen (oder mit der Spitze der Scheere in eine solche ge­stochen) und so die Erplosion veranlaßt haben. Sofort erfolgte ein furchtbares Krachen und die Bretter der Baracke flogen wie Schwefelhölzchen umher. Das Feuer, das sich sofort der fertigen Patronen bemächtigte, griff wie ein Blitz um sich und richtete die gräßlichsten Verheerungen unter den Menschen an. Als die PompierS und Behörden herbeieilten, war Alles vor­bei, der Hof des Arsenals glich einem Schlachtfelde, bedeckt mit 16 Leichen, welche zur Unkenntlichkeit verbrannt waren, sowie mit 59 Verwundeten, welche auf dem Boden lagen, verbrannt, zerrissen, entsetzenerregend. Die Mehrzahl der ver­wundeten Frauen ist verheirathet. Von einer Feuersbrunst konnte kaum die Rede fein, das Feuer warf jählings Alles umher und war bald erloschen. Dieß war ein großes Glück, denn es wurden aus den Trümmern noch gefüllte Pulver- und Patronenräffer hervorgezogen und gerettet, welche, wenn sie Feuer gefangen hätten, noch ärgeres Unheil anrichten konnten. Der Verwundeten, welche theils im Hospital Bon-Secours, theils im Militärspital liegen, sind, den neuesten Nachrichten zufolge, im Ganzen 82, von denen viele rettungslos sind. Der Minister des Innern schickte so-ort 10,000 Fr. nach Metz für die Familien. Der Kaiser meldete sogleich auf erhaltene An­zeige telegraphisch zurück, er sei mit der Kaiserin bereit, für die Familien, die ihm als hülfsbedüfftig bezeichnet mürben?'ju sorgen. Nach einer Depesche betAgence Havas" fingen 150 Kilos Pulver Feuer.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietfck) in Gießen.

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