Ausgabe 
9.5.1868
 
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Preis vierteljährlich 36 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 51 kr

Gießener Anzeiger.

Erscheint wöchentlich drei­mal : Dienstags, Donner­stags und Samstags. Expedition: Canzleiberg Lit. V. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen.

Nr. SS. Samstag den 9. Mai iStiS.

Amtliche Bekanntmachungen.

Bekanntmachung,

den Steuerausschlag für die letzten neun Monate des Jahres 1868 betreffend.

(Großherzogliches Regierungsblatt Nr. 2 2.)

Zur Bestreitung der erhöhten Staatsbedürfnisse, welche durch die veränderten politischen Verhältnisse herbeigeführt worden sind, reichen die im letzten Finanzgesetz bestimmten und bisher erhobenen Steuern im Jahr 1868 nicht aus. In dem wegen Aufbringung der weiter erforderlichen Mittel mit den Ständen vereinbarten, in No. 20 des Großherzoglichen Regierungsblatts erschienenen Nachtragsgesetz vom 11. dieses Monats ist daher in §. 1 festgesetzt worden, daß vom 1. April des laufenden Jahres an ein Zuschlag zu den im §. 2 des Fiuanzgesetzes vom 26. September 1867 bestimmten directen Steuern von monatlich 1 Heller auf den Gulden Normalsteuerkapital, also im Ganzen für neun Monate ein Zuschlag von 2/4 fr. auf den Gulden Normalstcuerkapital erhoben' werden soll. In §. 3 des Nachtragsgesetzes ist dann weiter bestimmt, daß, im Falle die Erhebung des im §. 1 erwähnten Steuerzuschlags nicht schon im Laufe des Monats April erfolgen könne, alsdann demnächst die Nacherhebung stattzufindcn habe.

In Gemäßheit dieser gesetzlichen Bestimmungen hat jeder zu den directen Steuern Beitragspflichtige für jeden der letzten neun Monate des laufenden Jahres, außer dem bis hierher nach dem Steuerausschlag pro 1868 von ihm zu entrichtenden monatlichen Betrag, weiter einen Heller von jedem Gulden des in seinem diesjährigen Stcuerzcttel enthaltenen Steuerkapitals in der Weise zu entrichten, daß bei der Steuererhebung im Monat Mai die Steuerzuschläge für April und Mai zusammenen mit 2 Heller vom Gulden Steuerkapital zu bezahlen sind, während dagegen in den folgenden Monaten Juni bis December der zu bezahlende Zuschlag jedesmal nur 1 Heller vom Gulden Steuerkapital beträgt.

Da die Steuerpflichtigen hiernach in jedem der sieben letzten Monate dieses Jahres als Steuerzuschlag ebenso viele Heller, als ihr Steuerzettel Gulden Steuerkapitals enthält, und nur im Monat Mai das Doppelte hiervon, zu entrichten haben, so sind sie leicht im Stande, den Betrag der Zuschläge selbst zu berechnen. Es werden deßhalb besondere Steuerzettel zur Anforderung des Steuerzuschlags nicht ausgegeben. Im Uebrigen gelten hinsichtlich dessen Zahlung und. Beitreibung dieselben Vorschriften, wie für die gewöhnlichen directen Steuern.

Darmstadt, den 20. April 1868. Großherzogliches Ministerium der Finanzen.

F- v. Schenck. Hahn.

Gießen, am 29. April 1868.

Betreffend: Die durch Beitreibung der Gemeindegelder im l. Quartal 1868 entstandenen Kosten.

Das

G r o ß h e r j o g l i ch e K r k i s a m 1 Gießen

an

die Großherzoglichen Bürgermeistereien Albach, Allendorf a. d. Lahn, Mendorf a. d. Lda., Allen-Buseck, Beuern, Burkhards­felden, Ettingshausen, Klein-Linden, Lich, Mainzlar, Münster, Nieder-Bessingen, Rödgen und Trohe.

Wir erinnen Sie an Einsendung der Kostenverzeichnisse vom I. Quartal 1868 binnen 8 Tagen.

In Verhinderung des Kreisraths: Gros, Kreisassessor.

Bekanntmachung.

Die ordentliche Versammlung des Bezirksraths wird

Mittwoch den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaussaale dahier stattfinden.

Gießen, den 7. Mai 1868, Großherzogliches Kreisamt Gießen.

In Verhinderung des Kreisraths:

Kekuls, Kreisassessor.

Besondere Bekanntmachung.

Edictalladung.

3201) Ansprüche jeder Art an das Ver­mögen des verstorbenen Johannes Grät­ling von Treis a. d. Lda., über welches der formelle Concurs erkannt ist, sind im Termin

Donnerstag den 16. Juli I. I., Vormittags 10 Uhr, bei Vermeidung stillschweigend eintretenden Ausschlusses von der Concursmasse, dahier anzumelden.

Hie ausbleibenden oder durch nicht ge­hörig legitimirte Bevollmächtigte vertretenen Gläubiger werden allen Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen, insbesondere auch bezüglich eines etwaigen Arrangements jur beigetreten erachtet.

Gießen, am 17. April 1868.

Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher.

Versteigerungen.

3218) Dienstag den 23. Juni, Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigem Rathhause das Grund­stück des Martin Hellmold:

Nur Nr. oÄlftr.

"/e, 178 Acker am Hamm

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 6. Mai 1868.

Großhcrzogliches Ortsgericht Gießen.

_ _____________Ebel. __________

3207) Dienstag den 12. Mai, Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigcm Rathhause die Hofraithe des Philipp Weller, als:

Flur Nr. DÄIftr.

Vices 18 Hofraithe in der Wetz­steingasse,

nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 21. April 1868.

Grobherzogliches Ortsgericht Gießen.

Ebel.

Holzversteigemng im Gießener Stadtwalde.

3223) Montag den 11. und Dienstag bdn 12. Mai d. I.,

jedesmal von Morgens 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, District Neu­hege (abgeholzte Schießbahn), nachverzeich­netes Holz öffentlich versteigert werden, als:

11 Stecken Nadel-Scheidholz,

455 Prügelholz,

269 Stockholz,

13743 Wellen Reisholz,

1587 Nadel-Stämme mit 13376 Cubikfuß,

2762 Stangen 9764

Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Grünberg an der ersten Schmiße.

Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. September d. I. gestattet.

Bemerkt wird, daß am ersten Tage das Brennholz und am zweiten das Bau- und Werkholz versteigert wird.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 5. Mai 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V. d. B.:

Felsing, lr Beigeordneter.

Lieferung eiserner Bettstellen.

3187) Donnerstag den 14. b. Mts., Vormittags 10 Uhr,

soll bie Lieferung von 35 Stück eisernen Bettstellen zur Einrichtung eines Garuison- hospitals zu Gießen burch Soumission ver­geben werben-

Voranschlag und Lieferungsbedingungen, sowie die Muster-Bettstelle, können vom 11. l. Mts. an bei der unterzeichneten Ver­waltung eingeseheu werden.

Gießen, den 5. Mai 1868.

Großherzogliche Garnison-Verwaltung. _________Z smmer, Quartiermeister.

3250) Die diesjährige Grasnutzung von den Böschungen an dem Stadtringgraben, an der Wieseck, sowie von den Wegen, soll Mittwoch den 13. Mai b. I., Nachmittags 2 Uhr,

an Ort und Stelle versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist am Neuenweger Thor. Gießen, den 8. Mai 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt.____________

Ho lz v e r st e l g e r u » g in den Gräflich Solms-Rödelheim'- schen Waldungen.

3197) In dem Revier Einartshausen ge­langen zur öffentlichen Versteigerung:

1) Donnerstag den 14. Mai L I. in den Districten Waidhecken, Dickenstrauch, Häsels, Strutwald und Schotterberg:

54 Stecken Bucheu-Schcidholz,

50 Prügelholz,

2 Eichen -

110 Buchen-Stockholz,

165 Astreisholz,

9 ' Eichen -

100 Nadel - Durchforstungs - Reis­

holz (15 Fuß laug),

26 Stück Buchen-Stämme und Stamm­abschnitte von 12 bis 40 Fuß Länge und 18 bis 28 Zoll mittl. Durchmesser, 2260 Cubikfuß.

2) Freitag den 15. Mai l. I.

im District Dörnberg:

150 Stecken Buchen - Durchforstungs-Reis- Holz,

20 Nadel-Astreisholz.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungsfrist bis 11. November l- I. ge­stattet.

Zusammenkunft am ersten Tage Morgen? präcis 9 Uhr im District Waidhccken auf dem vom Ruttertshäuser Jägerhaus nach Einartshausen führenden Fußpfad ohnweit der Kiliansherberge und am zweiten Tage Morgens präcis 9 Uhr im District Dörnberg.

Wickstadt, den 30. April 1868.

Schallas,

Gräflich Solms-Rödelheim'scher Oberförster.

Holzversteigerung im Anneröder Gemeindewalde.

3188) Dienstag den 12. Mai 1868, von Vormittags 8 Uhr an,

soll in dem Anneröder Gemeindewalde, Di­stricten Köpfeln, Wolfskaut und Baracken, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als:

Vz Stecken Eichen-Scheidholz,

V» Stockholz,

1394 Wellen Reishmz,

l'/z Stecken Erlen-Prügelholz,

400 Wellen Reisholz,

11 Stecken Nadel-Prügelholz,

22 Stockholz,

5315 Wellen Reisholz,

25 Dornholz,

97 Nadel-Stämme von 6 bis 16 Zoll Durchmesser und bis zu 85 Fuß Länge, mit 2543 Cubikfuß,

70 Nadel-Stangen mit 467 Cubikfuß,

50 Eichen-Reifstaugeu, für Küfer geeignet.

Die Zusammenkunft ist an der Grünber­ger Chaussee am Wege, nach Annerod.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini d. I. gestattet.

Annerod, den 2. Mai 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Groß.