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rig Freiwillige ihrer Militärpflicht 107 als Aerzte, 98 als Pharmaceutcn und 6 als Unter-Rvßärzte, zusammen 211. Van den mit der Waffe dienenden einjährig Freiwilligen sind im Jahre 1867 entlassen worden: ohne Qualification zur Beförderung 807, mit der Qualification zum Unteroffizier 404, mit der Qualification zum Landwehr-Offizier 1875. Bor vollendeter einjähriger Lienstzeit wurden im Jahre 1867: 190 Freiwillige entlassen, dagegen verblieben nach Ablauf der Dienstzeit 52 auf Beförderung und 18 als Kapitulanten in Dienst.

Berlin, 9. Juni. Reichstag. Die Dorla- gen über die Telegraphenverwaltung in Luxemburg werden in der Schlußberathung angenommen. Darauf folgt Etatsbcrathung, zunächst des Bundeskanzler- amtsetats Kirchmann wünscht Aufklärung über Vie Stellung des KricgSministerS zum Bundeskanzler, auch dränge sich die Frage auf, wie bei dessen Leiden die Vertretung stattfinden würde, da die Verfassung nur eine kurze Behinderung vorsehe. Delbrück erklärt, in Bezug auf Kirchmann's Anfrage, Der Bundes­kanzler habe sich über die BerantwortlichkeitSfrage selbst schon geäußert, lieber die Vertretung des Bun­deskanzlers gibt er eine ausweichende Erklärung. Twesten beantragt Unterstützung des deutschen Rechts­schutzvereins in London. Delbrück erkennt die Wirk­samkeit dieses Vereins in einzelnen Fällen an, aber seine Organisation biete Der Regierung nur ungenü- genDe Garantien. Lasker bemerkt, Der Verein habe im vorigen Jahre 10,000 Thaler für den Rechts- schütz Deutscher im Ausland verausgabt und ver­diene deßhald Unterstützung. Hierauf findet Fort­setzung Der Berathung Des Mats ter Bundesconsulate statt. FrieDenthal will ein Bundesconsulat in Pesth, da Ungarn als GetraiDeland wichtig für Norddeutsch- lano sei. Delbrück sagt die Erledigung der Frage zu. Da Oesterreich seine früheren Bedenken fallen ge­lassen habe. Die Berathung Des Marine-EtatS ist vertagt, weil Die Regierung Den Etat umarbeitet. Bei Der Berathung Des Etats Der Zölle uiw Ver­brauchssteuern berührt SchlciDen Das L.rhältniß Alto- na's zum Zollverein. Delbrück erklärt, Die Vereini­gung beiDer Mecklenburg mit Dem Zollverein fei sehr nahe bevorstehenD, Der Termin jeDoch noch unbe­stimmt. Der Gesetzentwurf über den Betrieb stehen­der Gewerbe wird Der Handelscommission überwiesen.

Berlin, 9. Juni. DieNordd. AUg. Zeitung" ist Der Ansicht, Daß Der ZollbunDeSrath sich ebenso, wie Das Zollparlament, für Die Eompetenz »es Bam- berger'schen Antrags aussprechen werDe. Die Groß' Herzog!. Hessische Regierung werde sich Der Majorität fügen müssen.

Berlin, 10 Juni. In der heutigen Sitzung des Reichstags wurden bei Der Discufsion über Die Specialetats, nach längerer Debatte für uitD gegen, die Einschränkungen der Portofreiheit, sowie Die Post- unD Telegraphenetats genehmigt. Der General-Post- Director stellt Die letzthin behauptete Erweiterung Der Portofreiheit in AbreDe. Hierauf folgt Die Bern- thung Des Militäretats. Aus Die Anfrage TwesteuS erroiecert von Roon, das Marine-Mmistcrium fei kein Departement des Kriegsministeriums. Bezüglich der gestrigen Debatte erwähnt er, es gebe keinen BuncesknegS - und keinen Bundes-Marine-Minister. Das BunDesheerwesen stehe unter Den Leitern des preußischen Kriegswesens. DieProvinzial-Cor- responDenz" theilt mit: Gras Bismarck begebe sich nut längerem Urlaub auf feine Güter nach Pommern. Der König reift nächste Woche für einige Tage nach Schlesien; weitere Reifepläne sind noch nicht festge- stellt. Die Herzogthümer SchleSwig-Holstem er- halten nur eine einzige Regierung, deren Sitz in Kiel ist, und welche nach Dem Wunsche des Land­tags sogleich organisirt werden soll. Das Oberprä- ftDium bleibt in Kiel.

Berlin, 10. Juni. Der Bundesrath nahm in heutiger Sitzung unter dem Vorsitze des sächsischen Ministers des Auswärtigen, v. Friesen, den Gesetz­entwurf, betreffend die Schließung und Beschränkung Der Spielbanken, an, unv beschloß, den BundeSkanz- ler zu ersuchen, auf Vic Sicherung des Privateigen- thnms zur See in Kriegszeiten durch Schließung von Verträgen möglichst hinzuwirken, sowie ein Gesetz über das literarische Urheberrecht ausarbeiten zu lassen. Der Bundesrath genehmigt schließlich den Postver- trag des norddeutschen Bundes mit Belgien. Der Provinzial-Corr." zufolge, bildet die Begründung von Provinzialfonds tn den übrigen Provinzen nach der Analogie des hannöver'fchen gegenwärtig einen Gegenstand sorgfältiger Prüfung im 2J?int|teriurn.

Echternach, 3. Juni. An der vießjährigen Springprocess>on, welche gestern statt hatte, nahmen etwas über 11,000 Personen Theil, von denen jedoch nur 7000 mitfprangen. Voriges Jahr war Die Theilnahme größer.

Aus Herrieden, 8. Juni, schreibt der Witte- rungsbeobachter derFr. Z." : Wir gehen wahr­scheinlich kühleren und gemischteren Tagen entgegen. Die nordwestliche Windrichtung hat sich sehr über Europa verbreitet, während sich Vie Gewitter auf das avriatische Meer zurückgezogen haben. Die Luft- vruckvifferenzen sind im Wachsen begriffen, während die Wärrneunterschiede abnehmen.

Hamburg, 7. Juni. Sicherrn Vernehmen nach wird vom 26. bis zum 29. August der deutsche Ju­ristentag und Anfang September der Verein deut-, cher Architekten hier tagen.

München, 5. Juni. Die Verhandlungen, welche im vergangenen Herbst zwischen Baiern und Hessen, wegen Der Herstellung verschiedener Eisenbahnverbin­dungen geführt wurden, haben die Ratification Der Hessischen Regierung nicht erhalten. Es wurden nun neue Verhandlungen eingeleitet, um wo möglich Die Schwierigkeiten zu beseitigen, welche der Ertheilung Der Hessischen Ratification im Wege standen.

Miltenberg, 2. Juni. Jin Jahre 1811 blühte bei uns Der Weinstock im Monat Mai, was bisher nie mehr Der Fall war. Die Winzer hoffen daher auch heuer auf einen sehr guten Wein, da der Wein­stock seit mehreren Tagen in voller Blüthe steht. Alle Feldfrüchte lassen nichts zu wünschen übrig.

Wien, 1. Juni. Wie verlautet, werden die widerlichen Scenen, welche das rohe Gesindel vor­gestern bei der Hinrichtung des Raubmörders Ratkay aufführte, einen Antrag im Abgeordnetenhause zur Folge haben, daß künftig Todesurtheile in abge­schlossenen Räumen vollzogen werden. Julie v. Ebergenyi hat beim Antritt ihrer Strafe Die Aeußerung gethan, die Oberin in Neudorf (diese Strafanstalt steht unter der Leitung und Verwaltung von Nonnen) werde mit ihr zufrieden fein.Ich will," sagte Die ehemalige Stiftsdame zu ihren Ge- fängnißgenofsinncn,recht fromm roerDen, ich will jeden Tag fleißig beten, und nach einigen Jahren wird die Oberin einen Begnadigungsanirag stellen können." E>n militärisches Blatt bringt die Mit­theilung, daß am 27. Mai erst 323,000 Stück Hin- terlaDtr fertig waren. Es ist dieß Die Hälfte der in den österreichischen Arsenalen befindlichen Gewehre, Die zur Umarbeitung nach dem Wanzi-System bestimmt waren. Jetzt soll jccoch durch die Vervollkommnung Der Maschinen die Verwandlung von monatlich 60,000 Stück in Hinterlader ermöglicht sein, so daß der ge- fammte Vorrath noch vor Ende des Jahres umgc- .ivb.-iM werden kann. Auch bat Hr, Wänzl ein Patent auf eine neue Verbesserung seines Hinterta- dungsmechanismus genommen, durch welche die Trag­weite auf 2000 Schritt und die Schußzahl auf 20 in der Minute erhöht werden soll. Die Fakrikation von ganz neuen Gewehren nach dem WcrnDl'schen System hat im Großen noch gar nicht begonnen, da Die nöthigen Maschinen erstDemnächst" zur Action fertig weiden sollen. Mit Der Kriegsbereitschaft der österreichischen Armee steht es also noch immer nicht ganz nach Wunsch.

Wien, 5. Juni. DerD. A. Z." schreibt man:Großes Aussehen machen die Verhandlun- gen, welche mit der kroatischen Deputation wegen Vereinigung ter Königreiche Kroatien und Slavonien geführt werden. Es geht aus denselben hervor, daß uugarischerseits auch die Vereinigung Dalmatiens mit Ungarn gefordert wird. Ungarn will vor Allem in gen Besitz Der Küste des avriatischen Meeres gclan- Den; aus diesem Grunde begehrte es schon so heftig gie Einverleibung Fiume's, und begehrt es nun, an« teblicb auf Grund historischer Rechte, auch Dalma- fien. Das Allzugewagte dieser Rechtsansprüche braucht Daum hervorgehoben zu roerDen.

Wie«, 6. Juni. Die -rste bischöfliche Kundge- bung bezüglich Der fanctionirten und publicirten kon­fessionellen Gesetze liegt jetzt in einer Currente vor, welche der Bischof von St. Pölten an seinen Diö- cesan-Bischof erlassen, und eS nimmt diese Kundge- bung deßhalb noch ein erhöhteres Interesse in An- spruch, weil der Bischof von St. Pölten fein anderer ist, als der frühere vorarlbergische Prälat Feßler, der zu Wiederholtenmalen in Sachen des Concordats Verhandlungen in und mit Rom geführt. Wenn Die Haltung des gefammten Episkopats von Dem Geiste getragen roerDen roürDe, Den Die Kurrende eines fei­ner bedeutendsten Glieder athmet, so Dürfte Die Ge­fahr eines Conflicts als nicht vorhanden bezeichnet werden, Denn wenn gleich nicht ermittelt werden kann, Daß Die bischöflichen Kreise Denjenigen Gesetzen, ge­gen Deren Zustandekommen sie eben noch mit Dem Aufgebot ihrer ganzen Kraft gestritten, jetzt sofort ihre freudige Zustimmung entgegenbringen, so schei­nen dieselben Doch, nach dieser ersten Manifestation zu schließen, Mäßigung für angezeigt unD für thun- lich zu erachten.

Wien, 9. Juni. Das Unterhaus nahm in fei. ncr heutigen Sitzung Da« Gesetz, betreffend den Ver- kauf der Staatsgüter nach den Anträgen De« Ans- schusses an, und genehmigte sodann den Gesetzentwurf, betreffend einer schwebenden, durch den Verkauf von Staatsgütern bis zu Ende des Jahres 1869 zu til­genden Schuld von 25 Millionen in dritter Lesung. Ferner genehmigte das Unterhaus den österreichisch- brittischen Schifffahrts-Verlrag und den Gesetzent­wurf, betreffend Die Erbfolge bei Bauerngütern. Prinz Napoleon und Der Herzog von Gramont wohnten Der Sitzung bei.

Bern, 5. Juni. Das permanente Central- conüte Der internationalen Friedens - und Freiheits- Liga war am Pfingstfeste zu einer Conferenz Behufs Feststellung Des Programms für Die zweite General- Versammlung, Die im September in Bern zusam­mentreten soll, versammelt. In Dem ausgestellten Programm schlägt Das Central-Comit6 Dem zweiten Congreß folgenDe Fragen zur Besprechung vor: 1} Welches sinD in Beziehung auf Den FrieDen uuD Die Freiheit Die Vortheile Der Aufhebung Der stehenDcn Armeen im Gegensätze zu Den Vortheilen Des nationalen Milizsystems oder einer allgemeinen Entwaffnung? 2) Welches sinD Die Beziehungen Der ökonomischen ober socialen Frage zu Der des FrieDens unD Der Freiheit? 3) Welche« sinD in Bezug auf Den FrieDen unD Die Freiheit Die Vor- theilc Der Trennung Der Kirche von Dem Staate? 4, Wie kann Da« FöDerativ-Princip in den ver­schiedenen Ländern zur Anwendung kommen? und 5) wie kann Die Verfassung Der vereinigten Staaten von Europa beschaffen sein?"

Paris, 9. Juni. Der kaiserliche Hof hat heute Nachmittag 4y2 Uhr Das Tuilerienschlvß verlassen, um nach Fontainebleau überzusiedeln. Eine lange Reihe von Wagen, in Deren ersten man den Kaiser, Die Kaiserin, Die Großfürstin Marie von RußlanD unD Den kaiserlichen Prinzen bemerkte, bewegte sich durch Die Rue De Rivoli über Den Bastilleplatz nach Dem Lyoner Bahnhof; Das Publikum in Diesen Volk- reichen StaDttheilen verhielt sich vollkommen gleich­gültig.

Paris, 9. Juni. Fast alle hiesigen Blätter bringen Die (schon mehrmals erwähntej Nachricht, Daß in Der Nacht vom 6. auf Den 7. Juni in Der StaDt Luxemburg unD einigen anderen Orten des Großherzogthums Proklamationen angeschlagen wor­den sind, in welchen Die Annexion an Frankreich ver­langt wirD. Die Polizei, welche im Voraus benach- ricyiiyi ipviwu*-»«. f«z- <*-* ' o» c

Darunter Den Drucker derUnion" unD De«Avenir," Jörn. Heintze. Gestern wurden Haussuchungen vor- genommen und Die Wohnung des Hrn. Heintze ver- siegelt. Hiesige Journale thun, als billigten sie diesen Versuch nicht, obgleich sie jedoch eine gewisse Freude darüber nicht unterdrücken können, daß Die Agitation zu Gunsten Frankreichs in Luxemburg fortdauert.

Paris, 10. Juni. Betreff« Der vor zwei Tagen in Luxemburg zu Gunsten einer Annektirung an Frank­reich vorgesallencn Demonstration sagt Der heutige Constitutionnel," daß die Verhältnisse Luxemkurg« durch Die Londoner Conferenz geregelt seien. Keine Zweideutigkeit sei möglich. Kein hinzugetretener Zwi­schenfall ermächtige an dem festen Willen aller Mächte, den bestehenden Zustand zu erhalten, zu zweifeln. Die Agitation in Luxemburg habe keinen anderen Werth, als den eine Zeitungspolemik hervorgerufen zu haben.

Paris, 11. Juni. Nach demMoniteur" hat der Kaiser Napoleon sich beeilt, Dem Vorschläge Ruß­lands auf Vcrpönung der explodirenden Geschosse bei den Armeen beizustimmen.

London, 2. Juni. Dr. Peter mann au« Gotha, der Unternehmer der deutschen Nordpolar- Expedition, ist, vor seiner Abreise nach dem Conti- nent, am Freitage der Königin vorgestellt worden. Dr. Petcrmann (sehr ibt man DerK. Z ") hat, reich an Ehren, LonDon roieDer verlassen, um nach Hause zurückzukehrcn, und auf Dem Wege in Ham- bürg, Bremen, Lübeck unD Köln vorzusprechen. Ihm ist hier Die große Genugthuung zu Theil geworDen, manchen englischen Fachgenossen von Der praktischen Ausführung Der Durch ihn angeregten Nordpol-Ex- peDition überzeugt unD Manchen zu seiner Ansicht bekehrt zu haben, Der Den Weg läng« Der grün« länDischen Küste früher al« Den allerunpraktiscbsten betrachtet hatte.

Petersburg, 4. Juni. DieRussische Tele- graphen-Agcntur" melDet aus Mittelasien, General Kaufmann fei mit 36 Infanterie-Compagnien unD 1000 Kosaken nach Samarkand vorgerückt, wo sich da« bucharische Heer in der Stärke von 80,000 Mann concentrire.

Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen.