Geschäfts - Eröffnung.
3521) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mich unterm Heutigen dahier als Posamentier etablirt habe, und empfehle ich mich mit allen in diesem Fach vorkommen- den Arbeiten unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung.
Zugleich halte ich mein auf das Reichhaltigste assortirtes Lager in Kurzwaaren, wollenen und baumwollenen Strickgarnen, Glace- und Sommerhandschuhen, Corsettcn und Crinolinen, Herren- und Damenbinden u. s. w. bestens empfohlen.
Hochachtungsvoll
L. Kattrein, vis-s-vis dem Clubgebäude.______
M Für Auswanderer. FA
3556) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mit den vorrüg- lichsten Dampf" und Segelschiffen Passagiere und Güter nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst. Behandlung anerkannt reell._________
Gewerbebank zu Gießen.
3516) Der diesjährige Vereinstag der Vorschuß- und Credit- vereine des oberheMchen Verbandes findet Donnerstag den 2 1. d. M. in Friedberg statt und beginnt die Versammlung Morgens 10 Uhr im Gasthaus zu den drei Schwerdtern, wozu die Mitglieder unseres Vereins freundlichst eingeladen werden.
Gießen, am 18. Mai 1868.
______________________________Der Vorstand.
Schiffe «berg.
3515) Donnerstag den 21. Mai, als am Himmelfahrttage (bei günstiger Witterung):
Großes Coneert,
ausgeführt vom ganzen Musik-Corps des Gießener Jäger-Bataillons. Anfang halb 4 Uhr. Entree ä Person 6 fr.
3513) Pntzarbeit übernimmt in und außer dem Hause Betty Rothenberger, Neuenweg B. 195.
Ball Anzeige.
3501) Zu dem am 28. d. Mts., als am 1. israelitischen Pfingsttage, im Schützengarten zu Wetzlar stattfindenden Balle ladet alle Freunde, an welche aus Versehen keine Einladungskarten gelangen sollten, ergebeust ein____________________das (Somit6.
3523) Nächsten Donnerstag den 21. Mai,
am Himmelfahrttage,
von Morgens 4 Uhr an, verzapfe ich Maitrank, Aepfelwein, sowie ausgezeichnetes Bier am Großen-Lindener Braunsteinbergwerk. Auch verabreiche ich zugleich abgesottene Eier.
G. Schmelz, zum „fröhlichen Mann^ in Großen-Linden.
Straßen Begießung
3517) Von Bewohnern des Seltersberges wird beabsichtigt, eine periodische Begießung der dortigen Straßen, nämlich der Frankfurter, Universitäts- und Bahnhofsstraße, zur Beseitigung des Staubes einzuführen und dieselbe an einen Unternehmer auf eine Reihe von Jahren zu vergeben. Das Nähere ist im Geschäftslocal des Kreis- bauamts zu erfahren und können daselbst Offerten bis zum 26. Mai abgegeben werden.
Wohnungs-Veränderung.
3526) Meine Wohnung befindet sich jetzt im früheren Postgebäude am Wallthor.
G. Landmann, Pfarrer.
3524) Ein Junge kann in die Lehre treten bei Franz Stroh,
Schreinermeister.
Agenten-Gesuch.
3502) Eine bedeutende Hopfenhandlung sucht für Gießen und Umgegend einen tüchtigen Agenten, der schon in der Branche gearbeitet, unter vortheilhaften Bedingungen zu engagiren. — Franco-Offerten unter F. 211 bei der Exped. d. Bltts.
3558) Mittwoch den 20. Mai bei günstiger Witterung:
Tanzmusik
im Gasthaus zum Adler.
Balth. Oswald.
1 Erinnerungs-Medaille auf das große Lutherdenkmal in Worms von Prof. Ehr. Schnitzspahn in Darmstadt. Gegen franco-@tjcnbung des Betrags: in Bronze a 2 Thlr. f pr. St. incl- in Britannia-Metall ä 1 Thlr. f Verpackung Wiederverkäufern einen ansehnlichen Rabatt.
Nur allein zu beziehen durch
F. Sponnagel in Worms a/Rhein.
3506) Einem soliden Agenten, welcher die Kaufleute in den kleineren Städten (in Oberhessen und Lahngegend) regelmäßig besucht, wünscht man den Verkauf eines couranten, ohne Muster verkäuflichen Artikels gegen hohe Provision zu übertragn. Franco-Offerten unter A. G. 46 befördern die Herren Haasenstcin «fc Vogler in Frankfurt a. M.
Verspätet, aller herzlich.
3557) Unfenn lieben Baron Christian R....... g zu seinem 24. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch!!!
Allen Schönen sei's gesagt,
Und von uns an's Herz gelegt, Glaubt's, wenn er Euch Liebe klagt. — Untreu hat er nie gehegt.
Seid klug, laßt ihn nicht länger büßen, Tretet nicht das Glück mit Füßen, Es könnt' vielleicht Euch noch gereu'n.
3540) Die früher unter der Firma: „H. Ferber & Comp." errichtete
Badeanstalt
ist wieder eröffnet und lade ich zur gefälligen Benutzung derselben höflichst ein.
______________________Peppler.
3514) Die Unterzeichnete empfiehlt sich wieder in allen Arbeiten, als: Waschen, Putzen u. s. w.
Wittwe Schäfer, wohnhaft bei Herrn Spengler Hilgardt, ________________Schloßgasse.________________
3553) Ein Junge, der das Schuhmachergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei_______ft. Gutbub, Neustadt.
3546) Ein Junge kann in die Lehre tre- ten bei H. Brauburger, Lackirer.
3509) Donnerstag den 21. Mai, als am Himmelfahrttage, findet gut besetzte
Tanzmusik auf der Badenburg statt, wozu ich ergebeust einlade.
Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.______________I. Duill Wittwe.
3548) Ein Holzschneider für eine Damps- schneidemühle wird gesucht von
Jac. Hagner, Zimmermeister, Wetzlar.
3547) Dienstmädchen,
als: Köchinnen, Haus- und Kindermädchen, auch Gouvernanten, Ladenmädchen erhalten in Frankfurt jederzeit gute Stellen durch das amtlich concessionirte Geschäfts-Büreau von
Simon Reist in Frankfurt a. M.
3530) Ein Uhrmacher-Lehrling wird gesucht von__________________Ehr. Leo.
3543) Bei Zimmermeister Ph. Gilbert in Heuchelheim können mehrere Zimmerge- fellen dauernde Beschäftigung erhalten.
Auf dem Staufenberg.
Donnerstag den 21. Mai (Himmelfahrttag): Mbesehle Harnwniemusik daselbst. Um recht zahlreichen Besuch bittet (3544)_______________Heinrich Fink.
3472) Einen Lehrling sucht Ehr. Faber, Spengler, Asterweg.
Gießen. Dem „Anz. f. Oberheffcn" entnehmen wir folgenden, auch für hier und die Umgegend zutreffenden Artikel: „Zur Beherzigung." Es wird nicht leicht Jemanden geben, der nicht mit einem gewissen Interesse das Zusammenströmen der militärpflichtigen Jugend des Kreises an den Tagen der Musterung und Lovsziehung beobachtete. Gewisse Betrachtungen über durchschnittliche Körpergröße, Gesundheit und Rüstigkeit der Jugend, über Eigen- thümliches und Charakteristisches der Gestchtsbildung rc. drängen sich von selbst auf. Ungleich mehr aber als auf all' dieß richtet sich das Augenmerk auf die Haltung und das Benehmen der jungen Leute. In ihnen ist die Zukunft vorgebildct, auf sie müssen wir Hinsehen, wollen wir im Geiste einen Blick werfen auf die kommenden Generationen. Geht es vorwärts mit unfern Volk auf dem Wege der Bildung und Gesittung, verschwindet im Volksleben immer mehr Rohheit und Gemeinheit, werden die Menschen wirklich menschlicher? Für die Beantwortung dieser Fragen sucht man gern einen Anhaltspunkt in dem Verhalten unserer Jugend.
Es muß ein herrlicher Anblick gewesen sein, wenn einst die griechische Jugend öffentlich auftrat zu Kampf- und Festspielen, oder zur Vertheidigung des Vaterlandes, in strahlender Fülle der Kraft, wie nicht minder in „lieblicher Anmuth der Haltung." Dürfen wir das auch von unserer Jugend rühmen, wenn sie alljährlich zur Rekrutirung erscheint? Wir schlagen beschämt die Augen nieder; wir erinnern uns an den wüsten Lärm und das unsäglich rohe Gebahren der jungen Leute an solchen Tagen, wir gedenken dabei auch der heillosen, in ihren Folgen so beklagenswerthen Schlägerei bei der vorjährigen Musterung. Woher solch' betrübende Erscheinungen? — Um uns vor der Annahme zu retten, als ob dieselben wirklich ein getreues Bild seien von dem Grad der Gesittung, auf dem wir stehen, bringen wir recht gern in Anschlag, daß Mancher in seinem Bangen und
Hoffen wegen der Loosentscheidung leicht in einen Zustand der Aufregung geräth, die ihm die Herrschaft über sich selbst thellweisc benimmt, und — es ist eine gekannte Thatsache, daß in diesem Zustande ungebändigt und ungemildert zum Ausdruck kommt, was noch Ungeschlachtes am und im Menschen ist. Ja wir gehen noch einen Schritt weiter und behaupten : Wir bekommen bei dieser Gelegenheit viel Rohes und viel Häßliches zu sehen und zu hören, das nicht in den betreffenden Jünglingen ist, dessen sie sich sonst und zu aller Zeit gründlich schämen würden. Das Beispiel Anderer, die thörichte Eitelkeit, die da wähnt nachahmen zu müssen, reißt dabei den Unerfahrenen und Unbedachtsamen mit fort. „So haben's die Rekruten voriges Jahr gemacht, die und die Lieder wurden gesungen, so und so viel Glas Bier hat der und der getrunken; wir wären keine rechten Bursche, wenn wir hinter ihnen zurückblieben! Wer am ärgsten tobt und am meisten schreit, hat das größte Ansehen." Derartiges bewegt die thörichten jungen Herzen, sonst wäre es unmöglich, daß wir Jahr für Jahr dasselbe Brüllen, dasselbe Bramarbasiren und Großhansspielen, dasselbe Fagi- ren mit den Stöcken u. dgl. erleben und trotz Schulunterricht und Singvereinen dieselben abgestandenen Liederverse hören müßten, wie etwa : „O Himmel, was hab' ich getha—ha—Han, die Liebe war schuldig daran," oder: „Seid nur lustig, seid nur fröhlich rc."
Denn wollte man selbst in der früheren Praxis, wo nur auf eine geringe Anzahl das Loos des Soldatwerdens fiel, eine gewisse Entschuldigung für das laute Austoben der Freude oder der Trauer erblicken, so fällt nunmehr auch dieser Grund bei allgemeiner gleichmäßiger Vertheilung der Dienstpflicht vollstän- big weg. Wenn dem aber so ist, dann genügt ge- wiß der einfache, wohlgemeinte Hinweis auf das Unschickliche und Abgeschmackte, ja Widerliche eines solchen Gebahrens, um sofort die große Zahl der
Verständigeren und Bessererzogenen zu veranlassen, die Schranken der Wohlanftändigkeit, die den Jüngling so schön kleidet und die sich recht wohl verträgt mit fröhlicher Heiterkeit, nicht zu überschreiten. Die wirklich Rohen werden sich, wenn sie sich vereinzelt sehen, dann schon auch zusammennehwen. Wir wenden uns mit Vertrauen an die betreffenden Jünglinge selbst. Zeigt durch Euer Verhalten, daß man Euch nicht für eine rohe Horde halten und darnach behandeln dürfe. Je anständiger und gemessener Euer Auftreten, mit desto mehr Schonung und Achtung wird man Euch begegnen. Bedenkt dabei auch das noch. Wir Deutschen rühmen uns mit Recht unserer Volksbildung und sehen mit Mitleid auf die Völker hin, bei denen die Jugend größtentheils heranwächst, wie das liebe Vieh. Nun stellt Euch vor, ein Franzose sehe Euch in dem altgewohnten Rekrutenaufzuge. Welchen Begriff müßte er bekommen von der Intelligenz und Gesittung der deutschen Jugend, von den Erfolgen unserer vielgerühmten Volksbildung!
Wir wenden uns mit gleichem Vertrauen an die Herren Bürgermeister, die der militärpflichtigen Jugend als freundliche Berather und Führer zur Seite stehen. Man ist leicht geneigt, sich bei solchen Gelegenheiten ein Urtheil zu bilden über das Volksleben. Mögen sie, so viel an ihnen ist, dafür Sorge tragen, daß solche Urtheile keine ungünstigen seien; die Achtung vor den Volksinteressen, die sie ja in erster Linie zu wahren haben, wird dann immer mehr alle Kreise im Staate durchdringen.
Wollten wir Namen nennen, so könnten wir einzelne Orte bezeichnen, deren Rekruten in den letzten Jahren sich durch ihr Benehmen merklich vor den übrigen ausgezeichnet haben; allein es dünkt uns durchaus nicht ungeeignet, für die Folge diejenigen Orte öffentlich namhaft zu machen, deren Jugend schon durch ihr äußeres Verhalten einen höheren Grad der Bildung verräth.
(Hierzu eine Beilage.)


