Tell sagt:
„Entranne dieser kraftlos meinen Händen, Zch habe keinen zweiten zu versenden."
Gegenüber diesen Vorzügen der GaSspritze soll die enge Gränze der Wirksamkeit derselben nicht verschwiegen werden. Nur bei einem erst kurz ausgebrochenen Feuer, nur bei einem Brande, der eine größere Ausdehnung noch nicht genommen hat, erscheint dieselbe anwendbar, sobald das Feuer einen gewissen Umfang erreicht hat, und namentlich wenn dasselbe eimual ms Freie ausgebrochen ist, da darf man von der Gasspritze keine Hülfe mehr erwarten. Denn dieselbe enthält nur eine geringe FlüsstgkeitSmenge (90 Schoppen) und wenn die eme Füllung verbraucht ist (Dauer des ununterbrochenen Strahls etwa 6 Minuten), so ist die Sache am Ende, eine anderweite Ladung würde erst nach einer bis 2 Stunden brauchbar sein. Hier gilt wa
Daffelbe ist seiner Vollendung nahe und wird Ende Juli den geehrten Abonnenten zugestellt werden. Da dieses Buch
nicht nur localen Interessen dient, sondern auch für die auswärtige Geschäftswelt bestimmt ist, so liegt es wohl im Interesse
der hiesigen Geschäftstreibeuden ihre Adreß- oder Empfehlungskarten in dem Adreßbuch abdrucken zu lassen. Wir berechnen
den Raum einer Druckseite mit 4 fl. und steht es den Herren Geschäststreibenden frei, % ^2 oder eine ganze Seite zu
wählen, je nach Ausdehnung ihrer Adresse. Wir sehen der schriftlichen Einsendung der Adreßkarten binnen vierzehn Taaen entgegen, da später einlausende keine Berücksichtigung mehr finden können. ~
Ferner werden diejenigen hiesigen Geschäfttreibenden, denen daran gelegen ist, daß ihre Firma und Geschaftsbetrleb richtig im Adreßbuch aufgeführt wird, freundlichst gebeten, Einsicht von den Einträgen auf unserer Geschästsstube nehmen zu wollen, da wir für etwa untergelaufene Fehler später nach Vollendung des Drucks nicht mehr hasten können. Zugleich werden die Herren Agenten der verschiedenen Branchen gebeten, uns eine genaue Bezeichnung der Namen der von ihnen vertretenen Gesellschaften schriftlich einzusenden. A
Brüh Fache Druckerei (Fr. Ohr. Pietsch.)
lieber die neue Gasspritze (Extlncteur).
ditä Dem Bericht de» Cominamw'« der freiwilliqen üädtischen Feuerwehr an -en stadtvorüand
1 6 zu Gießen.)
Das allgemeine Interesse, welches die neuliche Probe erregt hat und das sich in dem vielfachen Begehren von Auskunft über letztere äußert, gibt Anlaß, die Sache durch Bekanntgebung d-z folgenden Auszugs einer öffentlichen Besprechung zu unterziehen.
Dje schnellste Bereitschaft und die Anwendbarkeit auf Feuer, die durch Wasser nicht, oder doch nur unter gewissen Bedingungen zu löschen sind, werden als die Vorzüge des neuen Lösch- m** ggeide Vorzüge erscheinen uns begründet, der erstere jedoch in größerem Maß als der letztere, den er auch an Werth übertrifft. ,
3n beiderlei Hinsicht war die angestellte Probe eine unvollkommene. 3um Beweis der schnellen Bereitschaft konnte sie nur Anhaltspunkte liefern, während es an den genügenden Mitteln fehlte, die Probe in Beziehung auf den letzten Vorzug zu erschöpfen.
Schon die äußere Betrachtung zeigt, daß der Apparat em sehr beweglicher ist. Em Cylinder von starkem Blech in Höhe von 3' und mit einem Durchmesser von beiläufig 1’ nimmt er wenig ein, ein Mann kann ihn tragen und damit überall hin in die engsten Räume und wenn nötbia bis unter und aufs Dach steigen. Die Füllung besteht in kohlensaurem Wasser welches lelbsttbäiig ausspritzt, wenn der vor dem kurzen Schlauch befindliche Hahn geöffnet wird. Der eine Träger des Apparats genügt hiernach auch zur Bedienung desselben und es braucht auch bie Füllung nicht erst vor der Anwendung vorgenommen zu werden, da sich vielmehr die Ladung auf ^^Unttt"birDn"tmfiänben erscheint kein Löschapparat so schnell bereit, so schnellwirksam, wie die GaSspritze. Bricht ein Feuer aus, so kann der erste beste Mann dieselbe, die an einem öffentlichen rugänqlichen Ort, hier etwa in der Wachistube des RathhauseS aufbewahrt werden muß, umorzüglich^zur Stelle schaffen, selbst wenn er sie auf dem Rucke» tragen muß, schneller aber noch wenn man einen zweiräderigen Karren anschafft, auf dem die Spritze im Laufschritt gefahren werden kann. An Ort und Stelle bedarf er weiter kemer Vorbereitungen, um die Spritze in Wirksamkeit zu setzen, als daß man den kleinen Schlauch anschraubt ^und den Hahn öffnet. Vergleiche man hiermit den Zeitaufwand und die Umstände, die andere Spritzen erfordern, bis sie in Wirksamkeit gesetzt find. Bis ein Spritzenhaus aufgeschlossen und die zum W^ren einer Spritze nöihige Mannschaft zur Stelle ist, bis die Spritze auf den Brandplatz gebracht abge- protzt und fertig gemacht ist, bis die Wasserzugänge geöffnet, die Saug- und Druchchlauche angelegt und die zur gehörigen Bedienung erforderlichen Mannschaften zur Stelle bis endlich die Druckschläuche aufgezogen und wasserdicht geworden find, vergeht ielbstverstandlich trotz alle Schulung und Tüchtigkeit der Mannschaften viel kostbare Zeit. Selbst Butten- und, kleine Hand- spritzen erfordern mehr Zeit und Kräfte, da fie entweder nicht so leicht tragbar find oder noch ein besonderes Wassergefäß benöthigen, da eine Ablösung der BedienungSmannichast emtreten und endlich der Wasservorrath immer nachgefüllt, von andern Personen also ununterbrochen Wasser nachgetraqen werden muß. , . .
Wie die GaSspritze schneller, so ist fie auch sicherer wirk,am, insofern z. B. Verstopfungen bei ihr nicht eintreten können, und st- überhaupt den vielen Zufällen nicht ausgesetzt ist, die den Gebrauch einer andern Spritze oft hindern oder unterbrechen.
Beim Löschen ist selbstverständlich die erste Zeit nach FeuergauSbmch die wichtigste, Minuten sind kostbar und entscheidend; je schneller ein Feuer angegriffen wird, um so schneller ist eS natürlich zu löschen, um so weniger Schaden richtet eS an. Deßhalb ist jener Vorzug der Schnelligkeit ein kaum genug zu schätzender. Schon ganz allein jenes Vorzuges wegen würbe es sich empfehlen, eine GaSspritze anzuschaffen, deren Preis 40 Thaler, gegenüber dem möglichen Nutzen "^^lußttbern^aber^foll "ie^AaSspritzc auch auf Feuer anwendbar sein, bei denen das Waffex feinen Dienst versagt, oder doch nur unter gewissen Bedingungen wirken kann. Wahrend Lpin- tuS und Pretroleum -e. wegen ihrem geringeren Gewicht auf dem Wasser schwimmen und darauf fortbrennen, trotz alles WafferspritzenS, wird die Flamme derselben durch d-S kohlensanre Wasser der GaSspritze erstickt, welches bei seiner Verdampfung die Kohlensäure frei werden laßt. Mber. baupt jede Flamme unterliegt dieser Erstickung, auch wenn der Strahl daS brennende Dbjed nicht unmittelbar treffen sollte, sofern der Brand nur in geschlossenem Ruum stattfindet, wahrend Wasser nicht anders als bei unmittelbarer Berührung und indem eS durch Ueberflilthung die Luft abschneidet, oder durch Verdunsten auf dem brennenden Körper selbst die zum Fortbremien der Klamme nöthige Wärme verbraucht und somit entzieht, wirken kann.
Hiermit ist die besondere Anwendbarkeit auf Kellerbrände bei Spiritus-, Petroleum- ic. Lagern auf Brände in den Gewölben der Materialisten, bet Apotheken >c. gegeben. genügt, das Gas in einem geschloffenen Raum ausströmen zu lassen, während in solchen Fal en die gegebenen Verhältnisse die birect- Leitung des Wassers auf den brennenden Körper vielfach Nicht mlassen Die Unthunlichkeit der Wafferlöschung kommt auch in einem ganz andern Fall vor, beim Thnrmbrand nämlich, bei dem die bewegliche, von Wasserzufuhr unabhängige, selbstihaiige GaSsvrike nach Umständen ebenwohl einzig anwendbar sein kann. .
Das ist ttn weiterer Vorzug der GaSspritze, der jedoch wegen der großen Seltenheit der AnwendunaSfälle der Fälle, in denen die Wafferwirknng ausgeschlossen ist. weniger in» <^w,cht Mt, al« die überall zutreffende Eigenschaft der schnelleren Wirksamkeit, der aber der Spntze immerhin zur weiteren Empfehlung dient.
Der bei bet neulichen Probe gelöschte Scheiterhaufen hatte eine Grunblage von 15' Durchmesser und etwa 5' Höhe. Wenn ein Feuer nicht gerade längere Zeit unentdeckt geblieben ist, o dürfte die Gasspritze in den meisten Fällen zur Hand sein, bis dasselbe einen Elchen Umfang und bevor eö größere Ausdehnung erreicht, wie bei jenem Holzstoß. Eben die Schnelligkeit des Löschmittels verbürgt seine Anwendbarkeit. Und wenn die GaSspritze em noch nicht L^WS Feuer auch nicht ganz löschen sollte, so kann sie doch immerhin dazu dienen, die Ausdehnung desselben hinzuhalten, bis die mächtigeren Löschgeräthe eintreffen.
Was insbesondere die neuliche Probe anlangt, so hat dieselbe gezeigtbaß bie Gass^itze von einem Mann leicht getragen und bedient wird, daß die Ausströmung allein durch den Gasdruck selbst erfolgt, daß der Strahl mit größter Sicherheit auf bestimmte Punkte, auch aus einiger Entfernung geleitet werden kann und daß die geringe Füllung genügt, em verhaltnißmaßig großes und heftiges Feuer zu löschen. Der betreffende Holzstoß hatte erneu Kernvon d-nbr-nn- barsten Stoffen, Leinöl und Firniß, und war außerdem mit einer größeren Menge derse ben Fettstoffe überschüttet. Die Hauptmasse wat dürres Tannentelfig. Der Haufen brannte zugleich von innen heraus und von außen. Die erste Löschung erfolgte binnen 3 bis 4 Mmuten und der darauf nochmals in Flammen gesetzte Holzstoß wurde dann nut dem Rest der Füllung wiedet- hott ylc0,*t^un3 toiirbe ungleich rascher erfolgt sein, wenn eine ebene Fläche Aschen gewesen wäre, so ober zersplitterte der Strahl an dem Reisig und gelangte nur erst nach undnach und nur in geringer Menge zum brennenden Kern des Hamens. Wo aber der Strahl h nttaf, da erlosch das Feuer augenblicklich. Eine früher nur in Gegenwart bet FenenvehtvoE°ude an- geilellte kleinere Probe war in letzter Hinsicht noch einlenchtenber. Eine Flache im Durchschnitt von 4 bis 5' war mit ZimmetmannSspähnen belegt unb Firniß darüber ausgegoffen worben, wieberbott in Braud gesetzte Fläche wurde fünfmal Ijmteremanbet, zum ^ei auä einer fernnng von zehn Schritten im Augenblick gelöscht unb eä blieb von ber Füllung noch für eine ^^^Ha^ptprobe'erstreckte sich zugleich auf Prüfung einer Handspritze und auf Vergleichuiig mit ber Wirkung unserer großen Spritzen, Metz'sche Abprotz- und Aachen-Munchener ®O,‘ Von ben aufgebauten btei Holzstößen waren bie beiden kleineren derselben Art, nut daß bet erste, für bie Hanbspritze bestimmte, etwas weniger Fettmenge hatte, als ber zweite, bet mit ber 6 aä- spritze angegriffen würbe. Der britte große Haufen war nicht hohl gebaut unb rS «ar auf denselben nur ein eisernes Gefäß mit Firniß gesetzt, der blo« an feiner Oberfläche, nicht aber ch der ganzen Masse zum Brand kam. Die Nenzel'sche Handsptitze konnte den ersten Feuerfiaufen nicht löschen; eS lag dies an ihrer geringeren Beweglichkeit, da sie von dem fiter verwendeten schweren Wasserbehälter abhängig war. Hätte sie mit diesem um den brennenden Haufen ge_ tragen werden können, wie die GaSspritze, so würde sie daS Feuer wob auch «-nng e-ch m etwas längerer Zeit, gelöscht haben. Den Beweis ihrer guten Wirksamkeit hat sie «bet auch so geliefert und fie kann hiernach unb mit Rücksicht auf ihren billigen Preis besten« empfohlen werben, zumal sie ihren Strahl weiter treibt, als bie GaSsPntze. unb daß 'h« Wirksamkeit nicht auf dfo kurze Dauer, wie bei dieser, beschränkt ist. Auch fie wurde, obwohl ber GaSspritze an schneller Bereitschaft nachstehend, geeignet sein, vor Ankunft derch«ettalligeren und u»ckanbl,che- ren aroßen Svritzen ben ersten wirksamen Angriff auf einen anSbrechenben Branb 5u machen. (Zu?weiteren Empfehlung bient derselben, daß sie zugleich als Gartenspritze gut verwende n,Crb®a6'to)beiben großen Spritzen, welche am den dritten hohen Scheiterhaufen in Anwendung gesetzt wurden eine ganz andere Gewalt und Wirkung ausübten, als die beiden vorfiergehenben Löschmittel, benimmt^ben letzteren ihren Werth nicht, ^ere R"» J W betain. , m t fonen ut eoneurtiren, man wirb sie, abgesehen von ben seltenen besonbeien Fallen wo die E>a«. spritze ^allein ober besser anwendbar erscheint, vielmehr alsbalb bei Seite lassen, sobald eine große ^^'siLie'auf^Ärund deS Vorgetragenen die Anschaffung von zwei (bic swnte GaSspritze durste am Seltersthor einzustellen fein, mit Rücksicht einerseits auf den wasferarmen Settersbe g» anderer, seit« auf den Stabst heil zwischen Kreuz und Seltersthor der nur m einen weiten äußeren Grenzen von ber Wasserleitung berührt wi b) ober miUbesienS einer GaSspritze bei dein Stadt, vorstanb beantragt worben ist, so mag eine solche Anschaffung auch fnrgroßere Haus» - Fab,.e . Casernen, Schlösser le. besten« empfohlen sein, wenn diese sich nicht mit einer btUigeren ya d. spritze begnügen wollen.
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Darmstadt, 10. Juli. Troy Der übereinstimmenden Beschlüsse beider Kammern soll, wie mir hören, das Kriegsministerium dennoch fest entschlossen sein, demnächst die preußischen Gagen und Verpfle- gungsbezüge einzuführen. In dieser Angelegenheit wird der „v- A. Zeit." von hier geschrieben : „Wie dieser Konflikt endigen wird, ist schwer abzusehen; zahlt daS Kriegsministerium gegen alle Beschlüsse beider Kammern dennoch die höheren Gagen, so würden die Stände berechtigt sein, den KriegSmini- ster zur Verantwortung zu ziehen; zahlt es dagegen die höheren Gagen nicht, so ist Preußen berechtigt, so viele hessische Offiziere, als ihm beliebt, nach Preußen zu eommandiren und preußische Offiziere zur hessischen Division zu verstzeen. Das Kriegsministerium wird sich bemühen, bei Preußen Auf-
itifche Rundschau.
schub bis zur nächsten Finanzperiode zu erlangen." — Nach preußischen Blättern soll das Großh. Hes- fische Militär und Kontingent nach preußischen Formationsgrundsätzen eingetbeilt werden und die so gebildeten drei Regimenter sollen Die noch vaeanten Nummern 97, 98 und 99 erhalten. — Die „Darmst. Zeit." bringt Die Nachricht, daß Die DepartementS-Ersatz-Commissionen des norddeutschen Bundesgebietes nach einer getroffenen Bestimmung ermächtigt worden sind, solche Militärpflichtige, welche durch glaubhafte Atteste den Nachweis führen kon- neu, daß sie für den Militärdienst dauernd unbrauch- bar sind, oder daß ihnen gesetzliche Reelamationen zur Seite stehen, künftig ausnahmsweise auch ohne persönliche Gestellung auszumustern.
Berlin, 13. Juli. Der „Staatsanzeiger" und
das „Bundesgesetzblatt" publiziren das Nothgewerbe- qesey. - Im Ministerrath ist kürzlich die Frage wegen Abschaffung der Todesstrafe besprochen worden. Die Majorität stimmte fÜr deren Beilehaftung und ist deßhalb fürs erste keine Aussicht vorhanden, daß in Preußen, beziehungsweise Norddeutschland, dieser Rest mittelalterlicher GcrechtigkettSpflegebese,. tig! werde. - Mit nächstem sollen s r umfang- reiche Beurlaubungen stattfinden, um durch Erspar- niffe die Ausschreibungen höherer Matnkularbettrage ,n vermeiden. - ES wird im Nassauischen übel ver- merkt, daß durch Versetzung und Jnstallirung von Beamten das Bestreben der Regierung zu Tage tritt, bie Kirchen - und Schulverhältniffe in die (Protest.) orthodoxe und (katholisch) ultramontane Richtung hineinzulenkeu. — Von dem MusikeorpS des in Deutz


