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Jeiiage zu M. 11J des Hießmer Anzeigers.
Feuilleton.
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War es kühl und stille, Und mein leichtes Herze fing Nirgends eine Grille.
sie lehrten mich den Schnitt, die Halmen fassen, ich schaffte rüstig mit, Gespräch und Spässen, ich meiner Wege ging,
Und Und Und Bei Als
Gießen. Am 13. fand im Gasthaus zum Landsberg in Frankfurt a. Ni. eine vertrauliche Zu- fammenkunft einer kleineren Anzahl der Mitglieder der hessischen Fortschrittspartei der drei Provinzen unseres Landes statt, in welcher über die Reorgani- sation der Partei und Gründung eines Landesver« eins eine Besprechung stattfand. Wie wir verneh. men, war man über Nothwendigkeit einer solchen Organisation allseitig einverstanden, und wurde der Entwurf eines OrganisationsvorschlagS, der einer demnächst zu berufenden Landesversammlung der Fortschrittspartei vorgelegt werden soll, festgestellt.
Berlin, 16. Sept. Außer der an den Rector
der Kieler Universität gerichteten „FriedenSredc" wurde dem Könige von Preußen auf dem dortigen Bahnhofe noch Gelegenheit zu mehrfachen Ansprachen an die dort versammelten Spitzen der Behörden. So erwiederte derselbe, wie norddeutsche Blätter melden, dem Grafen Reventlow: „Ich danke Ihnen für Ihre guten Wünsche, für Ihre Versicherungen und Ihre Zuversicht in die Zukunft. Wie viele Wirren haben überstanden werden, wie erschütternde Welt- creignisse haben cintreten müssen, ehe wir in den Hafen eingelaufen sind, ehe Sie mir diese Worte sagen, ehe ich Sie hören konnte! Wir befinden uns in einer Uebergangsperiode und unterliegen den
Die Verschwörer von 1799.
Roman von de Saint-Felix.
(Fortsetzung.)
__ Mit den Schmeerbäuchen, Herr Hauptmann, ist es seit dem Ende | bet Monarchie vorbei; die Faulpelze blühen freilich noch unter Barras dem Großen und krakehlen mit den Gemäßigten des metaphysischen Staatsökonomen und höchst aufgeblasenen Abbü Sieyös. Aber gehen wir jetzt zu Ihnen über! Was machen Sie hier?
— Ich warte ab, entgegnete der Hauptmann Reymond.
— Das ist mir zu unbestimmt. Conspiriren Sie gegen das Direktorium? Ja oder nein ?
— Mit wem sollte ich conspiriren, Bürger Chateauneuf? Mit den Fischern ? Das Direktorium conspirirt zur Genüge gegen sich selbst und wird bald mit eigener Hand den Scharfrichter an sich machen. Das ist meine Ueberzeugung.
— Und, ich glaube, so ziemlich auch die meinige, antwortete der Musca- bin. Aber kehren wir zu Ihrer Person zurück! Sie haben sich hier versteckt, und man kann sie leicht auffinden, da ich Sie hier richtig vermuthet habe. Die ganze Polizei ist Ihnen auf dem Nacken ... In Paris spricht man nur von Bonaparte's Abreise von Egypten und seiner bevorstehenden Ankunft. Sie müssen betreffs dieser Sache genau unterrichtet sein, aber Sie werden mir nichts darüber sagen. Ganz wohl! Die Direktoren sind in voller Thätigkeit. Sie suchen allenthalben den Schwanz der Verschwörung, während der Kopf sich vor ihnen aufrichtet, um sie zu verschlingen. Man will alle Agenten Bonaparte's verhaften. Sie sind als einer der gefährlichsten bezeichnet. Man glaubt Sie hier oder anderswo ; aber da es heißt, baß Sie ein Schloß in ber Tourraine gekauft haben, sucht man Sie überall auf bem Lanbe. Ich habe gestern zu Tours im Fasanen mit zwei Emissairen von Moulins unb Gohicr, zwei dummen Tölpeln (ich meine die Emissairc), zu Abend gespeist unb dem Einen meinen Teller mit Chokoladen- sauce in's Gesicht spedirt. " Ein anderer unb schlimmerer Emissair speiste mit uns an demselben Tisch; daß er ein solcher war, ist gewiß, aber in wessen Solde weiß ich nicht. Denn Sie wissen ja, Hauptmann, daß jeder der Herren vom Direktorium seine eigene Polizei hat, nicht zu reden von der Polizei Foucher's unb Talleyranb's, bcs Fürsten von Perigord. Die beiden Dummköpfe, welchen ich meinen Teller unb meine Verachtung an ben Kopf warf, sinb nicht zu fürchten. Der geheimnißvolle, schweigsame Mensch mit lebhaftem Blick, etwa« gelblichem Teint und mit einem grauen Rocke bekleidet, scheint mir ge- fährlich. Ich bin überzeugt, daß der Kauz Sie hier aufsuchen unb finden wird. Nun, wa« gedenken Sie zu thun? _
Gedi
von H.
3.
Der Lurley.
Der Mond in der Walpurgisnacht
Zog flimmernd über die Wellen, Der König fuhr von heißer Jagd Nach heim mit seinen Gesellen.
Und als sie fuhren den Fels vorbei, Wohl von dem blumigen Rande Sang über den Strom die Loreley In nebelweißem Gewände.
Der König sprach: „Verflucht sei die Fluth, ■ Und die Felsen, die sie umschließen,
Es hat mein Sohn seine junge Gluth Bei den Fischen müssen büßen.
Sie hat ihn verzaubert, sie hat ihn verhext, Die alte Hexe da droben;
Kein Reis dem alten Stamm erwächst, Mein Erbe, mein Glück ist zerstoben!
Wem frech nicht das Gelüste steht Nach dem kalten Tod, ihr Gesellen, Der sprech' in sich ein still Gebet!" — Es schmeicheln und küssen die Wellen.
Sie trieben so rasch und beteten fromm, . Und es sang vom Felsen so klagend, — Zwei Arme theilten den wogenden Strom, Ein lockiges Haupt hochtragend.
Sie trieben so rasch und zerschellten schier, i Die frommen unachtsamen Leute, Es stiegen zu Lande ihrer vier, Die warten des Fünften noch heute.
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unvermeiblichen Wirkungen einer solchen!
unsere Aufgabe, ein Lanb mit eigengeaueten Institutionen bem größeren Preußen so zua siimUren nb ru aewinnen, baß die bewahrten preußischen Instrtu
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bas gegenseitig erleichtern, wenn Sie mit mtt Vertrauen entgegenkommen, wenn Sre mir die Keime pflegen helfen, die ich schon gelegt unb der ich auch weiter zu legen gebeuke, bereit Fruchte zu ernten ich aber wohl meinen Nachfolnern werve überlassen mus- fen." — Zu bem Repräsentanten bes geifllicben Gon» sistoriums, vr. Mommsen, sagte ber König: „Ich kann Ihnen nur wiebcrholen, was ich bei gleicher
— Vor allem erlauben Sie mir, reizende Coraly, Ihnen die Hanb zu küssen, sagte ber Hauptmann mit zärtlichem Tone. Um mich zu retten, haben Sie diese Reise unternommen ?
— Allerdings, versetzte der Bürger Chateauneuf. Küssen Sie mir nur bie Hände, Hauptmann, sie sind ganz rein, und fassen Sie einen Entschluß, wenn Sie mit der Explosion Ihrer Dankbarkeit fertig sind.
— Mein Entschluß ist gefaßt, antwortete der Hauptmann. Ich habe meine Gründe, noch acht oder zehn Tage hier zu bleiben. Wenn man mich ju »er< haften sucht, werbe ich meinerseits bem ersten Kauz, ber Hanb an mich legen will, eine Kugel durch den Kopf jagen. Was kann ich Besseres thun, liebes Kind? ..... c-
— Meiner Treu', gar nichts, sagte Chateauneuf. Um so schlimmer für die, welche Ihnen aufs Leber zu rücken gebcnken. Also sinb Sie fest entschlossen, die Tage voll Milch unb Honig auf dieser glücklichen Insel noch eine Zeitlang zu genießen? , .
— Nichts könnte mich davon abbringen, Bürger. Sie sehen meine Dracht, Sie werden auch meine Beschäftigung sehen, unb mögen danach meine Freuden beurtheilen. , , ,,
— Wäre es unzart, wenn ich Sie bäte, mich dieselben mit Ihnen theilen zu lassen? fragte bie schönste aller MuScabinen in ber Tracht eines Muscabms.
— Ach, Bürger Chateauneuf! was verlangen Sie ba, bester Freund k antwortete jener. Hier lebt man von Schwarzbrot,, arbeitet auf dem Felde, fetzt sich jeglichem Unwetter unb allen Gefahren bes Stromes aus; denn unser I Stanb ist bie Fischerei, Bürger.
— Dann gehen wir auf ben Fischfang, ungehobelter Meerwolf! sagte Coraly. Halten Sie mich denn für furchtsam, linkisch, ober für brustkrank?
_ Ich halte Sie für ein Heldenherz in ber Gestalt einer Göttin, char- mantes Kinb, versetzte ber Hauptmann; aber ich weiß nicht, weßhalb ich zittere, Sie hier bei mir zu wissen. Bedenken Sie, ich bin jetzt ein Profcnbirtcr . ■
— Die Welt ist rund, Hauptmann, unb breht sich. An jeden kommt einmal die Reihe. Wird nicht in wenigen Stunden Amerika, das gegenwärtig tn Dunkel gehüllt ist, all' die Sonnenstrahlen empfangen, welche uns gegenwärtig leuchten? — Aber, was mag Franyois wollen?
In ber That, Franyois trat in die Küche. Er meldete, daß mehrere Personen in die Fähre gestiegen seien und der Fährmann sich anschlckie, sie nach ber Insel überzusetzen. _ _..f. a ..
— Holla! rief der Bürger Chateauneuf. Dann, Freund Fischer, steckt Eure Pistolen ein und sucht in einem Kahn dar Weite!
__ Das würbe nicht klug sein, erwiederte ber Hauptmann. Von beiden Ufern der Loire könnten mich Schüsse auf Befchl der Regierung erreichen. In solchem Falle schwinge ich mich ohne Sattel und Bügel aus Sultan, da „Müllerpferd", wie wir ihn getauft haben, unb reite tn aller Gemuihsruhe au; der 3nf tn, Muscabin aus. Das wirb amüsant. Eine förmliche
Theaterscene! Also machen Sie sich aus bem Staube! Ich übernehme gleichfalls eine Rolle unb werbe suchen, dieselbe so gut wie möglich zu spielen
Drei Minuten später schwang sich ber kühne Hauptmann, mit einem Paar trefflicher Pistolen bewaffnet, auf Sultan, ber statt alle- Geschirres nur einen Zügel^tr 9^^ ^führte seinen Herrn, wie ber Sturm eine Feber.
Der Bürger Chateauneuf setzte sich auf eine Bank tn bem kleinen Garten, angesichts ber Bucht, unb zwar so, daß er deutlich von Jedem gesehen werden mußte, welcher sich der Fischerhütte nähern wurde. „
Franyois warb in bie Küche gefanbt, um sich dort nach Behagen zu er frtfdjen.{ „befreite Sklave" hatte die Lage sehr richtig erkannt unb
bie Gefahr signalisirt. Mehrere Personen hatten bie Fähre befliegen, um nach ber Insel hinüberzufahren, unb schon konnte man erkennen, daß fit die micy- tunq nach ber Fischerhütte einschlugen. . _
Der Muscabin, welcher auf seiner Bank zwischen zwei Birnbäumen sitzen blieb, zog ein zierliches Lorgnon aus seiner Tasche unb beobachtete bte feindliche Barke. Er unterschieb deutlich lünf Personen, b. h. brei GenSb armen unb zwei Bürger, welche ganz bas Aussehen beS dicken Pferdehändlers von gestern unb bes langen Herrn vom Institut hatten, ber so hübsch mit Chokolabensauce ge- färbt worben^war @^icfung be8 Himmels! dachte ber elegante Chateauneuf : — vorausgesetzt, daß ber Mann im grauen Rocke ihnen nicht folgt . • ■ Eine Viertelstunde nachher erschienen bie bezeichneten Personen an ber Gar- tenhecke unb grüßten den Bürger Chateauneuf, welcher noch immer zwischen seinen Birnbäumen saß. Der Brigabier ergriff zuerst bas Wort.
1 (Fortsetzung folgt.)
4.
Der Grillenfänger.
Durch die Felder schlich ich bin, Und die Vöglein sangen, Grillen hielten meinen Sinn Aergerlich gefangen.
Als ich wollt' in trübem Hang Eilen rasch von binnen, Hort' ich fröhlichen Gesang Schöner Schnitterinnen.
Und aus hoher Aehren Pracht Grüßten sie mich munter, Eine winkt, die andre lacht, Jene duckt sich unter.
Und ich stand erfreut, und rief:
Soll ich zu euch kommen? Und sie lachten, und ich lief, Und ich war willkommen.
Und die Erste küßte ich, Koste mit der Zweiten, Und sie sprach, nun müßte ich Garben mit ihr schneiden.
Und ich schnitt, und schnitt so schlecht, Daß sie alle lachten;
Doch es war mir eben recht, Was sie mit mir machten.
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