Dernriethungen.
998) Der dritte Stock meines Hauses ist zu vermiethen und kann eventuell schon zu Ostern bezogen werden. _________________Professor Dr. Lange.
992) Eine Stube mit Bett ist zu vermiethen bei
A- Velde, Kirchenplatz Nr. 23.
988) Im „Russischen Hof" sind mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen.
989) Mein in der Marktstraße gelegenes elterliches Wohnhaus, Lit- D- Nr. 211, ist im Ganzen zu vermiethen; auch bin ich Willens, wenn sich Liebhaber dazu finden, dasselbe aus freier Hand zu verkaufen.
Fritz Möhl, Metzger.
982) Ein freundliches, moblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Näheres bei der Exped- d- Bltts-
983) Ein freundliches, moblirtes Zimmer ist am Canzleiberg Lit- B- Nr. 67 billig zu vermiethen.
985) Im „Russischen Hof" sind Lagerräume zu vermiethen.
986) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei Wern Hard Brück, Flügelsgasse.
Vermischte Anzeigen.
1024) Auf dem Balle des Bürger-Clubs blieben ein Schleier und ein Paar Handschuhe in der Garderobe liegen. Diese Gegenstände können bei Clubdiener Schaum in Empfang genommen werden.
1009) Zwei brave, saubere und fleißige Mädchen vom Lande können als Haus- und Küchemnädchen baldigst in Dienst treten. Wo? sagt die Erped. d. Bltts.
1010) Ein junges Mädchen von auswärts, in allen häuslichen Arbeiten erfahren, sowie tüchtig im Nähen und Bügeln, sucht eine ihren Leistungen entsprechende Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
994) Ein junger hübscher Enterich wird zu kaufen gesucht Reichensand Lit. C- Nr. 121.
1008) Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit findet gegen hohen Lohn eine gute Stelle im v. Meyer'schen Hause vor dem Hauserthor in Wetzlar.
1016) Ein Laufmädche« wird gesucht Neuenbäuen Lit. B- Nr- 77.
017) Heute Abend von 7 — 8 Uhr:
Vierter Vortrag
zum B e st e n der O st p r e u ß e n.
Professor Zöppritz: „lieber die Unvergänglichkeit von Stoff und Bewegung in der Natur."
Einlaßkarten a 30 fr. bei den Herren Ricker und Ferber, sowie Abends an der Kasse.
-Verein.
1014) Sonntag den 23. Februar, Abends 7% Uhr, findet mit Musik, Gesang, declamatorischeu Vorträge» u. fi w.
das S. Stiftungsfest
im Saale des „Promenadehauses" statt. ,
Jedem Mitgliede ist gestattet, drer Nichtmctglreder emzufuhren. Karten für die- elben ä 9 fr. werden im Vereinslocale und bei den Herren H. Sonntag und Paul Weitzel, sowie Abends an der Kasse, abgegeben.
Die Mitglieder werden ersucht, ihre Vereinskarte mitzubringen.
Der Borstand.
Einladung zum Küfer- und Dierbrauer-BE.
1015) Zu dem am 22. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale des ^Prinzen Carl" staltstndenden Valle laden wir alle Freunde und Bekannte höflichst ein.
Karten hierzu sind bei Herrn Wilhelm Heil oder an der Kasse zu haben. Das Co mite.
Börsennachrichten.
17. Februar 1868.
Preuss. 4%<% Obi. 95% Frankf. 31/2% om. 821/4 Nass. 41/2O/o Obi. 943/4
Kurh. 4% Obi. 893/4
Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 90
„ 3%% do. do. —
Bayer. 5% Obi. 101 o/g
„ 4i/2o/o 1jährige 93%
„ 4%<% %iährige 94 "Würtemb. 4%% Öbl. 94% Baden 4%% Obi. c. E.L. 94% Oestr. 5% b. R. 62 %
„ 5% National 55%
„ 50/0 Metall. Obi. 46%
„ M. steuerf. 50%
Amer. 6% 1882r Bds. 75%
„ 6% 1885r 75%
Actieil.
Frankf. Bank 126
Oester. Bank 723
„ Creditaet. 186% Darmst. Bankact. 220
Prioritäten.
5% östr. F. St. E. B. 262% Lud wigsh.-Bexbach 157% Maxbahn 107%
Bayer. Ostbahn 120
Hess. Ludwigsbahn 130%
3% östr. Stab.-Prior. 54 3% östr. s. Lombard. 42% 3% Livorneser 27%
Toscaner 40%
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/0 Elisabeth-Prior. 75% do. II. Emiss. 73%
Kurh. 40 Thlr. Loose 54%
Wechsel.
Amsterd. k. S. 1005 3
Augsb. k. S. 993/4
Berlin k. S. 105
Bremen k. S. 97%
Cöln k. S. 105
Hamburg k. S. 88%
Leipzig k. 8. 105
London k. S. 119%
Lyon k. S. -—
Paris k. 8. 95
Wien k. 8. 101%
Disconto 3% G.
Geldsorten.
Pr. Gass. Sch. 1 44%-45%
Div. Cass.-A. — *
Nassau fl. 25 b. Roth. 36
Pr. Friedrdor. 9 57^-!
Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144*/2
Pistolen . . 9 49-51
Gr. Hess. fl. 25 b. R. —
„ doppelte 9 50-52
4°/q bayr. Präm. Anl. 997/§
Holl. fl. 10 St. 9 54-56
4% badische Loose 98%
Ducaten . . 5 37-39
Badische fl. 35 Loose 51
20 Frankens!. 9 30 Vg-
1858r Prioritätsloose 1321/2
Engl. Souver. 11 54-58
1860r Loose 711/8
Russ. Imper. 9 50-52
1854r „ 82V2
Doll, in Gold 2 27-28
999) Unterzeichnete zeigt hiermit ergebens an, datz tze von jetzt an S t r 0 h h ii t e zum Waschen und Fa^on- niren, unter Zusicherung schnellster und bester Besorgung, entgegennimmt. (&Hfe Frech, B. M.
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g Bern und Stuttgart.
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Feuilleton.
Vetter und Base.
Tine Familiengeschichte. '
(Fortsetzung.) ,
„Herr Dönning," Hub der Buchhalter an, „ich bedaure, Sie in dieser fatalen Angelegenheit verwickelt zu sehen; allein ich hoffe um so eher, daß Sie die Hand dazu bieten werden, dieselbe ohne Hülfe der Gerichte beizulegen. Zunächst bin ich Ihnen schuldig, Sie über den wahren Charakter dieses angeblichen Grafen Damiani aufzuklären; derselbe ist ein Schwindler, ein früherer Opernsänger Namens Manci, der zur Zeit meines Aufenthalts in Liverpool als Singlehrcr lebte, eine feiner Schülerinnen verführte und entführte und hernach wegen Bigamie bestraft wurde . . ."
„Das ist eine Lüge!" rief Damiani mit wuthfunkelnden Augen.
„Elender Feigling! eine einzige telegraphische Depesche bringt in wenigen Tagen Herrn Arthur Nicholson zur Stelle, um meine Behauptung zu bestätigen. Wünschen Sie wohl, dem tiefgekränkten Bruder von Miß Eleanor noch einmal zu begegnen?"
Manci biß sich auf die Lippen und schwieg trotzig, aber Alle hatten bemerkt, wie er unter dem Blicke und den Worten des Buchhalters zusammengebebt war.
„Als Mann von Ehre werden Sie nun auch begreifen, Herr Dönning, warum ich mich in diesen Handel gelegt habe," fuhr der Buchhalter fort. „Ich hätte vielleicht die Entführung schon an dem Hinterpförtchen des Parks verhin- dern können aber nicht ohne ein fatales Aufsehen in der Stadt zu erregen. Es lag mir daher daran, die Katastrophe hieher zu verlegen und die Abrechnung mit Manci hier vorzunehmen. Sie werden jetzt einsehen, welche Gefahr meiner unerfahrenen Cousine drohte und welchem Schicksal sie an der Seite dieses Menschen entgegen gegangen wäre. Sie werden begreifen, welcher Antheil an einem solchen Unglück und welche Verantwortung Ihnen zugefallen wäre, wenn Manci seinen Zweck erreicht hätte. Ich hoffe daher, Sie werden einen Vorschlag annehmen, den ich Ihnen machen will. Manci hat in Stocksheim Schulden hin- terlassen, und wollte mit Ihrer Beihülfe sowohl das Fräulein hier entführen, als seinen Gläubigern entweichen, eie verpflichten sich daher, Herr Dönning, gemeinsam und zu gleichen Theilen mit mir die Schulden dieses Abenteurers zu bezahlen; wir lassen ihn mit Begleitung über die Grenz- bringen und uns geloben, sich künftig hier weder zu zeigen, noch von sich hören zu lassen. Wir aber suchen alles Uebrige zu vertuschen und zu verschweigen, und kehren in aller Ruhe und Stille nach Stocksheim zurück."
Dönning besann sich nicht lange; sein Aerger über die Täuschung, die der fremde Abenteurer sich mit ihm erlaubt hatte, und über den Fluch der Lächerlichkeit, dem er verfallen mußte, wenn die Entlarvung Manci's bekannt wurde, überwand jede Regung von Mitleid mit dem seitherigen Freunde, und er gab dem Buchhalter durch Wort und Handschlag die Absicht kund, auf den Vorschlag einzuqehen. Manci ward abgeführt und bald hörte man die EMapost-
chaise fortrollen, welche ihn und den Gensd'armen nach der Grenze bringen sollten, und Dönning kehrte verschüchtert zu seinem Wagen zurück mit dem Versprechen, den Buchhalter am folgenden Tage aufzusuchen.
Dieser war nun mit Ida und ihrem Mädchen allein. „Meine liebe Cousine," Hub er an, „Sie werden mir nun nicht mehr grollen, weil ich Ihnen in solcher Weise entgegentrat. Sie werden einsehen, welchem lebenswierigen Unglück und Jammer Sie verfallen wären, wenn diese Entführung ihren gewünschten Erfolg gehabt hätte!" Statt aller Antwort warf sich Ida mit lautem Schluchzen an seinen Hals. „Es wird besser sein, Iva, wenn Sie einige Wochen von Stocksheim fern bleiben," fuhr Rudolph fort, „und ich möchte Ihnen rathen, bei Frau Sommerberg, Ihrer ehemaligen Gouvernante, unter dem gastlichen Dache des einsamen Pfarrhauses und in ländlicher Stille abzuwarten, bis das Aufsehen, welches dem heutigen Ercigniß folgen wird, sich gelegt hat. Die Pfarrerin wird Sie trösten und ausrichten, und ich nehme es auf mich, Ihre Eltern so schonend wie möglich von dem Vorgefallenen zu benachrichtigen."
„Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, bester Vetter! Sie meinen es aufrichtig gut mit mir," erwieberte Iva. „Gott lohne Ihnen dieses Wohlwollen! Allein wenn Sie mich nicht namenlos unglücklich machen wollen, so lassen Sie meinen guten Vater nichts von diesem Vorfall erfahren, der ihn so tief betrüben würde, und ich gelobe Ihnen, daß ich in Alles willigen werde und daß es mein erster und letzter Fehltritt sein wird. Großer Gott, warum sind mir die Augen nicht früher geöffnet worden? Und wie konnte Mama zugeben? . . ."
„Mein liebes Kind," erwiederte der Buchhalter, „es gibt ein Ding, welches über Mutterweisheit ist: — das Gewissen, und ebenso die Weiblichkeit und die Pietät. Hören Sie fürder stets auf diese, ehe Sie wieder Schritte thun, die selten wieder ungeschehen gemacht werden können."
„Gott ist mein Zeuge, Vetter, daß ich Ihnen und mir dieß gelobe!" flüsterte Ida, und beugte sich auf seine Hand nieder, welche die ihrige umfaßte, und küßte sie inbrünstig. „Und nun fort von hier, lieber Rudolph! Bringen Sie mich nun schnell nach Erlau zu Amalien!"
Wenige Minuten später rollte der Wagen mit Ida, dem Buchhalter und dem Mädchen in einer andern Richtung aus dem Posthofe. Erlau lag kaum eine Meile weit entfernt und war ein ansehnlicher Flecken. Der Pfarrer Sommerberg daselbst war ehedem Hofmeister in der Familie des Fabrikanten Fink in Stocksheim gewesen, hatte dort die Gouvernante der jungen Fräulein Balder kennen gelernt und später, als er die Nomination auf jene Pfarrstelle erhalten, Amalie Flacht geheirathet. Diese war eine Frau von vortrefflichem Charakter, in welchem sich die weiblichste Milde mit einer selfinen Willenskraft paarte, eine Frau von tief religiösem Sinne und einer gediegenen vorzüglichen Bildung. Die Erziehung, welche sie den beiden Zöglingen gab, wäre eine musterhaste gewesen, wenn Amalie sie hätte vollenden können und dürfen; allein sie war der Com- merzienräthin zu ernst und religiös und darum hatte Frau Balder Amalien gern ziehen lassen, als Sommerberg eine Pfarrstelle erhielt und um sie warb;


