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Ä 5566) Unserem Haupt- und Ober-Rind zu sei­nem morgen stattfindenden 22. Wiegenfeste ein dreifach don- nerndes Hoch !!

Am 1. September 1868L.yfF

88*te Ziehung1 der österr. Staats-Loose.

vom Jahre ISG'L

Höchster Treffer fl. 200,000, niedrigster fl. 155 östr. Währ.

Einlage S Thlr. fl. 3. 30 süddeutsch.

Sieben Betheiligungen kosten nur Thlr. 1® fl. 91 süddeutsch.

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VOELCKER & Co

Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4. NB. Nachnahmen können nicht erhoben werden. (4547)

Geschäfts - Gmpfehlurrg.

5546) Einem geehrten Publikum zur Nachricht, daß ich an hiesigem Platze ein mechanisches Geschäft errichtet habe. Durch gediegene Arbeit werde ich stets das mir geschenkt werdende Zutrauen zu erhalten suchen und halte mich in vorkommenden Fällen bestens empfohlen. W. Hosch, Mechanikus,

im Nehmeyer'schen Hause, Neuenbäuen. ___________________________________*____________________________ 5542) Lehrlings - Stelle gesucht für einen jungen mit den nöthigen Lorkenntnifsen versehenen Mann aus anständiger Familie zum sofortigen oder baldigen Eintritt. Franco- Offerten befördert unter Nr. 5512 die Erped. d. Lltts.

Einsendungen.

Gießen, 6. August.

Nachdem von den Technikern cingeräumt ist, daß der von der Stadt propo- nirte Bahnhossplatz nicht nur in seiner Lage, Ausdehnung und Zugänglichkeit allen Anforderungen entspricht, sondern bei einer Steigung von 1:100 der in gerader Linie fortgehenven Verbindung mit der Cöln-Gießener-Bahn und mit dem Main-Weser-Bahnhof, keine Schwierigkeiten mache, hört man dem Wunsche der Stadt immer entgegenhalten, daß man den Main-Weser-Bahnhof nicht her- unter in die Stephansmark verlegen könne, und daß der Uebergang von Personen und Gütern von der Main-Weser-Bahn und der Cöln-Gießener, also der Verkehr, darunter leide. Und dcch liegt die Lösung so nahe: Man lasse den Main-Weser- Bahnhof wo er ist, es wäre freilich Blödsinn, ihn (sammt einem Stück Bahn­körper) verlegen zu wollen, und doch läßt sich die Verbindung so leicht und so regelrecht Herstellen, daß der Uebergang von Personen und Gütern nicht leidet. Die oberhessischen Bahnen müssen in jedem Falle (der Bahnhof komme hin, wo er wolle) bis an da« Cöln-Gießener Stationshaus gehen. Man lasse nur bei dieser Station (durch die dortigen oder eigenen Beamten) auch Billete ausgeben für die oberhesstschen Bahnen, und lasse nur kurz ehe die Züge von Cöln oder Kassel oder Frankfurt ankommen, oder vielmehr, ehe die Züge auf den vberhes- sischen Bahnen abgehen, und während der Zug in der Stephansmark arrangirt wird einige Wagen hinaufgchen an die Cöln-Gießener-Bahn und den Main- Weser-Bahnhof, und nehme so Personen und Güter auf die Entfernung be­trägt nur 3, höchstens 4 Minuten, und umgekehrt fahre man die Wagen mit Personen und Gütern, die auf die Main-Weser-Bahn und auf die Cöln-Gießener Bahn wollen, nur die 3 Minuten weiter bis an diese Bahn, und lasse die Wa- gen dann die drei Minuten zurückgehen, und alle angeblichen Schwierigkeiten fallen weg. Das läßt sich ja arrangiren. Man möge in Darmstadt diese Sach­lage wohl beachten. __________________________________________________________

Der Main - Weser - Bahnhof

und

-er nene Bahnhof.

Unsere leidige, noch immer der Entscheidung harrende Bahnhofsfrage ist in den letzten Wochen im Privatverkehr wie in diesen Blättern vielfach Gegenstand der verschiedenartigsten Besprechungen gewesen, und im Allgemeinen gewiß nicht zum Nachtheil der Sache selbst. Wie uns scheinen will, ist jedoch eine Seite derselben zu wenig beachtet und klar hervorgehoben worden.

Selbst von vielen verständigen Beurtheilern wird nämlich fast stets geltend gemacht, daß eine Zusammenlegung aller Bahnhöse von der allergrößesten Wich­tigkeit sei, daß wenn man der Ueberzeugung sein müßte, daß der Main-Weser- und in seiner Erweiterung der einstige Cöln-Gikßener-Bahnhof unabänderlich auf dem Seltersberg liegen blieben, daß dann allerdings aus praetifchen und finanziellen Gründen sich die Anlage auch des neuen Bahnhofs auf den Seltersberg empfehle, denn das centrale Zusammenliegen sei von entscheidender Wichtigkeit.

Doch dem ist keineswegs so. Daß es wünschenswerth wäre, wir hätten einen Centralbahnhof, wer wollte das bezweifeln? Allein nothwendig, selbst bei dem allerlebhaftesten Personen- und Güterverkehr ist es keineswegs.

Der neue Bahnhof für die Oberhessischen Linien kann, abgesehen von dem Verbindungstrain, welchen letztere mit dem Main-Weser-Bahnhof unterhalten, in voller Unabhängigkeit in der Stephansmark stehen, ohne daß ein Abreißen und Wiederaufbauen des Main-Weser-Bahnhofs ebenfalls in der Stephansmark nöthig wäre. Vor allen Dingen widerlegt sich hierdurch am besten der Vorhalt, der auch unserer städtischen" Deputation in Darmstadt sicherem Vernehmen nach ge­macht worden fein soll, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in die Stephans- mark und die dadurch früher oder später nöthig werdende gleiche Verlegung des Main-Weser-Bahnhofs eine abermalige beträchtlich- Ausgabe für die Großher­zogliche Regierung als Zinszicherin vom 3. Theil der Main-Weser-Bahn verur­sachen würde, und solche bei dem jetzigen finanziellen Stand unseres Landes wo möglich auf jede Weise zu vermeiden seien. Von diesem Standpunkt aus seien eben der Deputation von Mitgliedern der Regierung keine tröstlichen Aussichten auf Erfüllung ihrer Wünsche eröffnet worden, und wären dieser unvermutheten Vermengung der Frage über die Lage des alten und des neuen Bahnhofs gegen­über die Mitglieder der Deputation leider nicht mit der entsprechenden, wünsckens-

werthen Klarheit und Festigkeit ausgetreten durch einfache Darlegung, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in der Stephansmark ganz unabhängig fei von dem Verbleiben oder Nichtverbleiben des Main-Weser-Bahnhof« auf dem Seltersberg, durch die feste Entgegnung, daß die Anlage des neuen Bahnhofs in der Ste­phansmark eben eine Lebensfrage für Gießen sei, die mit der Lage des Main- Weser-Bahnhofs gar nichts zu thun habe. Wir wissen nicht, wie viel Wahres an diesem der Deputation gemachten Vorwurf ist, können ihn jedoch bei der so gut und zweckmäßig getroffenen Wahl ihrer Mitglieder kaum für begründet halten. Um so mehr müssen wir uns aber über die Haltung der maßgebenden Persönlich- feiten in Darmstadt wundern. Unsere Erinnerung wird lebhaft auf das Jahr 1846 zurückgeführt. Es will uns berünfen, daß dieselben Erscheinungen von damals sich heute in derselben Sache wiederholen sollen. Heute wie damals ge- schah von Seiten des Stadtvorstanves in Verbindung mit dem Hanvelsverein gegen die Verlegung des Main-Weser-Bahnhofs auf den Seltersberg, was nur immer geschehen konnte, keine Schritte wurden für zu mühsam, keine unver­sucht gelassen- Was geschah? Man nahm die Wünsche theils ruhig und selbst­bewußt hin, theils wies man sie als nicht voncompetenten, sachkundigen" Leuten ausgehend lächelnd oder auch schroff zurück, that im Uebrtgen ganz, was ein­zelne Persönlichkeiten anzurathen für gut fanden, und ließ die Wünsche der Bürgerschaft als für die Erwägungen solch hoher Sachverständiger ganz gleich­gültig bei Seite liegen.

Dieser abermals drohenden Gefahr gegenüber muß die Stellung des Stadt­vorstandes und der Bürgerschaft eine um so festere und sich durch Nichts beirren lassende sein. Es muß das klar formulirte und offen ausgesprochene Programm der Stadt sein:

1) Der Bahnhof für die neuen Oberhessischen Bahnen gehört in die Ste­phansmark,

2) und zwar in die allernächste Nähe der Stadt, also in die Gärten und Wiesen nächst dem Zinßer'schcn Garten.

3) Er darf auf keinen Fall weiter zurück nach den Riegelpfaden zu gelegt werden, zu denen keine directcn Verbindungswege und Straßen von der Stadt aus führen, während fast alle bestehenden und neu projectirtcn städtischen Straßen von selbst und auf die natürlichste Weise in die Stephansmark münden; denn die Anlage des neuen Bahnhofs in den Riegelpfad würde wohl ebensoweit von der Stadt sein, als die Lage des Main-Weser-Bahnhofs.

4) Das Verbleiben des Main - Weser - Bahnhofs auf dem Seltersberg und die etwaige Anlage eines definitiven Cöln - Gießener - Bahnhofs ebendaselbst steht in gar keinem sachlichen Zusammenhang mit der die Zukunft der Stadt Gießen bedingenden, nothwendigen Anlage des neuen Bahnhofs in der Stephansmark.

Die Brodpreise in Gissten betreffend.

Rach dem heute ausgegebenen Gießener Anzeiger verkaufen die hiesigen Bäcker das gemischte Brod zu 18 fr., und das Roggenbrod zu 15 fr. Wie verhält sich dieser Preis zu den seitherigen Fruchtpreisen? Nach diesen ist der Waizen in den letzten drei Wochen in unserer ganzen Umgegend im Durchschnitt pr. Malter zu 12 fl. 48 fr., das Korn im Durchschnitt zu 8 fl. 48 fr. und die Gerste int Durchschnitt zu 7 fl. 40 fr. verkauft worden. Wie können die Bäcker nun mit solchen Fruchtpreisen die seitherigen Verkaufspreise in Einklang bringen ? Eine gründliche Ausrechnung, wie diese nach Recht und Billigkeit zu stellen sind, ist keineswegs eine so schwierige Sache, wie die Herren Brodfabri- kanten vielleicht glauben, und lassen wir im Interesse des Publikums eine solche hier folgen, wie sie für Jedermann verständlich sein wird:

Waizen. Korn. Gerste.

1 Malter kostet durchschnittlich 12 fl. 48 fr., 8 fl. 48 fr. 7 fl. 40 fr. A. Das Roggenbrod wird aus 2/3 Korn- u. 1/z Gerstenmehl gebacken.

2 Malter Korn wiegen ' . . . . 380 Pfd. und fosten 17 fl. 36 fr. ab : V10 für Moller .... 38 Psv.

an Kleie und Staub . . 54

92 92

es bleiben 288 Psd. Mehl.

1 Malter Gerste wiegt . . 170 Pfd. u. kostet 7 40

ab: an Molter, Kleie und Staub 40

es bleiben 130 130 Pfd. Mehl.

zusammen 418

Für Ociroi 12 fr. pr. Malter............ 36

Backlohn incl. Verdienst, Heizung rc. 1 fl. 30 fr. pr. Malter . 4 30

Wenn 3 Pfd. Mehl 4 Pfund Brod geben, so werden aus 418 Pfd.

Mehl 557 Pfd. Brod gebacken und wenn diese zusammen . . 30 22 fostm, so fommen 4 Psd. auf 13 fr.

B. Das gemischte Roggenbrod wird aus i/3 Walzen- und 2/3 Roggenmehl gebacken.

1 Malter Walzen wiegt..... 200 Psd. und kostet 12 fl. 48 fr.

ab: an Molter, Kleie und Staub .... 50

es bleiben 150 Psd. Mehl.

2 Malter Korn geben (s. oben). . . .288 und fosten 17 36

für Backlohn incl. Verdienst, Heizung, Octroi

von 3 Maltern........ ......3 6

Wenn 3 Psd. Mehl. 4 Psd. Brod ge-__

bett, so werden aus....... 438 Psd. Mehl 584 Psd.

Brod gebacken und wenn diese zusammen........35 fl. 30

kosten, so kommen 4 Psd. auf 14/z Er.

Hiernach würde also der vierpfündige Laib Kornbrod auf 13 fr., der vier- pfündigc Laib gemischtes Brod auf 141/3 fr. kommen. Die Differenz von 2 fr. bei ersterem, und von 34/2 fr. bei letzterem erscheint uns bedeutend genug, um hiermit öffentlich Anfrage an die hiesigen Bäcker zu thun, durch welche Gründe sie diese Höherstellung der Preise zu rechtfertigen gedenken, da sie an unserer Berechnung wohl Nichts auszusetzen haben werken? Mögen sie uns also eines Besseren belehren, oder, wie ihre Mitbürger zu verlangen ein Recht haben, tbre Preise obiger Zusammenstellung entsprechend herabsetzen! Denn wir glauben, daß die Bäcker sich durch die seither über die Gebühr gestellten Verkaufspreise bereits hinlänglich aus Kosten des Publikums bereichert haben, um wenigstens jetzt zu jenen oben ausgestellten Preisen herabgehen zu können.