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Die landwirthschaftliche Lehvnnstalt m Friedberg, Oberhessen,

beginnt ihren Wintercursus 18M/G9 am 2. November b. I. Der Unterricht erstreckt sich über alle Zweige ber Lanbwirthschaft und ihre naturwissenschaftlichen Grundlagen und wird von Dr. Henkelmann, Stabs - Veterinärarzt Dr. 3 immer, Dr. Uloth und einigen Hülfslehrern ertheilt. Außerdem ist in Gemeinschaft mit tüchtigen Lehr­kräften ein Cursus zur Vorbereitung für das Einjährig-Freiwilligen-Examen eröffnet, an dein sich sowohl Zöglinge, als Nichtzöglinge betheiligen fopnert. Unterrichts-Honorar mit Wohnung im Hause des Directors 45 Thlr. pro Semester. Nähere Auskunft er­theilt bereitwilligst (5661)

Friedberg, im Juli 1868. Br. Henkelmann.

menten) hineingelegt worden sei. Dabei sprechen sie es ja selbst offen aus (frei* lich im Wiederspruch mit der oben versprochenen Gegenberechnung), daß sie mit dem Wegfall des Wassermangels die Preise niebriger stellen werden, also unserer Ausstellung jedenfalls sehr nahe kommend oder mit ihr zusammenfallend Der beste Beweis, daß wir denn doch nicht so sehr im Jrrthum waren. Denn Der Nachsatz:trotzdem Der Ansatz rc. als total unrichtig sich darstellen dürfte," paßt nicht hierzu, man müßte sonst annehmen, daß Die Herren Bäcker entschlossen seien, mit Verlust oder ganz geringem Verdienst von nun an zu backen was Ihnen Niemand zumuthen, was aber auch Niemand von ihnen glauben wird. Hoffen wir einstweilen also auf baldiges Aufhören des Wassermangels, da auf Kunstmühlen oder anderweitigen Bezug von Mehl nicht reflectirt zu werden scheint.

Erwiderung an sämmtliche Bäcker.

Der Verfasser der Berechnung der hiesigen Brodpreise kann in dem 23er- sangen, erst seinen Namen zu wissen, und dann dem Publikum eine bessere Gegen- bcrechnung zu machen, nur eben eine billige Ausflucht erkennen, dies wo möglich zu vermeiden, denn ein Zusammenhang zwischen beiden Dingen besteht nicht und kann der Name des Einsenders Dem Publikum, da es sich nur um die Richtig­keit Der Sache handelt, ebenso gleichgültig sein, wie es dem Verfasser gleich­gültig ist, zu wissen, wer von Den Herren Bäckern die Entgegnung abgefaßt, oder ob sie Keiner derselben abgefaßt hat. Die Nennung des Namens würde nur zu ganz unnützen Reibereien Die Veranlassung geben, unD wird daher aus diesem Grunde unterbleiben. Darin, daß kein Geschäftsmann sich seinen Profit vor­rechnen zu lassen braucht, haben sie im Allgemeinen ganz recht. Sie vergessen nur, daß bei hohen Preisen Der no th w e nd ig sten Lebensbedürfnisse, und wenn die Lieferanten coalitionsmäßig, gewissermaßen als Eine Person den Consumenten gegenübertreten, dies stets geschehen ist und stets geschehen toirD.

Auch ist unser Zweck bei jener Berechnung vollständig erreicht worden. Die Herren Bäcker haben gezeigt, daß sie gegen das allgemeine Unheil nicht gleich- gültig sind, und schon das ist recht onerkennungswerth. Ja, ihr Mitgefühl scheint ein tiefes und fast empfindsames zu sein, Denn sie reden von:der traurigen Nothwendigkeit Der allerdings leider noch hohen Brodpreise," was im Munde derselben fast so klingt, als ob es ihnen von einem Dritteren (Consu-

Börseunachrichten.

15. August 1868.

Prioritäten.

5O/o östr. F. St. E. B. 257

Ludwigsh.-Bex.bach 159 r/g

Maxbahn 108 t/g

Bayer. Ostbahn 128

Hess. Ludwigsbahn 135 30/0 östr. Stsb.-Prior. 53 1/4 3% östr. s. Lombard. 437/g 30/g Livorneser 31

Toscaner 463'4

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 5O/o Elisabeth-Prior. 74</2 do. II. Emiss. 73

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 100*/g Augsb. k. 8. 993/4 Berlin k. S. 105 Vg Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 1051/4 Hamburg k. S. 88 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1191 2 Lyon k. 8. Paris k. 8. 957/a Wien k. 8. 104s,g Dis conto 3% G.

Preuss. 4>/zv/o Obi. 96 Frankf. 3>/?/o Obi. 801/z Nass. 4V2°/o Obi. 95 Kurh. 4% Obi. 88</s Hess. 40/0 Obi. b. Roths. 89s/s : 3/2O/o do. do.T

Bayer. 50/0 Obi. 102-/4 n 4i/2°/o 1jährige 96Vz » 41/2% Vejährige 96/8

Würtemb. 41/2% Öbl. 943/4 Baden 4'/z0/o Obi. c. E.L. 945/s Oestr. 5% b. R. 631/s

n 5% National 553/4

5<>/o Metall. Obi.'

M. steuerf. 525/g

Amer. 6% 1882r Bds. 741/2 - 6«/0 1885r 713/g

tieldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 447/g-45 l/a Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 58 */2-591/2 Pistolen . . 9 46-48

doppelte 9 47-49 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 291/2-30/2 Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 47-49 Doll, in Gold 2 27-28

Anleliensioose.

Kurh. iO Thlr. Loose 550g Nassau fl. 25 b. Roth. 363/s Gr. Hess. fl. 50 b. R. 1557g Gr. Hess. fl. 25 b. R. 401/4 40/0 bayr. Präm. Anl. 103 Vs 40/0 badische Loose 100i/2 Badische fl. 35 Loose 533/4 1858r Prioritätsloose 1423/g !860r Loose 75 1864r 1013/4

Actieii.

Frankf. Bank 1245/g

Oester. Bank 763

Creditaet, 220l/a

Darmst. Bankact. 241

P o l i t i s ch e Rund s d) a u

Darmstadt, 15. Aug. DieH. Volksbl." berichten: Der Finanzausschuß zweiter Kammer (Re­ferent Adg. Goldmann) hat einstimmig beantragt, die Vorlage Großh. KriegrministeriumS, die Einfüh­rung des preußischen Militärpenstonsgesetzes betr., abzuiehnen. Der Vice-Präsident der Kammer, Abg. Wernher, hat darauf hin an die obere Militärver­waltung die Anfrage gerichtet, ob unter diesen Um­ständen nicht auf der sehr gewünschten Beschlußfassung über die Vorlage noch auf dem gegenwärtigen Land­tage verzichtet und so dem Lande die Kosten einer nochmaligen Zusammenberufung der Stände erspart werden könnten.

Wiesbaden, 13. Aug. Der König traf heute Abend zur bestimmten Zeit mit einem Extrazug Der nassauischen Eisenbahn dahier ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden begrüßt. Vor demselben hatte ein zahlreiches Publikum sich versammelt. Der König begab sich dann nach dem Schlosse, wo ibm von den hiesigen Gesangvereinen eine Serenade bei bengalischer Beleuchtung Der evan­gelischen Kirche und des Kirchenplatzes gebracht wurde. Die Stadt ist beflaggt, der Bauplatz der Wilhelms- Heilanstalt festlich geschmückt.

Wiesbaden, 15. Aug. Der König hat die städtische Deputation freundlichst empfangen und ver- sprachen, die Kurfondsfrage und Die Theaterfrage in einer Der WürDe Der Regierung und Dem Wohl der Stadt entsprechenden Weise zu lösen.

Aus Thüringen, 14. Aug. In Eisenach werden zu Ende d. M. die Truppen des 11. Arrnee- eorps erwartet, Die an den zwischen Gotha und Kreuzburg stattfindenden Divisionsmanövern sich be­teiligen sollen. Diesen Manövern wird der Bun- deSfeldhcrr selbst beiwohnen.

München, 15. Aug. Der Kaiser von Oester­reich ist heute Morgen um 5i/4 Uhr hier eingetroffen und wurde vom Herzog Ludwig nnd der österreichischen Gesandtschaft im Bahnhof empfangen, worauf er in Begleitung des Herzogs Die Fahrt nach Garatshausen fortsetzte.

Würzburg, 11. Aug. Die Offiziere des preußi- schen Generalstabs, welche gegenwärtig Den südDeut- schen Kriegsschauplatz von 1866 in seiner ganzen Ausdehnung inspiciren, sind gestern Mittag halb 1 Uhr von Tauberbischofsheim über Werbach und Un- teraltertheim kommend, auch hier eingetroffen und imRussischen Hof" abgestiegen. Es befinden sich bei dieser Expedition die Herren: Prinz Albrecht von Preußen, General v. Moltke, Oberst v. Strang, Oberst v. Schweinburg, Major v. Verdp, Major v. Reclam, Major Graf Hardenberg und Major v. Radecke.

Wien, 15. Aug. Nach einem Telegramm der Neuen freien Presse", daiirt aus Agram, hat in Scukari ein blutiger Zusammenstoß zwischen Christen und Türken stattgefunden, verursacht durch Die Be- Drückungen der ersteren. Das türkische Militär schritt ein; es gab viele Tobte und Verwundete.

Paris, 12. Aug. Die officiösen Blätter haben die Instruction erhalten, den Eindruck, welchen die Weigerung des jungen Cavaignac, bei Der Preisver- theilung in der Sorbonne vor dem kaiserlichen Prin­zen zu erscheinen, überall hervorgerufen hat, Dadurch abzuschwächen, daß man an Die blutigen Lorbeern erinnert, welche sich sein Vater in der Junischlacht von 1848 erworben habe, indem er zur Rettung Frankreichs auf seine eigenen Freunde habe schießen lassen. Dieses ist nun grundfalsch. Die Juni-Jnsur- rection wurde bekanntlich keineswegs von den Freunden des Generals, d. h. von denen der Republikaner, an« gezettelt, sondern im Gegentheil von seinen Feinden, D. h. von denen der Republik, welche Die Exceffe pro- vocirten, um ihre fernere Existenz unmöglich zu ma­chen. Freilich kämpften eine Masse Socialisten und Communisten auf den Barricaden, aber dieselben, welche übrigens keineswegs die Freunde Cavaignac's waren, gingen im Grunde genommen nur in die Falle, welche man ihnen gestellt hatte. Die eigeut- lichen Republikaner hatten sich aber alle um Cavaignac geschaart, und darunter ein großer Theil derer, welche 1851 verbannt, tranSportirt oder internirt wurden. Wäre die Junischlacht von den Insurgenten gewonnen worden, so wären schon damals Prätendenten aufge­treten, und der Sohn Cavaignac's demonstrirte in Der Sorbonne eigentlich nur gegen den Sohn dessen, den fein Vater schon in Der Junischlacht bekämpfte. Die durch ihre Schönheit und durch ihre Extra­vaganzen bekannte mimische Künstlerin Miß ADah- JsaakS Menken (Geliebte Plon-Plon'S) ist hier vor­gestern nach längerem und schmerzlichem Leiden ge- storben. In Amerika hatte sie sich nicht nur als Kunstreiterin und Schauspielerin, sondern auch als Dichterin und als Verfasserin theologischer Schriften einen Namen gemacht.

Paris, 14. Aug. Das Ereigniß des Tages ist die, große Revue, welche der Kaiser heute über Die Nationalgarde, Die kaiserliche GarDe, Die Garde von Paris und das 1. Armeecorps abnahm. Das Wetter war dem Schauspiel sehr günstig. Das Publikum, von welchen die zu dem morgigen Feste herbeigeströmten Provinzialen besonders stark vertre­ten waren, verhielt sich still. Der Kaiser ritt int Schritt von dem großen Gitter des Tuileriengartens über den Concordienplatz, die Avenue der elysäischen Felder hinan; er verwandte während dessen keinen Blick von den Nationalgarden, als ob er selbst eine Kundgebung von dieser Seite erwartete, oder viel­leicht gerade durch seinen Blick beschwören wollte. Die Rufe: Vive lEmpereur! ertoieDerte er und der kaiserliche Prinz mit beständigem Hutschwenken. Das Aussehen des Kaisers war gut. Gleichwohl heißt es, daß er in den letzten Tagen leidend und daß cs gestern noch fraglich gewesen wäre, ob er der Revue würde beiwohnen können. Rochefort wurde zu einem Jahr Gefängniß und 10,000 Franken Geld­strafe, Dubuisson zu zwei Monat Gefängniß und 2000 Franken Geldstrafe verurtheilt; beide Ange- klagten befinden sich außer Landes.

Dublin, 14. Aug. In Tipperary wurde ein Gutsbesitzer bei Der Vertheilung von PachtkünDigun- gen Durch einen Schuß verwundet, und einer Der ihn beg(eitenDen Cvnstabler, sowie ein Gutsverwalter Durch Schüsse gctbDtet. Zu Momaghan zogen gestern an 700 bewaffnete Katholiken Durch Die Straßen mit Dem Rufe: Blut für Blut! Sie beabsichtigten einen Angriff auf Die Anhänger Der Orangepartei zu ma- machen. Es gelang inDeß Der Geistlichkeit, Die Ruhe wieder herzustellen.

Rom, 15. Aug. An dem heutigen Festtage Mariä Himmelfahrt wohnte der Papst Der Messe bet und ertheilte dem Volke den Segen. Der französi­sche Botschafter war nebst Den übrigen Gesandten bei DemTe Deum" für das Napoleonsfest anwe­send. Dieselbe Ceremonie fand in Civitavecchia im Beisein des Generals Dumont statt. Der Papst übersandte Dem französischen Botschafter Glückwünsche für Den Kaiser. Die kaiserliche Familie unD Frankreich.

Vermischtes.

Gießen. (Sitzung des Gemeinderaths vom 11. Angn st.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Ricker, Möhl, Weidig, Felstng, Ro­senberg, Petri, Nagel, Silbereisen und Bücking.

Der Gemeinderath erklärt, daß er der Ausführung des von dem Stadtgerichtsactuar Funk projectirten Bauwesens insofern seine Zustimmung ertheilen wolle, wenn der Bittsteller das Haus in die Linie des Juogsschen stelle, und die Holzställe in der von ersterem angegebenen Weise errichte; zugleich wurde der Großh. Bürgermeister ermächtigt, mit dem penfionirten Gymnasiallehrer Dr. Köhler wegen Abtretung des daran stoßen­den Geländes zur Eröffnung der Straße in Verhandlung zu treten.

Der Antrag Großh. Bürgermeisterei vom 6. Aug., betref­fend das Quartiergeld der in Gießen bei Bürgern unterge- brachten Jäger, wurde unter den in dem Vortrage derselben entwickelten, besonderen Verhältnissen genehmigt.

Der Gemeinderath beschließt, die Pflasterung der Gaffe zwischen dem Gail'schen und Bierau'schen Hause in das Budget pro 1869 aufzunehmen.

Die Beschlußfassung in Betreff des bevorstehenden Abzugs des hiesigen JägerbataillonS nnd des später erfolgenden Ein­zugs des zweiten Infanterie-Regiments wurde bis zur nächsten Sitzung in acht Tagen ausgesetzt.

Die Frage wegen Herstellung eines Durchlasses in der Mai- gaffe wurde zunächst an den Bauausschuß verwiesen, mit der gleichzeitigen Ermächtigung^ daß er nach Prüfung der Sache gültige Bestimmungen treffen und diese von der Verwaltung zur Ausführung gebracht werden sollen.

Ans Vorlage des Schreibens Großh. Rentamts Gießen vom 10. Aug. beschließt der Gemeinderath, die Zahlung des BrandeassengeldeS von den Wachthäufern am Neuenwegerthor, Wallthor und Neustädterthor abzulehnen.

Der Gemeinderath will dem Professor Dr. Birnbaum den fraglichen Uebergang über den Schoorgraben nach dem Garten des Entbindungshaufes unter der Bedingung gestatten, daß derselbe nach Anweisung deS städtischen Banaussehers ansge- führt und verschlossen gehalten werde. Die Bewilligung habe jedoch mit der Vollendung der Reparatur der Dienstwohnung des Bittstellers aufzuhören.

Dem Lehrer Car! Rahn soll auf sein Gesuch um Elestat- timg eines NebergangS über den Schoorgraben gegen Entrich­tung einer jährlichen Abgabe von 2 fl. die Anlage einer sog. Zugbrücke gestattet werden, welche er nach Vorschrift deS städ­tischen BauaufseherS zu errichten, und, wenn dieses von Seite» deS Stadtvorstandes verlangt werde, wiederum z» entfer­nen habe.

Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persön­licher Art.