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Veranlassung in Hannover und Kassel gesagt: Aus voller Ueberzeugung der Union zugethan, weil ich in ihr die beste Gewähr und Bürgschaft für den Frie­den unter den evangelischen Confcssl'oncn erkenne, wie cs mein in Gott ruhender Vater gethan, bin ich doch weit entfernt von dem Gedanken, irgend einen Zwang anwenden zu wollen; ja ich würde sogar eine Ueberredung mißbilligen, wenn sie nicht durch die Sache und die Zwecke der Union selbst herbei­geführt wird. Von Herzen werde ich zu allen Zeilen die Union ebenso lebhaft wünschen, als ich überhaupt de» Frieden ans religiösem Gebicie wünsche, aber ich werde nie etwas anordrien, was wie ein auferlegter Zwang gefühlt oder gedeutet werden könnte."

Berlin, 16. Sept. DieProv.-Corr." hebt anderweitigen Auslegungen gegenüber hervor, daß die auf 3 Monate binausgeschobene Einberufung der Recruten ein unzweideutiges Anzeichen der Friedens- zuversicht des Königs sei, indem derselbe bei irgend­welcher Kriegsbesorgniß hie militärische Ausbildung eines vollen Drittels des Heeres nicht um 3 Mo­nate binausschiebcn würde. Zur Bekräftigung dieser Ansicht verweist dieProv.-Corr." auf die gestern in Kiel gesprochenen Worte des Königs. Der norddeutsche BundeSrath wird Ende September zu- sammentreten.

Flensburg, 17. Sept. Die nordfchleswigschen Parteiführer Krüger und Ahlmann versuchten vergeb­lich, eine Audienz beim König zu erlangen.

Leipzig, 16. Sept. Nach einem Beschluß des Polizeiamtes wurde heute der Allgemeine deutsche Arbeiterverein, dessen Präsident Hr. v. Schweitzer in Berlin ist, auf Grund des §. 24 des Vereinsgesetzes aufgelöst.

Breslau, 17. Sept. Nach einem Telegramm derBrest. Ztg." ans Warschau vom 16. Sept, mußten alle Schüler der Gymnasien und Progym­nasien ohne Unterschied der Confessio» die üblichen Gebete zum ersten Male in der russischen Kirchen­sprache abhalten.

Essen, 16. Sept. Wie demSocial-Demokr." gemeldet wird, haben 1100 Bergleute die Arbeit eingestellt und verlangen die Bewilligung folgender Forderungen: 1) Verringerung der erst kürzlich auf 10 Stunden erhöhten Schichtzeit auf 8 Stunden; 2) Erhöhung des neulich herabsetzten 'Lohnes auf seinen früheren Stand; 3) Aufhören der fortwäh­renden Maßregelungen.

Gotha, 16. Sept. Das Schwurgericht hat gestern Nacht den Rechtsanwalt Streit von Coburg wegen ausgezeiehneter Veruntreuung zu vier Jahren Zuchthaus verurtheilt.

München, 17. Gemäß des zwölften Artikels des Friedensvertrage« vom Jahr 1866 werden von 3071 Urkunden des Bamberger Archivs, welche zur eommissionellen Verhandlung gekommen sind, 1401 von Baiern an Preußen ausgeliefert werden.

Stuttgart, 17. Sept. Die auf Seelsorgs- pfründen decretirten, resp. zu Pfarrern ernannten, Seminarvorstände Most und Höfer haben gegen diese Versetzung ReeurS zum heil. Stuhl genommen und diesen Schritt der Kirchenbehörde angemeldet.

Stuttgart, 16. Sept. Der Bischof von Rot­tenburg unterläßt die angekündigte Veröffentlichung über die Denuneiationen, dagegen publieirt er einen Cireularerlaß an Die Diöeesan ° Geistlichkeit. Der Regens Most und Snbregens Höfer (eie Haupt- fchürer) erhielten die Pfarrstellen Stockheim und Stoedtlen.

Baden-Baden, 17. Sept. Der Kaiser von Rußland ist heute um 4 Uhr hier angekommen und imEnglischen Hofe" abgestiegen.

Wien, 17. Sept. Die heutigeNeue freie Presse" erfährt aus bester Quelle, daß das Gerücht von einer demnächstigen Zusammenkunft des öster­reichischen und des russischen Kaisers jeder Begrün- düng entbehre.

Paris, 14. Sept. Zu der von dem gestrigen Etendard" mitgetheilten und von dem heutigenCon- stitutionnel" reproducirten Ansprache des Kaisers an Die Generäle im Lager von Chalons bemerkt Der Avenir national" :Also Die europäische Lage ist eine solche, das Mißtrauen ist ein so allgemeines, Daß Das Staatsoberhaupt nur noch Das Wort er­greifen kann, um anzuzeigen, daß es nichts sagen wolle, Da nach seinem eigenen GestänDnisz alle seine Worte als Kriegszeichen ausgelegt werDen müßten oDer könnten! Man muß gestehen, daß, wenn irgend etwas, dann ein solches Bekenntniß Die allgemeine Besorgniß nur noch vermehren kann. Jedermann wird sich fragen, wenn er die Note DesEtendarD" liest: Welche Ideen mußte Denn die Rede enthal­ten, welche das Staatsoberhaupt nicht gesprochen hat, wenn diese Ideen, selbst mit Maß ausgedrückt, anti-friedlich erschienen wären? Was Die Zeitun­genbetrifft, von welchen in Der kleinen Ansprache

des Kaisers die Rede ist, und die der Armee als etwas Lästiges uuD als Störenfriede Dargestellt zu werden scheinen, so ist es wahr, daß sie unaufhör­lich den Frieden und klare Aufschlüsse verlangen, welch' letztereOman ihnen eben so beharrlich verwei- gcrt. Vielleicht mögen sie darum in den höheren Regionen mißfallen, aber eben darum auch sind sie der Ausdruck so glühender Wünsche und so großer Interessen im Lande."

London, 12. Sept. Der Ritualismus, D. h. cie Nachahmung der römisch-katholischen Kirche in Ceremoniell, priesterlicher Kleidung u. s. w., macht in der anglikanischen Kirche, d. h. bei der vorzugs­weisehochkirchlichen" Partei, immer auffälligere Fortschritte, und ein nicht unbeträchtlicher Theil der Bischöfe begünstigt diese Neuerung. Sv erzählt die Times" von einem großenRitualistic Revival", einem kirchlichen Herbstfest in Haydock, Lancashirc, dessen Glanzpunkt eine Wallfahrt durch die Felder war mit Kreuzen, fliegenden Fahnen, purpurnen und violetten Gewändern der Priester und singenden Chor­knaben, welche Körbe mit Blumen und Früchten tru­gen.Die römische Kirche," sagt DieTimes" ironisch,mag sich in Acht nehmen, Daß sie nicht überboten luirD, denn hier ist der ganze frische No- vizencifer."

Newyork, 5. Sept. Das Repräsentantenhaus von Georgia erklärte Die Neger als zu Mitgliedern unwählbar; daraufhin wurden 25 Neger ihrer Sitze für verlustig erachtet. Bewaffnete Negerbanden sollen sich in der Nachbarschaft von Savannah umhertrei­ben. Die Newyorker demokratische Staatsconven- iion begünstigt in ihrem (einstimmig angenommenen) Programm allgemeine Ainncstirung aller politischen Verbrecher, sofortige und vollständige Einverleibung der Siikstaaten in Die Union, sowie gleichmäßige Bc-» steuerung, Zahlung Der Staatsschuld in Papier, aus­genommen wo Goldzahlung ausdrücklich vorbedungen ist, unk Schutz Der naturalisirten Bürger und ihrer Rechte im Auslände. Außerdem dankt die Conven­tion Dem Präsidenten für' seinefurchtlose Verthei- digung der Constitution" und heißt das demokra­tische Parteiprogramm, sowie Die CandiDaten für PräsiDentschaft und Vicepräsidentschaft gut.

Vor m i s ch t e s.

Gießen. Das Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bun­des Nr. 30 enthält: Bekanntmachung vom 2. d. M., betref- teud die höheren Lehranstalten, welche' zur.Ausstellung giltiger Zeugnisse über die wiffeuschaftliche Qualifikation zum einjährig freiwilligen Militärdienst berechtigt sind. (3ii unserem Groß- herzvgthum sind dieß: die Gymnasien zu Darmstadt, Bens­heim, Gi.ßen, Büdingen, Mainz und Worms: die technische Schule zu Darmstadt als Realschule erster Ordnung: dte.Real- schulen zu Darmstadt, Offenbach, Gießen, Friedberg, Mainz und Bingen als Realschulen zweiter Ordnung.) Die Real­schulen in Alsfeld und Alzey sind darnach hiervon ausgenommen.

Darmstadt, 4. Sept. Das heute erschienene Regie­rungsblatt Nr. 49 enthält:

I. Bekanntmachung Grvßherzoglichen Ministeriums der Fi- nanzen, den Anschluß der Großherzogthümer Mecklenburg-Schwe­rin und Mecklenburg-Strelitz, der freien und Hansestadt Lübeck, sowie mehrerer preußischer Enklaven und des Lauenburgischen LehngutS Stintenburg au den Zollverein betr.

II. Instruction für die Landwehr-Bezirks-Commandeurc hin­sichtlich der Vollstreckung von Geldbußen.

III. Bekanntmachung des Großherzogl. Kreisamts Mainz, die Communal-Umlagen der Stadt Mainz pro 1868 betr.

IV. Ermächtigung zur Annahme fremder Or­dens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 27. Juli dem Dr. Schneider zu Worms die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. K. H. dem Großherzog von Sachsen-Weimar verliehenen Ritterkreuzes 2. Klaffe des Hausoidens der Wach­samkeit oder vom weißen Falken. am 31. Juli dem ersten Pfarrer und Decan Keim zu Worms die Erlaubniß zur An­nahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen Kronenordens 3. Klaffe, des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Württemberg verliehenen Rit­terkreuzes des Ordens der würtembergischen Krone und deS ihm von S. K. H. dem Großherzvge von Sachscn-Weiniar verliehenen Ritterkreuzes erster Abtheilung des Ordens der Wach­samkeit oder vom weißen Falken, am 14. Ang. dem Ober- baurath Dr. Georg Breidert die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Mas. den, Könige von Preußen verliehenen Kronenordens 3. Klasse, an dem­selben Tage dem ersten Beigeordneten der Bürgermeisterei Mainz, Carl Racke, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adlcrordens 4. Klaffe und am 16. Aug. dem Bankdirector, Präsidenten und Verwaltungsrath der Hes­sischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft, Dr. Parcus zu Darm­stadt die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen könig­lichen Kronenordens 3. Klasse zu ertheilen.

V. Ert Heilung von Erfindungspatenten.

VI. Gestorben: am 3. Aug. der Ministerial-Registrator, Kanzleirath Achen; am 16. der pensionirte Lehrer an der technischen Schule zu Darmstadt, Baurath Harres; am 17. der pensionirte Schullehrer Hasselba um zu Hähnlein; am 22. der MilitLrpcnsionär Vollmer zu Mainz.

Darmstadt. Die in hiesiger Stadt in der MitzetiiuS'- schem Angelegenheit circulirende Adresse an Se. K. Hoh. den Großherzog hat bereits über 2000 Unterschriften gefunden. Da der gegen die kirchliche Freiheit gerichtete Protest ein wirksamerer sein wird, wenn sich allenthalben die Protestanten durch ihre Unterschrift an demselben b-theiltgten, so ist die Vcrbrcitnng der Agitation über das ganze Land mehr als er­

wünscht, und freut es uns, mittheilen zu können, daß in der alten Lutherstadt Worms die Adresse bereits in Umlauf gesetzt worden ist.

Nossau. In Wiesbaden ist der Taglöhner Christ, der zu Pfingsten eine Biertelohm Apfelwein an einer besuchieu Waldstelle auffegte, um sich einen Nebenverdienst zu ver­schaffen, wegenunconzcssionirten Wirthschaftsbetriebes" zu einer Geldstrafe von 64 Thalern, zur Nachzahlung von 16 Thaler Gewerbesteuer und Bezahlung der Kosten des Verfahrens ver­urtheilt worden.

Baiern. Kaiser Alexander hat in Kissingen nahezu 100,000 Gulden an Geschenken und Trinkgeldern aller Art zurückgelassen. Im Jahre 1865 floß der kaiserl. Gnadenstrom scheinbar viel, viel spärlicher, aber nur scheinbar. Der Kaiser gab gerade so viel, aber der Geldstrom wurde durch die Ta­schen hoher und niederer russischer Hofdiener abgeleitet, die we­nig durchsickern ließen.

Heidelberg, 12. Sept. Unlängst geschah hier eine Fre- velthat, welche die gesummte Einwohnerschaft fast mehr ergriff und empörte, als ein blutiges Verbreche». Einem hiesigen Bürger wurden in einem jungen Weinberg von a/4 Morgen, der im kräftigsten Ertrag stand und die reichste Ernte versprach, sämmtliche Weinstöcke, 1475 an der Zahl, in der Nackt abge­schnitten, und die darin befindlichen Obstbäunie durch Abschälen der Rinde und Abhauen der Wurzeln gctödtet. Blutspuren deuteten an, daß der mnthmaßliche Thätep sich dabei verwun­det haben mußte die bisherige Untersuchung ergab jedoch keinen Beweis.

* In Stuttgart wird am 17. October 1. I. die zweite deutsche Frauenconferenz zusammcntreten zur Verathung von vorerst folgenden Fragen: 1) Die Ausfindigmachung der Mittel und Wege, tote jungen Müttern die Anleitung zu ge­ben sei, die physische Erziehung ihrer Kinder mit Verständniß leiten zu können; 2) die Errichtung von kleinen Kindermuseeu für Literatur, Kunst und Industrie; 3) die Anbahnung einer Kleiderreform gegen die Bizarrerien der Mode und Ausstudig- machung der Mittet und Wege, um dieselbe mit Erfolg durch- znsetzen; 4) die Agitation für Umwandlung der Frauenwohlthä- tigkeitsvereine in Frauenerwerbsvereine; 5) über die Errichtung von Mädchebgymnasien und weiblichen Hochschulen. 40 Städte werden vertreten sein.

Oesterreich. Der Steyermärker Bischof Zwerg er pre­digte eine volle Woche hindurch gegen Ronge und andere Apostel des Unglaubens". Seine Beweisführung gipfelte in den Worten: Man fordere den Ronge und Genossen doch auf, Tvdte zu erwecken, wie solches die Heiligen gethan haben, und inan werde sehen, daß es mit der neuen Religion nichts ist. Die witzigen Grazer antworteten twcnn auch nicht in der Kirche,, sie hätten auch davon noch nichts gehört, daß Bischof Zwerger einen Berg versetzt habe, wozu es doch in Steiermark an Gelegenheit nicht fehle.

Pesth. Das große 6000 Ccntner fassende gemauerte Reservoir der Petroleum-Rafffnerie-Actien-Gesellschaft in Ofen ist am 12. d. in Brand gerathen. An Löschen war nicht zu denken, man bemühte sich, die fünf nebenanliegenden Reservoirs zu schützen, da bereit Entzündung jeden Augenblick zu befürch­ten war. Der Schaden ist ungeheuer. Drei Menschen sind verunglückt.

England. Wie dieSouth London Preß" mittheilt, lassen mehrere große Londoner Brauer Erperimente mit Strych­nin anstcllen, um zu erfahren, in wie weit dasselbe bei der Zubereitung von Bitter - Ale verwendet werden könnte. Es wird nämlich behauptet, daß das Gift, wenn in unendlich klei­nen Dosen gebraucht, eine große Ersparnis! an Hopfen bewirkt, und gleichzeitig einebewundernswerthe Tonik" abgibt.

London. Als Curiomm wurde erwähnt, daß kitt jüngst verstorbener Herr Brown in feinem Testamente die Summe von 30,000 L. zur Errichtung eines Hospitals für Thiere aus­gesetzt hat. Der Gedauke, ein Hospital für Thiere zu grün den, ist übrigens nickt neu und wahrscheinlich von Indien her importirt. Dort bestand wenigstens noch, bis vor Kurzem in Surate eine solche Anstalt, deren Einkünfte sich auf 9000 hol ländische Gulden beliefen. In einer Abtheilung befanden sich kranke Kameele uns Ochsen, in einer ander» kranke Pferde, da wurden altersschwache Affen gepflegt, dort Tauben, Hühner Ente» und Kaninchen. Die todtkranken Pferde, Kameele ic. waren in einem besonderen Gemach. Ja sogar Flöhe, Wan­zen und.....wurden in einem Zimmer gepflegt; es sollen

arme Menschen' eigens dafür bezahlt worden sein, sich von die­sen Thieren sangen zu lassen. Abgesehen von solchen Ertra- vaganze» wäre bei unserer modernen Pferderackerei der Gedanke wenigstens nicht belachet,swerth, für solch' arme alte und ab­gehetzte Thiere ein Asyl zu gründen.

Netvyork. Karl Heinze» in Boston eifert imPionier" gegen die Verleihung politischer Rechte an Frauen und hält dabei feigen re Strafpredigt:Die unbedenkliche, gewissen­hafte, sclavische Fügsamkeit, ja der cultuSartige Eifer, womit das weibliche Geschlecht jeder Mode huldigt, und sich auch für die abscheulichste Verunstaltung begeistert, die ihm von Paris aus oder anderswoher dictirt wird, zeugt von einer Gedanken­losigkeit, Unselbstständigkeit und kindischen Gesinnung, die in der That an Kinder oder an Wilde erinnert und wohl im Stande ist, die Frage hervorzurnfcn, wie solche Wesen fähig und berufen sein können, in ernsten Fragen des Staatslebens und öffentlichen Wohles eine Stimme abzugeben. - Wenn nicht bloß die halbkindische Negerin, oder die flitterstolze Stnben- magd, nein, wenn die feine Lady, die auf derAkademie" Aesthetik und Astronomie studirt und die Classiker gelese» hat, nicht leben kann, ohne sich jeden Fetze» »mzuhängen, de» sie an einer anderen gesehen, und sich durch eitlen auf das holde Gesicht geklebten Deckel und einen auf den Hinterkopf gepfla­sterten Haarberg für einen Maskenball unter Hottentotten zuzubereiten, so ist man versucht, alles für Traum zu halfen, was man je von weiblicher Anmuth, weiblichem Geschmack gehört hat, und den für wahnsinnig zu halten, der solche Maskenballfiguren in das Staatsleben einführen will. (Wir werden uns hüten, uns unseren schönen Leserinnen ge­genüber darüber auszusprechen, ob und wie weit diese derben Auslassungen auch auf unsere Verhältnisse Anwendung finden.)

* Karl Vogt, dessen Vorlesungen über die Urgeschichte der Menschheit bekanntlich allenthalben Sensation erregt haben, wird nun auch in Amerika die Resultate seiner wissenschaftlichen Forschungen in Vorlesungen zu verbreiten suchen. Es verlautet allgemein, Vogt werde schon in diesem Winter seine überseeische Reise antreten; dieß ist jedoch nach derKöln. Ztg." nicht der Fall; man hat zwar seine Bedin­gungen bereits angenommen, wünscht aber, der Präsidentenwahl wegen, daß er erst im Winter 1869/70 komme.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.